Ich komme bestimmt zurück
– Wie, er ist nicht mehr da?! Sind Sie sicher? Jan blickt die Frau an, die ihn nicht ins Studentenwohnheim lässt, und versucht, herauszufinden, ob sie wirklich die Wahrheit sagt oder doch
– Ganz sicher! Und nun machen Sie, dass Sie wegkommen, junger Mann erwidert die Hausmeisterin harsch, macht ein paar Schritte vorwärts und schiebt Jan vom Eingang weg.
*****
– He, was machst du da?! ruft Jan, beinahe fällt ihm vor Schreck der Topf mit Nudeln aus der Hand.
Er dreht sich gerade um, als ein frecher rotgetigerter Kater, der auf einen Stuhl gestiegen ist, sich aufrichtet und versucht, eine Dose Gulasch vom Tisch zu schubsen.
Jawohl, wirklich fallen lassen!
Mit einer Pfote steht der Kater auf dem Tisch, mit der anderen schiebt er gezielt das Glasgefäß Richtung Kante. Offenbar hofft er, sobald das Glas mit dem köstlichen Inhalt auf dem Boden zerschellt, sich ein paar Fleischstücke zu schnappen und damit zu türmen.
Doch jetzt wurde er ertappt.
– Miau! maunzt der Rote empört, springt rasch vom Stuhl und weicht vorsorglich dem Ausgang der Küche entgegen.
Man sieht ihm an, dass er seine Aktion in keiner Weise bereut. Im Gegenteil er ist sichtlich enttäuscht, dass sein genialer Plan diesmal nicht funktioniert hat.
Wie soll man sich da nicht ärgern? Immerhin muss das Festessen heute ausfallen
– Miau! ruft der Kater erneut, ohne die Augen von Jan zu nehmen, der die Gulaschdose inzwischen in die Mitte des Tisches zurückschiebt.
Jan stellt den Nudeltopf auf den Tisch, schaut verwundert zum roten Kater und fragt sich, woher der überhaupt aufgetaucht ist.
Der Kater denkt gerade das Gleiche: Jan hatte er bis heute noch nie gesehen.
– Wo kommst du denn her? fragt Jan und geht einen Schritt auf den Kater zu. Wer hat dich ins Wohnheim gelassen?
– Miau!
Der Kater lebt schon seit über einem Jahr offiziell im Studentenwohnheim.
Naja, leben eher überleben, wie es gerade geht
Meistens gibt er sich mit dem zufrieden, was die Studenten in den Mülltonnen hinterlassen. Nur in besonders harten Zeiten klaut er auch mal was vom Tisch.
Warum auch nicht? Man sagt doch immer, in einer großen Gemeinschaft muss man auf der Hut sein das hat sich der rote Kater zu Herzen genommen.
Sobald er einen verdächtigen Laut aus der Küche hört, geht er auf Beutefang.
Die Studenten finden seine Diebstähle zwar nicht toll, sehen es aber ein immerhin sind sie selbst permanent hungrig.
Niemand jagt ihn raus, auch wenn der Kater manchmal zu frech ist, denn dafür hält er die Mäuse fern, die nachts ins Haus schleichen. Und die sind auf jeden Fall schädlicher als der ein oder andere pelzige Dieb.
Kurz gesagt: Die Bewohner des Wohnheims dulden die Eskapaden des Katers, und der Kater arrangiert sich mit ihnen.
Nur die Erstsemester, frisch eingezogen, kennen die Abmachung noch nicht und wundern sich, warum überhaupt ein Tier durch die Küche läuft.
Jan gehört zu diesen Ahnungslosen.
Eigentlich will er das Tier gerade vertreiben und der Hausmeisterin melden doch dazu kommt er nicht.
– Jan, was schreist du hier so rum? fragt Paul, der Mitbewohner aus dem Zimmer nebenan, als er in die Küche schaut.
Im Gegensatz zu Jan, der erst seit ein paar Tagen im Wohnheim ist, studiert Paul schon im dritten Jahr hier und gilt unter den Studenten als alter Hase.
– Da hat es doch tatsächlich ein Kater bis in die Küche geschafft und was macht er? Will gleich die Gulaschdose runterwerfen! Unglaublich, oder? sagt Jan.
