Freunde lässt man nicht im Stich

Freunde lässt man nicht im Stich

“Na, was schaust du mich denn so merkwürdig an?” fragte die Rentnerin konsterniert und schüttelte noch energischer die Tüte in ihrer Hand. “Komm schon her, ich will dich doch füttern! Oder hast du mich heute etwa nicht erkannt? Doch, oder?”

Timon seufzte schwer. Natürlich hatte er sie erkannt.

Er wusste sogar, wie sie mit vollem Namen hieß! Richtig: Hannelore Schmidt.

Ganz ehrlich gesagt, hatte Timon schon sehnsüchtig auf ihr Erscheinen gewartet. Aber ausgerechnet jetzt konnte er unmöglich zu ihr hingehen.

“Wahrscheinlich werde ich das später noch bereuen…”, dachte der graugetigerte Kater dann, drehte Hannelore den Rücken zu, wedelte zum Abschied mit dem Schwanz und galoppierte so schnell er nur konnte Richtung Müllcontainer.
*****

Noch nie war Timon in einer so offensichtlich dämlichen Situation gelandet.

In ein paar Metern Entfernung stand eine ältere Dame mit einer Tüte Katzenfutter und lockte ihn immer eindringlicher heran, um ihn zu versorgen.

Sie war ihm keineswegs fremd: Diese freundliche Rentnerin stand mehrmals pro Woche am Rande des Wochenmarkts und fütterte sämtliche Streuner und Hungerleider, die dort gestrandet waren.

Meistens waren das Hunde und Katzen. Aber aus reiner Herzensgüte hätte Hannelore wahrscheinlich auch jedem hungrigen Menschen geholfen.

Das passierte sogar nicht selten. In solchen Momenten fragte sie immer: “Aber du gibst das jetzt nicht für Bier aus, oder?”

“Nein, nein…” pflichtete dann ein bärtiger Typ in löchrigem Anzug bei. “Davon kauf ich mir Brot… oder eine schöne Knackwurst… hab so’n Hunger. Bitte, geben Sie mir was zu essen, um Gottes Willen!”

Timon, der sich nach einem üppigen Mittagessen putzte, beobachtete neugierig, wie Hannelore einen Schein aus ihrem Portemonnaie zupfte und mit den Worten “Aber wehe, du hast mich angelogen!” überreichte.

Wenige Minuten später schlich sich der bärtige Kerl um die Ecke und tauchte prompt mit einer Flasche Korn aus dem nächsten Späti auf.

Selig Rundum zufrieden.

So wenig braucht der Mensch also zum Glück, schien Timon zu denken, während er kopfschüttelnd zusah, wie der Mann schon auf seiner Pappunterlage lag und selig schlief.

Das passierte andauernd. Brot oder Wurst sah der arme Tropf nie nur Schnaps.

Wenn Timons Geduld dann mal am Ende war, schlich er sich heran und rempelte die nagelneue Flasche “versehentlich” um klirr, alles über den Asphalt verteilt.

Ihr hättet mal das Gesicht von dem gesehen! Eigentlich hätte der am liebsten den Kater auf dem Grill.

Timon schlug sich also jedes Mal in irgendeiner Ecke in Sicherheit und betrachtete aus sicherer Entfernung, wie der Bärtige versuchte, seinem vierbeinigen Feind eins auszuwischen.

Nach dieser Geschichte galt Timon bei dem Mann als Staatsfeind Nummer eins bei Sichtkontakt wurde geworfen, was gerade so greifbar war.

Aber das ist nur eine Randnotiz. Hier geht’s gar nicht um diesen gewissenlosen Bartträger, sondern um einen hungrigen Kater und eine nette Oma.

Die Rentnerin kam wie gewohnt auf den Wochenmarkt und entdeckte Timon am Rand.

Er hatte seit zwei Tagen wenig gegessen, war also hungrig wie ein Wolf! Er hätte zu diesem Zeitpunkt vermutlich einen ganzen Wildschweinbraten oder einen Aal verschlingen können. Egal, Hauptsache viel.

Um sein Problem ein für alle Mal zu lösen, hätte er eigentlich nur zu Hannelore laufen und sich das Futter abholen müssen.

