Das Ferienhaus
Ach ja, der Februar… seufzte Hannelore Wankel. Schon wieder Februar…
Und? fragte ich, Joachim Schneider, meine Schwiegermutter und nahm einen großen Schluck heißen Tee mit einer schwimmenden Zitronenscheibe. Bald ist Frühling und Sie sehen aus, als ob die Welt untergeht!
Für dich ist es Frühling, für mich, Jochen, heißt es wieder: Anzucht, diese Setzlinge im Glas treiben sie, treiben sie nicht, knospen sie, knospen sie nicht, mal fehlt das Licht, mal ist zu viel Wasser, mal sind die Samen schlecht. Ach… Sie schaute mich an, als wäre ich ein armes Würstchen, ein wenig beschränkter Professor, dem sowieso niemand was zutraut. Sie winkte ab das Leben sei sowieso verpfuscht, nicht der Rede wert. Alles wegen des verdammten Gartens! Dieses elende Stück Land irgendwo im Nirgendwo, von ihrer Mutter geerbt. Am liebsten, so jammerte sie, sollte es abbrennen oder der Staat solle es für eine neue Autobahn enteignen!
Also… gab ich prompt meine Ahnungslosigkeit zum Besten und ließ mich ein wenig von Hannelores schlechter Laune mitreißen. Fast schien es, als reizte es sie, mich mit solchen Fragen in den Wahnsinn zu treiben. Sie hielt mich echt für schwer von Begriff! Meine Frau, Maike Hannelores Tochter , hatte mir erzählt, ich sei früher recht wild gewesen, hätte mir auch mal ordentlich den Kopf gestoßen, vermutlich sei deshalb bei mir manches schiefgelaufen… Sie, ihre Mutter, könne ich nie verstehen.
Jochen, du bist Professor, aber redest und schlürfst deinen Tee wie einer vom Dorf! Was soll das Also…? Und nicht schlucken, sondern trinken, kleine Schlückchen, bitte! Für wen hab ich das Johannisbeergelee gekocht? Sie schob die kleine Kristallschale näher zu mir. Rote Johannisbeeren, Stück für Stück per Hand gepflückt, schau dir meine Hände an! Sie streckte mir ihre mit Altersflecken bedeckten Hände entgegen. Ganz zerstochen, jedes Jahr auf unserem Ferienhaus, und du isst nicht einmal!
Doch, doch, ich esse ja, sehen Sie! Ganze Löffel esse ich! Lecker, gesund! Ich schaufelte ordentlich Gelee auf meinen Teller, seufzte zufrieden und zog einen Vergleich mit Udo Jürgens, als meine Seele jauchzte. Ich war ganz in meinem Element. Hannelore schüttelte nur die Schultern. Ich konnte ihr sowieso nichts recht machen! Ja, ja! Der Schwiegersohn spielt extra den Bauernbengel, die Tochter hält immer zu ihm, auch das noch was sie bloß an dem findet?! Hübsch ist der nämlich nicht, den wünscht man keiner! Maike hat es ja auch gesehen, trotzdem hat sie es eilig gehabt, ihm zu heiraten reiner Trotz gegen mich, klar!
Ach, Hannelörchen, unser Sonnenschein, lass dich knuddeln! So ein Gelee habe ich seit Kindertagen nicht mehr gegessen! Ich gab ihr einen nassen Schmatzer auf die Wange. Sie zuckte erst anzüglich zurück, ließ sich dann aber doch gnädig berühren.
Kaum fiel die Haustür, wurde Hannelore wieder ganz Haltung, riss sich zusammen.
Na toll! Mitternacht ists schon fast und deine Frau kommt jetzt erst nach Hause! fuhr sie mich an, doch ich war zu sehr gesättigt von Tee, Zitronenduft und Küchenwärme, um mich aus der Ruhe bringen zu lassen.
