Mit 16 Jahren wurde ich schwanger, während ich noch zur Schule ging. In unserem kleinen Dorf sorgte das für einen handfesten Skandal.

Ich wurde mit 16 Jahren schwanger, während ich noch zur Schule ging. In unserem kleinen Dorf war das damals ein großer Skandal. Die Leute zeigten mit dem Finger auf mich und meine Eltern wussten nicht, wohin sie sich vor Scham verstecken sollten. Mein Vater wollte mich nicht einmal mehr anschauen. Es wäre besser gewesen, du wärst gestorben, als uns so zu schänden!, schimpfte er. Fahr zu deiner Großmutter, ich halte das nicht mehr aus. Also zog ich zu meiner Großmutter ins Nachbardorf, wo sie am Dorfrand in einem alten Fachwerkhaus wohnte. Dort war es kalt und ungemütlich, aber ich hielt durch. Am schwersten war es in den letzten Monaten der Schwangerschaft, denn niemand half mir oder kümmerte sich um mich.

Als die Wehen einsetzten, kam der Rettungswagen gerade noch rechtzeitig. Doch ich schaffte es, brachte meinen Sohn auf die Welt und zog ihn im Haus meiner Großmutter groß. Alle rieten mir, ich solle einen Mann suchen, doch ich wollte nicht. Ich lebte und arbeitete nur für meinen Sohn. Als Magnus größer wurde und zum Studium in die Stadt zog, ging auch ich nach Italien, um zu arbeiten.

Früher hätte ich das niemals gekonnt ich konnte mein Kind nicht allein lassen. Aber die Arbeit im Ausland erschien mir verglichen mit dem Leben auf dem Land wie ein Paradies. Ich betreute dort eine alte Dame, die sehr freundlich zu mir war. Ich verdiente gut, manchmal schenkte mir die Signora sogar einfach so 100 bis 200 Euro extra als Zeichen ihrer Dankbarkeit. Durch diese Ersparnisse konnte ich meinem Sohn nach einigen Jahren eine kleine Einzimmerwohnung in München kaufen und ihm Sicherheit geben.

Doch das viele Geld veränderte Magnus sehr. Er besuchte nicht einmal mehr seine Großmutter. Das tat mir weh, aber ich schickte ihm weiterhin jeden Monat 500 Euro und legte den Rest zur Seite, denn ich wollte nicht zurück in das alte baufällige Haus. Nach einigen Jahren beschloss Magnus, zu heiraten. Natürlich bezahlte ich die Hochzeit und half bei allem, was gebraucht wurde. Ich dachte, jetzt werde ich endlich für mich sparen können. Doch innerhalb von fünf Jahren bekamen sie zwei Kinder, und als der Krieg begann, war meine Schwiegertochter bereits mit dem dritten schwanger.

Ich unterstützte sie weiterhin finanziell. Trotzdem gelang es mir, 20.000 Euro für eine Wohnung zur Seite zu legen. Gerade als eine Freundin eine schöne, frisch renovierte Einzimmerwohnung verkaufen wollte, einigten wir uns auf den Kauf.

Im Sommer kam ich zurück, um alles beim Notar zu regeln, doch dann überraschte mich Magnus mit einer Neuigkeit. Mama, wir haben die Wohnung verkauft und ein Haus gekauft. Die Anzahlung ist geleistet, jetzt brauchen wir das Geld für die zweite Rate. Welches Geld? 18.000 Euro. Wie bitte? Ich will mir eine Wohnung kaufen. Mama, das geht nicht. Wir sind schon umgezogen, mit drei Kindern ist eine Einzimmerwohnung unmöglich. Ich habe auf deine Unterstützung gezählt. Warum hast du nicht selbst gespart? Und mich nicht einmal gewarnt? Nein, such das Geld selbst, ich habe den Kauf schon abgemacht. Ich kann später vielleicht noch etwas beisteuern, aber nicht alles.

Mama, ist dir denn egal, wie deine Enkel leben? Natürlich nicht! Ich habe euch jeden Monat 500 Euro geschickt. Davon hättet ihr längst das Nötige sparen können. Du verdienst dir doch in ein paar Jahren wieder eine Wohnung. Wozu brauchst du jetzt eine? Du gehst sowieso wieder nach Italien zurück! Und wenn etwas passiert und ich dringend zurückkomme? Oder ich krank werde? Wo soll ich dann wohnen? Dann gehst du eben ins Dorf zur Oma! Dann geh mit den Kindern selbst dorthin!

Ich blieb bei meiner Entscheidung und gab das Geld nicht her. Ich konnte es mir nicht leisten, meine Wohnung zu verlieren. Magnus war tief verletzt und sprach nicht mehr mit mir. Ich habe gehört, er hat sich das Geld von allen möglichen Leuten geliehen. Aber war ich wirklich verpflichtet, ihm wieder Geld zu geben? Wie lange sollte das noch so weitergehen?

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Homy
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Mit 16 Jahren wurde ich schwanger, während ich noch zur Schule ging. In unserem kleinen Dorf sorgte das für einen handfesten Skandal.
— Du hast heute gesagt, du hast mich geheiratet, weil ich «praktisch» bin! — Und? — Er zuckte mit den Schultern. — Ist das schlecht?