Du kannst nicht so gut kochen wie meine Mutter – sagte mein Mann und ließ den Teller unberührt

**Tagebuch, 15. November**

Heute war wieder so ein Tag. Markus kam von der Arbeit nach Hause, und kaum war er durch die Tür, verzog er das Gesicht. Petra, was ist das für ein Geruch? Etwas verbrannt? Er hängte seine Jacke auf und schnupperte misstrauisch in die Luft.

Das ist Hähnchen aus dem Ofen, rief ich aus der Küche und drehte schnell den Herd unter den Kartoffeln ab. Gleich ist alles fertig!

Markus kam herein, wo ich gerade Salatblätter in der Spüle wusch. Meine Haare waren zerzaust, auf der Wange klebte ein Mehlfleck, und die Schürze war mit irgendeiner rötlichen Soße bespritzt.

Wie wars auf der Arbeit?, fragte ich, ohne mich umzudrehen. Hat Meier wieder gemeckert?

Nein, alles normal. Und bei dir? Er warf einen Blick in den Ofen, wo das Hähnchen in einer dunklen Soße vor sich hin blubberte. Was ist das für ein Rezept?

Habs im Internet gefunden. Hähnchen französisch Art. Soll einfach sein und gut aussehen.

Markus nickte schweigend und verschwand, um sich umzuziehen. Ich deckte den Tisch mit dem weißen Tischtuch, das ich extra für heute Abend ausgebreitet hatte. Ich versuchte immer, etwas Neues zu kochen, experimentierte mit Gewürzen, kaufte besondere Zutaten. Ich wollte ihn überraschen, ihm nach einem langen Tag etwas Gutes tun.

Komm, Schatz, es ist fertig, rief ich, als er zurückkam.

Wir setzten uns gegenüber. Ich beobachtete nervös, wie er sich Hähnchen, Kartoffeln und Salat nahm. Ich selbst hatte kaum Appetit nur ein paar Kartoffeln, mehr nicht.

Er aß, sein Gesicht verriet nichts. Ich wartete, dass er etwas sagen würde, aber er kaute schweigend, trank ab und zu einen Schluck Tee.

Schmeckts?, fragte ich schließlich.

Geht so, antwortete er, ohne aufzublicken.

Nur geht so? Ich hab mich bemüht, es ist ein neues Rezept

Er seufzte, legte die Gabel weg und sah mich an.

Du kannst einfach nicht kochen wie meine Mutter. Bei ihr war jedes Essen ein Fest. Das hier Er wedelte mit der Hand über den Teller. ist bloß Essen.

Mir schnürte es die Kehle zu. Ich schaute weg, um nicht zu zeigen, wie sehr seine Worte trafen.

Ich lerne noch, murmelte ich. Niemand kann alles gleich perfekt.

Meine Mutter hatte in deinem Alter schon fünf Kinder zu versorgen, fuhr er fort und stand auf. Und keiner ist je hungrig geblieben. Außerdem war alles immer köstlich.

Er ging ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein. Ich blieb sitzen und starrte auf seinen fast vollen Teller. Das Hähnchen war etwas trocken geworden, die Kartoffeln zu weich, die Soße schmeckte seltsam. Aber ich hatte mich doch so angestrengt

Ich räumte ab. Die Reste landeten im Müll wer würde das jetzt noch essen? Die Teller klirrten in meinen Händen, als ich sie in die Spüle stellte.

Petra, machst du noch Tee?, rief Markus aus dem Wohnzimmer.

Ja, antwortete ich, obwohl ich keine Lust mehr hatte.

Während das Wasser kochte, dachte ich an meine Schwiegermutter, Helga. Sie konnte wirklich fantastisch kochen. Ihre Rouladen waren berühmt in der Familie, und ihre Apfelkuchen schmolzen auf der Zunge. Als ich Markus das erste Mal besuchte, hatte sie einen Tisch voller Leckereien gedeckt.

Mein Markus liebt meine selbst gemachten Maultaschen, hatte sie damals gesagt, während sie den Teig ausrollte. Ich mache sie ihm jedes Wochenende, er friert sie ein. Reicht für die ganze Woche.

Ich hatte bewundert, wie flink ihre Hände arbeiteten, wie gleichmäßig die Teigtaschen wurden. Es sah so einfach aus. Doch wenn ich es zu Hause versuchte, wurden es nur unförmige Klumpen, die in der Brühe zerfielen.

Kannst du mir beibringen, wie du kochst?, hatte ich Helga einmal gefragt.

Ach, Kindchen, da gibts nicht viel zu lernen, hatte sie gelacht. Kochen kommt vom Herzen. Wenn du deinen Mann liebst, wirds schon schmecken. Rezepte sind nebensächlich.

Doch Liebe allein reichte nicht. Mein Fleisch wurde zäh oder roh, der Reis klumpig oder wässrig, und der Kuchen ging nie richtig auf.

Der Tee ist fertig, sagte ich und stellte die Tassen auf den Couchtisch.

Danke. Markus nahm seine Tasse, ohne den Blick vom Fernseher zu wenden.

Ich setzte mich neben ihn, aber ich schaute nicht mit. Stattdessen dachte ich daran, was ich morgen kochen sollte. Und dass ich wahrscheinlich wieder hören würde, es sei nicht wie bei Mutti.

Markus, vielleicht könnte ich von deiner Mutter lernen?, schlug ich vor. Sie könnte mir zeigen, wie man ihre Rouladen macht.

Wozu?, fragte er verdutzt. Sie hat genug um die Ohren.

Sie würde doch sicher helfen. Und mir täte es gut.

Mutti ist nicht mehr die Jüngste, sie hat keine Geduld für Anfänger, winkte er ab. Außerdem hat sie einfach Talent. Du Er zuckte mit den Schultern.

Ich schwieg. Etwas Schweres und Stacheliges breitete sich in meiner Brust aus. War ich wirklich so eine untal

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Homy
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