Wieder sie? Sabine blieb mit der Salatschüssel in der Hand stehen und starrte auf ihren Mann, der nervös einen Anruf wegdrückte und das Handy mit dem Display nach unten auf den Esstisch legte.
Wer ist sie? Sabine, fang jetzt nicht schon wieder damit an, stöhnte Matthias, als hätte er plötzlich Zahnschmerzen bekommen. Er griff nach einer Mandarine, pellte sie langsam vermied es aber, Sabine in die Augen zu schauen. Das war die Arbeit. Jahresabschluss, Server hängt, der ITler dreht durch. Du weißt doch, wie das immer ist zum Jahresende, da brennt überall der Baum.
Sabine stellte die Schüssel mit Kartoffelsalat langsam an den Rand des Tisches. Das Kristallglas klirrte leise. Im Wohnzimmer duftete es nach Tannenzweigen, Brathähnchen mit Knoblauch und dem teuren Parfum, das sie extra für den Abend aufgetragen hatte. Aus dem Fernseher plärrte fröhliches Programm: ein Rückblick des Jahres, strahlende Promigesichter doch die festliche Stimmung, die Sabine stundenlang aufgebaut hatte, schwand binnen Sekunden wie die Kohlensäure aus einer geöffneten Flasche Sekt.
Matthias, es ist zehn Uhr abends. Silvester. Welcher ITler? Welcher Server? Auf deinem Handy stand Heike. Ich habs gesehen. Glaub mal nicht, dass meine Augen schlechter werden, eher im Gegenteil.
Ihr Mann seufzte tief, ließ die halbgeschälte Mandarine liegen und sah ihr endlich in die Augen. In seinem Blick lagen Genervtheit und Schuld, diese anstrengende Mischung, die er ihr die letzten Monate regelmäßig servierte.
Na gut, dann eben Heike. Und? Menschen haben manchmal eben Probleme. Wir waren zwölf Jahre verheiratet, wir haben zusammen einen Sohn, auch wenn er längst erwachsen ist. Ich kann sie doch nicht einfach ignorieren, wenn sie Hilfe braucht.
Sie hat einen Sohn, der helfen kann. Der ist dreiundzwanzig, der steht mitten im Leben, konterte Sabine, wobei sich in ihr eine eisige Wut breit machte. Und du hast eine Ehefrau. Eine aktuelle, wohlgemerkt. Und wir hatten ausgemacht, dieses Silvester verbringen wir nur zu zweit. Ohne Schwiegermutter, ohne meine Freundinnen, und ganz sicher ohne Heike.
Sabine, bitte, sei doch nicht so hartherzig, Matthias sprang auf und lief im Zimmer umher. Bei ihr ist das Rohr im Bad geplatzt. Da sprudelt das heiße Wasser raus, der Hahn lässt sich nicht zudrehen. Notdienst kommt nicht, ist doch Silvester da sind alle schon besoffen. Sie setzt die ganze Wohnung unter Wasser, ihre Nachbarn haben grad teuer renoviert. Was soll ich machen, warten bis sie die Rechnung bekommt und dann von mir Geld fordert, weil sie zu wenig verdient?
Sabine schwieg, starrte ihren Mann an. Die Rohrgeschichte hätte sie glatt geglaubt, wäre sie nicht die fünfte in diesem Monat gewesen. Mal ging bei Heike das Auto mitten auf der Landstraße kaputt (und Matthias fuhr nachts mit einem Reservekanister raus), dann musste plötzlich schnell eine Gardinenstange angebracht werden, weil ihr schwindlig war, dann wieder hatte sie angeblich Herzprobleme, und Matthias brachte Medikamente, weil der Notarzt ewig brauchte.
Heike, seine Ex, wusste, wie sie Katastrophen heraufbeschwört und exzellent an Matthias weiterreicht. Und als Matthias und Sabine vor drei Jahren geheiratet hatten, war für Heike das Kapitel angeblich abgeschlossen bis Matthias befördert wurde und ein neues Auto bekam. Seitdem war das Drama nicht mehr enden wollend.
