Olesja und Vadim bereiteten sich auf ihre Hochzeit vor……

Elisabeth und Friedrich bereiteten sich vor langer Zeit auf ihre Hochzeit vor. Sie kannten einander seit eineinhalb Jahren, und Friedrich hatte ihr schließlich einen Heiratsantrag gemacht. Ohne zu zögern sagte Elisabeth ja, und die Vorbereitungen begannen.

Als Trauzeugen wird unser Jugendfreund Klaus fungieren, erklärte Friedrich entschieden und fügte hinzu: Und wer soll die Brautjungfer sein? Nur jemand Schönes, Klaus mag keine hässlichen Gesichter.
Elisabeth verstand den Scherz ihres Verlobten nicht und erwiderte trocken: Vielleicht nehme ich ja Johann als Brautjungfer?
Friedrich erstickte an seinem Essen und blickte überrascht: Jetzt wird dir aber wirklich schwindelig, was? Einen Mann als Brautjungfer?
Er ist mein bester Freund, ich brauche keine anderen Begleitungen, entgegnete Elisabeth herausfordernd.

Für Friedrich war Johann wie ein rotes Tuch vor dem Stier. Er kann doch keine andere Freundin finden, immer ist er mit diesem Johann zusammen beim Einkaufen, beim Studium. Johann und Elisabeth kannten sich seit dem ersten Semester. Elisabeth hatte Johann nie als Liebhaber gesehen; er erklärte ihr stets, er sehe sie nur als Freundin. Trotzdem scherzten die Bekannten immer wieder: Elisabeth und Johann die besten Freundinnen.

Als Elisabeth Johann Friedrich vorstellte, mochte Friedrich den jungen Mann sofort nicht. Johann verhielt sich stets korrekt gegenüber Friedrich, zeigte nie Ablehnung. Friedrich hingegen konnte manchmal unverschämt sein und grausame Witze machen. Elisabeth musste ihren Bräutigam oft zurechtweisen, wenn er die Grenzen des Anstands überschritt, doch ihre Liebe zu Friedrich war so groß, dass sie ihm alles vergab.

Während der Hochzeitsvorbereitungen stand Johann Elisabeth immer zur Seite: Er half bei der Auswahl des Brautstraußes und fuhr zu den Proben beim Schneider. Was soll’s? Der Bräutigam darf das Hochzeitskleid vorher nicht sehen, aber er darf alles andere sehen, witzelte sie später mit ihren Freundinnen. Als Brautjungfer wählte sie schließlich Anna, die sie ebenfalls seit dem ersten Semester kannte. Anna konnte jedoch nicht aktiv mithelfen, weil sie sich um ihre kranke Mutter kümmerte. Die beiden Mädchen verbrachten stundenlange Gespräche, doch Anna hatte keine Zeit, Elisabeth zu begleiten.

Nur noch eine Woche bis zur Hochzeit, als plötzlich ein windiger Friedrich seiner Verlobten mitteilte, er habe eine neue Liebe gefunden und wolle die Hochzeit absagen. Elisabeth versuchte, mit ihm zu reden, weil bereits Einladungen verschickt und alles organisiert war. Wie soll ich jetzt den Verwandten in die Augen sehen?, schluchzte sie. Friedrich blieb jedoch unbeirrt, wünschte ihr alles Gute und blockierte ihre Telefonnummer.

Den ganzen Tag weinte Elisabeth an Johanns Schulter. Wie konnte er das tun? Was soll ich jetzt tun?, schluchzte sie. Johann streichelte ihr den Kopf, umarmte sie und tröstete sie. Weißt du, ich habe einen Vorschlag, lächelte er und fuhr fort: Wie wäre es, wenn ich dein Bräutigam werde? Elisabeth hörte auf zu weinen und blickte verdutzt: Du? Aber wir sind doch nur Freunde.
Was macht das? Ich bin dein herzlicher Freund, ich würde dich nie verletzen. Mit mir an deiner Seite bist du sicher wie hinter einer Steinmauer, versprach Johann und fügte hinzu: Und Friedrich wird, wenn er davon erfährt, vor Eifersucht sterben.
Aber wie regeln wir das Standesamt? Die Hochzeit ist in fünf Tagen, fragte Elisabeth besorgt. Keine Sorge, ich kümmere mich. Die Freundin meiner Mutter arbeitet dort, beruhigte Johann sie.

Die Hochzeit verlief perfekt, genau wie sich Elisabeth erträumt hatte. Das einzige unangenehme war, dass die Gäste immer wieder Johann als Friedrich ansprachen. Johann lachte nur freundlich und korrigierte die Verwechslungen höflich. Die erste Hochzeitsnacht blieb aus; Johann war nicht drängend, und Elisabeth konnte sich nicht vorstellen, dass zwischen ihnen etwas mehr entstehen könnte. Ich schaffe das, dachte Johann, während er seine schlafende Frau umarmte.

