Vor vielen Jahren lebte ich allein mit meinem Sohn in einem fremden Land nach der Scheidung. Die Einsamkeit überwältigte mich.

Vor vielen Jahren lebte ich nach der Scheidung allein mit meinem Sohn Lukas in einem fremden Land, weit entfernt von meiner Heimat. Die Einsamkeit drückte meine Brust, ich fühlte mich wie ein verlorenes Blatt im Wind. Jeden Abend schwang ich mich auf mein altes Klapprad und fuhr stundenlang durch die fremde Stadt, entlang unbekannter Gassen. Die Sehnsucht zerrte an meinem Herzen, während ich an gepflegten Häusern mit blühenden Blumenbeeten, an den Silhouetten von Menschen hinter leuchtenden Fenstern vorbeikam und dachte: So leben Menschen, zufrieden, glücklich. Ich wünschte mir dasselbe.

Meine ganze Familie war in Deutschland, meine Ehe zerbrach, meine Freunde lösten sich auf wie nach einer Scheidung üblich. Ich war allein und unglücklich.

Besonders zog mich ein Haus am Ende einer unbekannten Gasse an, in einer dunklen Sackgasse. Es war kaum ein Haus zu erkennen, nur ein Fenster, das stets im Schatten der Bäume leuchtete. Selbst wenn die anderen Häuser bereits im Dunkeln lagen, brannte dieses Fenster ununterbrochen. Mit der Zeit fuhr ich immer wieder über dieselbe Straße, blieb stehen und starrte durch die Bäume hindurch auf das leuchtende Fenster. Ich stellte mir vor, dass dort Familie, Liebe und Glück wohnten. Dann drehte ich mich um, setzte mich wieder auf das Rad und fuhr zurück in mein kaltes, dunkles, leeres Heim.

Eines Tages beschloss ich, bis zum Ende der Sackgasse zu fahren, um zu sehen, was dort war. Ich fuhr geradeaus, gelangte in eine TSchnörkelung, bog nach links ab und fand mich plötzlich auf einer mir bekannten Straße wieder, die nach rechts zu meinem Haus führte. Zuerst verstand ich nichts. Ich dachte, ich sei weit entfernt, doch das kreisförmige Straßennetz hatte mich getäuscht ich war viel näher, als ich glaubte. Ich fuhr zurück zu dem Ort, an dem ich immer das magische Fenster beobachtet hatte.

Als der Nebel sich lichtete, wurde das Fremde plötzlich vertraut: die Bäume, die Nachbarhäuser und vor allem das Fenster! Es war das Fenster meines eigenen Hauses, das durch den Garten des Nachbarn schimmerte. Mein Sohn Lukas hatte das Licht angelassen, weil er nicht schlafen gehen wollte, und wartete darauf, dass ich von meiner Radtour zurückkehre. Wie ein Schleier fiel von meinen Augen. Einen Moment lang stand ich in einer fremden, verzauberten Gasse, und im nächsten Moment stand ich hinter meinem eigenen Haus, das leuchtende Fenster wie ein Leuchtturm der Liebe in der Dunkelheit.

Ich trat ein, umarmte Lukas, küsste ihn zum Schlafengehen und erkannte: Alles, wonach ich mich gesehnt hatte Liebe, Familie, Glück war schon lange in meinem eigenen Zuhause. Ich war nur blind gewesen, hatte es nie wahrgenommen und geschätzt.

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Homy
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Vor vielen Jahren lebte ich allein mit meinem Sohn in einem fremden Land nach der Scheidung. Die Einsamkeit überwältigte mich.
Marinchen, wann gehst du endlich weg?