Ich habe die Schwiegermutter von unserem Garten vertrieben – sie hat ihn in unserer Abwesenheit umgegraben.

Ich habe die Mutter meiner Frau von unserem Schrebergarten vertrieben sie hat das Beet in unserer Abwesenheit umgegraben.
Du weißt gar nicht, was du willst!, schimpfte sie empört. Vor ein paar Tagen hast du doch noch gesagt, du hättest gern Tomaten und Gurken genau das habe ich dir dann organisiert, und jetzt protestierst du?

Ich hatte das nie so gesagt. Vielleicht nur beiläufig erwähnt, dass die Nachbarn einen hübschen, gepflegten Garten haben. Doch meine Schwiegermutter, Inge Petersen, interpretierte das ganz nach ihrer Art.

Sie stand mitten auf dem, was gestern noch unser Hof war, und schwenkte die Arme.

Das Gewächshaus ist bereits bezahlt! Es wird morgen geliefert und hier installiert, genau dort, wo eure nutzlosen Stiefmütterchen standen, fuhr sie fort. Ich habe die Stiefmütterchen vorsichtshalber zum Zaun gestellt, keine Sorge. Später pflanzen wir sie woanders hin. Die Wurzeln sind ein bisschen abgebrochen, aber das kriegen sie schon hin Stiefmütterchen sind zäh wie Unkraut.

Ich konnte den Wortstrom nicht unterbrechen und sah hilflos zu meinem Mann, Michael, hinüber. Sein Gesicht war furchterregend und das zu Recht.

Unser kleiner Rückzugsort, unser Schrebergarten, den wir mit mühsam gesparten Euros gekauft hatten Verzicht auf Urlaub und ein neues Auto verwandelte sich innerhalb von drei Tagen in ein völlig umgepflügtes Feld. Dort, wo gestern noch das smaragdgrüne Gras lag, zeigten sich nun dunkle Furche frisch umgegrabener Erde.

Mama, räusperte Michael mit gedrückter Stimme, was hast du nur angerichtet?

Was denn?, hob Inge die Augenbrauen. Ich habe den Garten für euch angelegt! Ihr seid Stadtmenschen, ihr versteht das nicht, ich aber grab mein Leben im Erdreich, weiß, wie das geht

Ohne zu merken, dass ihre Worte das Gegenteil bewirkten, sprach sie, als würde sie eine Präsentation in einem Konferenzraum halten:

Wartet nur ab, im Herbst ernten wir ein Riesenergebnis! Alle werden neidisch sein. Wir pflanzen Kartoffeln, Rote Bete, Karotten. Und euer Rasen hier das ist doch nur Schnickschnack! Schön, ja, aber ein Rasen ist doch kein Essen!

Sie redete mit solchem Selbstbewusstsein, dass mir das Herz stockte.

Drei Tage. Drei Tage waren wir nicht da, wir fuhren zur Hochzeit von Freunden nach Heidelberg und ließen Inge auf den Hof aufpassen.

Sie hat aufgepasst

Inge, das ist doch unser Schrebergarten, nicht Ihrer, versuchte ich ruhig, wir haben Sie nicht gebeten, alles umzupflügen und neu zu gestalten.

Inge rollte mit den Augen.

Ach, Liebchen, sei doch nicht so undankbar! Ich tue das doch für euch! Ihr seid jung, unerfahren, und ich habe mein ganzes Leben im Garten verbracht. In Sibirien, übrigens, haben wir Tomaten wie Wassermelonen geerntet! Und was macht ihr hier? Blümchen gesät, Gras gestreut das ist doch lächerlich.

Michael trat entschlossen nach vorn, ich legte ihm die Hand auf die Schulter. Ich wusste, wenn ich nicht eingreifen würde, würde er noch mehr sagen, das er später bereuen würde.

Mama, sagte Michael fest, stornier sofort die Bestellung für das Gewächshaus.

Seine Stimme zitterte leicht, doch er bemühte sich, ruhig zu bleiben. Inge sah ihn überrascht und ein wenig beleidigt an.

Ich denke nicht daran!, antwortete sie. Wird nicht storniert!

Mama, knetete Michael die Hände zu Fäusten. Wer hat dich überhaupt dazu gebracht?

