Und wird er nun bei uns wohnen?” fragte er seine Frau und blickte auf ihren Sohn…

Liebe Tagebuch,

Und was wird er jetzt bei uns wohnen? fragte meine Frau, während sie den Blick auf unseren Sohn richtete.

Gabriele Müller kam nach einem langen Tag nach Hause und staunte, ihren Sohn zu sehen. Dieter lebte seit zwei Jahren getrennt mit seiner Frau Lena, sie sahen sich höchstens ein bis zweimal im Monat, dann nur am Wochenende. Und nun war er plötzlich wieder da, mitten in der Arbeitswoche.

Ist etwas passiert? fragte Gabriele, anstatt zu begrüßen.

Na, freust du dich nicht, mich zu sehen? versuchte Dieter scherzhaft, doch das strenge Stirnrunzeln seiner Mutter ließ ihn schnell korrigieren: Ja, ich habe mich von Lena getrennt.

Was meinst du mit getrennt? drängte sie.

Gabriele war nie die, die gern lachte; ihr Beruf in einer Jugendstrafanstalt hatte ihr eine harte Schale verliehen.

Nun wir haben uns gestritten, murmelte Dieter, während er deutlich machte, dass das Thema ihm unangenehm war.

Und was nun? Willst du nach jedem Streit zu mir rennen? schaute sie ihm fest in die Augen.

Wir lassen uns scheiden! platzte Dieter heraus.

Gabriele hielt den Blick, verlangte nach einer Erklärung. Nach einem tiefen Seufzer sagte er:

Sie will mir jetzt noch Hausarbeit aufhalsen. Ich komme von der Arbeit völlig erschöpft nach Hause.

Hast du dich etwa verbogen, deiner Frau zu helfen? erwiderte Gabriele skeptisch.

Sie hat dasselbe gesagt. Ich habe ihr jedoch gesagt, dass die Frau das Herz des Haushalts ist und die Aufgaben übernehmen sollte.

Und wo hast du das her? fragte seine Mutter, die Geduld am Ende.

Sie war müde vom Dienst, wollte eine Dusche, etwas Ruhe und ein ruhiges Abendessen mit ihrem Mann. Stattdessen kam ihr ihr Sohn mit mittelalterlichen, patriarchalen Vorstellungen zuwider. Sie hatte ihr ganzes Leben Seite an Seite mit ihrem Mann Heinrich gearbeitet, den Haushalt geführt und die Kinder erzogen nie eine klare Trennung der Pflichten. Und plötzlich tauchte ein Mann in ihrer Familie auf, der das alles infrage stellte!

Ich frage dich! schrie Gabriele, sodass sie fast das Gespräch verloren hätte, woher hast du das? Ihr teilt doch die Arbeit! Und du bist nicht der Einzige, der das Brot verdient. Wenn einer nach Hause kommt, muss er mithelfen. Du hast ihr doch nicht vorgeschlagen, den Job zu kündigen und zu Hause zu bleiben, oder? Dann warum stellst du dich so an? Hast du je gesehen, dass dein Vater und ich wegen Hausarbeit stritten? Wir schaffen das gemeinsam, weil wir das gleiche Gespür für das gemeinsame Schlittenfahren haben.

In diesem Moment kam Heinrich von der Arbeit, sah den Sohn und fragte: Ist etwas passiert?

Selbst die Fragen sind gleich, dachte Dieter und sagte laut: Lena und ich lassen uns scheiden.

Na, das ist ja ein Ding, meinte Heinrich kurz und trug die Einkaufstasche in die Küche.

Gabriele wandte sich an ihren Mann: Unser Sohn ist ein Trottel. Sie erklärte ihm den Grund des Streits.

Und was, er wird jetzt bei uns wohnen? fragte Heinrich seine Frau, dann wandte er sich an den Sohn:

Weißt du, das Wort Ehepartner stammt vom alten Wort für Schlittenpferd? Ein Schlittenpferd zieht gemeinsam mit seinem Gegenstück das ist, wie man die Lasten einer Ehe teilen sollte. Wer das nicht tut, zieht allein und das Gespann bricht zusammen.

Dieter dachte nach, doch der Groll gegen Lena ließ ihn nicht los. Er hoffte auf Unterstützung seiner Eltern, doch sie stellten sich gegen ihn. Heinrich packte die Lebensmittel aus, Gabriele verteilte sie, und ihr Blick sagte klar: Dieter sei überflüssig und nicht willkommen.

Er sah die Idylle seiner Eltern, die trotz harter Arbeit wie zwei Hasen zusammenhielten.

Na, warum stehst du hier? Geh zu deiner Frau und mach Frieden!, befahl Heinrich streng. Vergiss diesen Unsinn, wer wem etwas schuldet! Schützt einander und helft euch das ist das Einzige, was zählt. Wir haben jetzt unsere eigenen Dinge.

Dieter verließ das Haus beschämt, nicht mit dem erwarteten Empfang. Die Wut auf Lena ließ nach, und er erkannte, dass er den Streit unnötig entfacht hatte. Doch eins wurde ihm klar: Er will eine glückliche Familie, so wie seine Eltern sie haben.

Lehre des Tages: Eine Ehe funktioniert nur, wenn beide Partner die Last gleichmäßig tragen und gegenseitig unterstützen sonst bricht das Gefährt zusammen.

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Homy
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