Meine Familie meidet mich nun wegen eines Kredits
Weißt du noch, vor ein paar Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt. Der Grund war seine Untreue für mich das Schlimmste in einer Ehe. Ich verdiene zwar nicht viel, aber meine Tochter Johanna und ich kommen mit unserem bescheidenen Lebensstil gut klar. Mein Ex zahlt regelmäßig Unterhalt, anscheinend plagt ihn sein schlechtes Gewissen so sehr, dass er nicht aufhören kann Johanna zu unterstützen.
Sogar, als mein Auto kaputt war, hat er das Geld für die Reparatur ohne Zögern beigesteuert. Ich wollte es ihm zurückgeben, aber er lehnte ab. Ich halte ihn nicht davon ab, Johanna zu sehen, und die beiden verstehen sich wirklich gut und treffen sich oft.
Mit meinen Verwandten sieht es allerdings ganz anders aus. Die sind wortwörtlich nur am Kritisieren wegen der Scheidung. Für mich ist Untreue ein No-Go, das ist einfach Verrat. Da gabs von meinen Schwiegereltern auch null Rückhalt. Auch meine eigene Tante Gertrud findet, ein Seitensprung sei noch lange kein Grund, die Ehe gleich wegzuwerfen. “Im Leben passiert viel, da muss man auch mal verzeihen, dann regelt sich vieles”, sagt sie immer. Und dann stellt sie mir das Luxusleben ihrer Tochter Katja vor: verheiratet mit einem Geschäftsmann, ständig neue Autos, teure Kleider und Schmuck alles vom Allerfeinsten.
Aber ehrlich, das war nur Fassade. Deren Firma hat so gut wie nichts eingebracht, und dieser Schein-Luxus hatte wenig mit echtem Wohlstand zu tun, sondern nur mit einem Haufen Krediten, die sie immer wieder abbezahlen mussten. Ich hatte keine Lust mehr, mich mit Gertrud zu streiten, und habe den Kontakt einfach einschlafen lassen.
Das schöne Leben war für die komplett schnell vorbei. Ich hab das von meiner Mutter erfahren, als sie mich anrief, um mir die unangenehme Geschichte von Gertrud und Katjas Familie zu erzählen.
Es war so: Die Bankschulden von Gertrud und Katja waren plötzlich bei über vier Millionen Euro. Die Banken wollten ihre Kohle, aber die beiden konnten nicht zahlen. Da wendeten sie sich erstmal an meine Mutter, ob sie helfen kann. Wie soll das gehen, sie lebt von einer kleinen Rente und ist gesundheitlich eingeschränkt? Dann kamen sie zu mir und baten um Geld. Aber bei meinem Gehalt ist höchstens ein bisschen Sparen drin, bestimmt nichts Großes.
Johanna und ich leben wirklich nicht im Überfluss, aber wir kommen zurecht. Dann wollte Gertrud, dass ich meine Wohnung und mein Auto verkaufe, mit meiner Mutter zusammenziehe, und sie würde sich dann auch finanziell erkenntlich zeigen. Da ist mir echt der Kragen geplatzt! Ich habe ihr gesagt, was ich von ihr und Katja halte. Ich zahle bestimmt nicht für die Fehler anderer. Gertrud hat einfach aufgelegt und den Kontakt abrupt abgebrochen. Seitdem haben wir nie wieder miteinander gesprochen.
Später hat meine Mutter mir erzählt, dass Katja gezwungen war, ihre zwei Autos, die Wohnung und das Geschäft zu verkaufen. Ihr Mann ist abgehauen, und sie wohnen jetzt am Rand von München in einer kleinen Wohnung.