– Das ist nur Besen, der ist manchmal so grinst Paul und sieht den roten Kater an. In letzter Zeit klaut er öfter Essen. Kein Wunder: Im Sommer war hier kaum jemand, da ist er ganz schön wild geworden.
– Warum heißt er denn Besen? fragt Jan verdutzt.
– Naja Paul kratzt sich am Kopf. Nach ihm bleibt auf dem Boden kein Krümel zurück. Deshalb haben wir ihn so genannt irgendwie lustig, oder?
– Schon, aber sind Tiere hier überhaupt erlaubt? Laut Hausordnung ist das doch streng verboten. Wenn die Hausmeisterin das mitbekommt das gibt Ärger.
– Du hast Recht. Eigentlich ist es verboten, aber unsere Hausmeisterin hat gesagt, er ist unser Kater und gehört hierher. Er fängt Mäuse für uns, bringt einen echten Nutzen für die WG-Gemeinschaft. Für ihn wurde deshalb eine Ausnahme gemacht.
– Na toll, ein Nutzen Wegen ihm wäre ich heute fast ohne Abendessen geblieben meint Jan nachdenklich. Und dabei hätte er sich an den Scherben verletzen können, blödes Tier!
– Ist ja noch mal gut gegangen! lacht Paul. Aber zu seinen Denkfähigkeiten solltest du vorsichtig sein der Kater ist tatsächlich clever. Und schlau
– Das ist einfach nur ein Dieb meint Jan.
– Das ist nicht der Kater, Jan, das ist einfach das Leben Ich muss los! Aber lass deine Sachen einfach nicht unbeaufsichtigt hier in der Küche. Und tu Besen nichts, sonst wirft dich die Hausmeisterin raus die schlägt bei sowas zu!
– Na, dann soll sie ihren Kater doch selbst nehmen.
– Glaub mir, würde sie sofort tun wenn sie könnte. Geht aber gerade nicht.
– Warum nicht?
– Sie wohnt in einer Einzimmerwohnung mit fünf, vielleicht sechs Katzen alles Streuner.
– Wahnsinn Ich habe nie verstanden, wie man so viele Katzen in einer kleinen Wohnung halten kann
– Sie liebt die Tiere nun mal.
Kaum ist Paul weg, öffnet Jan die Gulaschdose, gibt die Nudeln auf den Teller und beginnt zu essen.
Der Kater hockt sich währenddessen ans Fenster, setzt sich ihm gegenüber und starrt abwechselnd Jan und die Gulaschdose an, aus der der Junge ab und zu einen Leckerbissen zieht.
– Hast du Hunger? fragt Jan.
Besen schnaubt. Das sieht man doch
– Okay, entschuldige. Das war blöd von mir schmunzelt Jan. Sollen wir zusammen essen?
Als Jan beginnt, Nudeln und Gulasch zu teilen, beobachtet der Kater das Ganze ungläubig.
Ob dieser Mensch wirklich sein Essen mit ihm teilt oder das nur ein Scherz ist? Doch als Jan den gefüllten Teller auf den Boden stellt, merkt der Kater, es ist ernst.
Wenn er nicht ein richtiger Kerl wäre, hätte er jetzt beinahe geweint. Man stelle sich vor: Ein Mensch teilt freiwillig sein Essen mit mir! Das hatten andere Studenten höchstens zu Feiertagen gemacht. Dieser Junge war wie sie, aber doch anders irgendwie gütiger vielleicht.
Deshalb mag Besen ihn sofort. Nach diesem geselligen Abendessen sieht er Jan endgültig als seinen besten Kumpel an.
So beginnt ihre echte, starke und, was besonders ist uneigennützige Freundschaft.
Jan teilt sein Essen mit dem Kater, verlangt nichts dafür und Besen mag ihn einfach, weil er ist, wie er ist.
Erst begegnen sie sich nur in der Küche und ab und an im Flur, bis Besen eines Tages plötzlich in Jans Zimmer auftaucht. Abends kratzt er an der Tür, und als Jan öffnet, saust er mit erhobenem Schwanz hinein.
Warum auch nach Erlaubnis fragen?
Wer aufmacht, zeigt, dass man rein darf Katzen haben da ihre eigenen Regeln.