Klingt einfach, oder? Einfach zur alten Dame in ein paar Metern Abstand laufen.

Aber an dem Tag lag Sand im Getriebe.

“Na, was schaust du denn? Komm schon endlich, ich will dich doch füttern!” Hannelore schüttelte demonstrativ die Futtertüte. “Hast du mich nicht erkannt, was ist denn los?”

Timon seufzte erneut.

Natürlich hatte er sie erkannt.

Er wusste ja sogar ihren vollen Namen! Bei den Marktständen redeten sie alle von Hannelore Schmidt.

Sie war nämlich früher Marktfrau hier gewesen, bis sie irgendwann in Rente ging. Man kannte sie. Menschen. Hunde. Sogar die Katzen.

Also, nein, daran lag es nicht. Timon erkannte sie.

Während er noch unschlüssig auf der Stelle trat, hatten sich schon zwei andere Kätzinnen zu Hannelore gesellt und schmeichelten um ihre Beine, in der Hoffnung auf eine kleine Nascherei.

Die Dame lächelte, streichelte die beiden, kippte zwei Hügel Trockenfutter auf das Pflaster und schaute dann wieder zu Timon.

“Braucht der Kater heute eine extragroße Einladung? Komm schon!”

Hannelore winkte ihm zu und zeigte der Vorrat ist knapp, wer weiter trödelt, hat das Nachsehen.

Klar war das Timon völlig bewusst. Er machte sogar einen ganzen Schritt in ihre Richtung. Dann erstarrte er und lauschte.

Dieser seltsame Ton, der aus Richtung Müllcontainer klang, wurde mit jeder Sekunde lauter, dringlicher. Da brauchte wohl jemand Hilfe.

Und zwar jemand “von der eigenen Sorte”, pelzig, mit Schwänzchen und vier Beinen. Aber Timon konnte noch nicht erkennen, wer.

Jetzt hatte der Kater die Wahl: Endlich zur netten Dame laufen und den Bauch vollschlagen oder aber Richtung Müllcontainer sprinten, weil da ganz offensichtlich Not war.

Timon hat sich nie für einen Kater-Robin-Hood oder Catman gehalten, aber dieser Helfer-Reflex, der saß eben doch tief.

Eine Minute Zögern konnte da das Leben kosten.

“Wahrscheinlich werd ich’s bereuen” dachte Timon, wendete sich von Hannelore ab, winkte mit dem Schwanz und raste zur Mülltonne.

Hannelore zuckte mit den Schultern, verteilte ihre Futtertüten an die nächsten pelzigen Bittsteller, die schon ungeduldig an ihren Beinen herumstrichen.
*****

Beim Müllcontainer angekommen, blieb Timon erst einmal stehen, um wieder zu Atem zu kommen. Gleichzeitig spitzte er die Ohren.

Während er gerannt war, war das fiepende Quietschen, das seine Katzeinsights so nervös gemacht hatte, verstummt.

Jetzt wurde Timon noch nervöser. “Hätte doch gleich loslaufen sollen!” schimpfte er innerlich.

Mit einem Auge sah er plötzlich, wie sich rechts von ihm etwas ganz vorsichtig bewegte.

Timon tappte rasch zu dem schwarzen Müllbeutel, der auf anderen drauf lag, schnüffelte und berührte ihn dann vorsichtig mit der Pfote. Auf einmal quiekte es.

Na also! Nicht mehr ganz so kläglich wie vorher fast schon freudig.

“So, so, so”, murmelte Timon. “Heißt das etwa, jemand hat was Lebendiges in den Müllsack gestopft, zugeknotet und einfach entsorgt? Nicht nur entsorgt, sondern dem sicheren Hungertod überlassen? Wobei, eher fehlt ihm die Luft… Was stimmt nicht mit den Menschen?”

Ohne lang zu zögern, riss Timon den Müllbeutel mit den Krallen auf dabei ganz vorsichtig, damit das kleine Wesen drin keinen Kratzer abbekam.

Durch einen langen Schlitz blickten ihm zwei feuchte Hundebabaugen entgegen.

Mit Hunden hatte er immer eine “besondere Beziehung”. Gegenseitige Antipathie, könnte man sagen. Überraschung? Eher nicht. Das lief zwischen Hund und Katze schon immer so.

