– Sie unterscheiden Dill und Petersilie nur an den Etiketten im Laden! Und Beeren sahen Sie nur in Marmelade! – schimpfte die beleidigte NachbarinAls sie darauf bestand, die frischen Kräuter selbst zu pflücken, brachte sie dem Nachbarn einen Strauß wild gewachsener Kräuter aus ihrem Garten.

Ihr unterscheidet doch Kraut von Petersilie nur an den Etiketten im Supermarkt! Und Beeren habt ihr nur aus Marmelade gekannt! schimpft die beleidigte Nachbarin Gisela.

Elisabeth und Johann fahren zum Wochenendhaus. Sie haben es im vergangenen Herbst gekauft und jetzt wollen sie alles in Ordnung bringen. Das Haus ist schön, hält den Winter, doch der Garten und die übrigen Bereiche brauchen jede Menge Arbeit.

Der alte Obstgarten muss wieder wie neu aussehen. Eine neue Sauna haben sie bereits bestellt; in einer Woche wird sie geliefert und aufgebaut, es fehlt nur noch ein Platz dafür.

Gleich daneben sollen ein Wäscheraum, ein Holzschuppen und ein Pavillon entstehen. Die Kinder haben versprochen zu kommen und bei allem zu helfen.

Hier ist es ruhig, man kann das ganze Jahr hier wohnen. Wir sind jetzt Rentner, sagt Johann.

Ich habe den Keller im Haus angeschaut, dort muss nur die Tür ausgetauscht werden, ergänzt Elisabeth.

Und ich habe die hintere Terrasse überprüft. Erinnerst du dich an den Pavillon? Er ist nicht mehr nötig. Auf der Terrasse steht ein großer runder Tisch mit alten Stühlen.

Die Stühle müssen nur restauriert werden, dann halten sie noch hundert Jahre. Von dort haben wir Blick ins Beet. Wir werden Tee trinken und die Aussicht genießen. Auch dort müssen die Türen erneuert werden es fühlt sich an, als wäre jemand im Winter hier gewesen.

Genau, die Türen zuerst. Alles erledigen wir im Hinterhof, damit es von der Straße nicht zu sehr sichtbar ist und trotzdem hübsch bleibt. Vor dem Haus entsteht eine Wiese mit Blumen.

Die Blumen stehen schon, mehrjährige Pflanzen, wir müssen nur entscheiden, wo was hinkommt. Vielleicht müssen ein paar umgepflanzt werden, aber diesen Sommer lassen wir es so.

In einer Woche wird die Sauna geliefert, die Kinder kommen an. Die Arbeit am Grundstück beginnt. Gisela schaut vorbei, um sich einzufinden; ihre Enkel laufen ständig um das Haus herum.

Haben Sie Enkel?, fragt Elisabeth.

Ja, die kommen bald, antwortet Gisela.

Warum stellen Sie denn so einen großen Zaun auf? Wir Nachbarn kommen ohne Zäune aus.

Ohne Zaun? Was war denn hier vorher? Wir haben ihn gerade abgebaut. Der Zaun stand, ist aber umgefallen. Euch war das egal, uns Ordnung wichtig. Und keine Sorge, wir haben keine Meter von eurem Grundstück abgeschnitten. Der Zaun liegt exakt an der Grenze.

Kommt es nicht auch ein Tor? Wir haben hier immer Durchgänge gehabt.

Ihr meint zwischen uns? Nein, das ist nicht vorgesehen. Der Eingang ist nur von der Straße aus.

Wie sollen die Kinder eure und unsere dann rennen? Ich sehe, ihr habt die Apfelbäume gefällt, die die Kinder gern hochgeklettert sind.

Wir haben nicht gefällt, nur geschnitten und gereinigt und neue gepflanzt. Eure Kinder können gerne an euren Apfelbäumen hochklettern.

Alles ist neu bei euch. Warum pflanzt ihr Büsche entlang unseres Zauns?

Die Büsche sind zum Schmuck!

Gisela geht, kommt aber wieder mit neuen Fragen zurück. Ihre Enkel laufen weiter über Elisabeths und Johanns Grundstück, bis die neuen Tore stehen.

Ihr habt euch hier gründlich eingerichtet, sagt Gisela erneut. Werdet ihr im Winter hier wohnen?

Die Zeit wird es zeigen.

