Unsere Tochter hat vor kurzem geheiratet, und zwar einen jungen Mann, der zwar aus einfachen Verhältnissen stammt, aber klug und anständig ist. Natürlich waren meine Frau und ich zunächst nicht sonderlich begeistert, doch die Entscheidung lag bei ihr.
Zur Hochzeit schenkte ich meiner Tochter eine schöne Eigentumswohnung in München, damit das junge Paar nicht zur Miete wohnen muss. Beide waren sehr dankbar für dieses Geschenk, allen voran die Eltern des Schwiegersohns.
Sie lobten die Wohnung bei jedem Besuch in den höchsten Tönen und kamen regelmäßig vorbei. Meine Tochter beklagte sich bald bei mir, dass ihre Schwiegermutter ständig bei ihr sei, sodass sie kaum mehr Zeit für sich hatte oder mal in Ruhe mit Freundinnen telefonieren konnte. Vor Kurzem schlug die Schwiegermutter meiner Tochter dann sogar vor, ihre eigene Familie offiziell in die Wohnung eintragen zu lassen, damit sie ihr eigenes Haus verkaufen und mit dem Erlös eine größere Wohnung kaufen könnten, in der dann alle gemeinsam leben würden. Laut ihrer Meinung sollte schließlich in der Familie alles geteilt werden, auch der Besitz.
Meine Tochter hat diesen Vorschlag höflich, aber bestimmt abgelehnt, da sie das Ganze sehr merkwürdig fand. Doch die Schwiegermutter ließ nicht locker. Anfangs rief sie beinahe täglich an und versuchte, ihre Zustimmung zu bekommen, bevor sie schließlich dazu überging, Druck auszuüben und Szenen zu machen. Sie warf meiner Tochter sogar vor, ihren Sohn nicht zu lieben, drohte ihr mit der Scheidung des Paares und behauptete, sie würde dann die Wohnung bekommen. Ihr eigener Sohn versuchte zwar zu schlichten, doch sie hörte nicht auf ihn.
Wir hielten uns raus und dachten, die beiden sollten ihre Angelegenheiten selbst regeln. Aber als unsere Tochter uns schließlich unter Tränen anrief, hielten wir es nicht mehr aus und beschlossen, selbst einzugreifen.
Ich, als Vater und Mann der Familie, bin zu der Schwiegermutter gegangen und habe ihr klar gesagt, sie solle unsere Tochter in Ruhe lassen. Ich drohte ihr sogar damit, die Polizei zu verständigen, falls sie sich weiter einmischen würde. Daraufhin war sie plötzlich ganz ruhig, meinte, wir hätten sie falsch verstanden, und sie wolle doch nur das Beste für alle. Unsere Tochter kann seitdem endlich aufatmen, sie hat wieder ihre Ruhe gefunden und ist glücklich.





