Osterglück
Theresa schüttelt leicht fröstelnd die Schultern. Sie hätte den dünnen Trenchcoat besser im Schrank gelassen; das strahlende Morgenlicht, das durchs Schlafzimmerfenster fällt, hat sie verführt. Ihr Wellensittich Otto, den das Sonnenlicht schon früh geweckt hat, zwitschert unaufhörlich, schimpft sogar und besteht darauf, dass das schwarze Tuch von seinem Käfig genommen wird. Die Spatzen draußen auf dem Fenstersims unterstützen ihn fleißig, schnattern, piepen und nerven das Vogelherz noch mehr.
Na du, mein Kleiner? Du bist also auch schon wach? Ach du lieber Himmel, gerade mal sechs, und ich bin schon auf, seufzt Theresa, setzt sich im Bett auf, streckt sich genüsslich mit erhobenen, schmalen Armen, wirft den Kopf zurück und schüttelt ihre Locken. Schon gut, du brauchst nicht so zu protestieren!
Theresa schlüpft in ihren Morgenmantel, knotet den Gürtel um ihre schmale Taille, klatscht sich spielerisch auf die Wangen und zieht das Tuch von Ottos Käfig. Der Vogel kreischt glückselig, fordert lauthals Freiheit.
Nein, du Ausreißer. Heute bleibst du drin ich will noch rausgehen, und nach dem Mittagessen kannst du fliegen, sagt Theresa kopfschüttelnd, streckt einen Finger mit knallrotem Nagellack durch die Gitterstäbe, als wollte sie Otto kraulen doch der flattert ängstlich zurück. Daran wirst du dich wohl nie gewöhnen? Tja, so war auch mein Ex-Mann Theresa schmunzelt. Den konnte man auch nicht einsperren, der ist irgendwann einfach abgehauen
Ihr Mann hat sie vor einem Jahr verlassen. Er sagte, Die Beziehung ist am Ende, warf rasch ein paar Sachen zusammen, vergaß nicht, die Stehlampe, einen silbernen Kerzenhalter ein Geschenk von Maries Mutter zur Hochzeit und sein Lieblingsfoto in Matrosenuniform mitzunehmen.
So zog Alexander an jenem Tag durch den Hof mit der Stehlampe, deren Stromkabel klappernd über den Asphalt schliff. Theresa sah ihm traurig und ratlos nach
Es war auch Ostern. Theresa hatte Hefezopf gebacken, die klassische Oster-Quarkspeise vorbereitet, extra dafür besten frischen Quark vom Bauernhof geholt, voller Vorfreude alles in einen großen Korb gelegt und Alexander, der gemütlich auf der Couch lag und Kreuzworträtsel löste oder schlummerte, gebeten, mitzugehen, um die Speisen in der Kirche segnen zu lassen.
Theresa! Wie oft hab ich es dir gesagt Gott gibt’s nicht! Ist doch alles Märchen für Kinder. Dein ganzer Osterschmarrn, das Eierfärben mit diesem blöden Zwiebelsud, die Hefezöpfe und wie sie alle heißen das ist nur Kommerz, da steckt doch kein Sinn drin! Warum sollen wir bloß zum Pastor rennen und dein Gebäck segnen lassen? Nein, diesmal nicht. Es reicht.
Früher hast du das nicht so albern gefunden, Alexander!, sagt Theresa mit gerunzelter Stirn. Du bist immer mitgegangen, und es hat dir sogar gefallen gibs doch zu!
Ach, das war nur deinetwegen, winkt Alexander ab. Geh alleine. Ich warte auf einen wichtigen Anruf.
Sie ruft an, während Theresa mit ihrem Korb schon zur Tür hinausgeht.
Alexander nimmt am Festnetz in seinem Zimmer ab. Theresa überlegt kurz, den Hörer am anderen Apparat in der Diele zu schnappen. Sie hat die Hand schon ausgestreckt, fühlt das warme Plastik, lässt aber los.
Wenn sie jetzt nachgibt, sich aufregen würde (und sie weiß das würde passieren!), dann zerbricht das ganze Osterfest, alles Schöne, alles, was irgendwie nach Geborgenheit und Kindheit riecht. Das darf sie einfach nicht zulassen.
