Wie sage ich meinen Kindern, dass ich kein Ersatz-Babysitter für meine Enkel sein möchte? Warum erwarten alle, dass deutsche Omas sich für die Familie aufopfern?

Du, ich muss dir echt mal was erzählen, das beschäftigt mich total: Wie erkläre ich eigentlich meinen Kindern, dass ich nicht immer auf meine Enkel aufpassen will? Irgendwie denken ja alle, Großmütter sollten sich immer aufopfern und alles stehen und liegen lassen.

Ich bin jetzt 58 Jahre alt, hab drei Kinder großgezogen und dachte eigentlich, jetzt ist mal Zeit für mich. Mein ältester Sohn, Tobias, hat schon eine Frau und ein Kind den kleinen Finn. Klar, ich fand, das mit dem frühen Vatersein kam ein bisschen zu schnell, aber mich hat ja keiner gefragt.

Jedes Wochenende steht Tobias dann bei mir vor der Tür in München, bringt Finn vorbei, weil er mit seiner Frau Nina mal raus will und ich sitze dann zu Hause und kann meine Pläne wieder mal über den Haufen werfen. Eigentlich wollte ich doch mal einen Kochkurs machen oder zum Yoga gehen. Aber Pustekuchen, der kleine Wirbelwind nimmt meine gesamte Freizeit ein.

Und stell dir vor, gestern kommt mein mittlerer Sohn, Markus, an und meint ganz stolz:
Mama, bald bekommst du noch ein Enkelkind. Dann wird es dir bestimmt nie mehr langweilig!

Ehrlich, warum denken die immer, ich hätte nichts anderes zu tun und würde mich langweilen? Ich möchte doch endlich mal die Jahre nachholen, in denen ich als Mutter für alle da war. Ich will einfach mal für mich selbst leben, Freunde treffen, vielleicht ins Theater oder auf einen schönen Spaziergang an die Isar gehen.

Und wehe, meine Tochter Lena erzählt mir auch noch, sie ist schwanger… ich weiß nicht, wie ich dann reagieren soll.

Wie kann ich meinen Kindern beibringen, dass ich nicht automatisch immer sprungbereit sein will? Warum meinen eigentlich alle, als Oma müsste ich jederzeit verfügbar sein, nur damit die Jungen ihre Ruhe haben? Ich finde das echt nicht fair. Auch Omas sind Menschen mit eigenen Träumen und Plänen! Wir wollen auch mal ins Café gehen, neue Leute treffen, am Wochenende Ausflüge machen.

Sag mal, wie siehst du das? Müssen Omas sich wirklich ständig für die Enkel aufopfern? Oder dürfen wir auch mal Nein sagen und das ganz ohne schlechtes Gewissen und erst dann helfen, wenn wir wirklich Lust und Zeit haben? Ich bin echt gespannt, was du dazu denkst.

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Homy
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Wie sage ich meinen Kindern, dass ich kein Ersatz-Babysitter für meine Enkel sein möchte? Warum erwarten alle, dass deutsche Omas sich für die Familie aufopfern?
Mein Mann und ich haben ein zweijähriges Mädchen aus einem deutschen Kinderheim adoptiert. Viele haben uns davon abgeraten, doch wir haben auf unser Herz gehört.