Ab sofort liegen sie abends gemeinsam auf dem Bett besser gesagt, Jan auf dem Bett, Besen auf Jan. So ist es für den Kater am bequemsten. Jan schiebt ihn nie runter im Gegenteil, er streichelt ihn stundenlang.
Jetzt versteht Jan langsam auch jene Menschen, die sich mehr als eine Katze halten.
Nur eine Sorge beschäftigt ihn: Früher oder später wird wohl jemand in sein Zimmer einquartiert, dann müsste der Kater raus wer will schon mit einem Tier wohnen?
Zum Glück kommt es nicht so weit.
Die Hausmeisterin, als sie erfährt, dass Jan Besen bei sich aufgenommen und er ihn regelmäßig füttert, nimmt Jan beiseite und flüstert ihm zu:
– Machts euch gemütlich, Jungs! Ich sorge dafür, dass niemand dazuzieht. Und noch was: Danke dir, Jan.
– Wofür?
– Dafür, dass du Menschlichkeit zeigst. Ich habe so oft die Studenten gebeten, den Kater aufzunehmen, aber alle haben abgewunken: Wir haben schon genug Probleme. Du bist der Einzige, der Verantwortung für den Roten übernimmt.
So lebt Jan fortan mit dem Kater zusammen.
Doch den Namen Besen für seinen Freund mag er nicht deshalb überlegt er und nennt ihn Felix.
Dem Kater ist der Name eigentlich egal, aber aus Höflichkeit miaut er zufrieden, als Jan ihn ein paar Mal so nennt.
– Na siehst du! Ich wusste doch, der Name gefällt dir lacht Jan. Also, komm, essen wir!
– Miau!
Alles läuft bestens. Jan fühlt sich mit Felix wohl, plant sogar, ihn nach dem Studium mit in seine eigene Wohnung zu nehmen.
Doch dann tritt auf dem letzten Studienjahr plötzlich Marie in sein Leben.
Eigentlich kennt Jan sie längst, sie wohnt nur zwei Stockwerke höher. Bislang aber sind sie nur Nachbarn.
Bei der Silvesterfeier lernen sie sich näher kennen. Marie bittet Jan, ihr beim Anzünden der Wunderkerzen zu helfen. Just da knistert es gewaltig es funkt zwischen den beiden.
Verliebt wie nie, verbringt Jan fortan fast jede Minute mit ihr, nicht mehr mit Felix.
Der Kater protestiert auf seine Art.
In Maries Gegenwart faucht Felix absichtlich laut, und als die Verliebten ihn einmal aussperren, kratzt und springt er wütend an die Tür, als wolle er sie einrennen.
– Könnt ihr den Kater mal beruhigen?! schimpfen die Nachbarn.
Jan lässt den Kater wieder hinein, entschuldigt sich bei Marie.
Sie verlässt beleidigt das Zimmer, Felix blickt ihr triumphierend nach.
– Felix, das ist unfair! erklärt Jan seinem Kater. Ich mag dich wirklich, aber Marie bedeutet mir auch viel. Vielleicht klappt es ja mit uns. Aber du störst doch nur!
– Miau! entgegnet Felix gelassen.
Der Kater will ihm klar machen: Marie ist nicht die richtige Frau. Doch leider versteht Jan kein Kätzisch.
Bald bestätigt sich Felix Verdacht: Nach der Diplomarbeit, die Jan für Marie schreibt, macht sie Schluss er sieht sie nie wieder.
– Felix, verzeih, dass ich nicht auf dich gehört habe seufzt Jan. Ich dachte, du bist nur eifersüchtig, dabei wolltest du mich warnen.
– Miau schnurrt Felix freundlich und kuschelt sich auf Jans Schoß.
Jetzt kommt der Tag, an dem Jan das Zimmer räumen muss immerhin ist er nun kein Student mehr, sondern Absolvent.
– Frau Müller, sagt er zur Hausmeisterin können Sie bitte ein Weilchen auf Felix aufpassen? Ich muss erst Arbeit finden, eine Wohnung, noch kurz zu meinen Eltern zurück. Sobald alles geregelt ist, hole ich ihn auf jeden Fall ab.
