„Wie lange willst du eigentlich noch Kinder bekommen?“ – fragte mich die Mutter meines Mannes sarkastisch. „Jedes Jahr ein neues Kind? Wie viele willst du noch kriegen?“ – Schwiegermutter bohrte höhnisch nach. „Ich grüße dich auch! Sei bitte nicht so bissig. Hat dir Maksym erzählt, dass wir wieder Nachwuchs erwarten, und das hat dich aufgeregt?“ – fragte Monika höflich. „Natürlich! Schon nach dem dritten Enkel habe ich dich gebeten, mit dem Kinderkriegen aufzuhören. Aber du hörst ja nicht auf eine kluge Frau! Zu Silvester habe ich dir eine Packung Kondome geschenkt, damit du endlich verhütest, und du machst trotzdem weiter!“ – murmelte sie.

11. Dezember 2025

Wieder tauchte Ingrid, meine Schwiegermutter, in meinem Traum auf ihr Blick scharf wie ein Winterwind, ihre Stimme ein Echo aus einer anderen Welt. Annemarie, wie viele kleine Wirbelwinde willst du noch in die Welt setzen? Jedes Jahr ein neues Wunder, ein endloser Reigen aus Kinderlachen wie viele sollen es noch werden? Ihre Worte tanzten wie Schatten an der Wand, voller Spott, während in ihrem Inneren ein Sturm tobte. Mit einem höflichen Lächeln, das wie eine Maske wirkte, fragte ich zurück, ob Sebastian ihr von unserem neuen Abenteuer erzählt hatte und ob das der Grund für ihr brodelndes Gemüt sei.

Natürlich war ihr Zorn wie ein Gewitter über dem Bodensee. Nach dem dritten Enkelkind hatte sie mir mit Nachdruck geraten, das Kapitel Familienzuwachs zu schließen. Zu Silvester überreichte sie mir eine riesige Schachtel Präservative ein Symbol, das wie ein seltsames Geschenk aus einer anderen Dimension wirkte. Doch statt auf ihre Vernunft zu hören, folgte ich dem Flüstern meines Herzens. Ingrid wetterte weiter, dass ich nie auf sie höre und einfach weitermache, als gäbe es keine Grenzen.

Der Silvesterabend, an dem sie mir die Kondome überreichte, war gleichzeitig der Geburtstag meines ältesten Sohnes. Schon damals ließ Ingrid durchblicken, dass ihr Geduldsfaden dünner wurde. Ich erwiderte gelassen, dass man gegen die Natur nicht argumentieren kann als ob die Natur selbst in diesem Traum die Regeln bestimmte. Sie konterte, wir sollten uns wenigstens selbst um unsere wilde Horde kümmern, sie sei aus dem Spiel.

Nun wächst das vierte Kind in meinem Bauch, und Ingrid ist außer sich, als würde sie in einem surrealen Theaterstück agieren. Ich kann nicht begreifen, warum sie so explodiert sie hat sich nie wirklich um die Enkel gekümmert, weder mit Euro noch mit Tatkraft. Höchstens einmal im Monat erscheint sie wie ein Geist, und Geschenke gibt es nur zu Weihnachten, als ob sie einem alten Brauch folgt. Ich finde das mager, aber schweige. Ingrid hat genug Geld, ein paar Gummibärchen wären ein Leichtes doch offenbar fehlt ihr die Lust, die Welt der Kinder zu betreten. Selbst Sebastian bleibt mein Ärger verborgen. Die Kinder sind satt, ihre Kleidung ordentlich das zählt in diesem Traum.

Sebastian verdient als Ingenieur ein solides Gehalt, und mein kleiner Laden läuft inzwischen wie ein Uhrwerk. Als die Einnahmen stiegen, gönnte ich mir eine Tagesmutter, damit ich in Ruhe arbeiten kann. Die Nanny spielt mit den Kindern, führt sie durch den Park, während ich mich um das Geschäft kümmere alles wirkt wie eine Szene aus einem seltsamen Märchen.

