Ich habe meiner Schwägerin verboten, meine Sachen ungefragt zu nehmen – jetzt schützt ein Schloss meinen Kleiderschrank vor dreisten Familienübergriffen!

Ich habe meiner Schwägerin verboten, ungefragt meine Sachen zu nehmen, und ein Schloss an den Schrank gemacht

Warum ist auf meiner neuen Bluse, von der ich noch nicht mal das Etikett abgeschnitten habe, ein Fleck von Make-up? Meine Stimme zitterte vor unterdrücktem Ärger, auch wenn ich versuchte, ruhig zu bleiben.

Birgit, meine Schwägerin, saß gemütlich mit einer Tasse Tee am Küchentisch und blätterte in einer Zeitschrift. Ohne mich anzuschauen, wippte sie träge mit dem Fuß im flauschigen Hausschuh. Sie tat so, als ginge sie das alles nichts an.

Ach, Jan, was regst du dich gleich wieder auf? meinte sie gedehnt und warf mir endlich einen flüchtigen Blick zu. Ich hab sie nur kurz anprobiert, wollte sehen, wie die Farbe mir steht. Ich habe heute Abend ein Date und dachte, vielleicht leihst du sie mir. Das mit dem Make-up war aus Versehen, kannst du ja waschen. Du hast doch so eine tolle Waschmaschine mit Trockner.

Ich stand im Türrahmen und hielt den himmelblauen Seidenstoff in den Händen. Die Bluse hatte fast die Hälfte meines Gehaltsvorschusses gekostet. Ich hatte lange darauf gespart und wollte sie eigentlich nächsten Dienstag bei der Projektpräsentation tragen. Und jetzt war da dieser orangefarbene Fettfleck am Kragen, aus der empfindlichen Seide so gut wie nicht herauszubekommen.

Birgit, ich habe dir nie erlaubt, meine Sachen zu nehmen, sagte ich langsam und betonte jede Silbe. Ich habe dir auch nicht erlaubt, meinen Schrank zu öffnen. Du wohnst nur vorübergehend bei uns, solange bei dir renoviert wird, aber das heißt nicht, dass mein Eigentum jetzt Gemeingut ist.

Ach, du bist aber kleinlich, schnaubte Birgit und biss von ihrem Gebäck ab. Wir sind doch Familie! Johann ist mein Bruder, und du damit mein Schwager. Da kann man doch mal eine Bluse borgen. Ist doch nicht geklaut, gebe sie wieder zurück. Falls sie nicht sauber wird, kaufst du dir eben eine neue, bei deinem Gehalt. Ich steck schließlich jeden Cent in die Renovierung.

In dem Moment kam Johann, mein Mann, in die Küche. Er sah erschöpft aus, offensichtlich gerade erst von der Arbeit nach Hause. Mit Frauenstreitigkeiten hatte er gar nichts im Sinn.

Was ist denn jetzt wieder los? fragte er und blickte von mir zu seiner entspannten Schwester.

Jan macht Theater wegen einer Bluse, beschwerte sich Birgit mit leidender Miene. Ich habe sie nur anprobiert und er reagiert, als hätte ich das Familiensilber mitgehen lassen. Sag mal was, Johann! Man soll doch unter Verwandten teilen.

Ich zeigte Johann wortlos das verdorbene Oberteil. Er betrachtete den Fleck, seufzte schwer und rieb sich die Stirn.

Birgit, jetzt mal ehrlich… Du hättest doch wenigstens fragen können. Jan hat die Bluse extra aufgehoben.

Ich hätte ja gefragt! warf Birgit zurück. Aber Jan war nicht da! Und ich brauchte schnell etwas zum Anziehen, weil alle meine Sachen noch in Kisten liegen.

Du hast drei Koffer Kleidung im Flur stehen, meinte ich trocken. Und ich habe dich gebeten, meine Sachen nicht anzurühren. Das ist nicht das erste Mal. Letzte Woche hast du fast meinen kompletten Parfümflakon leer gemacht und das für einen Einkaufsbummel. Davor hast du meine neuen Stiefel angezogen da ist jetzt ein Kratzer dran.

Jetzt hör aber auf! knallte Birgit demonstrativ ihre Tasse auf den Tisch. Bei euch läuft alles wie bei der Bundeswehr. Bei jedem kleinen Verstoß droht gleich der Strick. Wegen ein bisschen Parfüm! Dafür sind die doch da. Ich wasch die Bluse, beruhig dich.

Bitte nicht, erwiderte ich müde. Sonst ruinierst du den Stoff endgültig. Lass einfach in Zukunft meine Sachen in Ruhe.