– Natürlich, Jan. Mach dir keine Sorgen, lächelt Frau Müller. Ich bin sicher, Felix wird treu auf dich warten. Stimmts, Felix?
Doch diesmal bleibt der sonst so gesprächige Kater still. Seine Augen sind traurig als ahnte er, dass sich etwas ändern wird, wusste aber noch nicht, was.
– Benimm dich, Felix! sagt Jan, streichelt ihn zum Abschied noch einmal.
*****
Seit dem Tag, an dem Jan aus dem Wohnheim ausgezogen ist, sind sechs Monate vergangen. Leider wurde seine Mutter schwer krank, weshalb Jan länger im Heimatdorf bleiben musste.
Zurück in München, findet er überraschend schnell Arbeit und eine Wohnung zu fairem Preis und eine verständnisvolle Vermieterin dazu.
Als er sie fragt, ob er einen freundlichen, wohlerzogenen Kater mitbringen darf, sagt sie nur:
– Aber natürlich! Ich selbst habe drei Stubentiger das ist ein Glück, ein richtiges Glück!
Endlich fährt Jan zum Wohnheim, um Felix zu holen. Er hat seinen Kater sehr vermisst und freut sich riesig.
Ob er wohl immer noch das Essen der Studenten stiehlt?, fragt sich Jan, als er zum Haupteingang läuft.
– Wo wollen Sie hin, junger Mann? Zutritt nur mit Ausweis!
Jan bleibt stehen und blickt irritiert auf eine ihm völlig fremde Frau mit strenger Miene.
– Guten Tag, wo finde ich Frau Müller? fragt Jan.
– Welche Frau Müller? Auf welcher Etage wohnt sie?
– Sie ist keine Studentin lächelt Jan. Sie war die Hausmeisterin hier. Wissen Sie, wo ich sie finde?
– Ach, die meinen Sie aber die arbeitet hier nicht mehr.
– Wie bitte?
– Aus gesundheitlichen Gründen gekündigt. Ich bin jetzt die Hausmeisterin. Ohne Ausweis geht hier nichts so sind die Regeln!
Das hatte Jan nicht erwartet. Aber was hatte er gedacht? Sechs Monate können viel verändern.
– Hören Sie, ich bin nur wegen meines Katers hier. Ein großer, roter Kater. Er lebte hier im Wohnheim. Kann ich ihn abholen?
– Hier gibt es keinen Kater mehr. Nicht gestattet!
– Warten Sie bitte. Als ich hier studierte, war er noch da. Wir haben sogar zusammen im Zimmer gewohnt.
– Mag sein. Jetzt ist er weg. Ich habe ihn rausgeworfen. Schauen Sie nicht so Vorschrift ist Vorschrift!
– Und wann?
– Was?
– Wann genau haben Sie ihn rausgeworfen? Vor einem Monat? Zwei? Ich muss es wissen!
– Genau zu Semesterbeginn ganz ruhig erwidert die Frau. Sie brauchen gar nicht erst auf dem Gelände nach ihm zu suchen, er ist weg. So ist die Regel: Keine streunenden Tiere im Wohnheim oder im Umkreis. Und jetzt bitte gehen Sie weiter!
Jan will ihr noch etwas sagen, lässt es dann aber schließlich macht sie nur ihren Job.
Draußen sieht er sich hilflos um. Ihm ist klar: Die Chancen, Felix zu finden, sind verschwindend gering. Kein Kater wartet ein halbes Jahr lang an Ort und Stelle.
Vielleicht ist er irgendwohin gewandert, vielleicht hat ihn jemand mitgenommen hoffentlich.
Aber falls nicht lebt er jetzt auf der Straße.
– Hätte ich geahnt, wie das läuft, hätte ich ihn nie dagelassen Jan sucht unter den Straßenkatzen nach seinem Felix. Was, wenn es ihn gar nicht mehr gibt?
Der Gedanke schmerzt ihn sehr. Felix war ihm mehr als ein rot getigerter Kater, er war ein echter Freund.
Und nichts ist schlimmer, als einen Freund zu verlieren.
– Schau ihn dir an, so ein Sturkopf! Nur weil es heute mal keine Nudeln mit Gulasch gibt. Nun isst er nicht mal, was er bekommt!