Eigentlich ist unser Leben harmonisch, nur Ingrid bringt regelmäßig Unruhe, als wäre sie ein Störenfried in einem Traum. Von Anfang an war sie skeptisch, und mit jedem weiteren Enkelkind wurde ihr Blick düsterer. Beim dritten Mädchen war sie so entsetzt, dass sie sogar eine Abtreibung vorschlug ein Gedanke, der wie ein Schatten durch die Nacht huschte. Doch mit der Zeit schloss sie die Kleine ins Herz, und die Streitereien verschwanden, bis die Nachricht von der vierten Schwangerschaft wie ein Blitz einschlug. Es war nicht geplant, aber das Leben ist ein Labyrinth voller Überraschungen. Wenn das Schicksal ein Kind schickt, wird es großgezogen so verlangt es die Traumlogik.

Ich vermute, Ingrid fürchtet, dass Sebastian ihr weniger helfen könnte. Er unterstützt sie regelmäßig mit Geld, und mit dem vierten Kind steigen die Ausgaben wie Nebel am Morgen. Ich habe nichts dagegen, dass er seiner Mutter hilft solange unsere Kinder nicht zu kurz kommen. Die Finanzen reichen noch, also ermutige ich ihn, weiterhin für Ingrid da zu sein. Wir haben ihre Zahnarztrechnung beglichen, sie mit an die Ostsee genommen und Reparaturen in ihrer Wohnung übernommen alles verschwimmt in den Farben des Traums.

Falls Ingrid wirklich um ihre finanzielle Zukunft bangt, wird das wohl kaum besser werden. Doch mit ihren Aktionen kann sie uns nicht davon abhalten, das vierte Kind willkommen zu heißen die Entscheidung ist wie in Stein gemeißelt. Bleibt nur die Frage, die wie ein Rätsel durch meinen Traum schwebt: Darf eine Schwiegermutter bestimmen, wie viele Kinder ihr Sohn und seine Frau bekommen?

