Kardiolog Dr. Braun genießt seinen Urlaub im bayerischen Kurort. Er beschließt, sich frisch zu rasieren und am Abendprogramm teilzunehmen – schließlich, ab 40 zählt man anders. Auch wenn er schon über 60 ist – wer merkt das schon?

Dr. Heinrich Brandenburg, Kardiologe aus Berlin, reiste in den Schwarzwald, um sich in einem renommierten Kurhotel auszuruhen. Er beschloss, sich zu rasieren und für den Feierabend aufzuhübschen für die Generation über vierzig, bei der er, trotz über sechzig Lenzen, immer noch mithalten konnte. Wer zählt da schon die Jahre?

Plötzlich platzte eine Frau ins Zimmer eine Erscheinung, für die es die Ausdruckskraft eines Dürer oder von Spitzweg gebraucht hätte. An ihr hätte man ganzen Anatomieunterricht abhalten können, mit Zeigestab und dem Satz: Die Frau besteht aus ….

Sie überschlug sich beinahe vor Aufregung: Gott sei Dank, dass ein so berühmter Kardiologe wie Sie ausgerechnet heute hier ist! Der Hausmeister bringt den Patienten gerade in den Behandlungsraum und unser Anstaltsarzt ist verreist. Wer ahnt schon, dass ein Infarkt ausgerechnet um Mitternacht zuschlägt?

Brandenburg spürte, dass er da nicht rauskommt. Die Frau musste, ihrem Umfang nach zu urteilen, mindestens hundertzwanzig Kilo wiegen, und in der Mitte ihres Gesichts thronte ein Lippenstift-Abdruck in Feuerrot wie das Siegel eines mittelalterlichen Bannspruchs auf einem Marmelstein. Solchen Frauen zu erklären, dass auch renommierte Ärzte nicht zaubern können, besonders wenn sie nur den Hausmeister und eine als sexy Schneemann kostümierte Krankenpflegerin als Assistentinnen haben, ist Perlen vor die Säue.

Wenig später trat ich in die Behandlungsstube: Der Hausmeister stand zitternd mit einer rollbaren Liege parat. Darauf lag ein schlaffer, bärtiger Mann, von der Patientenakte fast erdrückt, ähnlich einem pubertierenden Siebtklässler mit der Schädelform eines Holzhackers. Solche Konstitution sieht man meist bei Wissenschaftlern, die jahrelang Proben geschleppt haben.

Der halluziniert, erklärte der Hausmeister. Er redet ständig von Rose, als sei er in einer Gärtnerei.

Die Krankenschwester, ein echtes bayerisches Kalenderblatt in Weiß, maß den Blutdruck: 70 zu 50, rief sie, und das sinkt weiter! Das ist nicht Druck, das sind die Maße meiner Extremitäten, lachte sie schrill, bis mir eine Gänsehaut den Rücken hochkroch. Im Bericht stand allerdings, dass 180 zu 100 sein Normalwert war.

Ich sondierte Blick und Raum nach dem Nötigen ab. Da hörte ich plötzlich ein Schluchzen davon gibt es normalerweise keine Töne in Behandlungsräumen. Die Schwester weinte hemmungslos. Was ist los?, fragte ich. Der Mann tut mir so leid …, schluchtzte sie.

Ein leises Unbehagen überkam mich. Schnell, Adrenalin! Weißt du überhaupt, wie das geht? Ich begann, meine Hände mit Desinfektionsspray abzureiben. Sie jammert: Der arme Mann!, und sackte neben dem Türrahmen zusammen.

Ich griff zum Spritzenset und füllte es selbst und dann fiel mein Blick auf den Hausmeister. Der hatte noch nie so eine Kanüle gesehen eine Nadel, mit der man es mit Piraten aufnehmen könnte. Ich kenne niemanden, dessen Sitzfleisch nicht allein beim Anblick dieser Spritze erbebt hätte. Seine Pupillen vergrößerten sich zu grauen Tellern, und er begann zu schwanken. Die Schwester hockte weiter heulend im Eck. Kurz dachte ich: Ein Klaps auf die Backe würde helfen aber was, wenn das Reflexe auslöst, und sie samt Mauerwerk durchs Fenster fliegt?