Warum habt ihr die Tore abgeschlossen? Vor dem Haus haben die Kinder immer mit dem Ball gespielt, das war praktisch und sicher, während die Straße befahren ist.

Bei mir sind alles Beete besetzt, nicht wie bei euch. Ihr unterscheidet Kraut von Petersilie nur an den Etiketten im Laden und habt Beeren nur aus Marmelade gekannt. Freundschaft mit mir ist nötig.

Die Tore schließen wir vor fremden Blicken und damit eure Enkel nicht hier herrschen. Vor zwei Tagen haben sie unsere Hühner freigelassen, keine war wiedergefunden.

Habt ihr auch Hühner? Dann plant ihr, hier zu bleiben?

Wir wohnen bereits hier.

Ende August feiern sie den Geburtstag von Johann. Die Kinder, die Enkel die ganze Familie versammelt sich. Die Männer braten Fleisch, die Frauen bereiten Salate zu und decken den Tisch auf der Terrasse.

Hier kommen wir, um euch nachbarschaftlich zu gratulieren, sozusagen. Wir kommen immer früher, ohne Einladung. Wir sind Nachbarn. Die Kinder wissen das schon am Morgen.

Ihr habt Gäste, das heißt Fest. Wir setzen uns. So wird es für die Kinder fröhlicher, und es ist an der Zeit, Freundschaft zu schließen.

Wir haben euch nicht eingeladen, bei uns gibt es nur Familienfeier. Unsere Beziehung ist nachbarschaftlich, nicht familiär.

Vielleicht wird das irgendwann mal anders. Die Kinder werden groß, wir könnten sogar verwandt werden, antwortet Gisela lachend.

Sie lässt sich nicht beirren, bleibt jedoch still. Ihre Enkel klettern überall, schütteln Apfel- und Birnbäume, erklimmen das Dach der Sauna, zum Glück fallen sie nicht.

Dann locken sie die Steine, die um das Gebäude liegen. Einer wirft sie in das aufblasbare Planschbecken. Das wird nicht sofort bemerkt. Die Kinder stürmen jubelnd zum Becken, als das Wasser spritzt.

Denkt daran, der Herbst kommt bald, das Becken muss weggeräumt werden, sagt Gisela. Die Kinder hatten Spaß.

Ihr habt Zeit nach Hause zu gehen!

Wir haben noch nicht einmal gesessen, die Kinder sind hungrig. Sie eilen zum Tisch!

Das Fest ist ein wenig durcheinander, aber ein weiteres folgt. Eine Woche später kommen die Kinder erneut, um den 35. Hochzeitstag von Elisabeth und Johann zu feiern.

Jemand hat sofort die Tore verschlossen später stellt sich heraus, es war ihr jüngster, siebenjähriger Enkel.

Man hört, wie jemand an die Tore klopft. Die ganze Familie tut so, als geschähe nichts. Es riecht nach Grill und Frische, es wird kühl.

Wann sollen wir euch in der Stadt besuchen?

Wir überlegen es. Der Herbst steht bevor, wir werden leben, dann sehen wir weiter. Noch Äpfel ernten, die Ernte dieses Jahres ist hervorragend. Uns gefällt alles hier, bis auf die Nachbarin, aber sie ist kein Hindernis. Wir haben gelernt, mit ihr umzugehen.

Alle lachen gemeinsam.

Die Gäste fahren nach Hause, Elisabeth und Johann bleiben zurück. Der Herbst kommt, dann der Winter Sie werden es versuchen. Und wenn es nicht klappt, können sie immer zurück in ihre Stadtwohnung.

Gisela fährt weg. Es stellt sich heraus, dass sie mit ihren Enkeln zur Schule muss. Die Tochter schafft es nicht allein, die Großmutter hilft. Johann und Elisabeth atmen erleichtert auf. Gott schütze sie vor solchen mürrischen Nachbarn

Was haltet ihr davon? Schreibt eure Meinung in die Kommentare und gebt ein Like.

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Homy
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– Sie unterscheiden Dill und Petersilie nur an den Etiketten im Laden! Und Beeren sahen Sie nur in Marmelade! – schimpfte die beleidigte NachbarinAls sie darauf bestand, die frischen Kräuter selbst zu pflücken, brachte sie dem Nachbarn einen Strauß wild gewachsener Kräuter aus ihrem Garten.
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