Ein kinderloser, unverheirateter Professor beschließt, drei Waisenkinder zu adoptierenEr plant ein gemütliches Wochenende im Schwarzwald, um die Kinder kennenzulernen.

Als Thomas Becker am dreißigsten Geburtstag stand, war er weder verheiratet noch Vater er hatte nur ein bescheidenes Mietshaus und ein Klassenzimmer voller Träume, die nicht seine eigenen waren.

*Man könnte fast ein Hochzeitsfoto sehen.*

An einem regnerischen Nachmittag hörte er im Lehrerzimmer das Flüstern über drei Geschwister Liesel, Grete und Fritz deren Eltern bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen waren. Sie waren zehn, acht und sechs Jahre alt.

Sie landen sicher im Kinderheim, sagte jemand. Kein Elternteil will sie. Zu teuer, zu viel Aufwand.

Thomas schwieg. In dieser Nacht fand er keinen Schlaf.

Am nächsten Morgen sah er die drei Kinder auf den nassen Stufen der Schule stehen durchnässt, hungrig und fröstelnd. Keiner war nach ihnen gekommen.

Am Ende der Woche tat er das, was niemand sonst wagte: Er unterschrieb selbst die Adoptionspapiere.

Die Nachbarn lachten über ihn.

Du bist verrückt!, riefen sie.

Du bist allein, du kannst dich doch nicht um drei Kinder kümmern.

Schick sie ins Kinderheim, dann wird es ihnen besser gehen.

Doch Thomas hörte nicht. Er kochte für sie, reparierte ihre Kleider und half ihnen bis spät in die Nacht bei den Hausaufgaben. Sein Gehalt war nur ein bescheidenes Weniger von ein paar hundert Euro im Monat, das Leben hart und doch hallte sein Haus stets vom Lachen der Kinder wider.

Jahre vergingen. Die Kinder wuchsen heran. Liesel wurde Kinderärztin, Grete Chirurgin, und Fritz, der Jüngste, ein bekannter Rechtsanwalt, der sich auf Kinderrechte spezialisierte.

Bei ihrer Abschlussfeier traten alle drei vor das Publikum und sagten zugleich:

Wir hatten keine Eltern, aber wir hatten einen Lehrer, der niemals aufgegeben hat.

Zwanzig Jahre nach diesem regnerischen Tag saß Thomas Becker auf den vorderen Stufen, sein Haar grau, sein Lächeln still.

Die Nachbarn, die einst über ihn gespottet hatten, begrüßten ihn nun mit Respekt. Die entfernten Verwandten, die den Kindern den Rücken gekehrt hatten, tauchten plötzlich wieder auf, spielten das interessierte Fassadenspiel.

Thomas aber ließ sich nicht beirren. Er sah nur die drei jungen Männer, die ihn Vater nannten, und erkannte, dass die Liebe ihm die Familie geschenkt hatte, von der er nie zu träumen gewagt hatte.

Jahre vergingen, und die Bindung zwischen Thomas Becker und seinen drei Kindern wurde immer stärker.

Als Liesel, Grete und Fritz endlich ihren beruflichen Durchbruch erlebt hatten jeder in einem Beruf, der anderen hilft begannen sie, eine Überraschung zu planen.

Kein Geschenk konnte das vergelten, was Thomas ihnen gegeben hatte: ein Zuhause, Bildung und vor allem Liebe.

Doch sie wollten es versuchen.

An einem sonnigen Nachmittag fuhren sie ihn mit dem Auto, ohne ihm zu verraten, wohin die Reise ging. Thomas, nun fünfzig, lächelte verwirrt, während das Fahrzeug einen von Bäumen gesäumten Weg einschlug.

Als sie hielten, stand vor ihm eine prächtige weiße Villa, umrahmt von blühenden Rosen und Flieder, über dem ein Schild prangte:

**Becker Haus**.

Thomas staunte, die Hände zitterten.

Was was ist das?, flüsterte er.

Fritz legte ihm einen Arm um die Schultern.

Das ist dein Zuhause, Vater. Du hast uns alles gegeben. Jetzt ist es an der Zeit, dass du etwas Schönes bekommst.

Sie reichten ihm die Schlüssel nicht nur für das Haus, sondern auch für einen eleganten silbernen Wagen, der in der Einfahrt stand.

Thomas lachte, Tränen liefen über sein Gesicht, während er den Kopf schüttelte:

Ich hätte das nicht nötig gehabt Ich brauche nichts davon.

Grete lächelte sanft.

Doch wir wollen es dir geben. Durch dich haben wir verstanden, was wahre Familie bedeutet.

Im selben Jahr schickten sie ihn auf seine erste Auslandsreise nach Berlin, nach Wien und dann in die Schweizer Alpen. Thomas, der sein ganzes Leben in dem kleinen Ort verbracht hatte, sah die Welt mit den Augen eines Kindes.

Er schrieb Postkarten an seine ehemaligen Klassenkameraden und unterschrieb stets:

Von Herrn Becker stolzer Vater von drei Kindern.

Und während er an fernen Küsten die Sonne untergehen sah, erkannte er eine tiefe Wahrheit:

Er hatte einst drei Kinder vor Einsamkeit gerettet

doch in Wirklichkeit waren es sie, die ihn gerettet hatten.

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Homy
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