Mir platzte der Kragen. Alle mal bitte zurück!, brüllte ich, suchte das Brustbein des Patienten und setzte die Spritze. Plötzlich sackte der Hausmeister in sich zusammen.

Dem Hausmeister kann doch geholfen werden!, schluchzte die Schwester.

Was ist denn mit euch los?! Wo ist unser Riechsalz?, rief ich aufgebracht.

Sterben die jetzt? Das darf ich alles gar nicht sehen oh Himmel!

Auf dem Tisch stand eine gegossene Gusseisenlampe mit der Gravur David heilt den Löwen von Halsschmerzen. Fünf Kilo schwer beinahe hätte ich sie benutzt, um für Ruhe zu sorgen, aber ich ließ es. Ich befahl lautstark Disziplin.

Da setzte sich plötzlich der Patient auf der Liege auf noch immer mit geschlossenen Augen.

Nicht hier randalieren, junger Mann, wies ihn die Schwester streng zurecht und legte ihre Hand auf seinen Kopf, um ihn wieder herunterzudrücken. Das Riechsalz ist im Schrank.

Der Hausmeister war so weit weg wie die U-Bahn nach Mitternacht; kein Puls spürbar. Die Hand des Bärtigen glitt erneut von der Liege wieder weg. Ich brüllte: Herzmassage jetzt!, zerrte den Hausmeister bei einem Bein aus dem Weg.

Die Schwester drehte den Mann herum, zog ihren Rock hoch und wollte sich gerade auf den Mann setzen, um mit der Wiederbelebung zu beginnen. Herzmassage nicht Massage, ihr Sanatorium-Dilettanten! rief ich noch.

Sie setzte sich energisch auf seinen Brustkorb, die Liege ächzte und knirschte. Ich presste dem Hausmeister Riechsalz unter die Nase, beobachtete das Treiben: 120 Kilo Lebendgewicht treffen auf 60 Kilo Wissenschaftler, aus dem Patienten entwich die Luft wie aus einer defekten Luftpumpe.

Ich hievte den Hausmeister auf die Bank, doch die Schwester war völlig von Sinnen und drohte, den armen Mann zu zermalmen. Ich zerrte sie herunter, gab ihr auch Riechsalz und platzierte beide nebenan. Da saßen sie nun wie Hühner im Stall Watte im Nasenloch, einer die Hose bis zu den Knien, die andere der Rock unterm Arm Notfallteam auf bayerisch. Sie reagierten kaum auf Ammoniak.

Da setzte sich der Patient plötzlich wieder wie ein Klappsitz auf noch immer die Augen zu und drehte seinen Kopf langsam Richtung Hausmeister. Der reagierte sofort und fiel prompt vornüber. Ich sah noch, wie sich vom Aufprall auf dem Boden kleine Sternchen bildeten.

Meine Damen und Herren, begann der Patient, ohne die Augen zu öffnen, ich möchte Sie eindringlich bitten, mich nicht weiter zu behandeln

Dann erzählte er, er sei ein geborener Hypotoniker. Vor Schneefall fällt sein Kreislauf ab wie ein Luftballon, bei Gewitter zieht ihn der Durchzug von links nach rechts im Haus. Er kann nichts dafür; für ihn sind 80 zu 50 Alltag. Ein Tässchen Espresso, und alles ist gut. Das einzig Falsche: Noch einmal diese Frau mit der Kette aus Billardkugeln auf der Brust zu haben, das erträgt sein Kreislauf nicht. Er dachte schon, er stirbt, und seine Frau käme aus der Toilette zurück und wundere sich. Sie sei die eigentliche Patientin, und er sollte jetzt wohl sterben.