Matthias, Sabine sprach ruhig und leise. Wenn du jetzt gehst, brauchst du nicht mehr zurückkommen.
Jetzt fang nicht an! fauchte er. Ich trinke doch da nicht! Ich dreh nur schnell das Wasser ab, vielleicht noch eine Schelle ans Rohr das dauert höchstens vierzig Minuten. In spätestens einer Stunde bin ich wieder da. Wir haben noch nicht mal Sekt geöffnet bis dahin, ich wasch mir die Hände und setz mich zu dir. Versuch das bitte zu verstehen.
Er suchte schon hektisch nach der Jeans, die er vor einer halben Stunde gegen die Jogginghose getauscht hatte.
Sie hat einen Sohn, wiederholte Sabine ruhig. Soll doch Florian fahren und ihr helfen.
Florian ist in den Alpen auf Skitour, kein Empfang! rief Matthias schon aus dem Flur, streifte sich den Pullover über. Sabine, jetzt sei bitte vernünftig. Es ist ein Notfall, ich mach’s echt kurz. Willst du Videotelefonie, damit ich dir das kaputte Rohr zeig?
Er kam an, drückte ihr flüchtig einen Kuss auf die Wange Pflicht, nicht aus Liebe. Er roch nach Duschgel und der Hoffnung auf ein besseres Leben, die Sabine die letzten Jahre festgehalten hatte. Sie blieb reglos stehen wie ein Eisklotz mitten im festlich geschmückten Wohnzimmer.
Ich hab doch gesagt: Komm dann nicht zurück, sie sah dabei an die Wand, nicht zu ihm.
Oh nee, stell jetzt kein Theater auf! erwiderte Matthias, schloss seine Jacke im Flur. Nicht zurückkommen, nicht zurückkommen… Ich komm eh in einer Stunde wieder, dann lachen wir wieder über deinen Verdacht, okay? Und die Salate isst du bitte nicht allein!
Die Haustür knallte, der Schlüssel drehte sich im Schloss. Stille nur der laute Moderator aus dem Fernseher rief gerade: Und jetzt: der Song des Jahres!
Sabine blieb noch eine Minute stehen. Dann ging sie langsam ans Fenster. Die Wohnung im dritten Stock bot perfekte Sicht aufs Karree. Sie sah, wie Matthias fast auf dem Glatteis ausrutschte, den Schnee flüchtig vom Auto kratzte und mit röhrendem Motor losfuhr, als ob er ausbrechen würde.
Er fuhr nicht wie jemand, der zu einer überfluteten Wohnung fährt. Sondern wie jemand, der endlich ausbrechen durfte.
Sabine ging zurück an den Tisch. Heringssalat, Schnittchen mit Kaviar, Nürnberger Würstchen, ein Sülzchen, das sie sechs Stunden gekocht hatte so glasklar, als weine es. Im Ofen duftete die Ente mit Äpfeln. Zwei Tage hatte sie für alles gebraucht. Für Matthias lag ein teurer Angelstock, von dem er so oft geträumt hatte, hübsch verpackt unter dem Baum.
Sie setzte sich und schaute auf das Handy ihres Mannes… das er in der Eile vergessen hatte.
Ihr Herz machte einen Sprung. Matthias verließ wegen der Rohre sogar das Haus, ohne das wichtigste Teil sein Handy. Das hatte er nie aus der Hand gelegt, nicht mal auf dem Klo. Die Panik seiner Ex schien ihm so den Kopf verdreht zu haben.
Plötzlich leuchtete das Display des Telefons auf. Eine Nachricht. Absender in Großbuchstaben: Heike.
Sabine wusste den Code. Immer gewesen: Florians Geburtsjahr. Sie hatte vorher nie in sein Handy geschaut zu stolz , aber heute war anders. Heute ging ihre Welt unter, und sie hatte das Recht, zu wissen, warum.
Sie tippte vier Zahlen, öffnete den Messenger.
Die letzte Nachricht von Heike, gerade eben eingetroffen:
*Schatz, bist du schon unterwegs? Die Gäste trudeln ein, Florian mit Freundin ist auch da, und alle warten auf dich. Hab deinen Lieblings-Napoleon gebacken. Und der Sekt ist kaltgestellt!*
Sabine las zweimal. Florian mit Freundin ist da der, der angeblich in den Bergen ohne Empfang war. Gäste kommen. Napoleon.
