Während der Scheidung erkannte ich erschütternde Wahrheiten über meine Ehe mit meiner scheinbar perfekten, aber letztlich geheimnisvollen Frau

Während der Scheidung habe ich vieles über meine zurückhaltende Ehefrau erfahren

Um ehrlich zu sein, muss ich mir eingestehen, dass ich nicht aus Liebe geheiratet habe. Damals fühlte ich mich einfach unglaublich wohl mit Linda. Sie war fleißig, brachte den Großteil des Geldes in unseren gemeinsamen Haushalt, hielt die Wohnung immer auf Hochglanz, kochte herzhafte Mahlzeiten, die mich an Omas Rezepte erinnerten, und gab mir nie einen Grund, misstrauisch zu sein. In meinen 31 Jahren habe ich mich oft gefragt: Wo findet man heutzutage noch so eine Frau?

Das Beste an Linda war, dass sie sich scheinbar nie über etwas beschwert hat. Ganz gleich, was ich gemacht habe ob ich mit meinen Kumpels im Biergarten saß, zum Angeln nach Schleswig-Holstein fuhr oder spontan ein langes Wochenende in die Eifel plante Linda wartete immer mit einem Lächeln und einem dampfend duftenden Abendessen auf mich.

Als unser Sohn geboren wurde, kümmerte sie sich fast vollständig allein um ihn, ohne mich jemals wirklich einzuspannen. Mein Leben wurde nach der Hochzeit rundum angenehmer, das kann ich nicht leugnen. Aber irgendwo in mir nagte das Gefühl, dass dennoch etwas fehlte.

So lebten wir etwa zwanzig Jahre zusammen, bis ich dann Julia begegnete und plötzlich verstand, weshalb mir etwas gefehlt hatte. Ich war nie wirklich in Linda verliebt gewesen. Klar, ich fühlte mich wohl bei ihr, so wie man sich im Lieblingssessel wohlfühlt. Aber Liebe? Diese Schmetterlinge im Bauch, die Sehnsucht nach zärtlichen Küssen, das drängende Verlangen, jemanden ständig überraschen zu wollen das hatte ich bei Linda nie. Liebe ist doch wie ein Fliegenfischen bei Sonnenaufgang, ein Adrenalinrausch, ein Dauer-High aus Dopamin und Euphorie!

Was ich für Linda empfand, war Respekt, und ja, vielleicht auch Dankbarkeit, mehr aber nicht. Doch als ich Julia kennenlernte, wurde mir schlagartig klar, dass sie meine große Liebe war. Also beschloss ich, mich scheiden zu lassen.

Linda allerdings reagierte völlig unerwartet. Sie stellte ein Ultimatum: Ich solle aus ihrer Wohnung ausziehen. Und, na ja, obendrein eröffnete sie mir, dass sie schwanger sei. Da war ich erstmal sprachlos was sollte ich dazu noch sagen?

Doch ich rechnete fest damit, dass die stille, gutmütige Linda sich nie gegen mich stellen würde. Irgendwie würde sich das schon alles einrenken, dachte ich. Aber was tat Linda? Sie holte sich sofort die besten Anwälte da fielen mir fast die Semmelknödel aus der Hand und begann munter damit, mir Drohungen auszustoßen.

Ich entschied, die Sache auszusitzen, bis das Kind geboren war. Dann würde ich einen Vaterschaftstest machen. Und ehrlich gesagt, war ich völlig neben der Spur, als der Test schließlich zeigte, dass das Kind gar nicht von mir war. Linda, diese ruhige, fürsorgliche Frau, hatte mich also betrogen!

Die scheinbar perfekte, treusorgende Hausfrau Linda entpuppt sich als eine Art Furie, die mich völlig überrumpelte. Wir teilten die Wohnung, ließen uns scheiden, und das war’s dann wohl.

Im Nachhinein kann ich nicht sagen, dass ich tatsächlich der Alleinschuldige in der Geschichte war. Während ich Linda auf meine Weise ausgenutzt habe, hat sie im Gegenzug dasselbe getan. Wie sonst könnte man ihren Seitensprung erklären?

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Homy
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