Sie ist nicht ihr Eigen, diese fünf… Und sagst du das wirklich…

12. Mai 2026 Mein Tagebuch

Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen das Leben mir einen harten Schlag versetzt, und ich versuche, die Stücke zusammenzusetzen. Vor drei Jahren hat mich meine geliebte Eva verlassen die Geburt unseres letzten Kindes hat ihr Leben gekostet. Jetzt bin ich allein mit unseren fünf Kindern. Der Älteste, Niklas, ist neun Jahre alt, Leon sieben, die Zwillinge Felix und Florian vier, und die Jüngste, die erst drei Monate alt ist, meine kleine Lena.

Man sagt ja, dass man nie hungrig nach Kindern fragt, doch am Abend sitze ich manchmal allein in der Küche, die Zigarette im Licht der Laterne, und rauche bis zum Morgengrauen, während die Kinder schlafen.

Anfangs habe ich alles allein versucht zu stemmen. Meine Schwägerin kam gelegentlich vorbei und half ein wenig, doch wir haben kaum Verwandte mehr. Sie wollte Felix mit Florian zu ihrer Schwester geben und meinte, das wäre für sie leichter. Dann kamen zwei Pfleger vom örtlichen Sozialamt, die mir vorschlugen, die Kinder ins Heim zu geben. Ich dachte nur: Wie soll ich meine eigenen Kinder an Fremde abgeben? Wie soll ich dann weiterleben?

Ich habe mich dagegen gewehrt. Ich ließ die Kinder langsam heranwachsen, auch wenn ich nicht immer alles im Griff hatte. Manchmal schaffte ich es sogar, die Hausaufgaben der Ältesten zu korrigieren. Bei Lena, meiner kleinsten, war das natürlich noch schwieriger. Zum Glück half mir Ursula, die Pflegedienstmitarbeiterin aus dem Nachbardorf, wo ich aufgewachsen bin.

Ursula ist klein, robust, hat ein rundes Gesicht und trägt ihr Haar zu einem dicken Zopf bis zur Taille. Sie spricht kaum, aber ihr Tun spricht Bände. Sie kam wie ein frischer Frühlingswind in unser Haus, wischte die Kinderkleider, wusch die Vorhänge und sorgte dafür, dass Lena sauber gestillt und gekühlt wurde. In der örtlichen Grundschule und im Kindergarten merkten die Lehrer sofort den Unterschied die Kinder waren sauber, ordentliche Knöpfe waren nicht mehr mit schwarzem Garn auf weißer Kleidung verheddert, die Ellenbogen waren nicht mehr abgewetzt.

Eines Tages bekam Lena Fieber. Die Ärztin im Klinikum Köln sagte, sie werde sich erholen, solange sie gut betreut werde. Ursula blieb die ganze Nacht bei ihr, schlief nie und trank keinen Schluck Tee, sondern hielt die kleine Hand ihrer Mutter und flüsterte beruhigende Worte. In dieser Nacht blieb sie über Nacht im Haus, als ob sie ihre eigene Tochter wäre.

Die jüngeren Kinder riefen plötzlich Mama!, weil sie den mütterlichen Trost vermissten. Ursula schüttelte nie den Kopf, streichelte ihre Köpfe und umarmte sie, als wäre sie selbst ihre Mutter. Die Ältesten, Niklas und Leon, nannten sie anfangs die wilde Nichte, dann einfach nur Ursula. Sie war nicht ihre Nanny, nicht ihre Mama, sondern jemand, der sie daran erinnerte, dass es immer noch eine Frau gibt, die sich um sie kümmert.

Einige Dorfbewohner meinten, ich würde meine Frau zu schnell ersetzen.
Wohin hast du das schöne Gewand gehängt, Heinrich? In unserem Dorf gibt es nicht genug Buben?

Ich erwiderte: Buben gibt es genug, aber ich fühle mich schuldig gegenüber Eva Und die Kinder gewöhnten sich daran, dass wir jetzt zu dritt Vater, Kinder, Ursula zusammen waren.