Sie scrollte nach oben, keine Rede vom Wasserrohr, kein Wort von Überschwemmung. Dafür viele Nachrichten für heute:
*14:30. Heike: Schaffst du es wirklich rauszuhuschen? Denk dir was Glaubwürdiges aus, sag, ich hab Kreislaufprobleme.*
*14:35. Matthias: Mir fällt was ein. Sabine ist schon am Vorbereiten, fühlt sich mies an. Aber ich will zu dir. Mit ihr wirds wieder total öde.*
*15:00. Heike: Stell dich nicht so an. Silvester ist ein Familienfest. Wir sind deine Familie. Sie ist nur Anhängsel.*
Sabine legte das Handy auf den Tisch. Keine zitternden Hände. Im Gegenteil sie fühlte eine seltsame, klare Stille in sich. Als würde sie durch Nebel gehen und dann auf einer sonnigen Lichtung stehen. Alles ergab plötzlich Sinn.
Anhängsel.
Also so war das.
Die Wohnung, in der sie wohnten, gehörte Sabine. Geerbt von ihren Eltern. Matthias kam zu ihr mit nichts als einem Koffer und einem alten Ford-Finanzierungsvertrag, den sie dann gemeinsam bezahlten. Drei Jahre wohnte er bei ihr, keinen Cent ins Bad gesteckt, aber immer schön der Ex geholfen, weil es dort angeblich so schwer war.
Sabine schaute auf die Uhr: 22:45. Noch etwas über eine Stunde bis Mitternacht.
Sie stand auf, ging ins Schlafzimmer, holte den großen Koffer der, mit dem sie auf Hochzeitsreise nach Mallorca geflogen waren. Sie öffnete ihn auf dem Bett.
Jetzt musste es schnell und ordentlich gehen. Erst schleuderte sie die Hemden hinein nicht sorgfältig zusammengelegt, sondern direkt mit den Bügeln vom Schrank. Jeans, Pullover, T-Shirts hinterher. Unterwäsche und Socken landeten als Haufen obendrauf.
Der Koffer war sofort voll. Sabine drückte den Deckel zu, saß sich darauf, schloss ihn ab.
Zu wenig Platz für all sein Zeug.
Sie holte aus dem Keller riesige Müllsäcke. In einen flog das ganze Schuhwerk vom Flur: Winterstiefel, Sneakers, Hausschuhe. Der nächste Sack bekam Jacken, Mützen, Schals. Im dritten landeten Rasierer, Zahnbürste, Deos, das halbvolle Antischuppenshampoo.
Sie arbeitete wie ein Uhrwerk. Keine Gefühle, nur das Ziel: Bis Mitternacht musste die Wohnung sauber sein von ihm.
Ihr Blick fiel auf die Geschenkbox unter dem Baum. Sabine riss das Papier auf, der teure Carbon-Angelstock funkelte. Sie versenkte ihn mitsamt der Köderbox im Sack mit den Jacken.
23:15.
Sie stellte Koffer und drei riesige Säcke in den Flur, zog sich an, schob alles auf den Hausflur raus.
Sie hatten vor der Wohnungstür eine kleine Nische für beide Wohnungen, aber Sabine war heute nicht zu Kompromissen aufgelegt. Sie bugsierte alles bis zum Aufzug, stapelte die Sachen ordentlich. Oben drauf wie die Kirsche auf dem Sahneteil legte sie sein vergessenes Handy.
Dann noch schnell zurück, Zettel und dicken Filzstift geschnappt und geschrieben: FROHES NEUES JAHR! VIEL GLÜCK IN DER FAMILIE! Den Zettel klebte sie mit Tesafilm auf den Koffer.
Nach Hause. Tür zu. Unten abgeschlossen. Oben abgeschlossen. Und diesmal den Riegel zu den, den man nur von innen öffnen kann.
23:30.