Theresas Eltern beide überzeugte Akademiker glaubten an Wissenschaft, nicht an Wunder, und konnten nicht verstehen, warum ihre Tochter an Traditionen festhielt. Nur die Geschichte vom Weihnachtsmann erlaubten sie ihr sie war ja schließlich noch ein Kind.
Ihre Liebe zu christlichen Ikonen, Weihrauch und Kirchenkuppeln hat Theresa von ihrer Oma Anneliese, ihrer Mutter Mutter, gelernt. Elegant und weltgewandt, aber tiefgläubig. Sie ließ ihre Enkelin sogar heimlich taufen, während die Eltern auf Dienstreise waren gab später aber nicht klein bei, als sie deswegen ausgeschimpft wurde.
Warum, Mama? Warum stopfst du dem Kind so einen Unsinn in den Kopf?, schimpfte Theresas Mutter Julia, während Theresa unter Tränen das zarte Kettchen mit dem kleinen Kreuz abnahm. Sie wird in einer anderen Welt aufwachsen! Die Leute fliegen ins All, sagen, alles da draußen ist Materie, keine Engel weit und breit. Du bist wie eine Dorftratsche.
Anneliese schwieg zunächst, knetete ihre feinen Spitzenhandschuhe, dann erwiderte sie ruhig: Alle Menschen, Julia, brauchen das Gefühl, dass es etwas Höheres gibt eine Kraft, die uns schützt, wenn Menschen nicht mehr helfen können. Sonst wird das Leben schwer, manchmal sogar hoffnungslos. Der Glaube an das Gute hält uns. Was ist daran so falsch?
Julia kontert nicht mehr, sie schiebt nur das Kettchen in die Kommode. Theresa holt es sich abends zurück, legt es in ihre Schatzkiste. Und ebenso erzählt sie später niemandem von ihren Kirchbesuchen mit Oma an Feiertagen. Theresas Talent ist es, Geheimnisse zu hüten.
Sie liebt die Atmosphäre in der Kirche: das Dunkel in den Ecken, die warmen Lichtinseln der Kerzen, der ruhige Duft. Hier bekommt sie Ruhe. Später steht sie oft lange vor den Ikonen, betrachtet Details, die sonst niemandem auffallen. Jede Ikone trägt für sie eine eigene Stimmung.
Oma Anneliese bringt ihrer Enkelin bei, Hefezopf zu backen, die Quarkspeise zu schichten, und sie darf die Osterkörbe selbst in die Kirche tragen. All das ist für Theresa pure Geborgenheit, Osterfreude voller Licht. Die Wirkung der festlichen Menschen, die bunten Eier in den Körben, die Bänder in den Bäumen, die feierlichen Prozessionen das alles berührt sie tief. Ihre Mutter jedoch findet das unnötig und schließt extra die Fenster, damit der Glockenklang draußen bleibt.
Theresa wird erwachsen, heiratet Alexander, führt ein Leben mit vielen Traditionen. Sie hat eine Familie, einen Ehemann, ihren zurückgezogenen Vater, der endlich für sich lebt, und eine Mutter, die ständig das Gefühl hat, die Tochter kümmere sich zu wenig.
Mama! Ach, es ist einfach so viel zu tun! Aber wir kommen am Wochenende, hörst du?
Kurz vor der Abfahrt ruft Julia an und sagt, sie seien gar nicht daheim, Theresa solle sich den Besuch sparen.
Alexanders Reaktion ist Erleichterung Theresa hingegen trifft es. Sie ruft dann ihre Oma an und fährt zu ihr. Julia ist eifersüchtig, die Geschichte wiederholt sich immer wieder.
Kinder haben Theresa und Alexander keine. Besonders Alexander wünscht sich einen Sohn.
Siehst du, Theresa, alles Omas Schuld! Sie hat dich taufen lassen, da hast du dich erkältet! Und, wo ist nun dein Gott? Wo das Wunder?
Theresa dreht sich weg, beißt sich auf die Lippe. Erkältung? Quatsch!, meinen die Ärzte, hormonell, und es braucht eben Zeit. Dass auf ihrem Weg hilfreiche Ärzte waren, sieht Theresa als Zeichen Gott hilft ihr.