Fünfzehn Jahre vergingen wie im Flug. Die Kinder wuchsen, lernten, machten Fehler. Manchmal schnappte ich mich wütend nach dem Gürtel, und Ursula zog mich zurück: Halt, mein Sohn, erst mal die Vernunft finden. Wir stritten, wir bereuten uns, doch irgendwann wurde Ursula im Dorf nicht mehr die Nichte genannt, sondern Frau Ursula, weil sie unser Herz gewonnen hatte.

Niklas hat inzwischen geheiratet, seine erste Frau, Anna, wartet auf ihr erstes Kind. Er arbeitet als Maschinenführer im Bauernhof von Bad Hersfeld, hat jedes Jahr eine Urkunde und manchmal einen kleinen Bonus. Leon studiert Ingenieurwesen an der Technischen Universität Dresden, worauf Ursula besonders stolz ist er wird einmal ein Ingenieur. Felix und Florian gehen jetzt in die Fachschule für Agrartechnik, und Lena, mittlerweile in der neunten Klasse, ist das leuchtende Zentrum unserer Familie, ein kleiner Star beim Singen und Tanzen bei jedem Dorffest.

Letzten Sommer bemerkte Ursula, dass ihr Körper nicht mehr so gut funktionierte wie früher das Alter kam, obwohl sie nie krank war. Sie bekam plötzlich starke Schmerzen, ihr Blick verdunkelte sich, und das Rauchen wurde ihr immer schlechter. Ich schob sie vom Haus in den Garten, damit sie frische Luft bekommt, doch es half nicht. Schließlich musste sie zum Arzt.

Sie kam nach Hause, still und nachdenklich, schob ihre Hand über ihr wachsendes Unterleib und flüsterte:

Heinrich, der Arzt hat mir gesagt, ein Kind ist unterwegs. Es ist zu spät, etwas zu ändern

Ich war fassungslos nach all den Jahren war wieder ein Kind im Spiel.

Schäm dich nicht, Ursula, sagte ich, die Ältesten sind fast aus dem Haus, aber die Natur hat uns alles richtig gestellt. Wir bereiten uns vor.

Sie erwiderte ängstlich: Wie sollen wir das den Kindern sagen? Sie werden denken, ich sei alt.

Du bist nicht alt, du bist dreißigneun, sagte ich und lachte.

Ich weiß nicht, was ich tun soll

Wir beschlossen, die Nachricht am nächsten Tag zu verkünden. Beim Abendessen sagte ich:

Meine lieben Kinder, bald bekommt ihr einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester.

Ursula senkte den Kopf, ihre Wangen färbten sich rot, Tränen liefen ihr über die Wangen. Niklas lachte und rief:

Super, Mama! Dann gibt es bald noch mehr Nachwuchs!

Felix schrie: Wir wollen noch einen Bruder!

Florian protestierte:

Nein, ein Mädchen! Wir haben schon zu viele Jungen.

Lena blickte nur kurz zu Florian, dann sagte sie:

Ein Mädchen! Ich werde ihr Schleifen binden und schöne Kleider kaufen!

Leon, der gerade von seiner Frau besucht wurde, lachte:

Klasse, Mutter! Dann dürfen wir zusammen ein großes Fest feiern!

Ursula schämte sich ein wenig, bedeckte ihren Bauch mit einem Tuch, als die Hitze des Sommers drückte.

Die Monate vergingen, und bald war das Baby da ein kleiner Junge, den wir Paul nannten. Die Kinder waren begeistert, die Dorfgemeinschaft half beim Einzug.

Jetzt, wo ich zurückblicke, erkenne ich, dass das Leben mich nie in die enge Schublade der Verzweiflung gesteckt hat. Ich habe gelernt, dass Familie nicht nur durch Blut, sondern durch Liebe, Fürsorge und das gemeinsame Durchstehen von Stürmen zusammengehalten wird.

**Lehre des Tages:** Auch wenn das Schicksal zerbricht, kann man mit Mut, Geduld und ein wenig Hilfe aus Nachbarn ein neues, starkes Ganzes bauen.

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Homy
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Sie ist nicht ihr Eigen, diese fünf… Und sagst du das wirklich…
Liebste Mama, dein Rat zur Großzügigkeit hat mich inspiriert: Ich habe deinen Service der Tante angeboten.