Keine Sorge! Sie kam mit meinem Fahrer, ich habs arrangiert. Klaus, mein Fahrer, ist ein anständiger Junge, behandelt Maike sehr respektvoll. Ich zwinkerte Maike zu, die mit roten Wangen und lachend ins Zimmer stürmte, den Duft von Johannisbeeren einsog und sich ihrer Mutter um den Hals warf. Sie war bei einer Freundin gewesen, jetzt wieder daheim, bei Mama und mir…
Mama, warum polterst du schon wieder? maulte Maike, setzte sich an den Tisch, griff zur Geleeschale. Ich habe alle Samen gekauft, so wie du es wolltest, alle Sorten!
Ich betrachtete meine Frau liebevoll und verdrehte spielerisch die Augen zur Schwiegermutter.
Das ist ja klar! hob Hannelore gleich wieder an. Ich muss das alles machen, aber euch interessiert es gar nicht! Ihr wollt bloß einen Rasen mit ein paar Geranien drauf, wie heißen diese Blumen? Jochen, sag schon!
Petunien. Wir möchten Petunien, hob ich schulmeisterlich den Finger. Maike, gib deinem armen Mann das Vitamin zurück! Ich bin krank… Ich hustete laut. Los, das Glas her!
Maike zog mir scherzhaft die Zunge raus, verteidigte die Geleeschale.
Wir Maike und ich sind ein gutes Paar, schon mit deutlichem Altersunterschied. Ich bin neun Jahre älter als sie, erziehe und beschütze meine Frau beinahe wie eine Tochter. Und trotzdem nagt manchmal die Angst: Irgendwann findet sie vielleicht doch einen Jüngeren, so voller Leben und Charme. Sie ist impulsiv, liebt Romantik, Künstler und Musiker schwirren um sie. Mich würde sie in dem Moment zerstören, sollte sie gehen dann könnte ich nicht mehr leben!
Hört doch auf zu streiten! Hannelore hob die Hände. In der Speisekammer stehen noch fünf Gläser, zehn mit Erdbeeren, bedient euch einfach! Aber wenn mal gesammelt werden muss, bin ich wieder allein im Garten, die Hände voller Kratzer…
Du bist unsere einzige Versorgerin, einzige Gönnerin, unsere liebe Mama! Maike drückt die Mutter fest. Wir lieben dich! Marina Günter grüßt dich übrigens. Erinnerst du dich? Die Dunkelhaarige aus meiner Schulzeit?
Ach, hör auf mit deinen Freundinnen! Schmierige Lippen, alles voller Gelee… Hannelore stand auf, ging in die Kammer, zählte die Tütchen mit Samen durch. Maike! Wie oft hab ich gesagt, wie viele?! Wieder zu wenig! Mir reichts! Macht ab jetzt alles selbst!
Sie machte ihrem Ärger Luft, während ich meine Frau ansah.
Meinst du nicht, wir sollten das Ferienhaus verkaufen? Jedes Jahr diese Qual, sie schimpft und leidet, hat keine Freude mehr daran… flüsterte ich.
Ich weiß nicht… Maike sah traurig aus. Wie wärs mit dem Dachboden, den Fahrrädern, dem Teich? Das ist eben ihre Saison-Vorbereitung, jammern gehört dazu…
Ich kann das Gejammer nicht mehr ignorieren. Eben esse ich ihr Gelee und sie zählt gleich wieder auf, was sie alles tun musste…
Und niemand dankt ihrs… Genau. Aber was soll’s, soll sie eben nichts mehr pflanzen! Dann streuen wir Wiesenkräuter, den Rest mähen wir. Du bekommst eine Sense, ich nähe die passende Trachtenhose… Maike schlang mir die Arme um.
Ich zuckte schräg die Schultern… Und das Gewächshaus reißen wir weg, ich stelle lieber einen Springbrunnen hin! Den ganzen Sommer hängt man an Beeten, Rosen, Kohl will nicht, Kartoffelkäfer, Läuse… Und das ständige Gießen! Kommt, wir lassens!