Mir wurde kreidebleich. Ich schnappte mir die Patientenakte und auf dem Deckblatt stand: Rosa Yarzfeld. Da fiel mir ein, dass ich auf der Zugfahrt hoffte, hier eine Schwarzwald-Bekanntschaft zu machen vielleicht was Nettes Jetzt wusste ich es besser.

Was ist das?, fragte ich die Schwester und zeigte die Karte.

Das ist die Akte, sagte sie und starrte in die Luft, Watte im Nasenloch.

Das ist aber nicht Rosa Yarzfeld es ist höchstens ein Lothar, ihrer Gattung nach.

Ein gewissenhafter Arzt hätte das erkennen müssen.

Du bist, ich verlor den Faden.

Einen Moment, meldete sich da der Patient. Ich bin hier nur der Ehemann, habe meiner Rosa einen Kefir gebracht. Sie ging aufs Klo und ließ die Akte liegen dann kippte ich um, der Hausmeister packte mich und fuhr mich her. Mir gings mies, aber jetzt ist alles paletti. Besonders bei so viel Publikum. Die Hypotonie ist jedenfalls überwunden. Bringen Sie jetzt ein Feuerzeug unter mich, ich fliege glatt in den Orbit so hoch ist mein Blutdruck jetzt. Schlaf brauche ich nach dem Adrenalin-Schock die nächsten zehn Jahre nicht, das passt gut zu meiner wissenschaftlichen Arbeit.

Nachdem der Mann mit dem Kefir den Raum verlassen hatte, flüsterte die Schwester: Am besten, wir waren nie hier. Ich überlegte, die Lampe zu benutzen, doch sie war schneller:

Den Hausmeister nehme ich mir vor.

Im Schwarzwald habe ich dann keine Bekanntschaft mehr gemacht. Ich habe gelernt: Glaube niemals, ein Kurort habe keine Risiken und nimm nie eine Identität für bare Münze.

Heinrich Brandenburg,
Kardiologe aus Berlin.