Alexander verlässt sie zu Ostern. Theresa kauert auf dem Bett, die Knie an die Brust gezogen, als wolle sie das dünne Band, das sie noch mit Alexander verbindet, bewahren.
Doch es gibt nichts mehr zu bewahren.
Gehst du schon? Oder wollen wir vielleicht noch einen Spaziergang machen? Es ist doch Ostern und das Wetter ist schön
Trüb blickt sie auf und erntet abwehrende Worte.
Keine Zeit, Theresa. Bitte, fang jetzt nicht an. Es reicht. Es ist egal, wohin ich gehe. Wir sind erwachsene Menschen lass uns das Zivilisiert klären!
Sie klären es. Alexander überweist einen symbolischen Betrag auf ihr Konto, sie beansprucht das Auto nicht braucht sie nicht, sie fährt ja eh nicht.
Neben der Stehlampe nimmt Alexander noch zwei Stühle, die Porzellankanne mit Rosen, die Sektgläser und die Bohrmaschine. Die Kaffeemaschine lässt er großmütig zurück.
So trennen sie sich leise, friedlich. Die Nachbarn beobachten Alexanders Abgang mit der Stehlampe aus ihren Fenstern, gähnen und setzen sich zum Frühstück
Ein Jahr vergeht. Wieder ist Ostern. Es ist nicht das Datum es sind die Erinnerungen.
Am Tag, als Alexander ging, sitzt Theresa allein in der Küche, brüht sich einen starken, fast bitteren Tee auf, isst dabei ein Stück Osterzopf. Nicht mal in die Kirche mag sie gehen, obwohl sie das Fest und den Klang der Glocken liebt, die festlichen Gewänder, den vanilligen Duft im Gottesdienst. Ihren Freundinnen sagt sie, sie sei krank, niemand solle kommen. Sie bleibt allein.
Nach dem Tee findet sie keinen Schlaf, steht lange auf dem Balkon, probiert Alexanders Zigaretten es gelingt ihr nicht, sie muss nur husten
Vor einem Jahr ist Ostersonntag sonnig und klar; heute ists grau, Regen und Kälte wurden angesagt.
Der Wellensittich beobachtet, wie seine Besitzerin sich zurechtmacht, vor dem Spiegel schminkt, die Haare kunstvoll bändigt.
Theresa will raus! Sie zwingt sich, wirft den Mantel über, bindet ein Kopftuch, grüßt die Nachbarn im Hof.
Frohe Ostern, Theresa! Gehst du in die Kirche?, ruft Nachbarin Frau Weber freundlich. Ich gehe später, wenn die Enkel kommen! Dann sind wir ganz viele.
Theresa nickt. Enkel das ist schön. Gut, wenn sie zu Besuch kommen, und dass es dann fröhlich ist, auch wenn der Tag trist wirkt. Draußen liegen matschige Blätter, Benzingeruch mischt sich in frischer Frühlingsluft, auf Straßen und Gehsteigen fließt Wasser, das ein Traktor mit Schlauch verteilt.
Theresa balanciert vorsichtig in ihren Wildlederpumps, tritt fast ins Wasser.
Der Traktorfahrer hupt und winkt vergnügt. Theresa grüßt zurück, läuft zum Tor hinaus.
Die Straßen sind noch leer, verliebte Paare sitzen im Café, Hand in Hand. Ein Mann führt einen Dackel an der Leine, der immer wieder ausschwärmen möchte, aber Herrchen hält ihn zurück.
Der beißt nicht! Nur keine Sorge!, ruft er den Passanten zu.
Theresa, die Hunde fürchtet, wechselt die Straßenseite. Der Dackel schnauft enttäuscht, folgt seinem Herrn.
Theresa biegt um die Ecke, läuft den hohen, schmiedeeisernen Zaun entlang zum weit geöffneten Kirchportal, rückt ihr Tuch zurecht und bekreuzigt sich.
So hat es ihre Oma sie gelehrt.
Machs langsam, Kind, mit dem Herzen. Nicht nur die Finger, sondern mit Bedeutung! Vielleicht braucht Gott es nicht, aber uns Menschen tut es gut, damit wir einen Moment innehalten.