Maike ließ bedrückt den Kopf sinken. Wie auch? Ihre Kindheit, mit Oma am Ferienhaus, Sandkasten, Hündin Susi, der Kater Minki unter der Veranda, gefüttert mit Milch… Früher war alles Omas Aufgabe, dann verbrachte Maike die Sommer dort, während die Eltern arbeiteten. Nach Omas Tod übernahm Hannelore, lebte von Opas Rente ganz gut. Anfangs war ihr das Gärtnern egal, Beeren für Maike, Äpfel fielen halt runter na und?! Aber als Opas Firma geschlossen wurde und Geld knapp war, gab es kein Zögern mehr: Hannelore wurde zur Gärtnerin. Rosen, Pfingstrosen, Dahlien zum Verkauf, kein Problem, ein bisschen Marktfrau zu sein, wirklich nicht. Talent und Fleiß! Jeder schwärmte von ihren Einmachgläsern.
Maike wuchs auf, spielte mit Nachbarskindern, kannte jeden Winkel des Gartens.
Schon nach zwei Jahren war Hannelore die unangefochtene Queen im Schrebergarten, mit dickem Humus, sieben Erdbeerreihen, alles Handarbeit. Ihre Freundinnen kamen, naschten und lobten die prächtigen Beete. Vater Ludwig hatte nach Mamas Plänen das Gewächshaus gebaut, mit Thermometer und allem Drum und Dran. Bei Hannelore wuchs alles wie verrückt! Talent, Ausdauer, Liebe. Und an Festtagen herrschte immer Schlemmen und Vielfalt.
Und was für eingelegte Pilze Hannelore machte! Göttlich! Sie fuhr frühmorgens in den Wald, kehrte mit vollen Körben zurück, selbst Maike half. Zwanzig Gläser standen dann im Winter bereit. Silvester war bei den Wankels immer großes Essen, Freunde über Freunde. Vater Ludwig musste extra Garderobenhaken montieren.
Doch nun fiel alles schwer. Seit dem Tod ihres Mannes war Hannelore nicht mehr die Alte, klagte ständig über Schmerzen und Mühen.
… Der Herr Dr. Brauer, der will schon lange kaufen! Erinnerst du dich an unsere Hochzeit, wie er in den Teich gefallen ist? sagte Maike und zuckte mit den Schultern. Der zahlt gut! Was meinst du, verkaufen? Haus am Meer kaufen, den Sommer schwimmen…
Plötzlich schmeckte mir das Gelee sauer. Und Hannelore, würde ihr das gut tun? Meerluft vielleicht…?
Maike wurde nachdenklich. Meer klingt verlockend, aber wie stehts um den Teich, die Weide, das Surren der Libellen? Das Ferienhaus, Maikes Zimmer, die knarrenden Dielen… Sie konnte sich kaum vorstellen, es zu verkaufen.
An dem Abend entschieden wir nichts. Ich rutschte in Konferenzen ab, Maike war wieder viel im Kulturhaus, und jeden Abend schimpfte Hannelore:
Wer hat die Fenster offen gelassen? Ihr killt mir meine Setzlinge! Die Gurken hängen schon…
Eine Woche später:
Wer hat die Gardinen zugezogen? Kein UV-Licht für meine Stecklinge, keiner gießt, alles bleibt an mir hängen! Und Jochen, du bist kein Roboter!
Ich nickte, öffnete Vorhänge, schloss Fenster, goss Pflanzen. Selbst mein Schreibtisch, sonst voll Bücher, war inzwischen voll mit Setzlingen, dieses Jahr fünfmal mehr als sonst…
Es wurde Zeit, alles ins Ferienhaus zu bringen. Ich rang Töpfe und Kisten ins Auto irgendwie passte nie alles rein.
Natürlich! Für euren Kram ist immer Platz, meine Arbeit zählt nicht! schimpfte Hannelore, schwitzte, pustete die empfindlichen Gurken an, jammerte. Ich will gar nichts mehr! Alles wegschmeißen! Ich fahre ins Thermalbad mit Marion!