Michael und seine Mutter hatten schon immer ein schwieriges Verhältnis. Sie hatte ihn allein großgezogen, doch er war kein verwöhntes Kind, das bis ins hohe Alter nach dem Wort seiner Mutter fragt, ob er einen Hut tragen soll. Seit seinem vierzehnten Lebensjahr handelte er selbstständig, zog mit achtzehn Jahren in eine andere Stadt, um zu studieren und dort Arbeit zu finden. Dort lernte ich ihn kennen, wir heirateten und kehrten zurück ich stamme ebenfalls aus dieser Gegend.

Inge versuchte, ihren Platz in unserer Familie zu finden, doch Michael hielt Abstand und war manchmal schroff zu ihr.

Ich habe sogar aus meiner Rente einen Teil des Darlehens eingebracht!, sagte sie kopfschüttelnd. Undankbar seid ihr! Ich wünsche euch nur das Beste, und ihr

Da hielt ich es nicht mehr aus. Vielleicht hätte ich schweigen und ihre ewigen Ratschläge ein Jahr länger ertragen sollen, aber der Anblick unseres Hofes, der ausgegrabenen Stiefmütterchen, die einsam am Zaun mit vertrockneten Wurzeln dalagen, zerbrach die letzte Mauer meines Geduld.

Gehen Sie bitte, flüsterte ich leise.
Was?, fragte Inge überrascht und riss die Augen auf.
Gehen Sie bitte, wiederholte ich etwas lauter. Packen Sie Ihre Sachen und fahren Sie noch heute weg.
Liselotte, was soll das denn?, rief sie empört. Ich ich bin doch Michaels Mutter!
Und?, fragte ich. Das ist unser Haus, unser Grundstück, und Sie hatten kein Recht, hier zu herrschen.
Aber, versuchte sie zu protestieren.
Sie haben das zerstört, was wir zwei Jahre lang aufgebaut haben. Michael hat jedes Wochenende den Rasen gepflegt, ich habe Blumen aus Samen gezogen und sie wie Kinder gehegt. Und Sie in drei Tagen meine Stimme zitterte, doch ich fing mich. haben alles dem Erdboden gleichgemacht. Packen Sie Ihre Sachen, Inge Petersen, und lassen Sie den Schlüssel zurück.

Sie musterte mich lange, dann ihren Sohn.

Michael!, rief sie. Du lässt diese diese Frau nicht

Fahr nach Hause, Mama, sagte Michael müde, mit dem Gewächshaus, so sei es, wir regeln das schon.

Was soll ich mit meinem Gewächshaus anfangen?, kreischte Inge.

Mit Ihrem Gewächshaus?, fragte ich verblüfft. Eine Überraschung, aber

Ja, mit meinem! Ich habe das Gewächshaus aus meinem eigenen Geld bestellt!

Dann holen Sie es sich, wenn es geliefert wird, schnappte ich zurück. Wir brauchen es nicht. Wir haben Sie nur gebeten, die Blumen zu gießen und die Katze zu füttern. Das war alles.

Undankbar!, brüllte Inge. Ich kam mit reinem Herzen, wollte helfen! Und ihr habt kein Gewissen! Undankbar!

Sie wetzte noch eine Weile, dann ging sie. Noch lange hörten Michael und ich ihr Geschrei über Undankbarkeit und dass wir es bereuen würden, ohne sie.

Am nächsten Tag kam ein Lastwagen mit dem Gewächshaus. Wir schickten es zurück, denn die Bestellerin war Inge und wir hatten keine Beanstandungen. Dann schnappten wir wieder an zu arbeiten. Bald war unser Hof wieder grün: neue Rollenrasenrollen wurden in glatten Bahnen ausgebreitet, frische Stiefmütterchen und Astern standen in ordentlichen Reihen entlang der Wege.

Als Inge das hörte, geriet sie in Panik.

Was habt ihr angerichtet?, schrie sie ins Telefon. Alle haben einen Schrebergarten, und ihr? Keine Gurken, keine Tomaten, nur Gras! Zum Teufel!

Wir haben gemacht, was wir für richtig hielten, sagte Michael trocken.

Zum Teufel mit euch!, jammerte sie. Ich will euch nie wieder etwas geben, keinen Rat mehr! Fragt mich nie wieder! Ich helfe nicht mehr!

Rate article
Homy
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

Ich habe die Schwiegermutter von unserem Garten vertrieben – sie hat ihn in unserer Abwesenheit umgegraben.
Glücklichsein ist ein Muss – Für ein erfülltes Leben in Deutschland