– Hania ist krank, ich muss zur Apotheke gehen. – Sie war doch vor Kurzem erst krank. Belügst du mich etwa?

Mia ist krank, ich muss zur Apotheke gehen. Sie war doch erst kürzlich krank. Lügst du mich an?

Tobias kam erschöpft nach Hause. Vor den Sommerferien bestellten die Kunden unaufhörlich und verlangten Unmögliches von ihm. Die Wohnung war still und leer, während seine Freundin auf ihrem Handy scrollte.

Wo warst du? fragte Leonie.
Auf der Arbeit. So viele Kunden, ich bin fix und fertig

Er ging in die Küche und suchte nach etwas Essbarem. Aber nur Salat und kalorienarme Frikadellen warteten dort auf ihn. Eine schöne Kartoffelsuppe wäre jetzt das Richtige gewesen Leonie achtete sehr auf ihre Figur und kochte daher selten traditionell. Sie hatte auch immer betont, dass sie keine Hausfrau sein will. Tobias setzte sich zum Abendessen, doch genau da kam die Nachricht von seiner Ex-Frau: Die Tochter sei krank und brauche Medikamente. Er ließ alles stehen und begann sich anzuziehen.

Und wohin willst du jetzt? fragte Leonie genervt.
Mia ist krank, ich muss zur Apotheke.
Sie war doch gerade erst krank. Erzählst du mir Märchen?
Kinder in der Kita werden eben oft krank, das kannst du nicht verstehen.

Tobias hatte die ständigen Diskussionen satt. In solchen Momenten war Leonie immer empört und schmollte gern. Schon 15 Minuten später stand er in der Wohnung seiner Ex-Frau. Katharina bot ihm Tee an er sagte nicht nein, denn das Abendessen war ausgefallen. Tobias nahm seine Tochter in den Arm und schaute mit ihr einen Zeichentrickfilm.

Vor einem Jahr waren sie noch eine richtige Familie. Doch dann kam ein Moment der Schwäche, für den er nun teuer zahlte: Er hatte Frau und Kind gegen einen kurzen Rausch eingetauscht, der ihm nun den Kopf zerbrach.

Damals hatte alles so hoffnungsvoll begonnen. Doch häusliche Probleme, Mias Krankheiten und finanzielle Sorgen hatten alles zermürbt. Tobias musste ohne Pause arbeiten und war erschöpft. In dieser Zeit trat Leonie in sein Leben sie verdrehte ihm sofort den Kopf. Er wollte sie vergessen und den Kontakt abbrechen, aber aufmerksame Bekannte informierten seine Ehefrau.

Katharina konnte ihm nicht verzeihen und reichte die Scheidung ein. So verlor er das Wertvollste seine Familie. Immerhin hinderte ihn seine Ex-Frau nicht daran, seine Tochter zu sehen, da ihre Bindung zu eng war. Tobias war jederzeit bereit, zu helfen, wenn er gebraucht wurde.

Während Mia ihre Medizin nahm, betrachtete Tobias seine Ex-Frau. Sie war verändert: schön und voller Lebensfreude. Wahrscheinlich hatte sie inzwischen jemanden gefunden. Nachdem sie Mia ins Bett gebracht hatten, setzten sie sich in die Küche. Katharina machte ihm sein Lieblingsbrot und unvergesslichen Kräutertee. Sie hatte sich alles gemerkt. Tobias vermisste gutes Hausessen und die Geborgenheit, die hier herrschte. In solchen Momenten wurde ihm schmerzlich bewusst, was er verloren hatte. Er konnte sich dafür nicht entschuldigen.

Obwohl es schon nach Mitternacht war, wollte Tobias nicht nach Hause zurück. Leonies endlose Vorhaltungen und spitze Bemerkungen nervten ihn nur. Hier bei Katharina fühlte er sich gelöst wie in einer richtigen Familie.

Er sah Katharina lange an. Am liebsten hätte er sie einfach umarmt. Nicht aus Verlangen, sondern aus Sehnsucht nach ihrer Wärme. Für diese Geborgenheit würde er alles geben. In diesem Moment fühlte er sich wie ein verliebter Junge, unsicher auf dem ersten Treffen.

Er wagte es, Katharina an der Hand zu nehmen. Doch da klingelte sein Handy Leonie.
Es ist schon spät. Ich möchte jetzt schlafen, sagte Katharina ruhig.
Ja Gute Nacht.

Katharina ging duschen, und Tobias blieb sitzen. Als sie zurückkam, war sie überrascht.

Mia ist nochmal aufgewacht, deshalb wollte ich bleiben.
Danke, lächelte Katharina.

Tobias trat an sie heran und sagte:
Ich will bei dir bleiben.
Wozu? Tobias, fang gar nicht erst wieder an. Das Kapitel ist abgeschlossen.
Du redest von alten Vorwürfen. Aber ich liebe dich.
Tobias, ich habe gelernt, mein Leben ohne dich zu gestalten. Geh. Wenn du bleibst, bitte ich dich nie wieder um Hilfe.

Tobias verließ die Wohnung. Zuhause legte er sich ins Wohnzimmer, um Leonie nicht zu wecken. Er spürte längst keine Liebe mehr für sie, alles war vorbei.

Am nächsten Morgen teilte Tobias Leonie seine Entscheidung mit. Sie reagierte wütend und konnte kaum glauben, dass er sie, diese junge, attraktive Frau, verlässt.

Das ist alles wegen ihr. Du hast sie nie vergessen!
Leonie war fort. Jetzt blieb ihm nur, das Eis im Herzen seiner Ex-Frau zu schmelzen.

Im Leben zeigt sich oft erst im Nachhinein, was wirklich zählt. Familie und Geborgenheit sind wichtiger als jeder flüchtige Rausch. Wer einmal die Wärme eines echten Zuhauses verspürt hat, weiß, dass kein Abenteuer diese Lücke füllen kann.

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Homy
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