Theresa bleibt stehen, hebt den Blick zu den Kuppeln. Heute glühen sie nicht im grellen Gold, sondern wirken feierlich und ruhig. Da läuten die Glocken, durchbricht ein Sonnenstrahl die Wolken und lässt die Kirchenkuppe wie mit Glitzern erstrahlen wie Wunderkerzen.
Doch dann treibt der kalte Wind die Wolken wieder zusammen, der Regen setzt ein.
Theresa geht zum Kircheneingang, steigt die Stufen hinauf, betritt das Halbdunkel.
Im Zwielicht knacken die dünnen Wachskerzen, helle Lichtstrahlen durchziehen das Kirchenschiff.
Theresa fühlt keine Freude. Sie ist heute aus Gewohnheit hier. Die Heiligenbilder blicken streng, fast tadelnd.
Einfach stehenbleiben, gleich gehe ich wieder. Irgendwie ist mir nicht nach Feiern, schimpft sie über sich selbst.
Da tippt sie jemand an der Schulter. Sie dreht sich um.
Verzeihung!, sagt ein Mann in dunklem Anzug, tiefe Stimme. Entschuldigen Sie. Frohe Ostern
Er wirkt verlegen, runzelt die Stirn.
Ihnen auch. Kulitsch werden heute nicht mehr gesegnet, deutet Theresa auf seine Tüte. Aber das macht nichts, meine Oma meinte immer: Hauptsache, man bringt sie mit Herz!
Ach so? Ich kenn mich da nicht aus, bin in einer Garnisonsstadt aufgewachsen. Kirche war ganz fremd für meine Eltern. Ich heiße übrigens Henrik, fügt er hinzu.
Theresa, nickt sie. Meine Eltern auch so. Aber Oma war gläubig hat mir alles beigebracht.
Ich war als Kind einmal bei der Oma zu Ostern in der Kirche, war vielleicht fünf. Hab nichts behalten, dachte, ich brauch das nicht. Jetzt ist die Oma vor vier Wochen gestorben und heute stand ich vor der Kirche. Ihre Wohnung ist hier um die Ecke. Sie hat Ostergebäck geliebt, ich habs gekauft, keine Ahnung wieso Und jetzt bin ich hier.
Theresa lauscht ihm, betrachtet die Ikonen. Henrik hingegen sieht zu ihr, nimmt ihre feinen Züge im hellblauen Tuch wahr, die dichten Wimpern, die kindlich vollen Lippen.
Sie wird verlegen.
Die Kirche ist schön, vor vier Jahren haben sie restauriert, die Fresken erneuert. Die Ikonen sind lebendig, wirken echt, lächelt Theresa. Entschuldigen Sie, wahrscheinlich klingt das verrückt für Sie?
Nein. Ich versteh nichts von Kunst, schon gar nicht von Sakralem, aber, Henrik schüttelt den Kopf.
Vorn drehen sich alte Damen um, zischen ob seines Basses.
Verzeihung!, will Henrik flüstern gelingt aber nicht. Die Stimme ist einfach zu tief.
Theresa lächelt wieder.
Kommen Sie mit, ich zeig Ihnen alles, schlägt sie vor.
Sie schlendern durchs Kirchenschiff, Theresa erklärt Details der Ikonen, bittet Henrik, sie mal von der Seite, mal von weitem, mal ganz nah anzuschauen.
Die Gesichter verändern sich heute schauen sie traurig, zuckt Theresa die Schultern. Obwohl es Ostern ist.
Ich finde sie nicht traurig. Nur ernst. Aber Sie ist Ihnen was passiert?, brummt Henrik, schon wieder zischen die Omas empört.
Nein, alles gut. Sie täuschen sich, färbt sich Theresa rot. Was soll sie einem völlig Fremden von Alexander und deren Trennung an Ostern erzählen?
Na dann solls wohl so sein! Aber wenn Sie nicht in Eile sind, vielleicht Kaffee draußen? Entschuldigen Sie, bin sonst nicht aufdringlich, aber sonst werden mich die Damen wohl wirklich hinauswerfen.
Die Damen grinsen plötzlich, eine zwinkert Henrik zu.
Ich mag keinen Kaffee. Lass uns einfach eine Runde gehen. Hinter der Kirche ist ein kleiner Garten. Es ist noch früh im Jahr und kalt, aber trotzdem schön
Sie gehen hinaus, Henrik reicht Theresa den Arm, damit sie sicher die Stufen hinunterkommt.
