Hallo. Mein Name ist Adam. Ich glaube, ich bin dein Sohn. Vor kurzem wurde sie 18. Auf der Arbeit hieß es, sie sei nicht geeignet, und sie wurde kurzerhand entlassen. An diesem Tag kam sie früher als sonst nach Hause und erwischte ihren jungen Mann im Bett mit einer fremden Frau. Sie ging zu ihrer Mutter. Am Abend signalisierte diese ihr, dass sie eigentlich nicht gewollt sei, weil ihr Lebenspartner das Leben ohne Kinder genießen möchte. Am nächsten Morgen zeigte der Schwangerschaftstest zwei klare Streifen – kein Zweifel mehr. Die neun Monate vergingen wie im Nebel. Sie musste bei Freunden oder auf Bahnhöfen übernachten. Jeden Job nahm sie an, der sich bot. Am härtesten war der Winter. Manchmal wurde sie sogar gezwungen, vor einer Kirche zu betteln. Das Kind kam in der Nacht zum 13. Dezember zur Welt. Ein wundervoller Junge. So zerbrechlich, schlafend, voller Glücksausstrahlung. Sie schrieb einen Zettel: „Mein Sohn, ich liebe dich und wünsche dir eine liebevolle Familie!“ Sie legte ihn neben das Kinderbett und flüchtete. In Berlin bereitete sich alles auf Silvester vor: Lichterketten und Schneeflocken schmückten Schaufenster und Wohnungsfenster. Überall klangen Glöckchen. Julia stieg aus dem Auto, das per Fernbedienung piepste. Der rote elegante Wagen stand einsam und majestätisch auf dem leeren Parkplatz. Wie immer war sie die Erste. Der Sicherheitsmann öffnete ihr rasch die Tür. Julia nickte höflich, ihre Absätze klackerten durch den leeren Gang. Im Büro setzte sie sich an den Computer, nahm ihre Unterlagen heraus und blätterte mechanisch den Schreibtischkalender um. Dreizehnter. Noch vor ein paar Jahren hätte sie vielleicht geweint, nun ballte sie nur die Faust. – Julia, Ihr Kaffee – wie gewünscht! – Die Sekretärin kam herein. – Sie haben einen Besucher, ohne Termin, aber er sagte, es sei sehr wichtig. Julia sah ihr Spiegelbild, strich sich übers Haar und forderte mich auf, einzutreten. Ein junger Mann, etwa zwanzig Jahre alt, betrat das Büro. Er zögerte kurz, betrachtete die Frau aufmerksam, trat dann schüchtern näher und blieb stehen. – Guten Tag, – sagte Julia als Erste. – Wie kann ich Ihnen helfen? – Guten Tag, Julia. Ich bin… mein Name ist Adam. Ich glaube, ich könnte Ihr Sohn sein. Julia hielt den Atem an. Als er dachte, sie sei nicht erfreut, sagte er leise: – Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich wurde am 13. Dezember geboren, meine Eltern erzählten mir, dass meine leibliche Mutter achtzehn war und Julia hieß. Und… sie haben es aufbewahrt. Er griff nervös in die Tasche. Einen Moment später hielt sie den alten Zettel in Händen, den sie damals für ihren Sohn geschrieben hatte. Die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Kein Tag war vergangen, an dem Julia in all den Jahren nicht an ihren kleinen Sohn gedacht hätte. Sie hatte sich oft vorgestellt, wie er aufwächst. Durch den Tränenschleier blickte sie auf den erwachsenen, gutaussehenden Jungen – aber sie sah ihn noch immer als das Kind, von dem sie sich vor neunzehn Jahren verabschieden musste. Julia sah ihm tief in die Augen, erkannte ihre Züge wieder – und wusste, dass er es war. Endlich spürte Julia jenes einzigartige Glück, das sie einst verloren hatte.

Guten Tag. Mein Name ist Lukas. Ich glaube, ich bin Ihr Sohn.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie ihren 18. Geburtstag gefeiert. Bei der Arbeit teilte man ihr mit, dass sie den Anforderungen nicht genüge, und schickte sie ohne Zögern weg. An diesem Tag kam sie früher als sonst nach Hause und erwischte ihren jungen Freund im Bett mit einem Mädchen, das sie nicht kannte.

