Ehemann holt seine Mutter ohne Absprache ins Haus

Also, hör mal, was mir passiert ist. Gestern war ich bei meiner Nachbarin, Ingrid Müller, und sie hat mir frisch gebackene Pflaumenkuchen gegeben noch warm! Dazu ein Glas selbstgemachte Erdbeermarmelade. Wir haben dann Kaffee getrunken und uns unterhalten, und weißt du, was sie mir erzählt hat? Die ganze Wohnanlage redet über den Streit von der jungen Familie Schmidt im dritten Stock.

Stell dir vor, der Markus das ist der Sohn von der alten Frau Wagner aus dem Dorf hat einfach seine Mutter bei sich einziehen lassen, ohne vorher mit seiner Frau Katharina zu reden! Die haben doch nur eine kleine Dreizimmerwohnung hier in München. Und dann kommt er einfach an mit “Mama bleibt jetzt hier, ihr Haus ist abgebrannt.” Natürlich ist Katharina ausgeflippt. Die sammelt jetzt wohl ihre Sachen und will gehen, sagt jedenfalls die Petra von gegenüber.

Und dann, am selben Abend Zufall oder was? passiert bei mir fast das Gleiche. Ich komme von der Arbeit nach Hause in unsere Wohnung am Stadtrand, und wer sitzt da? Meine Schwiegermutter, Hildegard Bauer, mit ihren Koffern! Mein Thomas hat sie einfach hier abgeladen, ohne mich zu fragen.

“Thomas!”, sag ich, “Was soll das? Wir haben doch kaum Platz!”

Er meint nur: “Wo soll sie denn sonst hin? Ihr Haus in Bayern ist abgebrannt!”

Ich versuch ruhig zu bleiben: “Aber wir hätten das wenigstens besprechen können! Vielleicht hätten wir ihr eine kleine Wohnung mieten können oder…”

“Mit welchem Geld?”, unterbricht er mich. “Wir kommen doch jetzt schon kaum über die Runden mit den gestiegenen Preisen.”

Da ist mir dann der Kragen geplatzt. Es geht doch gar nicht ums Geld, sondern darum, dass er einfach über meinen Kopf hinweg entscheidet! Nach fünfzehn Jahren Ehe!

Und dann kommt Hildegard aus dem Wohnzimmer eine kleine, rundliche Frau mit grauen Haaren und entschuldigt sich: “Vielleicht gehe ich besser ins Altersheim…”

Da tat sie mir natürlich leid. Der arme Mensch hat alles verloren. Aber trotzdem!

Später, als wir allein waren, hat sich Hildegart bei mir entschuldigt. “Thomas war schon als Kind so”, sagt sie. “Immer denkt er, er weiß alles besser.” Sie hat mir sogar angeboten, auf dem Boden zu schlafen, damit Thomas und ich zusammenbleiben können.

Und weißt du was? Am nächsten Morgen hat sie uns ein richtig leckeres Frühstück gemacht frische Brötchen, selbstgemachte Marmelade. Dabei haben wir uns dann besser kennengelernt. Sie ist eigentlich ganz nett, meine Schwiegermutter. Und sie kann echt gut kochen!

Jetzt müssen wir nur noch Thomas klarmachen, dass man so was vorher bespricht. Aber mit Hildegart an meiner Seite wird das schon. Vielleicht ist das ja sogar ganz gut, dass sie jetzt hier ist. Mal sehen Hauptsache, sie bringt mir ihr Rezept für Apfelstrudel bei!

Also, das war mein kleines Drama. Jetzt sitze ich hier mit einer Tasse Tee, die Hildegard extra mit Zimt angewärmt hat, und muss lachen, wenn ich an den ganzen Aufruhr denke. Der Streit im dritten Stock geht inzwischen in die zweite Woche, und die Schmidt-Familie hat immer noch nicht geredet. Ich dagegen hab heute Morgen gemeinsam mit Thomas und Hildegard den Esstisch neu arrangiert damit auch Platz für einen kleinen Schreibtisch bleibt, für ihre Pflanzen und ihre Strickutensilien. Kein einfaches Leben in der Stadt, aber manchmal passt am Ende doch alles. Hauptsache, der Kuchen ist warm und das Herz offen.

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Homy
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Ehemann holt seine Mutter ohne Absprache ins Haus
Ältere Dame kämpft darum, aufzustehen und mit einer Schüssel Brot in den Garten zu gelangen.