Noch während Timon sich erinnerte, wie ihn letztens gleich zwei “Waldis” aufgemischt hatten, zwängte sich das Hundekind aus dem Müllbeutel heraus und blickte ihn an wie ein Abc-Schütze seine Lehrerin.

Der Welpe tapste sogar auf seinen Retter zu und leckte Timon ein paar Mal über die Nase.

“He, spinnst du?”, fauchte der Kater. “Ich brauch deine Hundeküsse nicht!”

“Wuff-wuff!” bellte das Hündchen fröhlich und zielte direkt wieder auf Timons Nase. Aber der drehte sich beleidigt weg und sprang zur Seite.

“Du bist fit? Hervorragend. Dann such dir einen Menschen, und alles wird paletti.”

Dem Welpen gefiel dieser Plan allerdings nicht. Warum einen Menschen suchen, wenn man einen persönlichen Katzenkindergarten hat? Menschen hatten ihn ja gerade erst im Müll entsorgt! Aber die Katze… Die hatte ihn gerettet.

Und so blieb der kleine Kläffer Timon dicht auf den Fersen. Der wedelte mit seinem Schwänzchen, dass die Herbstblätter durch die Luft wirbelten und wie betrunkene Schmetterlinge zu Boden sanken.

Natürlich hätte Timon sich irgendwo verstecken können oder dem Welpen eine Tatze verpassen, aber dafür war es zu spät. Ohne Hilfe würde das Würmchen eh nicht lange durchhalten.

Außerdem könnte es wieder diesen Menschen begegnen, die ihn ausgesetzt hatten.

“Na gut”, seufzte Timon, “ich sorge dafür, dass du jemanden findest, der dich aufnimmt. Dann sind wir quitt. Ein Kater und ein Hund als Freunde? Lächerlich! Aber später, jetzt erstmal was zu essen beschaffen sonst kipp ich vor Hunger noch um.”

An diesem Abend fand Timon tatsächlich fast einen kompletten Currywurst-Klassiker an der Bushaltestelle. Er schnappte sich das Papierpäckchen mit den Zähnen und schleppte es in ein ruhiges Eckchen, bereit, alles auf einmal zu verputzen aber dann sah er den Welpen, wie er mit glänzenden Augen zu ihm aufblickte.

Timon seufzte, ging ein Stück zur Seite und signaliserte dem Kleinen: Na, dann iss schon.

Das Hundekind stürzte sich begeistert auf die Currywurst.

“Wahrscheinlich ganz lecker so’n Ding…” dachte Timon, “schade nur, dass ich nix abbekomme.”

Aber falsch gedacht!

Der Welpe futterte bis auf die Hälfte, bellte dann einmal glücklich und schob den Rest rüber.

“Na schau an, doch kein Egoist…” Timon war gerührt. Von da an waren sie unzertrennlich.

Freundschaften beginnen eben manchmal ganz unerwartet: Mit Currywurst an der Bushaltestelle.

Timon behauptete zwar, das Ganze hätte mit Freundschaft nix zu tun eher ein erzwungenes Zweckbündnis aber der Kleine schloss den alten Helden jeden Tag mehr ins Herz, und Timon spürte immer deutlicher Verantwortung für seinen pelzigen Anhang. “Wer ihn rettet, muss halt jetzt auch aufpassen, dass ihm nix passiert”, sprach das Katergewissen.

Also behielt Timon seinen Schützling ständig im Blick, denn der brauchte Aufsicht wie kein zweiter: Mal wäre er fast unter ein E-Bike geraten, dann rannte er wieder direkt auf die Hauptstraße… Dieser Hund war ein wandelndes Chaos!

Mit einem Kätzchen kann man reden, aber ein Welpe versteht kein Wort Katze. Er bellt nur und macht, was er will ein schlimmes Kind, erzogen wie ein Sack Flöhe.

Das Schlimmste: Der Kleine wuchs wie gedüngter Spargel. Timon konnte kaum noch genug zu essen heranschaffen, denn die Beute wurde jetzt immer brüderlich geteilt eigentlich noch brüderlicher, denn Timon brach seine Hälfte noch einmal und schob dem Hund noch mehr rüber. Ein Hungerhaken will halt wachsen.