Sie ging zu ihrer Mutter. Am Abend ließ die Mutter sie spüren, dass sie eigentlich nicht wollte, dass sie bleibt, weil ihr Lebensgefährte das Leben ohne Kinder genießen wollte.

Am nächsten Morgen zeigte der Schwangerschaftstest zwei deutliche Streifen kein Zweifel mehr.

Die gesamten neun Monate vergingen wie in einem nebligen Traum. Sie musste bei verschiedenen Bekannten übernachten oder an kalten Bahnsteigen. Sie nahm jede Arbeit an, die sie finden konnte. Am härtesten aber war der Winter. Einmal musste sie sogar vor der Kirche um etwas Geld bitten.

Das Kind wurde in der Nacht zum 13. Dezember geboren. Es war ein wunderschöner Junge. So zart, verschlafen, und voller Glück. Sie schrieb einen Zettel: Mein Sohn, ich liebe dich und wünsche dir, dass du eine fürsorgliche Familie findest! Diesen legte sie neben das Körbchen, in dem der Kleine schlief, und floh.

In Berlin bereitete sich die ganze Stadt auf das neue Jahr vor: Lichterketten und Schneeflocken schmückten Schaufenster und Wohnungen. Überall hörte man Glockenklänge. Clara stieg aus ihrem Auto, das mit einem sanften Ton aufgeschlossen wurde. Der rote, elegante Wagen parkte allein und würdevoll auf dem leeren Parkplatz. Sie war wie so oft die Erste im Büro.

Der Pförtner öffnete ihr hastig die Tür. Clara nickte ihm freundlich zu, ihre Absätze hallten auf dem langen Flur wider, dann betrat sie ihr Büro, setzte sich an den Computer, holte ihre Unterlagen hervor und blätterte gedankenverloren den Schreibtischkalender um. Der Dreizehnte. Früher hätte sie vielleicht geweint, nun ballte sie einfach nur die Fäuste.

Clara, Ihr Kaffee, wie gewünscht! Die Sekretärin kam herein.
Sie haben Besuch. Ohne Termin, aber er besteht auf ein Gespräch. Er meinte, es wäre sehr wichtig.

Clara warf noch einen prüfenden Blick in den Spiegel, richtete ihr Haar und bat mich herein.

Ein junger Mann, etwa zwanzig Jahre alt, trat ins Büro. Er zögerte kurz am Eingang, sah die Frau genau an, kam vorsichtig näher und blieb stehen.

Guten Tag, begann Clara. Womit kann ich Ihnen helfen?
Guten Tag, Clara. Ich heiße Mein Name ist Lukas. Ich glaube, ich könnte Ihr Sohn sein.

Clara stockte der Atem. Da er spürte, dass sie vielleicht nicht begeistert war, fügte ich schnell hinzu:
Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich wurde am 13. Dezember geboren. Meine Adoptiveltern haben mir gesagt, meine leibliche Mutter war achtzehn und hieß Clara. Und … das hier das haben sie aufbewahrt.

Nervös griff ich in meine Jacke. Im nächsten Moment sah sie einen alten, zerknitterten Zettel, handschriftlich von ihr für ihren Sohn geschrieben. Ihre Augen füllten sich mit Tränen. In all den Jahren gab es keinen Tag, an dem Clara nicht an ihren kleinen Sohn gedacht hätte. Oft stellte sie sich vor, wie er größer wurde.

Durch den Schleier ihrer Tränen versuchte sie, in das Gesicht des erwachsen gewordenen, gut aussehenden Jungen zu blicken. Doch sie sah immer noch das Baby, von dem sie sich vor neunzehn Jahren verabschieden musste. Clara betrachtete seine Augen, suchte nach vertrauten Zügen und sie erkannte ihn. Endlich erlebte sie wieder dieses ganz besondere, fast verloren geglaubte Gefühl von Glück.