Ich ging ins Schlafzimmer und warf die Bluse in den Wäschekorb für die Reinigung. In mir kochte es. Die Lage mit Birgit zog sich jetzt schon zwei Monate hin. Die Renovierung in ihrer Wohnung verzögerte sich ständig; die Handwerker kamen und gingen, wie sie wollten. Anfangs war Birgit zurückhaltend, aber mit der Zeit verschwammen alle Grenzen.

Am Abend konnte ich nicht einschlafen. Ich hörte, wie Birgit in der Küche ihrem Bruder die Ohren volljammerte, wie unmöglich sie angeblich von mir behandelt werde. Johann versuchte zu vermitteln, war aber einfach zu weich, um seiner jüngeren Schwester mal ernsthaft einen Riegel vorzuschieben. Birgit war für ihn immer noch das kleine Mädchen, das beschützt werden musste, auch mit 27 benahm sie sich, als gehöre ihr alles selbstverständlich.

Am nächsten Morgen stand ich extra früh auf. Meine Schmuckschatulle versteckte ich ganz hinten im Regal mit Bettwäsche. Die teure Kosmetik wanderte in meine Aktentasche, die ich auf die Arbeit mitnahm. Es war erniedrigend, meine Sachen im eigenen Zuhause zu verstecken, aber ich wusste keinen anderen Ausweg.

Die nächste Woche verlief einigermaßen ruhig. Birgit schmollte und sprach kaum mit mir was mir nur recht war. Doch am Freitag wartete zuhause schon der nächste Ärger.

Als ich abends heimkam, war das Bad abgeschlossen, darin rauschte Wasser und ich roch den Duft meines teuren Schaumbads, das mir Kollegen geschenkt hatten und das ich eigentlich nur zu besonderen Anlässen verwendete.

Ich klopfte an.

Gerade besetzt! rief Birgit.

Hast du meinen Badeschaum genommen? fragte ich durch die Tür.

Welchen? Ach den! Ich hab nur ein bisschen genommen. War eh noch genug drin.

Ich lehnte den Kopf gegen den kühlen Türrahmen. Es ging gar nicht ums Geld oder den Fleck in der Bluse. Es ging um Respektlosigkeit. Birgit benahm sich, als gehöre ihr alles, und ich sei der griesgrämige Nachbar, der sie am Leben hindert.

Als Birgit später im Bademantel natürlich meinem, weil sie ihren im Zimmer vergessen und es im Flur so kalt fand aus dem Bad kam, sagte ich nichts mehr. Im Mülleimer lag die leere Flasche, die angeblich nur ein bisschen fehlte.

Johann, wir müssen reden, sagte ich später, als wir im Bett lagen.

Ich weiß, was du sagen willst, seufzte Johann und klammerte sich ans Kissen. Birgit ist echt schwer zu ertragen. Aber halte noch zwei Wochen durch. Die Handwerker wollen den Rohbau bald fertig haben, dann zieht sie wieder aus. Ich kann meine Schwester doch nicht auf die Straße setzen, Mutter würde mich umbringen.

Ich verlange nicht, dass du sie rauswirfst. Aber du musst ihr endlich Regeln erklären. Sie nimmt mir alles weg, missachtet mein Privatleben.

Ich spreche morgen mit ihr. Versprochen, murmelte Johann und schlief ein.

Ich wusste, es würde nichts nützen. Birgit würde wie immer nicken, ein unschuldiges Gesicht machen, und dann wieder über meine Sachen herfallen.

Die Eskalation kam am Samstag. Johann und ich waren zu einem runden Geburtstag eingeladen. Ich wollte dafür mein Lieblingskleid anziehen, ein dunkelblaues Samtkleid einfach perfekt. Ich war mir sicher, dass es im Schrank hing, sorgfältig im Kleidersack.

Als ich den Schrank öffnete, war der Sack da, aber leer.

Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken. Ich durchsuchte alles: Kleiderständer, Kommode, sogar den Wäschekorb. Das Kleid war weg.

Birgit war auch nicht zuhause sie hatte angekündigt, mit einer Freundin unterwegs zu sein.

Ich rief sie an. Erst nach langem Klingeln meldete sie sich, laute Musik und Lachen im Hintergrund.

Hallo! Jan, was ist?

Wo ist mein blaues Samtkleid?

Ach das, ähm… Also, ich bin auf Anjas Geburtstag im Club. Ich hatte absolut nichts Passendes zum Anziehen und das Kleid sitzt so perfekt! Ich passe damit echt super rein. Nur kurz geliehen, morgen bring ich’s zurück!