Und das war offenbar eine größere Rasse. Windhund? Wolfshund? Hundasaurus?

“Wenn der mal erwachsen ist, reicht ein Napf nicht mehr”, überlegte Timon und schaute zu, wie der Hund genüsslich ein Stück Rinderfilet verputzte, das Timon ganz mutig aus dem Fleischstand stibitzt hatte.

Das Gezeter der Fleischerin hallte noch über den Marktplatz.

Aber was sollte Timon machen? Jeder ist sich selbst der Nächste naja, oder seinem Hund.

“Wenn ich dich nochmal erwische! Ich weiß nicht, was ich dann mache!”, rief die Fleischerin. Aber Timon und der Welpe waren schon weg.

Eigentlich sollten die Zwei das Viertel längst verlassen. Timon hatte aufgeschnappt, dass bald die Hundefänger vom Ordnungsamt kommen würden. Harter Markt in Berlin.

Aber wohin? Die Stadt war längst unter den Tieren verteilt fremde Hunde hätten sie verjagt, und Katerkämpfe enden meist unschön.

“Mit dem Welpen am Bein kann ich nirgendwo hin”, entschied Timon und blieb erstmal “auf seiner Strecke”, auch wenn sie sich unauffälliger verhalten wollten.

Das Problem war nur: Versucht mal, einem Welpen irgendwas zu verbieten!

Eines Tages entdeckte sie ausgerechnet Hannelore, die regelmäßig zum Markt kam, um die hungrigen Fellnasen zu füttern.

“Du bleibst hier, mucksmäuschenstill”, kommandierte Timon, “ich besorg uns was zu essen!”

Doch kaum war er ein paar Schritte weiter, rannte der Hund schon wieder hinterher. Treuer Kumpel eben!

“Ah, hast du jetzt einen Freund gefunden?”, lächelte Hannelore herzlich. “Kommt beide her, meine Hübschen. Trockenfutter ist leider teuer geworden. Aber ich habe selbst gebratene Frikadellen heute dabei.”

Timon blinzelte Frikadellen! Eigentlich hätte er protestieren sollen, aber jetzt war’s eh zu spät.

Mit einem Blick bedeutete Timon dem Welpen, sich anzuschließen, und keine Minute später mampften sie behaglich Omas Gourmet-Frikadellen.

“Also der Hund, der sieht ja aus, als wäre er was Besonderes … wie ist er überhaupt auf die Straße geraten?”, überlegte Hannelore laut.

“Besser nicht drüber nachdenken, gute Frau…” dachte Timon stumm beim letzten Bissen.

Beim Putzen kamen ihm plötzlich die Erinnerungen: Zwei Jahre zuvor war er noch ein kleines Kätzchen gewesen, die Mutter war weg, niemand kümmerte sich. Irgendwie hatte er den Winter überlebt, blutjung und zitternd. Im Frühling wurde er dann von einem Paar gefunden.

“Na, Günther, nehmen wir ihn mit? Meinst du, aus dem wird mal ein Mäusejäger?”

“Klar doch. Wenn wir ihn nicht überfüttern, klappt das. Kenn keinen Kater, der nicht Mäuse fängt.”

Timon verstand nicht, warum er diesen Namen bekam vielleicht, weil er schmal und lang war. Ganz gleich, schließlich hatte er endlich ein Zuhause.

Aber er hatte sich getäuscht. Die Leute brauchten ihn nur zum Mäusefangen. Streicheln? Fehlanzeige. Ins Haus? Niemals. Futter? Kaum.

“Ein Kater muss Hunger haben, sonst wird’s kein Jäger”, sagte Günther.

Am Saisonende ließen sie ihn zurück. Einfach so.

Timon wartete, Tag um Tag, Woche um Woche, auf seine “Besitzer”. Aber im Winter erkannte er: Die kommen nicht wieder. Nach einem frostigen Tag machte er sich auf nach Berlin.

Auch dort wurde er nirgendwo herzlich aufgenommen. Hunde, Katzen, Menschen überall bekam er eins auf die Mütze. Nur auf dem Markt hatte er seinen Platz gefunden.

Aber daran zu denken, nochmal einen Menschen zu vertrauen? Undenkbar. Er würde sein Leben auf der Straße fristen.