Sie stützt sich auf seine warme, kräftige Hand da stolpert hinter ihr jemand am Türabsatz. Diesen kleinen Stoß kennt Theresa gut: Früher stieß ihre Oma immer beim Hinausgehen mit dem Stock dagegen. Komisch
Theresa dreht sich um, späht in die Dunkelheit des Flurs aber da ist niemand. Einbildung
Im Garten blühen die ersten Kirschbäume, am Boden ein Teppich aus gelbem, blauem und violettem Frühblühern. Ein wagemutiger roter Tulpenkelch ragt hervor.
Theresa erzählt Henrik von ihrer Oma, wie sie diese Parkbank liebte, dort immer saß nach dem Spaziergang.
Möchten Sie Osterbrot probieren? Wenn Sie keinen Kaffee mögen, kramt Henrik in seiner Tüte, wickelt einen kleinen Osterzopf aus. Und Tee kann ich gleich holen sie verkaufen hier welchen, hab ich gesehen.
Während Theresa ihr Stück vom Osterbrot stutzt, läuft Henrik los, bringt zwei Becher mit Himbeertee zurück. Es wird milder, der Regen hört auf, die Sonne lacht plötzlich, das Wetter hellt auf.
Sie brechen das Osterbrot mit den Händen, die Zuckerglasur rieselt auf Theresas Kleid, Schokoladenkrümel verteilen sich sie stört es nicht. Der Tee schmeckt herrlich süß und erinnert an Sommer.
Mit Alexander saß Theresa nie auf einer Parkbank. Er lud sie in Restaurants ein, studierte ewig die Karte, seufzte beim Preis, schimpfte dann, dass alles zu teuer war und es daheim billiger gewesen wäre.
Mit Henrik ist es leicht, unbeschwert. Er erzählt, wie ihn Oma Wilma mit fünf Jahren das Kühe melken auf dem Dorf lehrte, wie ihn Hahne Peter jagte, und der riesige Zottelhund Rudi immer seine nassen Pfoten auf seine Schultern legte.
Ich hab Angst vor Hunden!, ruft Theresa.
Ach was. Rudi war klasse. Vor dem hätten Sie sich nicht gefürchtet. Moment, Sie brauchen ja zum Händewaschen Wasser! Ich hol fix was!
Henrik rennt los, Theresa fühlt sich ganz wie damals bei Oma plötzlich warm umarmt.
Frohe Ostern, Oma!, flüstert sie und lächelt.
Henrik kommt zurück, wischt ihr die Hände wie einem Kind, Theresa muss lachen, sie fühlt sich kurz wie ein sorgloses Mädchen
Später werden sie herausfinden, dass ihre Omas, Anneliese und Wilma, sich kannten, gemeinsam in den Forsten baden gingen. Sie sind sich als Kinder also schon einmal begegnet: Als Anneliese mit der Enkelin beim Bäcker Schlange stand, lugte Henrik schüchtern hinter Wilma hervor, streckte der kleinen Theresa die Zunge raus. Sie schüttelt den Finger, vergisst ihn dann aber wieder
Wer da noch an Zufälle glaubt!, schwärmt Henrik später stolz, als er seine Verlobte bei Freunden vorstellt. Er erzählt immer wieder, wie er zufällig in die Kirche ging, auf Theresa traf und sich sofort verliebte.
Und zu keinem Osterfest ist Theresa mehr traurig. Sie hat mit Henrik zwei Söhne und einen großen Hund namens Rudi. Da hat Traurigkeit keinen Platz!
Wellensittich Otto versteht bis heute nicht, woher plötzlich dieser groß gewachsene, tiefe Stimme besitzende Mann kam, und warum plötzlich noch Kinder ins Haus gezogen sind.
Otto lugt immer mal wieder zum Fenster hinaus was gibt es da draußen wohl alles? Die Meisen necken ihn, aber er ignoriert sie schließlich ist er ein aristokratischer Vogel und genießt das Leben in seiner wachsenden Familie. Ein echtes Hausherrenleben!
Liebe Freunde, frohe Ostern! Der Herr ist auferstanden! Möge Gott uns beschützen, Kraft schenken und unser Herz mit Freude erfüllen!