Zwanzig Jahre später saß Johann auf der Terrasse seines Landhauses beim Frühstück. Er liebte es, früh am Morgen die frische Luft zu genießen und über den Garten zu blicken. In einer Ecke blühten prächtige Pfingstrosen, die Elisabeth gepflanzt hatte. An einem anderen Ort trug ein Apfelbaum, den Johann vor einigen Jahren gepflanzt hatte, bereits erste Früchte. Vom Himmel sangen die Vögel, und die warme Sommersonne stieg langsam höher.

Im Haus erwachte das Leben: Elisabeth übte im Schlafzimmer Yoga zu leiser Musik. Ihre fünfzehnjährige Tochter Marie spielte erneut die Lieder ihrer Lieblingsband in der Badewanne und sang mit. Der neunzehnjährige Sohn Karl trat auf die Terrasse und setzte sich neben seinen Vater zum Frühstück.

Warum bist du so mürrisch, Papa? Und warum bist du schon um sechs Uhr hier? Du stehst doch nie vor acht auf dem Land, fragte Karl.
Ach, Sohn, ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Es gibt da ein Mädchen, das mir sehr gefällt, wir studieren im selben Kurs. Aber sie hat sofort gesagt, wir könnten nur Freunde bleiben. Was soll ich tun? Glaubt ihr wirklich, dass es nichts werden kann?, gestand Johann.
Das stimmt nicht, mein Junge, es gibt immer andere Wege. Ich erzähle dir jetzt meine geheime Methode den herzlichen Freund. Auch ich war einst im Studium unglücklich verliebt, begann er.

Und so begann er, seiner Familie die Geschichte zu erzählen, die einst ihr ganzes Leben verändert hatte.

