Wie ich meine Schwiegermutter vor aller Augen blamiert habe – eine Geschichte, die sie wohl nie vergessen wird

Wie ich meine Schwiegermutter zum Gespött gemacht habe. Wahrscheinlich erinnert sie sich noch heute daran.

Diese Geschichte spielte sich ganz am Anfang meines Ehelebens ab, damals, als meine Frau und ich gerade geheiratet hatten.
Mir fiel damals schon etwas Seltsames auf, aber ich schenkte dem keine große Beachtung. Diese Merkwürdigkeit bezog sich nicht auf meine Frau bis heute halte ich sie für mein Ideal , sondern auf das Verhalten ihrer Mutter, meiner Schwiegermutter.

Alles begann schon während der Hochzeit: Sie schaute so finster und war so angespannt, als wäre sie auf einer Trauerfeier statt auf einer Hochzeit. Danach verhielt sie sich eigenartig und da wir noch sehr jung waren, hatten wir keine eigene Wohnung und mussten daher bei ihr leben.

Kaum waren wir eingezogen, begegnete sie mir mit einer scheinbar ehrlichen Fürsorglichkeit, sodass ich wirklich dachte, sie freue sich über unser Glück. Ich glaubte, ihr Humorlosigkeit auf der Hochzeit käme wohl von schlechter Laune oder gesundheitlichen Gründen. Doch hinter ihrem halbherzigen Lächeln verbarg sich eine Mischung aus passiver Aggressivität und ständigen Sticheleien. Mehr noch: Sie warf mir immer wieder unterschwellige Vorwürfe an den Kopf, wohl um mich zu ärgern.

Beispielsweise stand sie mitten in der Nacht auf und spülte das Geschirr, das ich am Abend zuvor bereits abgewaschen hatte. Als ich sie einmal erwischte und fragte, was sie da tat, setzte sie einen unschuldigen Gesichtsausdruck auf und behauptete, sie wolle das schmutzige Geschirr spülen.
Da dachte ich: Heißt das etwa, mein Geschirr ist noch schmutzig? Von da an zweifelte ich für immer an ihrer Aufrichtigkeit.

Lange Zeit deutete ich ihre spitzen Kommentare als mütterliche Ratschläge und vertraute ihr sogar in persönlichen Angelegenheiten, zum Beispiel bei Konflikten mit meiner Frau.

Ein guter Freund von mir arbeitete als Fahrer in dem Betrieb, in dem meine Schwiegermutter tätig war. Über ihre Kolleginnen gelangten allerlei Gerüchte über unser Familienleben zu ihm. Angeblich wäre ich der Versager und meine Frau diejenige, die mich betrüge und nur auf die Wohnung ihrer Mutter aus sei. Familiendramen!

Von da an war mir klar: Meine Schwiegermutter ist heimlich mein Gegner.

Die Natur hatte sie mit einem extremen Ordnungssinn ausgestattet; ihre Wohnung war so klinisch rein wie ein OP-Saal. Sie verlangte von uns dieselben Maßstäbe. Wir strengten uns sehr an, aber es war unmöglich, sie ganz zufrieden zu stellen.

Als sie schließlich für zwei Wochen auf Geschäftsreise fahren musste, verpflichtete sie uns, die Wohnung penibel sauber zu halten. Der kleinste Müll auf dem Teppich oder ein Haar im Bad konnten bei ihr einen Schock auslösen. Ungespültes Geschirr war für sie Grund zum Herzinfarkt. Immer wenn sie im Haus war, versuchten meine Frau und ich, alles ordentlich zu halten.

Für die Zeit ihrer Abwesenheit wollten wir allerdings eine Pause vom ewigen Saubermachen einlegen und nur kurz vor ihrer Rückkehr gründlich aufräumen. Doch sie kannte unsere Pläne und nannte uns absichtlich ein falsches Rückkehrdatum sie kam früher zurück, als angekündigt, und brachte auch noch ihre Freundinnen mit, um mich vor ihnen bloßzustellen.

Zum Glück hatte der oben erwähnte Freund von mir von ihrem Plan Wind bekommen und mich gewarnt. Das machte mich richtig wütend und ich beschloss, mich vorzubereiten. Ich putzte die Wohnung blitzblank wirklich alles glänzte und wartete auf sie.

Meine Schwiegermutter erschien triumphierend mit ihrer ganzen Damenrunde und einem breit grinsenden Chauffeur. Leise drehten sie den Schlüssel im Schloss und marschierten wie eine kleine Karawane herein.

Wie groß war ihre Überraschung, als sie in die Wohnung traten: Alles war aufgeräumter als nach dem Frühjahrsputz und entsprach ihren Standards sogar mehr. Ihre Freundinnen schauten erstaunt zu ihr und tuschelten hinter ihrem Rücken, während ich gelassen den Schweiß von meiner Stirn wischte und ganz beiläufig den Staubsauger wieder wegstellte. Dann sagte ich:

So ein sauberer Teppich den hast du wohl noch nie gesehen, was?

Meine Schwiegermutter war sichtlich frustriert. Sie runzelte die Stirn und kontrollierte alle Ecken, während ich innerlich die Fäuste ballte: Da wirst du nichts finden, da wirst du nichts finden!

So wurde meine Schwiegermutter total blamiert und im Betrieb zur Lachnummer. Niemand hörte ihre Gerüchte mehr und viele waren auf meiner Seite. Ich hatte ihre Selbstsicherheit ordentlich erschüttert und obwohl seitdem siebzehn Jahre vergangen sind, erinnert sie sich vermutlich immer noch daran.

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Homy
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