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„Wie lange willst du eigentlich noch Kinder bekommen?“ – fragte mich die Mutter meines Mannes sarkastisch. „Jedes Jahr ein neues Kind? Wie viele willst du noch kriegen?“ – Schwiegermutter bohrte höhnisch nach. „Ich grüße dich auch! Sei bitte nicht so bissig. Hat dir Maksym erzählt, dass wir wieder Nachwuchs erwarten, und das hat dich aufgeregt?“ – fragte Monika höflich. „Natürlich! Schon nach dem dritten Enkel habe ich dich gebeten, mit dem Kinderkriegen aufzuhören. Aber du hörst ja nicht auf eine kluge Frau! Zu Silvester habe ich dir eine Packung Kondome geschenkt, damit du endlich verhütest, und du machst trotzdem weiter!“ – murmelte sie.
Die Schwiegereltern stehen plötzlich vor der Tür – „Denkst du etwa, du hast hier das Sagen? Nur weil du schwanger bist, glaubst du, du darfst dir alles erlauben? Ich durchschau dich – du bist doch nur hinter der Aufenthaltserlaubnis und dem Geld her.“ „Komm, Maria, gehen wir“, grummelte der Schwiegervater und drückte die Wohnungstür auf. „Mit denen zu reden, ist sinnlos. Die kommen schon noch angekrochen, wenn’s hart auf hart kommt.“ Bereits seit einer Woche blieb die Periode aus. Der Schwangerschaftstest lag seit zwei Tagen unbenutzt in der Handtasche – aber Lilia traute sich nicht, ihn zu machen. Sie wusste: Zwei Striche – und ihre mühsam erkämpfte Ruhe in zwei Jahren ohne Kontakt zur „anderen Seite“ könnte in die Luft fliegen. „Lili, gib mir mal den Inbusschlüssel, der ist noch im Flur“, rief ihr Mann. Sie schaute hinaus: Ivan saß verschwitzt am Boden, die Haare wirr. Beim Anblick musste sie an ihre erste gemeinsame Wohnung denken, fünf Jahre war das her. Damals wusste Ivan nicht mal, wie man richtig putzt, staunte, dass Buchweizen nicht von allein in den Topf springt. „Hier“, reichte sie ihm das Werkzeug. „Gestern hast du das Klo repariert, heute den Schrank aufgebaut. Deine Mutter würde in Ohnmacht fallen, wenn sie das sähe!“ Ivan verzog das Gesicht zu einem schiefen Lächeln. „Mama meint, ich soll gefälligst rumhocken und warten, bis mir jemand das Wasser reicht. Du hast mich in ihren Augen zu deinem Haus-Sklaven gemacht.“ „Ich habe einfach einen Erwachsenen aus dir gemacht“, lehnte sich Lilia in den Türrahmen. „Wie fühlt sich das an? Schwer, so ‚kaputt‘ zu sein?“ „Mir geht’s gut, Lili. Seit wir nicht mehr auf ihre Zustimmung warten, hab ich freier geatmet.“ Sie schwieg einen Moment, dann: „Ivan, und wenn… wenn sich jetzt alles ändert? Wenn ein Kind kommt?“ Der Hammer blieb in der Luft stehen. Er hob den Kopf. „Mama wird es sofort wissen“, sagte er leise. „Du weißt doch, irgendjemand steckt es ihr.“ „Das ist es ja! Wir haben doch gerade erst mit dem Leben angefangen. Dein Vater damals, vor zwei Jahren… Ich zucke heute noch zusammen, wenn’s an der Tür klingelt.“ „Er hat halt einfach Maß und Ziel verloren. Alte Sowjet-Schule, was will man erwarten.“ „Für ihn darfst du als Mann ja keinen Lappen anfassen. Und Geschirrspülen ist auch tabu.“ „Er hat mir damals sogar direkt gedroht, Lili! Hat mir ins Gesicht gesagt, wenn ich nicht alles so lasse wie es war und aufhöre, dich zu quälen, findet er schon einen Weg, mich loszuwerden.“ „Und deine Mutter stand daneben, hat geheuchelt und genickt. Die glauben ernsthaft, ICH hätte dein Leben ruiniert, Ivan!“ Ivan stand auf, kam zu ihr. „Sowas kommt nie wieder vor, Lili. Ich verspreche es dir, ich beschütze unsere Familie.“ „Sie lässt einfach nicht locker. Du weißt, dass deine Mutter uns mit dem Kind nie in Ruhe lässt? Sie wird es als ihren Besitz betrachten. Wir können es nicht mal selbst erziehen. Es gibt nur eine Option: Flucht nach vorn.“ Er schwieg. Was sollte er auch sagen? Sie hatte recht. *** Zwei Wochen später war es gewiss – schwanger, gewünscht und doch auch gefürchtet. Lilia wollte kein Risiko: Sie bat Ivan, der Mutter nichts zu erzählen, suchte eine Privatklinik am anderen Ende der Stadt. Genützt hat es wenig. Am Samstagmorgen, gerade als sie Tee machte, klingelte es stur an der Tür. „Nicht aufmachen“, hauchte Lilia. Doch die wilde Stimme ihrer Schwiegermutter polterte schon: „Ivan! Mach auf, ich weiß, dass ihr da seid! Haltet ihr es für normal, eure Mutter vor der Tür stehen zu lassen?