Doch irgendwann saß sie, die Beine angezogen, den Efeu sorgsam zwischen den Füßen balancierend, im Golf-Kombi bloß niemanden anstoßen! Paprika ganz vorne! Und ich steuerte schwitzend zum Garten…
Das Herrichten des Gartens, das Laub, der Winterschutz für die Rosenbäumchen alles war diesmal mühsam. Maike putzte Fenster, ich folgte Hannelores Anweisungen stillschweigend.
Geduld, Jochen. Das ist wie bei Oma! Jammern, bis der Sommer kommt, dann wirds besser. tröstete mich Maike.
Und ja, wenn Hannelore beschäftigt war, klaute ich mir einen Kuss von Maike heiß, innig, als wäre ich wieder zwanzig. Sie schmiegte sich an mich und roch nach Kamin, Aftershave und Benzin. Einfach schön…
Gerade hatten wir alles sortiert, die Setzlinge am Fenster, Kuchen gebacken da wurde Hannelore wieder unruhig.
Der letzte Tropfen war der Tod von drei besonders prächtigen Johannisbeersträuchern. Sie hatten die dicksten, süßesten Beeren getragen.
Das wars! Ich hab dich gebeten, einen richtigen Zaun zu bauen! Maike, du kümmerst dich nie, du, Jochen, hast nur deine Vorlesungen im Kopf! Ich hab gesagt, Umzäunung gegen Hasen, aber keiner hört auf mich. Dann eben nicht! Dann leben wir halt von Supermarktware!
Sie schimpfte noch minutenlang, zählte Sünden auf, wetterte über Schüler, Nachbarn, Wetter und Ernten. Dann warf ich plötzlich die Schaufel ins Beet, fluchte und sagte grob:
Es reicht! Wir verkaufen! Papiere unterschreiben?
Hannelore runzelte stolz die Stirn und nickte:
Meinetwegen schon morgen!
Gesagt, getan!
Am nächsten Tag kam Dr. Brauer mit seiner Familie. Ich traf ihn am Tor, Maike stand zu ihrer Mutter. Hannelore nickte nur kühl, verschwand dann ins Haus und schaltete den Fernseher an.
Tja, Oskar! machte ich den Verkäufer. Hier ist der Garten, gut gedüngter Boden dort das Gewächshaus, Wasseranschluss, alles von meiner Schwiegermutter selbst gemacht…
Wirklich? Ganz allein? Diese Frauen heutzutage! Oskar Brauer bestaunte alles, seine kräftige Frau drehte froh auf dem Rasen ihre Runden, die vielen Kinder trampelten über Beete. Leitungswasser, ja?
Na klar, hier wohnen immerhin Professoren! rief ich stolz. Nehmts nur! Unser Geduldsfaden ist gerissen.
Ich zeigte Rosen, Phlox (die Maike liebt, ich aber nicht), den Schuppen. Drinnen versteckte sich Hannelore hinter der Gardine und beobachtete die Kinderschar.
Endlich, wir gebens weiter, uns reichts! Hannelore zerfetzte ein Blatt aus dem Abreißkalender Gärtnerhilfe in der Hand. Sollen die doch ihre eigenen Enkel im Großstadtmief großziehen…
Da flitzte ein Junge durch den Garten. Mama, darf ich mir einen Bogen aus dieser Astgabel machen? Frau Brauer winkte geistesabwesend. Auf einmal fielen unreife Kirschen auf den Boden, der Junge zerrte am Baum.
Und Oskar, der Käufer, riss plötzlich einen Strauch aus dem Boden.
Hier kommt der Sandkasten hin… was will ich mit Beeren, Gurken? Das ist was für die Landbevölkerung. Obst kauf ich im Laden! Das ist alles Ballast, abreißen!
Mir stockte der Atem so viel Respektlosigkeit! Hannelore aber blieb keine Sekunde ruhig, da fiel ihr Blick auf den kleinen Rosenstock am Zaun, den sie aus Frankreich mitgebracht hatte. Oskars Schuh hatte fast den Spross zerdrückt.