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Kardiolog Dr. Braun genießt seinen Urlaub im bayerischen Kurort. Er beschließt, sich frisch zu rasieren und am Abendprogramm teilzunehmen – schließlich, ab 40 zählt man anders. Auch wenn er schon über 60 ist – wer merkt das schon?
Die zweite Familie Als Lisa älter wurde, fiel ihr auf, wie schnell ihr Vater nach dem Tod der Mutter eine neue Frau geheiratet hatte. Und dass Vera, die nur ein halbes Jahr älter war als Lisa, und Maxim, drei Jahre jünger, den beiden verdächtig ähnlich sahen. Eines der lebhaftesten Kindheitserinnerungen von Lisa war eine wunderschöne Puppe mit knallroten Haaren an der Supermarkt-Kasse. Sie erinnert sich daran, wie sie ihren Papa am Arm zog und um diese Puppe bat, doch er beugte sich zu ihr hinunter und sagte tadelnd, aber leise: „Lisa, du kannst doch nicht so egoistisch sein. Dein Bruder braucht Medikamente, wir müssen alle bis zum Monatsende etwas essen – und du willst unbedingt eine Puppe.“ Als hätte sie zuhause nicht schon genug Spielzeug. Lisa hatte das Gefühl, dass nicht nur ihr Vater, sondern auch die ganze Menschenschlange um sie herum sie verurteilend ansahen. Wie konnte ein braves Mädchen (und Lisa wollte unbedingt brav sein) ein Spielzeug wollen, wenn der Bruder krank ist und zu Hause kaum etwas zu essen da ist? Natürlich gab es Spielzeug. Fast alles jedoch war von Vera und Maxim kaputt gemacht worden, aber das kümmerte die Erwachsenen nicht. Sie hatten Wichtigeres zu tun als Lisas Spielsachen oder ihren Wunsch nach der Puppe mit den roten Haaren. Als die Mutter noch lebte, bekam Lisa ab und zu eine Puppe. Nicht immer – schon mit fünf verstand sie das Wochensystem, wusste, dass es von Montag bis Freitag nach dem Kindergarten keine Chance auf Extras im Laden gab. Aber am Wochenende lief es anders: Dann ging die Mutter mit ihr gezielt in den Laden und sagte: „Also Lisa, wenn es unter zwanzig Euro kostet – such dir etwas aus!“ Lisa wusste schon: Bei einer Eins und drei Nullen im Preisschild durfte sie sich etwas wünschen – Mama hielt ihr Wort. Mama schimpfte nie, weil Lisa sich etwas wünschte. Über das „Betteln“ schimpfte sie schon, vor allem wenn Lisa, noch jünger, im Supermarkt versuchte, sich am Boden zu wälzen. Sie hatte es bei anderen Kindern gesehen, bei ihr aber half das nichts – sie bekam Hausarrest und keinen Zeichentrickfilm. Aber am Wochenende bekam sie trotzdem die gewünschte Puppe. Mama nannte sie nie egoistisch, nur weil Lisa etwas für sich wollte, auch wenn es der Familie nicht gutging. Es gab immer Probleme – die Mutter wurde krank, lange und erfolglos behandelt. Mit sechs blieb Lisa beim Vater. Das erste Jahr gab es keine Spielsachen, keine Gutenachtgeschichten, keine Liebesbeweise. Der Vater brachte sie in den Kindergarten, in die Schule, holte sie ab, kochte einfache Nudeln mit Würstchen (Lisa mochte seine Küche nicht, aber es gab nichts anderes), setzte sich dann vor dem Fernseher bis tief in die Nacht: Fußball, Boxen oder Talkshows. Lisa wollte Zeichentrickfilme schauen, aber Papa bestand darauf, dass sie Hausaufgaben machte oder las. Sie kuschte, denn Bücher las sie eigentlich gern. Wie der Vater in seine Fernsehwelt abtauchte, so verschwand Lisa in ihren Büchern. Halb ein Jahr später kamen überraschend Schwester und Bruder dazu. Später begriff Lisa, wie schnell alles nach Mamas Tod und Daddys neuer Ehe passiert war. Vera, nur ein halbes Jahr älter, und Maxim, drei Jahre jünger, sahen ihnen zu ähnlich. Als Kind verstand sie nicht, warum der Vater Vera und Maxim zu lieben schien, während sie, Lisa, immer als egoistisch und schwierig galt. Sie zogen mit dem Vater zu Dasha aufs Land. Viel Platz war nicht, ein Zimmer für Lisa gab es nicht: Sie schlief im Flur, zwischen den Schlafzimmern von Maxim und Vera. Ein Tuch diente als Vorhang. Vera riss dieses gern beiseite, zerrte Lisa am Haar aus dem Bett: „Ich weck sie doch nur, sonst kommen wir zu spät zur Schule!