Du bist ohne zu fragen in meinem Kleid im Club? Komm SOFORT zurück und bring es her, wir müssen auch gleich los!

Jetzt übertreib mal nicht! Nimm halt was anderes, du hast doch genug! Ich bleibe, das geht gar nicht, jetzt abzuhauen. Tschüss!

Aufgelegt.

Ich setzte mich auf das Bett und fing an zu weinen. Vor Wut, wegen der Ohnmacht, und weil Birgits Dreistigkeit einfach unglaublich war. Johann kam dazu und erschrak über meinen Zustand.

Was ist denn los? Ist jemand gestorben?

Nein, Johann, nur mein Geduldsfaden. Deine Schwester hat mein Kleid geklaut und ist damit feiern gegangen.

Johann versuchte, Birgit zu erreichen, aber sie hob nicht mehr ab. Zum Geburtstag erschien ich im alten Hosenanzug, völlig mies gelaunt, und stellte mir die ganze Zeit vor, wie mein Kleid in der verrauchten Disco ruiniert wurde.

Am nächsten Morgen kam Birgit nach Hause mit meinem Kleid zusammengeknüllt in der Hand.

Da, zurückgebracht, warf sie es mir zu und marschierte in die Küche. Jetzt mach kein Theater. Ist am Saum ein bisschen gerissen, ist mir jemand draufgetreten. Nähst du halt, du bist doch geschickt.

Der Saum war nicht nur ein bisschen gerissen da hing alles in Fetzen, und der Samt war voller klebriger Flecken, stank nach Rauch und billigem Sekt. Am Kleid war nichts mehr zu retten.

Johann, rief ich meinen Mann.

Er kam, und ich zeigte ihm das Desaster.

Birgit, das musst du ersetzen.

Wie viel denn? Sag bloß wieder 200 Euro? Vielleicht kriegst du sie bei Gelegenheit. Als ob wir Buch führen würden. Echt jetzt.

Das Kleid hat 800 Euro gekostet, sagte ich leise. Aber ums Geld geht es hier nichtmal.

Am Montag nahm ich mir frei. Nachdem Johann und Birgit aus dem Haus waren (sie hatte inzwischen einen Job als Empfangskraft gefunden), bestellte ich einen Tischler.

Ich brauche ein richtiges Schloss an der Schlafzimmertür, sagte ich dem Handwerker, einem älteren Herrn mit Schnurrbart.

Er grinste. Zum Schutz vor Kindern oder vor der Schwiegermutter?

Vor der Schwägerin, sagte ich ehrlich.

Ah, jeder hat so seine Sorgen. Das kriegen wir hin.

Eine Stunde später zierte ein ordentliches, massives Schloss die Schlafzimmertür mit schicker Klinke. Ich verfrachtete all meine Sachen ins Schlafzimmer: Schuhe, Jacken, Taschen, sogar Shampoo und Fön. Das Zimmer war nun eigentlich ein Lager, aber es war sicher.

Als ich fertig war, schloss ich die Tür ab und ließ den Schlüssel in der Hosentasche verschwinden. Einen Ersatzschlüssel deponierte ich im Handschuhfach meines Autos, ebenfalls abgesperrt. Johann bekam keinen ich traute ihm nicht zu, dass er Birgit standhielte.

Am Abend kam Birgit zuerst heim. Ich las gerade ein Buch am Küchentisch und genoss die Ruhe. Ich hörte, wie Birgit hereinkam, Schuhe auszog, zum Bad marschierte und dann zur Schlafzimmertür. Sie rüttelte an der Klinke, aber nichts.

Jan! Die Tür klemmt, sie geht nicht auf!

Sie ist nicht verklemmt, sie ist abgeschlossen, rief ich.

Birgit platzte in die Küche, die Augen groß.

Wie, abgeschlossen? Warum? Ich brauch den Fön!

Alles, was mir gehört, ist ab jetzt hinter Schloss und Riegel.

Du hast echt ein Schloss angebracht!? Gegen mich?!

Genau, weil du “nein” und “Finger weg” nicht verstehst.

Du bist doch nicht ganz dicht! Zimmer abschließen in der eigenen Wohnung! Was ist, wenn ich was brauche? Oder wenn’s brennt?

Dann rufst du die 112. Und sonst kaufst du dir dein eigenes!

Ich ruf gleich Johann an! Der dreht dir was, das ist auch sein Zimmer!

Mach ruhig, blieb ich gelassen.

Eine halbe Stunde später war Johann da. Birgit erwartete ihn tränenreich und wütend.

Johann, sie hält mich für eine Diebin! Jetzt muss ich bald Stempel für die Toilette holen! Wie kannst du mit so einer leben? Sie ist völlig wahnsinnig!