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Homy
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Olesja und Vadim bereiteten sich auf ihre Hochzeit vor……
Die Wohnung der Schwester schenken? – Von wegen! „Du bist wirklich…“, sagte Frau Petermann streng. „Ich hab dich auch lieb, Mama“, antwortete Julia leise. Was muss eine Tochter tun, um für die Mutter… „die Richtige“ zu sein? Manchmal nichts – sondern einfach aufhören, der anderen, immer bevorzugten Tochter zu helfen. Schließlich gibt es in jeder Familie jemanden, der geliebter ist als die anderen… Und das war natürlich nie Julia. Schon seit der Geburt von Alina war klar: „Gib nach – du bist doch die Ältere! Das Kleine braucht’s mehr, für sie ist’s wichtiger, bequemer, besser – such’s dir aus.“ Und Julia gab immer nach. Sie liebte ja ihre kleine, etwas hilflose Schwester! Hilflos? Na ja, weil Alina nie etwas alleine geschafft hat – immer musste ihr jemand helfen: die Eltern, oder eben Julia. Alle sprangen sofort für sie. Oder wie Oma Olga sagte „kIedelten gleich los“. Im Gegensatz zu anderen liebte die alte Dame ihre ältere Enkelin mehr. Sie meinte, die Eltern würden Julia nicht fair behandeln. Und außerdem waren sie überzeugt: Die Jüngere ist viel hübscher als ihre Schwester, „so eine hübsche Puppe, ganz anders als du!“ Ja, das hat ihre Mutter Julia eines Tages wirklich so direkt ins Gesicht gesagt: „Und dich kann man halt einfach nicht lieben, Punkt!“ Und das, obwohl Julia hervorragend in der Schule war und keinen Ärger machte. Während der Kleinen bis fünfzehn der Zucker in den Tee gerührt wurde… Julia fuhr am liebsten zu Oma: Dort war alles gut und geborgen. Das hat man eben an Orten, wo man einen wirklich mag. Oma Olga wohnte in einer großen 2-Zimmer-Wohnung in Berlin-Charlottenburg. Die hatte noch ihr Mann, Opa Peter, bekommen, als er damals im Siemens-Werk arbeitete. Da wurde Julias Vater Arne geboren und groß – und dahin brachte er später auch seine Frau Alla. Irgendwann nahmen Arne und Alla einen Kredit auf und zogen endlich in die eigene Wohnung. Omas Wohnung war voll mit „ihrem guten Zeug“, wie sie ihre Schätze nannte. Die Mutter schimpfte nur: „Alles Gerümpel!“ Es roch nach Büchern und Gewürzen. Überall lagen gehäkelte Deckchen, von Oma handgemacht. Alle Geräte alt, aber noch funktionstüchtig: „Früher war Qualität eben selbstverständlich!“ „Schmeiß doch das alles raus, dann hast du’s leichter mit dem Putzen!“, meckerte Alla jedes Mal. „Mir fällt das Putzen auch so nicht schwer. Das ist mein Leben! Ich misch mich doch auch nicht in euer Leben ein! Dann lasst mich einfach machen!“ Die Mutter schwieg, gegen Oma hatte sie nie eine Chance. Julia merkte jedes Mal, wie gut das Gefühl war, wenn Oma ihre Mama „besiegte“. Für Mama war das… weniger schön. Oma mischte sich nie in irgendwelche Angelegenheiten ein. Sie kritisierte ihre Schwiegertochter nicht – dabei wusste sie natürlich genau, wie unfair vieles in dieser Familie lief. Oma Olga versuchte mit Arne zu reden: „Was habt ihr eigentlich mit dem Mädchen vor? Ihr hängt alles auf Julia ab!“ Doch sein einziges Kommentar: „Wir regeln das schon!“ Damit war das Gespräch beendet. Die Zeit verging. Zwischen den beiden Schwestern lagen fünf Jahre. Mit 22 heiratete die hübsche Alina. Julia war 27, klug, sympathisch, kein Kind von Traurigkeit – aber an Männern ging trotzdem immer irgendwas schief. Dann starb Oma Olga. Ganz sanft, im Schlaf. Wie sie es sich gewünscht hatte. Was jedoch niemand erwartet hatte: Oma hatte ein Testament gemacht. Alles ging an Julia. Nur an Julia! Die Eltern waren fassungslos – wie bitte? Die geliebte Alina geht leer aus? Unfassbar! Alina hatte inzwischen Mann, Zwillinge und wohnte mit der Familie zur Miete. Julia hatte niemanden, kein Haustier, kein Kind – wozu also ihr eine Wohnung?! Die sollte sie doch gleich der Schwester schenken! Am besten, sie überreicht Alina die Wohnung direkt als Neujahrsgeschenk – wie großherzig. Der Plan: Die ganze Familie feiert Silvester in Omas alter Wohnung. Julia richtet das Essen, macht alles schön, dann steht sie auf und sagt: „Ich schenke die Wohnung Alina, das ist am fairsten!“ Großartige (eigentlich königliche) Idee, fanden die Eltern. Julia sollte die Wohnung bis dahin entrümpeln – alles raus, als Erstes natürlich die verhassten Häkeldeckchen! Selbstverständlich organisiert Julia auch Essen, Geschenke, Schlafplätze für alle – so wie sie es jedes Jahr gemacht hat. Doch diesmal beschließt Julia: Das war’s! Keine Wohnung für die Schwester, kein Familienfest auf ihre Kosten. Sie hat jemanden kennengelernt – Oleg, ein netter Kollege. Er möchte Silvester nur mit ihr feiern! Zum ersten Mal wird Julia an sich selbst denken. Mit einer Freundin und deren Bekannten, einem Makler, verkauft Julia die 2-Zimmer-Wohnung. Sie kauft sich von dem Geld eine Einzimmerwohnung mit großer Küche in Berlin – renoviert, möbliert und direkt an der U-Bahn! Kurz vor Silvester zieht Julia aus. Die Familie glaubt noch, Julia sei in der alten Omi-Wohnung und macht alles für sie bereit. „Hast du den Baum schon geschmückt?“, fragt Mama. „Hab ich“, lügt Julia – tatsächlich hat sie gemeinsam mit Oleg geschmückt. „Hast du guten Sekt?“ „Klar!“ (Den bringt Oleg mit.) „Sind genügend Betten für alle gerichtet?“ „Natürlich, Mama.“ Am Silvesterabend fährt die Familie zu Omas alter Wohnung und wähnt sich im Glück. Doch der Schlüssel passt nicht. Und statt Julia öffnet ein bärtiger, schlecht gelaunter Typ, der in Unterhemd und langen schwarzen Uroma-Schlafhosen mit einem riesigen Hund dasteht. „Was wollt ihr hier?“, knurrt er. „Gleich haut’s was!“ „Wer sind Sie überhaupt?“, fragt Alinas Mann leise. „Ich? Ich bin der neue Bewohner! Sorry, hab’s Smoking nicht mehr aus der Reinigung bekommen, Silvester und so…“ „Und Julia?“ fragt Mama ängstlich. „Ach, die! Die ist weg. Hat gesagt, sie zieht in ein neues Leben!“ Die Familie steht ratlos da. „Und was heißt das?“ „Heißt: Sie hat aus- und ich bin eingezogen! – Ach ja, sie schickt Grüße. Hat gesagt: Wenn die Bagage kommt, schöne Grüße ausrichten und dann ab nach Hause!“ Der neue Besitzer klappt die Tür zu. Die Familie bleibt draußen – und merkt, dass Julia es diesmal wirklich ernst meint. „Du bist wirklich …“, sagt Alla zu ihrer Tochter am Telefon. „Ich hab dich auch lieb, Mama. Frohes Neues Jahr!“ Und Julia ging – diesmal wirklich – in ein neues Leben. Eines, auf das sie sich endlich freuen konnte.