11. Dezember 2025
Wieder tauchte Ingrid, meine Schwiegermutter, in meinem Traum auf ihr Blick scharf wie ein Winterwind, ihre Stimme ein Echo aus einer anderen Welt. Annemarie, wie viele kleine Wirbelwinde willst du noch in die Welt setzen? Jedes Jahr ein neues Wunder, ein endloser Reigen aus Kinderlachen wie viele sollen es noch werden? Ihre Worte tanzten wie Schatten an der Wand, voller Spott, während in ihrem Inneren ein Sturm tobte. Mit einem höflichen Lächeln, das wie eine Maske wirkte, fragte ich zurück, ob Sebastian ihr von unserem neuen Abenteuer erzählt hatte und ob das der Grund für ihr brodelndes Gemüt sei.
Natürlich war ihr Zorn wie ein Gewitter über dem Bodensee. Nach dem dritten Enkelkind hatte sie mir mit Nachdruck geraten, das Kapitel Familienzuwachs zu schließen. Zu Silvester überreichte sie mir eine riesige Schachtel Präservative ein Symbol, das wie ein seltsames Geschenk aus einer anderen Dimension wirkte. Doch statt auf ihre Vernunft zu hören, folgte ich dem Flüstern meines Herzens. Ingrid wetterte weiter, dass ich nie auf sie höre und einfach weitermache, als gäbe es keine Grenzen.
Der Silvesterabend, an dem sie mir die Kondome überreichte, war gleichzeitig der Geburtstag meines ältesten Sohnes. Schon damals ließ Ingrid durchblicken, dass ihr Geduldsfaden dünner wurde. Ich erwiderte gelassen, dass man gegen die Natur nicht argumentieren kann als ob die Natur selbst in diesem Traum die Regeln bestimmte. Sie konterte, wir sollten uns wenigstens selbst um unsere wilde Horde kümmern, sie sei aus dem Spiel.
Nun wächst das vierte Kind in meinem Bauch, und Ingrid ist außer sich, als würde sie in einem surrealen Theaterstück agieren. Ich kann nicht begreifen, warum sie so explodiert sie hat sich nie wirklich um die Enkel gekümmert, weder mit Euro noch mit Tatkraft. Höchstens einmal im Monat erscheint sie wie ein Geist, und Geschenke gibt es nur zu Weihnachten, als ob sie einem alten Brauch folgt. Ich finde das mager, aber schweige. Ingrid hat genug Geld, ein paar Gummibärchen wären ein Leichtes doch offenbar fehlt ihr die Lust, die Welt der Kinder zu betreten. Selbst Sebastian bleibt mein Ärger verborgen. Die Kinder sind satt, ihre Kleidung ordentlich das zählt in diesem Traum.
Sebastian verdient als Ingenieur ein solides Gehalt, und mein kleiner Laden läuft inzwischen wie ein Uhrwerk. Als die Einnahmen stiegen, gönnte ich mir eine Tagesmutter, damit ich in Ruhe arbeiten kann. Die Nanny spielt mit den Kindern, führt sie durch den Park, während ich mich um das Geschäft kümmere alles wirkt wie eine Szene aus einem seltsamen Märchen.
Eigentlich ist unser Leben harmonisch, nur Ingrid bringt regelmäßig Unruhe, als wäre sie ein Störenfried in einem Traum. Von Anfang an war sie skeptisch, und mit jedem weiteren Enkelkind wurde ihr Blick düsterer. Beim dritten Mädchen war sie so entsetzt, dass sie sogar eine Abtreibung vorschlug ein Gedanke, der wie ein Schatten durch die Nacht huschte. Doch mit der Zeit schloss sie die Kleine ins Herz, und die Streitereien verschwanden, bis die Nachricht von der vierten Schwangerschaft wie ein Blitz einschlug. Es war nicht geplant, aber das Leben ist ein Labyrinth voller Überraschungen. Wenn das Schicksal ein Kind schickt, wird es großgezogen so verlangt es die Traumlogik.
Ich vermute, Ingrid fürchtet, dass Sebastian ihr weniger helfen könnte. Er unterstützt sie regelmäßig mit Geld, und mit dem vierten Kind steigen die Ausgaben wie Nebel am Morgen. Ich habe nichts dagegen, dass er seiner Mutter hilft solange unsere Kinder nicht zu kurz kommen. Die Finanzen reichen noch, also ermutige ich ihn, weiterhin für Ingrid da zu sein. Wir haben ihre Zahnarztrechnung beglichen, sie mit an die Ostsee genommen und Reparaturen in ihrer Wohnung übernommen alles verschwimmt in den Farben des Traums.
Falls Ingrid wirklich um ihre finanzielle Zukunft bangt, wird das wohl kaum besser werden. Doch mit ihren Aktionen kann sie uns nicht davon abhalten, das vierte Kind willkommen zu heißen die Entscheidung ist wie in Stein gemeißelt. Bleibt nur die Frage, die wie ein Rätsel durch meinen Traum schwebt: Darf eine Schwiegermutter bestimmen, wie viele Kinder ihr Sohn und seine Frau bekommen?