Jan dreht sich um. Entlang des Bürgersteigs kommt tatsächlich ein großer rotgetigerter Kater direkt auf ihn zu.
Ein paar Meter weiter steht eine ältere Dame mit einem Teller. Sie füttert die Straßenkatzen, und Felix kehrt ihr gerade den Rücken.
Gleich darauf umringen die anderen Katzen die Frau, schnurren, betteln um eine kleine Mahlzeit.
Der Rote jedoch läuft unbeirrt auf das Tor zu, aus dem Jan gerade gekommen ist, unbeachtet von allem anderen.
– Felix ruft Jan vorsichtig.
Der Kater zuckt zusammen, schaut auf, bleibt wie versteinert stehen.
Sie stehen ein paar Sekunden da, sehen sich an, trauen sich nicht, den ersten Schritt zu machen. Vielleicht ein Irrtum?
Dann wischt Jan sich eine Träne aus dem Gesicht, rennt los, und auch Felix sprintet ihm entgegen.
Jan fängt Felix in dem Moment auf, in dem der Kater ihm entgegengesprungen kommt, hebt ihn hoch, drückt ihn fest an sich und lächelt überglücklich. Ich bin zurück zurück, flüstert er.
Vorbeigehende Passanten beobachten diese Szene und lächeln gerührt, und auch die alte Dame, die die Katzen füttert, lächelt mit Tränen in den Augen.
– Verzeih mir verzeih, dass ich dich zurücklassen musste und dich fast verloren hätte murmelt Jan.
– Miau! ertönt es laut, als Felix Jan mit beiden Pfoten fest umarmt.
Die Dame tritt hinzu, wischt sich die Augen und fragt:
– Ist das also Ihr Kater?
– Ja, das ist er, nickt Jan.
– Und wie ist er hier gelandet?
Jan erzählt ihr seine ganze Geschichte. Sie hört aufmerksam zu.
– So spielt das Leben eben manchmal, sagt sie nachdenklich. Einige wollten ihn sogar mit nach Hause nehmen.
– Und?
– Er ging mit niemandem. Und außer Nudeln mit Gulasch rührt er fast nichts an. Wie der das überstanden hat, kann ich kaum begreifen.
– Ja, Felix hat eben seinen eigenen Kopf. Danke, dass Sie in dieser Zeit für ihn gesorgt haben.
– Danke auch Ihnen, junger Mann. Jetzt hat eine Straßenkatze weniger kein Zuhause mehr. Viel Glück!
– Komm, Felix, lass uns nach Hause gehen. Heute gibts Nudeln mit Gulasch und zwar für uns beide.
– Miau! miaut Felix vergnügt.
Dann drückt er sich an Jan und beginnt leise zu schnurren. Sein Mensch ist wieder da, er ist zurückgekommen jetzt wird alles gut.
Und gemeinsam gehen sieMit leichten Schritten machen sich Jan und Felix auf den Nachhauseweg Seite an Seite, wie einst im Wohnheim, nur dass diesmal niemand sie aufhalten kann. Die Frühlingssonne glitzert auf Felix getigertem Fell, und Jan verspürt eine stille Freude, wie er sie lange nicht mehr gefühlt hat.
Zu Hause angekommen, öffnet Jan vorsichtig die Tür zu seiner neuen Wohnung. Felix späht neugierig hinein, macht einen prüfenden Rundgang dann setzt er sich mitten ins Wohnzimmer, blickt Jan an und gibt ein zufriedenes, kehliges Mrrrau von sich.
Jan hebt ihn sanft hoch, streichelt ihn und flüstert: Ab jetzt bleiben wir zusammen, was auch passiert.
In diesem Moment ist Jan sicher: Freunde, die füreinander da sind, finden immer wieder ihren Weg egal, wie verwirrend und stürmisch das Leben auch sein mag.
Und während die Sonne langsam untergeht und durch das Fenster ein warmes Licht ins Zimmer fällt, teilen Jan und Felix endlich ihr Lieblingsessen Nudeln mit Gulasch, natürlich aus zwei Schüsseln.
Felix schnurrt so laut wie nie zuvor.
Denn manchmal bedeutet Heimkommen nicht, einen Ort wiederzufinden sondern jemanden.




