Heute Morgen brachte eine 18-jährige junge Frau in München ein Mädchen zur Welt. Gleich nach der Geburt schrieb sie eine Verzichtserklärung, rief ein Taxi und verließ ohne einen Blick zurück das Krankenhaus. Sie konnte sich nicht vorstellen, welche Überraschung auf das Kind dort noch warten würde.
Als meine Frau und ich am Abend von Wehen erfasst in die Klinik fuhren, waren unsere Herzen voller Vorfreude auf unser viertes Kind. Unsere Familie ist bereits recht groß und lebendig.
Unsere zweiten und dritten Kinder sind Zwillinge das war für uns völlig unerwartet, da es in der Familie vorher keine Zwillinge gab. Während der nächsten Schwangerschaft hatten wir sogar einen kleinen Spruch: Na, wer weiß, vielleicht werden es ja wieder Zwillinge?
Unsere Eltern waren von der Nachricht begeistert und halfen uns in den ersten Tagen sehr. Beim zweiten Ultraschall wurde uns dann bestätigt, dass diesmal kein Grund für Zwillingserwartungen besteht.
Doch unser vierter Ninja kam zur Welt ein einzelnes, kerngesundes Kind. So waren alle Sorgen schnell vergessen, und wir bezogen unser Einzelzimmer, das ich im Voraus bezahlt hatte.
Einige Stunden später brachte eine Schwester unser Baby zum Stillen. Plötzlich kam der Chefarzt mit ernster Miene ins Zimmer. Wir haben da ein Problem sagte er.
Am selben Morgen hatte eine 18-jährige Münchnerin entbunden, eine Verzichtserklärung unterschrieben und war mit dem Taxi nach Hause gefahren.
Die junge Frau konnte nach der Geburt kaum gehen, doch sie wollte partout nicht auch nur eine Minute länger im Krankenhaus bleiben. Wir mussten sie ziehen lassen.
Das Mädchen, das sie hinterließ, war gesund und wunderschön. Ich dachte: Du hast dir immer Zwillinge gewünscht warum nimmst du dieses Kleine nicht auf?
Wir könnten es so eintragen, als hättest du sie zur Welt gebracht, sagte die Stationsleitung leise. Aber ich will nicht, dass dieses Kind ins Heim muss. Was ist das für ein Leben? Solche Gedanken zerreißen mir das Herz Natürlich ist das alles illegal.
Selbst wenn wir das offizielle Adoptionsverfahren einleiteten, dauerten die Formalitäten viele Monate, und ein gutes Ende war nicht garantiert. Währenddessen müsste das Kind ins Kinderheim.
Es ist traurig Ehrlich gesagt, ich war ganz erschüttert von dieser Situation. Ich kannte die leitende Schwester Hildegard Meier sehr gut eine warmherzige, hilfsbereite Frau. Wir trafen uns sogar ab und zu außerhalb des Krankenhauses.
Wahrscheinlich hat sie mir deshalb ihr Herz geöffnet und mir dieses Dilemma erzählt.
Die junge Mutter wollte nach der Geburt unbedingt sofort gehen;
Das Mädchen war gesund und brauchte Zuwendung;
Eine offizielle Adoption ist langwierig und ungewiss;
Die leitende Schwester bot mir ihre Unterstützung an, aus Mitgefühl und Verständnis.
Der entscheidende Punkt: Solche Geschichten zeigen, wie komplex und zerbrechlich menschliche Schicksale rund um die Geburt eines neuen Lebens sind.
Zum Abschluss kann ich nur sagen: Die Geburt eines Kindes ist immer ein Ereignis voller Hoffnung und Sorgen. Manchmal verläuft das Leben schwierig und unerwartet, und verlangt von uns Mitgefühl und Zusammenhalt. Diese bewegende Geschichte zeigt, wie wichtig Menschlichkeit gerade in Ausnahmesituationen ist.



