Meinem Mann war es immer unangenehm, in lustigen oder peinlichen Momenten ertappt zu werden – schließlich gilt er als der Inbegriff von Männlichkeit. Deshalb werfe ich heimlich einen Blick ins Badezimmer, genieße den unerwarteten Anblick, drehe mich kichernd hinter die Wand und… vermutlich werde ich mich vor Lachen kaum noch halten können:

Mein Mann konnte es absolut nicht leiden, in einer peinlichen oder albernen Situation erwischt zu werden schließlich ist er doch ein richtiger Kerl. Deshalb luge ich vorsichtig um die Ecke ins Bad, genieße den Anblick und ziehe mich sofort kichernd hinter die Wand zurück. Ich werde wohl noch ewig an diesen Lachflash denken:

Wenn du ein braver Kater bist sag Miau!
Wenn du ein super Kater bist sag Miau…
Wenn du ein geliebter Kater bist sag Miau!

Leise trällerte mein Mann diese Worte, während er unseren Kater, Franz, badete. Sonst wehrte sich das Tier wie verrückt, fauchte, biss und kratzte, aber diesmal entweder gefiel ihm das Ständchen oder er war schlichtweg so geschockt, dass er still hielt.

Jetzt waschen wir dir das Rückenfell sag Miau…
Wir waschen deine Pfötchen sag Miau
Wir waschen dein Schwänzchen sag Miau…

Miau, piepste Franz leise und ergeben.

Hinter der Wand war ich einfach erledigt vor Lachen. Bis heute bereue ich, kein Video davon gemacht zu haben aber ehrlich: Mit so einem Erpressungsmaterial würde ich in diesem Haus wohl nicht lange überleben.

Na, gefällt’s dir nicht? Dann sing ich dir eben was anderes vor.
Miau.

Kurze Pause, dann fängt Alexander wieder an und seift Franz ganz vorsichtig ein:

Schau, wie der Regen mir ans Fenster malt,
dein trauriges Bild oh Maria…

Die Tränen liefen mir vor Lachen nur so die Wangen runter. Gleichzeitig traf mich die Erkenntnis: Mir hatte mein Mann noch nie ein Lied gesungen. Besonders romantisch war er nun wirklich nicht, aber andere Stärken hatte er ohne Zweifel. Und doch: Für den Kater gibt’s Ständchen! Ich wäre fast beleidigt gewesen wenn es nicht so verdammt lustig gewesen wäre.

Während ich das gerade verdaute, maunzte Franz wieder kläglich, und Alexander schwenkte nun auf das alte Kinderlied Auf der Mauer, auf der Lauer um.

Da hätte ich es kaum noch länger ausgehalten noch ein kleines bisschen und ich wäre aufgeflogen. Höchste Zeit, mich langsam und unauffällig ins Wohnzimmer zu verdrücken, denn das Bad war quasi beendet und mein Mann wollte Franz abtrocknen. Ich hatte mich gerade wieder halbwegs gefangen, doch dann…

Klick-klick Fernseher!
Klick-klick Fernseher!
Klick-klick Fernseher…

Ich konnte es nicht lassen und vollendete lautstark den Reim:
Und zwei Maulwürfe sind drin!

Gleichzeitig kugelte ich mich lachend auf das Sofa. Es dauerte einen Moment, bis ich wieder normal atmen konnte die beiden im Bad vermutlich auch.

Kurz danach kamen zwei absolut empörte Herrschaften aus dem Bad: nasser Kater und beleidigter Ehemann, beide betrachteten mich argwöhnisch und zutiefst gekränkt. Mein einziger Ausweg war es, das Gesicht ins Sofakissen zu drücken und mucksmäuschenstill weiterzulachen.

Mit einem letzten souveränen Blick zogen Franz und Alexander dann gemeinsam Richtung Küche davon.

Tage wie dieser lassen mich erkennen: Wahre Zuneigung zeigt sich manchmal in den kleinen, absurden Momenten und eine Portion Selbstironie tut dem Leben einfach richtig gut.

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Homy
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Meinem Mann war es immer unangenehm, in lustigen oder peinlichen Momenten ertappt zu werden – schließlich gilt er als der Inbegriff von Männlichkeit. Deshalb werfe ich heimlich einen Blick ins Badezimmer, genieße den unerwarteten Anblick, drehe mich kichernd hinter die Wand und… vermutlich werde ich mich vor Lachen kaum noch halten können:
Mein Stiefvater wirft mich aus dem Elternhaus – das Frustrierendste daran ist, dass meine eigene Mutter auf seiner Seite steht.