“ – und alle fanden das normal, selbst am Wochenende. Normal wurde es auch, dass Lisas Sachen und Spielzeuge Vera überlassen wurden. „Du liest doch sowieso nur, spielst nie“, meinte der Vater, als Lisa einmal ihren Teddybären zurückforderte, den Oma aus Norddeutschland geschickt hatte. Die Oma – die Mutter ihrer Mama – lebte am Polarkreis, verdiente gut, sah Lisa jedoch selten. Ab und zu telefonierten sie. Einmal beschwerte sich Lisa über den Teddybärenklau. Papa war wütend, redete ernst mit ihr: „Wir wohnen bei Dasha, sie kümmert sich um uns. Weißt du, was sie alles getan hat? Ohne sie wäre ich nach dem Tod deiner Mutter gar nicht mehr da gewesen. Willst du, dass Papa verschwindet und du ganz allein bleibst?“ Lisa schüttelte den Kopf. Ohne Papa? So schlecht er sie behandelte, so ganz ohne Vertraute wollte sie nicht sein. „Warum machst du dann mein Leben kaputt mit deinen Forderungen, du undankbares Kind? Wegen eines alten Teddys so einen Aufstand? Vera wollte ihn, deswegen bekam sie ihn! Du solltest dich daran gewöhnen, nicht das einzige Kind zu sein. Du hast doch eine reiche Oma! Vera bekommt nie so viel wie du – du musst teilen.“ Schon als Kind spürte Lisa, dass Papas Argumente nicht stimmten – aber widersprechen konnte sie nicht. Keiner hätte sie ernst genommen. Das eigentliche Problem war Maxim. Der Junge hatte ernste neurologische Probleme. Viel Geld floss in Medikamente und Behandlungen. Immer neue Spezialisten – Schwimmen, Reiten, Massagen, Hauptsache, es wurde besser. Das wirkte auch ein bisschen: Maxim holte langsam auf, könnte als Erwachsener ein normales Leben führen, aber dafür ging fast das gesamte Geld von Lisas Vater drauf. Es schien Lisa so ungerecht, dass Maxim für winzige Erfolge gelobt wurde – während ihre Siege bei Schreibwettbewerben, gute Noten und Hausaufgaben niemanden interessierten. „Wow, großes Ding“, brummte Papa, als Lisa stolz ein Siegerdiplom zeigte. „Kannst du damit wenigstens die Heizung anzünden. Wenn du mal Geld verdienen würdest für Maxims Medizin, dann wäre das wenigstens nützlich!“ Das Mädchen schwieg daraufhin endgültig, ging dem Vater aus dem Weg. Ausgerechnet Stiefmutter Dasha zeigte dann ein bisschen Zuneigung: Sie war nicht die Hexe aus den Märchen, sondern lobte Lisa, nannte sie ihre „kleine Helferin“, seit Lisa mit elf im Haushalt half – vor allem, um gelobt zu werden. Und weil es eine seltsame Freude war, Dashas Streit mit ihrer eigenen Tochter zu erleben, wenn diese abends zeterte: „Du hast Lisa lieber als mich! Papa liebt wenigstens mich, du nie!“ – „Papa liebt mich, darum lässt er dir alles durchgehen! Du rauchst hinter der Schule, mobbst jüngere Mitschüler – ich kann nicht mehr ständig zu den Lehrern gerufen werden! Lisa macht nie Ärger, du…“ Vera rannte daraufhin von zu Hause weg. Die Polizei suchte nach ihr, alle waren in Panik – Lisa aber fühlte sich zum ersten Mal sicher im eigenen Haus und wünschte sogar, Vera käme vielleicht gar nicht wieder. Ohne sie wäre das Leben vielleicht besser. Doch Vera fand sich: Mit elf hatte sie sich tagelang bei einem Klassenkameraden versteckt. Da wurde plötzlich das Jugendamt aktiv und nahm alle Kinder aus der Familie, brachte sie einzeln zu Psychologen und Ärzten. Fragen über Fragen wurden gestellt – jemand deckte nach und nach die ganze Wahrheit auf. „Lisa, pass bloß auf, was du diesen Tanten erzählst“, warnte sie der Vater in einem seltenen Gespräch. Lisa empfand nur noch Ekel gegenüber diesem Mann. Er erinnerte sich nur an sie, wenn’s ums Eingemachte ging, wenn Lisa bezeugen sollte, wie „normal“ die Familie war und Vera eben „eine Ausreißerin“, kein Zeichen elterlichen Versagens. Mit ihren elf Jahren war Lisa aber schon schlau genug zu begreifen, dass Vater und teilweise auch Dasha Mitschuld trugen an Veras Absturz. So sehr Lisa Dasha mochte – sie konnte nicht ignorieren, dass für ihre Mutter „nur der kranke Maxim“ ein Thema war. Die Tochter bekam nur Vorwürfe, keine Liebe. Liebe versuchte Lisas Vater zu geben – meistens auf Lisas Kosten. Doch das war ein schwacher Ersatz für echte Gefühle. Und manchmal interessiert sich auch das deutsche Jugendamt für eine Familienatmosphäre, die alles andere als gesund ist. Doch das, wie Lisa später erfuhr, war das Letzte, was ihren Vater wirklich beschäftigte…