Stopp! Runter von meinem Grundstück! brüllte sie. Wie eine Stierkuh in ihrem blauen Trainingsanzug stürzte sie auf Oskar Brauer los. Nichts kriegt ihr! Nichts! Wer unsere eingelegten Zucchini ausgelöffelt hat, das weiß ich noch ganz genau! Und das Johannisbeer-Gelee, das deine Mutter liebt! Vergiss nicht die knackigen Gewürzgurken! Nichts tappt ihr kaputt! Sucht euch ein anderes Feld für euren Zirkus!
Hannelore! Ich zupfte sie am Ärmel. Nicht so! Wir haben doch abgemacht, du hast doch selbst gesagt, es ist zu viel…
Ein Aufschrei unter den Staren aus dem Nistkasten.
Fass mich nicht an! Für meine Werte gehe ich bis ans Äußerste! rief Hannelore. Maike, mach das Gewächshaus auf, es ist zu heiß! Ich kümmere mich hier!
Oskar rief seine Familie zusammen, alle stiegen schnell ins Auto, Motor aufheulend, weg waren sie.
Mit einer gewissen Würde schloss Hannelore das Gartentor, steckte den Johannisbeerstrauch wieder ein (er war zum Glück nicht wirklich ausgerissen) und prüfte den Rosenstock.
Ich aber, bücke mich zum Autofenster, drücke Oskar einen Fünfziger in die Hand.
Danke, Oskar, großartig gespielt! Ich hoffe, jetzt gibt meine Schwiegermutter endlich Ruhe. Du gehörst auf die Theaterbühne! Und Frau Brauer auch, besten Dank! Sie winkte geschafft, Oskar lachte.
Ach was, das waren alles geliehene Kinder! Komödie, aber entschuldige, falls was kaputt ging! Adieu!
Maike nickte zum Abschied.
Staub wirbelte auf, der Wagen war weg. Zufrieden nahm ich Maike in den Arm, wir schlenderten zurück zum Haus.
Hannelore saß aufrecht am Tisch, schrieb Listen, blickte dann über die Brille zu uns hoch.
Was sollte das heute? Die Leute? Wir haben doch alle Hände voll zu tun jetzt zählt jede Minute für die Aussaat, und ihr macht so ein Theater!
Aber… du hast doch gesagt… dir reichts, du bist erschöpft… Ich war ehrlich ratlos.
Habe ich. Und? Ich darf doch wohl noch was sagen! Ich sorge mich nur, dass wir nicht alles schaffen! Ihr versteht mich halt nicht. Sie erklärte uns alles, als wäre es Mathematik für Grundschüler.
Wir wollten nach oben schleichen, doch sie hielt uns auf:
So! Ich habe jedem einen Arbeitsplan gemacht, für heute und morgen. Hier, nehmt! Ich gehe jetzt zu meinen Gurken, die machen mir Sorge, so viele fremde Leute heute…
Zwei Zettel landeten auf dem Tisch.
Maike seufzte:
Schon gut, wir fangen mit den Fenstern an… du hattest noch nicht fertiggeputzt, oder? Kommt, ich helf dir, Mäuschen.
Wir schlichen nach oben. Hannelore, lächelnd, blickte ihnen nach. Gute Kinder haben wir, bisschen ungeschickt, aber gut! Und ohne den Garten? Unmöglich! Und die Enkel kommen auch noch, das wird was! Nun zu den Gurken… Wenn die eingehen, gibts Ärger!
…Im Herbst fuhr Hannelore zufrieden 28 Gläser Gurken nach Hause. Es gab weniger Tomaten, Paprika war ein Reinfall, aber Pilze hat es genug gegeben. Unmengen Johannisbeer-Gelee, Apfelringe für den Winter, Suppengrün für Monate.
Jetzt heißt es: den Winter abwarten und wieder ran ans Werk, für die neue Ernte. Anders gehts nicht!
Was habe ich gelernt? Trotz aller Konflikte: Traditionsreiche Orte und die Menschen, die sie prägen, sind wertvoll. Manchmal schimpft man, sieht nur noch Last. Doch wenn es darauf ankommt, brennt das Herz für das, was uns verbindet. Und das ist mehr wert als jedes Gelee und jede Ernte.