Johann sah auf die verschlossene Schlafzimmertür, dann auf mich.

Jan, du hast wirklich ein Schloss montiert?

Ja. Ich habe keine Lust mehr, meine Sachen beschädigt und benutzt vorzufinden. Schlüssel bleibt bei mir. Wenn du zuhause bist, bleibt die Tür offen. Sonst zu.

Aber das ist doch nicht gerade familiär… murmelte Johann.

Ach, und meine Kleider ohne zu fragen nehmen und ruinieren ist familiär? Parfüm für 400 Euro einfach leer sprühen? Johann, entscheide dich: Entweder das Schloss bleibt, oder ich packe meine Sachen und suche mir etwas Eigenes.

Das Wort Diebin traf Birgit ins Mark.

Aha! Dann behaltet euren Kram! Ihr seht mich hier nie wieder! Ich erzähl das alles Mama! Wie ihr mich behandelt habt!

Sie stürmte in den Flur und packte ihre Jacken und Taschen.

Birgit, es ist doch mitten in der Nacht! rief Johann ihr nach.

Dann schlafe ich halt auf Anjas Sofa! Lieber das, als noch einen Tag mit dieser Hexe hier! Und du bist doch eh schon unter’m Pantoffel!

Mit einem ohrenbetäubenden Knall fiel die Tür ins Schloss, Staub fiel von der Decke es war endlich still in der Wohnung.

Johann ließ sich auf einen Stuhl fallen und vergrub das Gesicht in den Händen.

Mutter macht uns jetzt die Hölle heiß.

Wir überstehen das schon, sagte ich und legte meine Hand auf seine Schulter. Hauptsache, hier im Haus ist jetzt endlich Ordnung. Birgit muss mal lernen, dass sich die Welt eben nicht um sie dreht.

Am nächsten Tag rief Johann kaum abgesetzt das Telefon, Schwiegermutter war dran. Ich hörte im Hintergrund: Wie konntet ihr nur!, Ihr habt das arme Mädchen rausgeworfen!, Jan hat sie sogar beschimpft! Johann versuchte zu erklären das Kleid, die kaputten Sachen aber seine Mutter hörte nur, was sie hören wollte.

Mir war das inzwischen egal. Nach deutschem Recht darf man schließlich mit seinem Eigentum machen, was man will einschließen, sichern, verteidigen. Ich hatte nur meine Nerven und mein Eigentum beschützt.

Birgit kam nicht einmal zurück, um die restlichen Sachen zu holen sie schickte eine Freundin mit dem Auto. Ich übergab die Koffer, nach kurzem Kontrollblick, ob nicht doch etwas von mir drin steckte. Alles war noch da dank Schloss, und in Flur und Küche war eh nichts zu holen.

Ein Monat später zog Birgit endgültig in ihre Wohnung zurück. Das Verhältnis zur Schwiegermutter war ruiniert, wir redeten nur noch zu Geburtstagen miteinander. Aber unser Zuhause war endlich friedlich.

Eines Abends, als wir ins Theater gehen wollten, holte ich mein ehemals zerstörtes Samtkleid aus dem Schrank. Ich hatte es zu einer guten Schneiderin gebracht. Sie hatte den Riss kunstvoll mit Stickerei übernäht, die Flecken waren raus. Es sah beinahe aus wie neu.

Ich drehte mich vor dem Spiegel. Das Schloss an der Schlafzimmertür blitzte im Licht. Johann knotete gerade seine Krawatte und sah mich im Spiegel an.

Weißt du, sagte er, eigentlich hast du völlig Recht. Seit das Schloss dran ist, ist es sogar für mich entspannter. Keiner schnüffelt mehr rum, niemand nimmt mir den Rasierer.

Ich lächelte.

Persönliche Grenzen sind das A und O für ein funktionierendes Zusammenleben, Johann. Gerade mit Familie.

Ich nahm meine Handtasche, schloss routiniert die Schlafzimmertür ab, steckte den Schlüssel in die Tasche und wir gingen. Der Abend wurde wunderbar und kein frecher Verwandter konnte uns mehr den Tag verderben.

Wenn dir diese Geschichte gefallen hat und du auch findest, dass persönliche Sachen privat bleiben sollten, freue ich mich über einen Like und ein Abo. Schreib mir in die Kommentare: Musstest du schon mal dein Eigentum gegen Verwandte verteidigen?

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Homy
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Mein Name ist Johann, ich bin 61 Jahre alt und lebe derzeit nicht in Deutschland. Seit drei Jahren b…