Ich habe gelernt, dass das Leben manchmal Wege geht, die unvorhersehbar sind doch die Hoffnung und Liebe einer Mutter verlieren nie ihre Kraft.

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Homy
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Hallo. Mein Name ist Adam. Ich glaube, ich bin dein Sohn. Vor kurzem wurde sie 18. Auf der Arbeit hieß es, sie sei nicht geeignet, und sie wurde kurzerhand entlassen. An diesem Tag kam sie früher als sonst nach Hause und erwischte ihren jungen Mann im Bett mit einer fremden Frau. Sie ging zu ihrer Mutter. Am Abend signalisierte diese ihr, dass sie eigentlich nicht gewollt sei, weil ihr Lebenspartner das Leben ohne Kinder genießen möchte. Am nächsten Morgen zeigte der Schwangerschaftstest zwei klare Streifen – kein Zweifel mehr. Die neun Monate vergingen wie im Nebel. Sie musste bei Freunden oder auf Bahnhöfen übernachten. Jeden Job nahm sie an, der sich bot. Am härtesten war der Winter. Manchmal wurde sie sogar gezwungen, vor einer Kirche zu betteln. Das Kind kam in der Nacht zum 13. Dezember zur Welt. Ein wundervoller Junge. So zerbrechlich, schlafend, voller Glücksausstrahlung. Sie schrieb einen Zettel: „Mein Sohn, ich liebe dich und wünsche dir eine liebevolle Familie!“ Sie legte ihn neben das Kinderbett und flüchtete. In Berlin bereitete sich alles auf Silvester vor: Lichterketten und Schneeflocken schmückten Schaufenster und Wohnungsfenster. Überall klangen Glöckchen. Julia stieg aus dem Auto, das per Fernbedienung piepste. Der rote elegante Wagen stand einsam und majestätisch auf dem leeren Parkplatz. Wie immer war sie die Erste. Der Sicherheitsmann öffnete ihr rasch die Tür. Julia nickte höflich, ihre Absätze klackerten durch den leeren Gang. Im Büro setzte sie sich an den Computer, nahm ihre Unterlagen heraus und blätterte mechanisch den Schreibtischkalender um. Dreizehnter. Noch vor ein paar Jahren hätte sie vielleicht geweint, nun ballte sie nur die Faust. – Julia, Ihr Kaffee – wie gewünscht! – Die Sekretärin kam herein. – Sie haben einen Besucher, ohne Termin, aber er sagte, es sei sehr wichtig. Julia sah ihr Spiegelbild, strich sich übers Haar und forderte mich auf, einzutreten. Ein junger Mann, etwa zwanzig Jahre alt, betrat das Büro. Er zögerte kurz, betrachtete die Frau aufmerksam, trat dann schüchtern näher und blieb stehen. – Guten Tag, – sagte Julia als Erste. – Wie kann ich Ihnen helfen? – Guten Tag, Julia. Ich bin… mein Name ist Adam. Ich glaube, ich könnte Ihr Sohn sein. Julia hielt den Atem an. Als er dachte, sie sei nicht erfreut, sagte er leise: – Ich bin mir nicht ganz sicher. Ich wurde am 13. Dezember geboren, meine Eltern erzählten mir, dass meine leibliche Mutter achtzehn war und Julia hieß. Und… sie haben es aufbewahrt. Er griff nervös in die Tasche. Einen Moment später hielt sie den alten Zettel in Händen, den sie damals für ihren Sohn geschrieben hatte. Die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Kein Tag war vergangen, an dem Julia in all den Jahren nicht an ihren kleinen Sohn gedacht hätte. Sie hatte sich oft vorgestellt, wie er aufwächst. Durch den Tränenschleier blickte sie auf den erwachsenen, gutaussehenden Jungen – aber sie sah ihn noch immer als das Kind, von dem sie sich vor neunzehn Jahren verabschieden musste. Julia sah ihm tief in die Augen, erkannte ihre Züge wieder – und wusste, dass er es war. Endlich spürte Julia jenes einzigartige Glück, das sie einst verloren hatte.
„Gib mir deine Reste“ — Aber als ich ihm in die Augen sah, änderte sich alles…