Eines Tages wurde meiner Oma schwindelig, und der Notarzt entschied, kein Risiko einzugehen – ab ins Krankenhaus mit der lieben alten Dame!…👵🏼

Also, mal was Lustiges passiert mit meiner Oma. Ihr war schwindelig, und der Notarzt, der kam, wollte kein Risiko eingehen und brachte sie ins Krankenhaus.

Dort erklärten sie ihr sehr deutlich, dass es in ihrem Alter einfach unpassend sei, mit ihren Freundinnen durch Theater zu hüpfen. Der Tod sei nicht mehr weit, und man solle ihm gebührend im eigenen Bett begegnen und nicht bei einer Pokerrunde bei einer Freundin.

Meine Oma beschloss, das Sterben mit Bedacht und Stil anzugehen. Zuerst kaufte sie sich einen ganzen Berg Medikamente und dekorierte damit ihren Nachttisch. Der Raum roch plötzlich penetrant nach Baldrian. Dann forderte sie uns alle auf, unsere Zeit und Nerven zu opfern, um ihr beim feierlichen Sterbeprozess zu helfen. Sie war launisch, verlangte neue Pillen, mal einen Arzt, mal einen Notar. Meine Mutter rannte sich die Füße wund, um jeden Wunsch zu erfüllen und sie zu überzeugen, dass es noch zu früh zum Sterben sei. Oma rollte nur die Augen und verlangte noch ein paar Tropfen Baldrian.

Doch eines Tages tauchte ihre alte Freundin Helga auf. Zum Glück war ich gerade da und konnte alles miterleben.

Ich hör, du willst endlich abkratzen, krächzte sie mit rauer Stimme. Respekt. Jemand muss ja den ersten Schritt ins Jenseits machen und alles auskundschaften. Aber sag mal ehrlich willst du wirklich in so einem Zustand im Sarg liegen?

Oma murmelte, es sei ihr egal, wie sie im Sarg aussehe.

Dir vielleicht, schnaubte Helga, aber ich muss das ansehen! Und schlimmer noch ich muss dich sogar küssen! Was denken die Leute? Die glauben, sie kommen zu einer anständigen Beerdigung, und dann wird ihnen so eine Nummer vorgesetzt. Ich könnte ihnen nicht in die Augen schauen!

Was gehen mich die Leute an?, rief Oma empört.

Weil sie denken, sie begraben Helgas Freundin, und Helga verkehrt nicht mit irgendwem. Wenn sie dich sehen, glauben sie, man hat ihnen eine fremde Leiche untergeschoben! Und wozu der ganze Medikamentenkram? Willst du dich etwa selbst vergiften?

Ich will mir das Leiden erleichtern, wehrte sich Oma schwach.

Du ruinierst dir die Leber und von einer kaputten Leber kriegst du eine fahle Gesichtsfarbe. Willst du, dass alle entsetzt weglaufen, wenn sie dich im Sarg sehen?

Oma dachte nach und gab zu, dass eine frische Gesichtsfarbe im Sarg doch besser wäre. Helga nickte zufrieden und schlug vor, spazieren zu gehen, um sich gesunde Röte anzutrainieren das wirke im Sarg besonders eindrucksvoll.

Ich konnte nur staunen, wie meine sterbensmüde Oma sich aus dem Bett quälte und unter die Dusche stapfte, die sie wochenlang gemieden hatte. Helga verzog angewidert das Gesicht und befahl mir, das ganze Bettzeug abzuziehen und zu waschen während sie für sich und Oma zwei Tassen starken Kaffee mit je einem ordentlichen Schuss Weinbrand vorbereitete, etwa fünfzig Gramm. Schließlich stärke das die Nerven und den Kreislauf. Und im Sarg, da sei doch klar, wolle man mit stabilen Nerven und einem gesunden Herzen liegen.

Helga kümmerte sich so intensiv um Omas bevorstehende Beerdigung, dass sie sie wochenlang darauf vorbereitete. Sie gingen zum Friseur, zur Massage und ins Kosmetikstudio, stöberten durch Geschäfte und Schnäppchenläden und kauften allerhand nette Dinge fürs Jenseits einen Hut mit Schleier, Handschuhe, Make-up.

Oma macht sich jetzt keine Sorgen mehr um ihre Beerdigung, denn sie weiß, dass alles erstklassig wird. Und um die Zeit zu überbrücken, hat sie wieder angefangen, ihre Freundinnen zu besuchen, Poker zu spielen und Picknicks zu veranstalten. Sie sagt, wenn der Tod sie so dringend braucht, soll er sie doch selbst suchen.

Blöd nur, dass der Sensenmann sich nicht blicken lässt wahrscheinlich ist Omas Gesichtsfarbe noch nicht gut genug dafür.

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Homy
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Ich bot Mascha und Natascha folgenden Handel an: Sie geben mir meine Wohnungen zurück, und dann gebe ich ihnen ihre Töchter zurück