– Warum machst du die Tür nicht auf? – Ich will nicht! Und ich werde es auch nicht. Gäste sollten ihren Besuch ankündigen und nicht in Schränken, Kühlschränken oder Schubladen herumwühlen!

**Tagebucheintrag**

Warum machst du die Tür nicht auf? Weil ich nicht will! Und ich werde es auch nicht. Gäste sollten ihren Besuch ankündigen und nicht in Schränken, Kühlschränken oder Schubladen herumwühlen. Wie, du wirst nicht? Das ist meine Mutter! Sie ist zu mir gekommen! Dann begrüß sie halt! Aber nicht in meinem Haus.

Lina war besser darin gewesen, mit seiner Mutter klarzukommen.

Weißt du, wenn ich jetzt anfange, aufzuzählen, worin mein Ex besser war als du, wird es uns beiden peinlich.

Obwohl ich mir bei mir selbst nicht sicher bin, unterbrach sich Mia nervös und rieb weiter über die Küchentischplatte. Wenn es mit Lina so schön für euch beide war, warum hast du dich dann von ihr getrennt?

Mark drehte sich gekränkt weg und starrte finster aus dem Fenster.

Nun, du kennst ja die Geschichte

Ja, kenne ich. Dann erzähl mir also nichts mehr von deiner Linchen, schnitt Mia ihm das Wort ab. Sonst werde ich deine nächste Ex.

Ehrlich gesagt war Mia bereit, radikale Schritte zu gehen.

Mit Mark hatte sie sich vor fast einem Jahr in einem gemeinsamen Freundeskreis kennengelernt. Sie kannte sogar diese Lina, wenn auch nicht besonders gut. Die hatte Mark damals mitgebracht. Und dann war sie ein paar Monate später einfach von der Bildfläche verschwunden.

Einmal, als Mark einen über den Durst getrunken hatte, gestand er, dass er sich von Lina getrennt hatte, nachdem er sie beim Fremdgehen erwischt hatte. Sogar eine Träne war gefallen.

Damals fand Mia das noch niedlich: Ein Mann, der keine Angst hat, seine Gefühle zu zeigen, der die Liebe schätzt. Etwas in ihr klickte sie wollte ihn trösten, ihn beschützen.

Mia wusste, dass dieses Etwas wohl der mütterliche Instinkt war und nicht weibliches Interesse. Doch damals reichte es aus, um eine Beziehung zwischen ihnen beginnen zu lassen.

Am Anfang war alles schön. Er holte sie nach der Arbeit ab, fuhr sie nach Hause, schickte täglich süße Nachrichten und erkundigte sich, ob sie warm genug angezogen war. Mia fühlte sich umsorgt.

Zum ersten Mal beunruhigte sie es, als Lina ihr schrieb.

Hallo. Hör mal, ich habe gehört, dass du mit Markus zusammen bist. Das geht mich zwar nichts an, aber sei vorsichtig mit ihm. Er und seine Mutter sind ein unzertrennliches Duo.

Mia merkte sich die Warnung, dachte aber, es sei Kleinigkeit. Die Liebe überwindet schließlich größere Hindernisse. Nur weil es mit einer Frau nicht klappte, musste es ja nicht mit der nächsten genauso sein.

Danke für den Hinweis, aber ich denke, wir kommen selbst zurecht, antwortete Mia.

Sie wollte das Gespräch nicht vertiefen. Es schien unfair Markus gegenüber.

Doch Markus kümmerte sich keinen Deut um ihren Komfort.

Als seine Mutter, Margarete, das erste Mal unangemeldet vor der Tür stand, blieb Mia noch relativ gelassen.

Vielleicht verstanden die beiden einfach nicht, wie unangebracht das war. Margarete machte sich sicher nur Sorgen und wollte sehen, mit wem ihr Sohn lebte.

Mia schickte Markus los, um seine Mutter zu begrüßen, warf schnell etwas an, band ihre Haare notdürftig zusammen und trat mit schlaftrunkenen Augen und dunklen Ringen darunter der zukünftigen Schwiegermutter entgegen die in dem Moment bereits die Schubladen im Wohnzimmer durchwühlte.

Na, alles wild durcheinander, bemerkte Margarete mit herablassendem Lächeln. Dann wundert ihr euch später, wenn die Socken keine Paare mehr sind. Mia ließ die Hand von der Küchentischplatte sinken, atmete tief durch und sagte leise, aber bestimmt: Ich packe meine Sachen. Heute noch. Mark drehte sich überrascht um, doch bevor er etwas sagen konnte, hob sie die Hand. Ich will keine Szene. Ich will nur raus aus diesem Haus, bevor ich anfange, Schubladen zu zählen oder mich dafür zu schämen, dass ich mal dachte, das hier würde funktionieren. Sie ging ins Schlafzimmer, nahm ihren alten Koffer aus dem Schrank und begann, ohne Eile, aber entschlossen, ihre Sachen einzuräumen. Als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel, merkte Mark, dass sie den Ehering nicht zurückließ und verstand endlich, dass es vorbei war.

Rate article
Homy
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

– Warum machst du die Tür nicht auf? – Ich will nicht! Und ich werde es auch nicht. Gäste sollten ihren Besuch ankündigen und nicht in Schränken, Kühlschränken oder Schubladen herumwühlen!
Ein herzliches Lachen und das Treffen, das alles veränderte