Sabine ging in die Küche, schaltete den Ofen aus. Die Ente war perfekt, der Duft unfassbar gut. Sie nahm sich ein Stück das beste, Keule mit Äpfeln , schenkte sich ein Glas eisgekühlten Sekt ein.
In der Wohnung war es still und das Atmen jetzt leicht. Keine Anspannung mehr in der Luft. Niemand, der bedient werden will, keine Vorwürfe, keine Entschuldigungen, keine schiefen Blicke.
Sie setzte sich, schaltete die Lichterkette auf sanften Farbwechsel.
Im TV fing der Präsident gerade mit seiner Ansprache an. Sabine hörte zu, betrachtete die Bläschen im Sektglas.
Dieses Jahr war nicht einfach…, klang die Stimme aus dem Fernseher.
Stimmt, sagte Sabine leise. Aber das nächste wird super.
Die Glockenschläge.
Eins. Zwei. Drei…
Sabine wünschte sich: Nie wieder jemandem erlauben, über sie hinwegzulaufen.
Zwölf! Hymne. Draußen explodierten die Raketen, Farben flackerten am Himmel.
Sabine trank Sekt und biss genüsslich in die Entenkeule. Herrlich. So gut hatte sie lange nicht gegessen.
Eine halbe Stunde später. Sabine trank Tee, genoss ein Stück von ihrem Lieblingskuchen, als es an der Tür klingelte.
Erst ein entschlossener, kurzer Klingelton. Matthias wie versprochen, ganz schnell wieder da. Offenbar gabs bei Heike ein Missgeschick, oder er erinnerte sich an das vergessene Handy, oder dachte einfach, eine Stunde reiche zur Schadensbegrenzung.
Sabine blieb sitzen, schlug entspannt eine Buchseite um und las weiter.
Das Klingeln wurde drängender, länger.
Dann hörte sie das Rasseln eines Schlüssels im Schloss. Einmal gedreht, zweimal. Es hakte. Matthias fing an zu hantieren, probierte einen anderen Schlüssel.
Sabine! rief er durch die Tür, dumpf durch Metall und Polster. Sabine, was ist los? Ich bin da! Riegel ist vorgeschoben!
Sabine blätterte im Buch um.
Sabine! Schläfst du schon? sein Ton wurde nervös. Mach auf, ich hab das Handy vergessen, musst dir vorstellen! Musste zurückkommen, hab kaum geholfen, grad das Wasser abgestellt und bin gleich los!
Die Lügen flossen nur so aus ihm, Sabine grinste. Ein Talent, dieses Geschichtenerzählen.
Sie nahm ihr eigenes Handy, wählte Matthias Nummer (seins lag draußen bei den Sachen, hatte er wohl noch nicht gesehen, Flurlicht war ja auch wieder mal kaputt). Fing eine Nachricht an, schickte aber nichts. Sie hörte nur zu.
Sabine, das ist nicht witzig! Mach auf, ich erfrier hier!
Ein Schlag gegen die Tür, dann noch einer.
Bist du sauer? Sei nicht so. Ich bin wieder da! Wir können immer noch zusammen feiern!
Plötzlich Stille. Entweder hatte Matthias endlich das Handy gesehen oder Nachbarn machten Licht.
Zehn Sekunden Pause.
Was… was ist das? der Ton weich, erschrocken, verwirrt. Das… das sind meine Sachen? Sabine?!
Wieder lautes Klopfen, jetzt mit Füßen.
Bist du irre?! Was soll das? Mach auf! Das ist auch meine Wohnung, ich bin hier gemeldet!
Sabine stand auf, stellte sich an die Tür und sprach ruhig und laut:
Du bist hier nicht gemeldet, Matthias. Deine Meldeadresse war nur für drei Jahre die ist seit drei Tagen abgelaufen. Haben wir zusammen vergessen, oder?
Sabine, bitte, mach auf! Lass uns reden! Nur weil ich der Ex helfen wollte…
Ich hab die Nachrichten gelesen, Matthias. Das Handy liegt auf dem Koffer. Lies, was du deiner Familie über das Anhängsel schreibst.
Hinter der Tür war es totenstill. Man hörte nur seinen schweren, angedeuteten Atem.