“ Ivan seufzte, ging öffnen. Lilia versteckte sich am liebsten in Luft. Maria Sergejewna stürmte herein wie ein Wirbelwind, im Mantel, in Schuhen, direkt ins Wohnzimmer. Der Vater, Pjotr Nikolajewitsch, war höflicher – zog die Schuhe aus. Lilia kämpfte mit dem Impuls zum Kreuzzeichen, trat vorsichtig in den Flur. „Na hallo, liebe Schwiegertochter“, zischte Maria Sergejewna, „wie lange wolltest du mich noch hinters Licht führen?!“ „Was denn?“ Hatte sie etwa schon alles rausgefunden?! „Tu nicht so! Gestern hat Marianne mich angerufen, mir gratuliert, dass ich Oma werde! Seid ihr verrückt geworden? Dir verzeih ich so eine Aktion ja noch, du bist ja eh ein hoffnungsloser Fall. Aber du, Ivan! Von dir bin ich enttäuscht!“ „Du willst dich davonstehlen, in so eine private Bude?! Ich habe mein Leben dafür geopfert, dass meine Kinder alles besser haben, und du willst meinen Enkel in irgendeiner Absteige aufziehen?!“ „Mama, entspann dich“, versuchte Ivan zu beschwichtigen, „wir entscheiden das selbst. Können wir nicht unser eigenes Leben aufbauen?“ „Still, Ivan!“, fauchte Pjotr Nikolajewitsch. „Guck dich mal an! Sie hat aus dir einen Waschlappen gemacht!“ Lilia hielt dagegen: „Ich will einfach nur Frieden. Ihr habt zwei Jahre nicht angerufen – warum jetzt?“ „Mama, geh“, sagte Ivan ruhig. „Was!?“ „Geh bitte. Und nimm Papa mit. Ihr beleidigt meine Frau, bedroht sie – ich will euch hier nicht mehr sehen. Kommt nicht wieder.“ „Wir wollen nur dein Bestes!“, kreischte Maria Sergejewna. „Du putzt jetzt? Du kaufst ein? Sie hat dich total unter der Knute! Bist du überhaupt noch ein Mann?“ „Das nennt sich Partnerschaft, Mama. Sag dir vielleicht nichts, weil du Papa immer rumdirigierst. Schau lieber deine Nadja an – sogar ihr Kranksein ordnest du deinem Zeitplan unter!“ Pjotr Nikolajewitsch machte einen Schritt nach vorn, erhob die Hand: „Wie redest du mit deiner Mutter? Weißt du noch, wer dir geholfen hat, während du an der Uni rumgesessen hast?“ „Ich hab meinen Teil zurückgezahlt. Nur die letzten zwei Jahre nicht, davor wie oft Geld geschickt?“ Maria Sergejewna sackte auf den Hocker, keuchte: „Oh mein Herz… Du bringst deine Mutter ins Grab! Lilia, siehst du, was du tust?“ Lilia verschränkte die Arme. Nach Jahren kannte sie das Drama nur zu gut. „Maria Sergejewna, ihr Gesicht ist rosig, der Puls normal. Unter Kolleginnen: Hören Sie auf mit dem Schauspiel.“ Schwiegermutter verstummte, richtete den Mantel, blickte Lilia voller Hass an. „Gut, soll’s erstmal so sein – beschwer dich später nicht! Ich sorge dafür, dass keine Klinik dich freiwillig behandelt. Ich hol mir das Kind – so eine Mutter wie du bist eine Gefahr für die Gesellschaft!“ „Komm, Maria“, brummte Pjotr Nikolajewitsch. „Mit denen zu reden ist nutzlos. Die schleichen schon zurück, wenn‘s hart wird.“ Sie gingen. Den ganzen Abend lang zitterte Lilia, Ivan reichte Kamillentee. *** Die Probleme fingen sofort an. Die Ärztin gab sich plötzlich kühl und grob. Lilia heulte vor Verzweiflung: „Sie meint es ernst, Ivan! Die Ärztin behandelt mich wie Dreck!“ „Wir hauen hier ab“, sagte Ivan entschlossen. „Weißt du noch: Filialleitung in Hamburg? Damals abgelehnt, weil du nicht weg wolltest…“ Ihr Blick wurde aufgeregter: „Hamburg? Das ist so weit…“ „Eben! Dienstwohnung, neue Klinik, keine Schwiegermutter.” „Fünf Jahre hab ich versucht, der gute Sohn zu sein. Hab weggehört, wenn Papa dich anschrie, Mama dich faul nannte. Schluss jetzt. Ich bin bald Vater – ich muss meine Familie schützen.“ Lilia nickte tränenüberströmt, drückte Ivan. Innerhalb eines Monats hatten sie gekündigt, umgezogen, die neue Nummer gab’s nur für wenige. *** Der Frieden währte aber kaum – bald ging das Telefon-Terror los. Die Mutter quengelte: „Ivan! Wo bist du hin? Von einer fremden Frau erfahre ich, dass ihr weg seid!“ Auch der Vater: „Dich hau ich windelweich! Du hast deine Mutter fast ins Grab gebracht! Du bist ein Pantoffelheld!“ Andere Verwandte riefen ebenfalls an. Ivan wechselte beide Nummern, damit die schwangere Lilia zur Ruhe kam. Schließlich wurde ein Junge geboren: Alexej. Ein Name, den Maria Sergejewna übrigens regelrecht verabscheut.