So eine Zukunft wünschte er seinem kleinen Freund nicht.

Der Hund hatte nicht mal einen Namen. Logisch, Namen bekommen Tiere erst von Menschen.

“Keine Angst”, sagte Timon. “Ich find dir ein gutes Zuhause, das verspreche ich!”

Aber das war leichter gesagt als getan. Die richtigen Leute liefen ihm nie über den Weg. Außer Hannelore, aber die schaffte alleine keinen ausgewachsenen Riesenhund.

Doch ein paar Tage nachdem sie den Welpen entdeckte, brachte Hannelore tatsächlich eine Familie auf den Markt mit einen Mann, eine Frau, einen etwa neunjährigen Sohn. Freundliche Gesichter, gute Menschen, fühlte Timon sofort.

“Na, so ein süßer Welpe! Der ist bestimmt was Besonderes. Und wie aufmerksam er schaut!”, schwärmte die Rentnerin. “Besser geht’s nicht!”

Die Familie hatte gerade ein Häuschen im Berliner Umland gekauft Nachbarn von Hannelore und suchten einen Vierbeiner für Haus und Hof. Papa war oft auf Dienstreise, Mama und Sohn sollten nicht alleine sein.

“Hübsch ist er, stimmt”, sagte der Mann schmunzelnd und hockte sich zum Welpen. “Wächst bestimmt mal groß.”

“Paaaapa, den nehmen wir, ja? Ich nenn ihn Fritz!”, rief der Junge begeistert. “Mit dem spiel ich dann im Garten!”

“Warum denn ausgerechnet Fritz?”, grinste der Vater.

“Weil er so ein dicker Bauch hat!” lachte der Kleine.

Timon zog sich ein Stück zurück. Er wollte die Leute nicht stören und niemand sollte seine feuchten Augen sehen. Er wollte ja wirklich nur das Beste für den Kleinen.

Aber Abschied fiel schwer…

“Na, was meinst du, Schatz?”, fragte der Mann seine Frau und nahm den Welpen hoch. “Kaufen wir Fritz? Der wird ein prima Wachhund.”

“Unbedingt”, sagte sie und lächelte.

Unter Danke-Rufen zu Hannelore wollten sie gerade gehen, aber da…

wurde Fritz zappelig auf dem Arm, schlängelte sich heraus, plumpste auf den Asphalt und sprintete rüber zu Timon. Der starrte verwundert.

Wenn er Hände wie ein Mensch hätte, hätte er sich wohl an die Stirn getippt.

Sowas gab’s ja gar nicht: Ein Happy-End für einen Hund, ein schönes Zuhause aber er…

lief zum Kater und fing an, dessen Nase zu schlecken.

“Ich lass dich nicht allein!”, sagte der Welpe auf einmal KLAR im Deutsch der Katzen. “Du bist mein bester Freund. Freunde lässt man nicht im Stich!”

Timon war baff. Nicht nur, weil Fritz wieder bei ihm war, sondern auch, weil er plötzlich Flugkatzen-Deutsch sprach.

Vater, Sohn und Mutter sowie Hannelore standen um die beiden. Alle lachten, keiner verstand, was los war.

“Der will ohne Katze gar nicht mit”, sagte die Frau. “Wenn, dann müssen wir beide nehmen.”

“Papa, bitte! Kann der Kater auch bei uns wohnen? Ich nenn ihn Timon! Die sind doch Freunde!”

“Na gut”, sagte der Vater lachend, “dann eben zwei.”

Seitdem leben Timon und Fritz nicht mehr auf der Straße. Sie haben jetzt ein Zuhause, ein großes Grundstück, liebe Besitzer und eine freundliche Nachbarin, die sie hin und wieder mit Frikadellen verwöhnt.

Und vor allem haben sie einander. Zusammen.

Da kann gar nichts mehr schiefgehen sagt der Volksmund, und der weiß ja bekanntlich alles besser.

Eine Geschichte über Freundschaft, Treue, Ungehorsam und natürlich über die Macht guter Menschen.

Denn ohne sie gäbe es keine schönen Geschichten mit Happy End auf vier Beinen.

Haben wir also weiter Hoffnung solange es noch gute Menschen gibt, ist die Welt nicht verloren.

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Homy
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