Du… du hast gelesen?
Passwort ist Florians Geburtsjahr. Du bist nicht nur durchschaubar, sondern auch dumm, Matthias.
Sabine, das waren nur Worte! Ich hab versucht sie zu beruhigen! Die ist einfach hysterisch, das weißt du doch! Ich liebe dich!
Geh, Matthias. Zu deiner Familie. Da gibts Napoleonkuchen, Florian und Freundin sind da. Du wolltest feiern. Dann feier jetzt auch! Ich will jetzt schlafen.
Wo soll ich hin?! Es ist ein Uhr nachts! Bei ihr hab ich schon Sekt getrunken, ich kann nicht mehr fahren. Taxi gibts zu solchen Preisen nicht!
Nicht mein Problem. Du hast deine Familie. Florian kann dich abholen. Oder Heike kommt und rettet dich.
Ich trete die Tür ein!
Versuchs. Die Polizei freut sich. Mein Bruder ist heute auf Nachtschicht er wird dich gerne abholen. Du weißt ja, wie sehr er dich liebt.
Das wusste Matthias. Sabines Bruder, Hauptkommissar bei der Polizei, hatte schon immer gesagt, dass der Schnorrer mal rausfliegt.
Miststück! schrie Matthias. Du bist das größte Miststück! Drei Jahre hab ich an dich verschwendet!
Hol deine Sachen und verschwinde. Sonst schmeiß ich den Rest in die Tonne.
Sie hörte, wie er gegen den Koffer trat. Gepolter, wohl umgekippt. Das Rascheln der Säcke, wüstes Fluchen.
Das wirst du bereuen! rief er noch. Du kommst schon wieder angekrochen! Wer will dich mit fünfundvierzig noch haben!
Frohes Neues, Matthias, sagte Sabine, drehte sich um und ging ins Schlafzimmer.
Sie hörte den Fahrstuhl summen. Schritte verloren sich.
Sabine kroch unter die Daunendecke. Sie hätte geweint, dachte sie. Aber da war keine Trauer eher das Gefühl, nach Jahren endlich einmal richtig durchgelüftet zu haben. Endlich einen alten, stinkenden Müllsack entsorgt zu haben, der die Luft jahrelang vergiftete.
Sie schlief sofort tief und friedlich ein, begleitet von fernen Silvesterböllern.
Am nächsten Morgen riss sie ihr Handy aus dem Schlaf. Die Schwiegermutter war dran.
Sabine! Was hast du gemacht? keifte sie ohne Begrüßung. Matthias rief an, sagt, du hast ihn rausgeworfen mitten in der Nacht! Jetzt schläft er bei Heike in der Küche! Wie kannst du nur?
Guten Morgen, Frau Riedel, antwortete Sabine ruhig, rekelt sich im Bett. Frohes neues Jahr.
Was für ein Jahr?! Du hast alles zerstört! Wegen deiner Eifersucht! Er wollte doch nur helfen!
Frau Riedel, Sabine unterbrach sie, Ihr Sohn hat mich mit seiner Ex betrogen. Er hat mich Anhängsel genannt. Er hat mich belogen und hintergangen. Jetzt ist er wieder, wo er hingehört. Familie vereint, freut euch.
Was? Die Schwiegermutter verschluckte sich fast. Was für Nachrichten?
Ich sende Ihnen gleich die Screenshots per WhatsApp. Lesen Sie nach, was Matthias über Sie schreibt. Da war auch was von alte, nörgelnde Schachtel, die alles besser weiß.
Stille in der Leitung. Sabine beendete das Gespräch, blockierte die Nummer. Wählte die krassesten Nachrichten der letzten Nacht, schickte die Bilder.
Kurz darauf rief Matthias über Heikes Handy an. Sie blockte auch das ab und schaltete ihr Handy ganz aus.
Sie hatte Pläne: Heute wollte sie auf den Wintermarkt gehen, Glühwein trinken und sich ein neues Parfüm gönnen. Morgen würde ein Fachmann neue Schlösser einbauen.
Das Leben ging weiter. Und es würde verdammt gut werden.





