Also er ist ein Engel
Und ich hab dich gekrönt und dich nie weggegeben und dich so geliebt, wie ich konnte und dich geküsst geküsst geküsst
Markus flog auf den Flügeln der Liebe und seinem geliebten Flitzer nach Hause zu seiner Mariechen, nach drei Monaten auf Montage. Das Geld in seiner Jackentasche wärmte ihn angenehm. Seine Seele jubelte und sehnte sich nach ihrer Nähe! Und ringsum roch es schon nach Frühling, ein sanfter Wind streichelte sein Gesicht Und ich hab dich gekrönt
Als er über eine kleine Brücke fuhr, sah er aus dem Augenwinkel einen Hund, der ins Eis eingebrochen war. Der Kleine kämpfte verzweifelt, aber er war schon völlig erschöpft Und geküsst geküsst geküsst sein Lieblingssong lockte ihn zu seiner Frau. Armer Kerl, dachte Markus und fuhr weiter.
Maries Gesicht der Frühling die Liebe und dieser Hund, gefangen im Eis. Verdammt! Markus fluchte und drehte um.
Er hielt an der Brücke, zog sich aus und watete in den Fluss. Er brach das Eis mit den Händen, schnitt sich blutig, aber er kam durch. Der Hund war groß, das Eis dünn er hätte keine Chance gehabt.
Blut tropfte von seinen Händen, eiskalt war es Er zog sich schnell an und betrachtete den Geretteten: ein dürrer, beigefarbener Labrador. Der Hund zitterte, starrte Markus an und wollte nicht weg.
Hey, Junge! Du bist doch ein Rassehund! Wie bist du hier gelandet? Wo ist dein Herrchen? Der Labrador zitterte noch immer.
Markus öffnete die Autotür: Komm mit, Kumpel! Wir fahren heim! Der Hund sprang auf den Rücksitz und legte sich hin. Er fuhr NACH HAUSE!
Es dämmerte schon. Auf der Heimfahrt stieß Markus auf einen Stau ein Unfall mit einem LKW und zwei Autos. Polizei, Krankenwagen Irgendwie beklomm ihn das Gefühl. Er drehte sich um: Auf dem Rücksitz schnarchte der große Hund friedlich, fast trocken und warm. Wäre ich nicht umgekehrt, schoss es ihm durch den Kopf.
Mariechen, mein Schatz!!! Markus hob seine Frau hoch, wirbelte sie herum und küsste sie vor der Haustür. Der Hund saß still daneben und grinste. Ein neues Zuhause ein neues Leben! Er liebte diese zierliche Frau im bunten Morgenmantel schon jetzt, den Duft von Rindfleischeintopf und Schnitzel. Und Markus? Den hatte er schon gerettet, als der ihn aus dem Eis zog.
Oh, wer ist denn das?, fragte Mariechen und musterte den Neuankömmling. Das ist unser Engel Er heißt Balu unser neues Familienmitglied! Mariechen kniete sich hin und streckte die Hand aus. Ich soll also Balu sein?! Der Hund roch an ihren Fingern, leckte sie ab und schleckte dann über ihr ganzes Gesicht.
So bekamen sie einen neuen Mitbewohner: Balu auch Nilpferd genannt oder Mistkerl, schon wieder meine Pantoffeln zerkaut! oder Rotzlöffel, hat die Katze komplett vollgesabbert! Aber vor allem: ihr Schatz, ihre Liebe, ihr Engel, ihr Leben.
Markus und Marie wohnten in einem Haus, das sie von Maries Eltern geerbt hatten groß, gemütlich, mitten in der Stadt. Für Balu bauten sie einen riesigen Zwinger mit warmer Hütte. Im Winter durfte er aber oft ins Haus, wo er auf seinem Körbchen in der Diele schlief.
Das Leben ging weiter. Markus arbeitete auf Montage, weil es zu Hause kaum Jobs gab, und wenn, dann schlecht bezahlt. Marie blieb daheim aber nicht mehr allein. Mit Balu und bald mehr: Ihr kleiner, runder Bauch verriet, dass Markus bald Vater würde. Noch wusste er nichts davon. Marie bereitete eine Überraschung vor.
An einem schwülen Sommerabend ging Marie mit Balu spazieren. Langsam trotteten sie am Waldrand entlang. 30 Grad da konnte weder ein älterer Rüde noch eine Schwangere schnell laufen. Irgendwo feierte Jugendliche, Musik und Gelächter nervten Balu.
Hey, was n süßes Fräuchen!, rief plötzlich einer von zwei betrunkenen Typen. Marie erstarrte. Komm, wir unterhalten uns!, grinsten sie und kamen näher. Balu knurrte, trug aber einen Maulkorb warum nur? Sie war zu brav gewesen
Als einer sie am Arm packte, ließ sie die Leine los. Die Männer hatten ein Messer. Balu sprang dazwischen, sie stachen auf ihn ein immer wieder Blut floss. Marie schrie, bettelte Erst als Balu reglos dalag, gingen sie.
Und ich hab dich gekrönt Markus war fast zu Hause, als Marie anrief: Wir sind in der Tierklinik! Balu Komm schnell, er stirbt!
In der Praxis lag Balu winzig auf dem Tisch. Infusionen, zwei Tierärzte, die ihn behandelten. Markus kämpfte gegen Tränen. Balu mein Junge stirb nicht, flüsterte er und küsste seine Nase. Und oh Wunder Balu öffnete die Augen. Ein Zeichen.
Er wollte leben! Zurück zu seiner Familie. Und er schaffte es. Fünf weitere Jahre schenkte er ihnen Liebe, spielte mit dem kleinen Max und war ihr Schutzengel. Als er starb, weinten alle. Max sagte trotzig: Wir brauchen einen neuen Balu. Ohne ihn will ich nicht!
Liebe kann Wunder wirken. Liebt einander und helft Tieren in Not. Denn wer weiß? Vielleicht wartet im nächsten Leben jemand auf eure Hilfe oder ihr auf die seine.




