Er verließ die kluge Ärztin zugunsten einer Verkäuferin aus dem Hinterhof: Warum Jan die fürsorgliche Kardiologin Magda samt gesundem Lebensstil, Diätvorschriften und medizinischer Rundumüberwachung gegen die unkomplizierte, lebenslustige Ladenangestellte Olga mit deftiger Hausmannskost, Zigaretten und Wein eintauschte – und im Freundeskreis für Unverständnis sorgte

Stell dir vor, wie das bei uns in Deutschland so wäre:

Also, der Jan hat damals die Annika kennengelernt. Sie war richtig klug, hatte ihr Medizinstudium in München mit Auszeichnung abgeschlossen und arbeitete als Kardiologin in einer großen Klinik. Jan dachte sich: genau so eine Frau will ich! Sie sah vielleicht nicht wie ein Model aus und trug jetzt auch keine besonders ausgefallene Kleidung, ein bisschen spießig vielleicht. Aber er fand, das passt schon eine Frau als Ärztin, das hat was Solides. Warum nicht?

Zu Hause fing das dann gleich mit dem Gesundheitsprogramm an: Morgens musste Jan Haferschleim essen (also Haferbrei, aber Annika nannte das halt Haferschleim!). Dann gabs einen gesunden Apfelsnack, mittags und abends nur Fisch oder mageres Fleisch mit Gemüse, und bloß nicht zu spät essen nach 20 Uhr wurde höchstens noch ein Glas Buttermilch serviert. Annika meinte immer, das ist der Schlüssel zu einem langen Leben. Na klar, sie war ja Ärztin was sollte Jan da groß widersprechen?

Jeden Tag wollte sie wissen, wie er sich fühlt. Hatte er Kopfweh? War ihm schwindelig? Und wenn mal Jan einen roten Fleck auf der Wange hatte, stand Annika schon mit Fieberthermometer und Arztkoffer da und wollte Allergien ausschließen. Immer nach dem Motto: Früherkennung ist alles! und dann: Lieber einmal mehr kontrollieren, Jan!

Am Anfang war Jan richtig stolz auf seine fürsorgliche Frau. Aber nach ein paar Monaten merkte er, dass es langsam zu viel wurde. Meinte sie, weil sie den ganzen Tag mit Patienten zu tun hatte, müsste sie jetzt auch zu Hause ständig den Doktor spielen?

Dann dachten sie, jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für ein Kind. Ab da gings richtig los: Sie schleppte Jan zu Untersuchungen, ließ alle Blutwerte checken und sogar ein genetisches Gutachten machen. Zu Hause kam dann noch der Haus-urologe vorbei (ein Freund von Annika), der Jan dann untersuchte da konntest du gar nicht anders, als dich kontrollieren zu lassen, ob du wolltest oder nicht. Morgens das erste, was sie fragte: Und, wie war dein Morgenurin? Und der Stuhlgang war der normal?

In der ganzen Kinderplanungsphase durfte Jan weder Bier noch Zigaretten anrühren Wir brauchen Top-Sperma, Jan, hat sie immer gesagt. Und wenn er mal rülpsen musste, sollte er gefälligst ins Bad gehen, damit Annika das bloß nicht hören musste. Sonst lag er wieder zum Bauchabtasten auf dem Sofa, schwöre dir. Und Annika war zu sich selbst noch strenger: Täglich Blut abnehmen, Temperatur messen, Eisprung-Apps vergleichen alles, um bloß kein Signal zu verpassen. Irgendwann reichte es Jan und er reichte die Scheidung ein.

Alle im Freundeskreis fragten sich: Wie kann der so eine intelligente Frau verlassen? Kardiologin, promoviert, alles, was man sich wünscht. Und dann? Trifft er sich mit so einer Lara, die an der Bäckertheke am Markt arbeitet. Unfassbar!

Aber weißt du was? Mit Lara war alles lockerer. Sie kochte einen zünftigen Eintopf, hat Jan ab und zu zum Angeln gehen lassen, rauchte ihre selbstgedrehten Zigaretten, trank gerne mal ein Glas Riesling. Und vor allem: Sie hat Jan nie mit Fragen gelöchert, sondern ihn einfach so akzeptiert, wie er war. Halt ein echter Jan.

Rate article
Homy
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

Er verließ die kluge Ärztin zugunsten einer Verkäuferin aus dem Hinterhof: Warum Jan die fürsorgliche Kardiologin Magda samt gesundem Lebensstil, Diätvorschriften und medizinischer Rundumüberwachung gegen die unkomplizierte, lebenslustige Ladenangestellte Olga mit deftiger Hausmannskost, Zigaretten und Wein eintauschte – und im Freundeskreis für Unverständnis sorgte
Was für eine verrückte Idee, Mama? Eine Geschichte von einem adoptierten Hund.