Quasimodo – Die Legende von Notre-Dame in Paris

Quasimodo

Er war wirklich ein Quasimodo, dieser Hans-Jürgen Viktor Fromm! Kein Scherz! Der neue Hausmeister ist eine echte Schreckensgestalt, hatte Hildegard gleich gesagt.

Voll das pockennarbige Gesicht, eine Nase wie gebrochen, so mit Buckel, verstehen Sie?, formte Hildegard zwei Finger wie eine Kneifzange, drückte sie an ihren kleinen, geraden Stupsnase, und die anderen Frauen beugten sich lauschend vor. Dem sieht man sofort an, dass er nichts Gutes im Schilde führt. In den wilden Neunzigern hat er bestimmt viel Dummes angestellt, rumgepoltert, aber jetzt, jetzt reichen die Kräfte nicht mehr, da hält er sich eben als Hausmeister über Wasser. Ganz verdreht, immer hält er sich an seiner linken Hand fest, als wäre sie vertrocknet oder sonst was. Und wie der beim Unterschreiben gezittert hat ich hätt beinahe das Bewusstsein verloren! Die Mädels, alle längst über sechzig, zerrten ihre Hälse noch weiter vor, gespannt vor Neugier.

Was denn, was, was war beim Unterschreiben?, piepste irgendwann Else-Marie.

Der hat keinen Finger an der Hand!, flüsterte Hildegard schrill weiter. Ein echter Ganove! Man weiß doch, den… na, den Finger, den schneiden sie ab, wenn du beim Klauen erwischt wirst! Sie hieb sich auf die Stelle, wo Fromm keinen Finger mehr hatte.

Die Damen, alle schon weit weg von jugendlicher Taille und Müßiggang, mit Marotten, Haushaltssorgen und der Abgeschiedenheit des Alters vertraut, japsten erschrocken, und Else-Marie schlug sich die Hand vors Gesicht.

Schrecklich! Warum ausgerechnet bei uns? Ich krieg jetzt Angst!, murmelte Magda, zog ihre Handtasche ganz eng an sich und fingert im Portemonnaie nach ihren Euros. Ich bin doch alleine. Wie wir alle hier…

In Bad Münstereifel gab es sowieso kaum noch Herren. Die meisten Saufköppe und Radaubrüder hatten schon Familien und fehlten auf dem Markt. Für viele waren nur die alten Jungfernrollen geblieben. Wer aus Hildegards Kreis geschieden war, hatte den Kerl mit Ach und Krach aus dem Haus getrieben, doch das Interesse am männlichen Geschlecht war geblieben…

Was solls! Heutzutage gibts doch nichts mehr zu fürchten!, meinte Hildegard aufgesetzt mutig. Der ist keine Gefahr mehr, glaubt mir. Der hat seinen Dienst getan! Ich bin sicher, unser Fromm Moment, rieb sich die Lesebrille, wühlte zielsicher in den Papieren und hob bedeutungsvoll eine Augenbraue, Hans-Jürgen Viktor, der steht bestimmt unter Beobachtung!

Und warum dann Lagermeister? Ach, Hildchen, erzähl doch keinen Quatsch. Ich spür so was, ich kenn mich mit Leuten aus!, reckte Alma, die kleine drahtige Alte, das Kinn. Ich erkenn das sofort, wenn ich ihn sehe.

Dann geh doch aufs Lager! Wenigstens die Reißzwecken holen für das Maiplakat wir haben keine!

Das knallig bemalte Maiplakat lag zwischen schweren Stanzen im Büro von Hildegard. Sie selbst hatte die weißen Tauben gemalt. Alma steuerte rote Fähnchen bei, und Magda, die als Kind Zeichenkurse besucht hatte, bastelte eilig die Menschen und ein Stück Berliner Mauer dazu. Bei ihr sahen die Leute immer weniger schlimm aus als bei den anderen.

Was laufen wir denn rum! Lass ihn bringen! Ich such nicht in schimmligen Kellern herum, winkte Alma ab. Sofort! Mit ihren knöchernen Fingern und den goldenen Ringen griff sie nach dem Plastiktelefon, das einmal sonnengelb gewesen war, jetzt aber trübe wirkte, und wählte mit spitzem Zeigefinger die Nummer.

Läääger? Nu, is dit das Lager oder nicht?, dehnte sie die Laute, dass jedem der letzte Laut in den Ohren dröhnte. Hier versteht man ja nichts! Klar und deutlich sprechen! Lager oder was?

Es rauschte in der Leitung, Alma nickte, die Kolleginnen spitzten die Ohren.

Ja Wir brauchen Reißzwecken. Für den vierten Trakt! Das Plakat muss angebracht werden! Wie bitte? Wie? Nein, ich hab Sie nicht verstanden! Wir selbst kommen? Was fällt Ihnen ein! Unverschämtheit! Fromm, ja? Sie werden sich wundern! Und das ist keine Drohung! Wir kennen Ihresgleichen! Kannte schon meinen Opa! Auf Wiedersehen!

Sie knallte den Hörer auf, ihr Nasenspitz wirkte noch spitzer, und die ohnehin winzigen Augen wurden schmal und stechend.

Na, schön… Los, Edeltraud, du bist die Jüngste von uns, hör auf mit der Schreibmaschine, den Bericht schaffen wir später noch, komm mit mir in den Keller. Wir brauchen unbedingt weitere Nägel!, rief sie ins Nebenzimmer.

Edeltraud, so um die fünfzig, klein und rund, war heute gar nicht gut gelaunt. Die Hände, ganz geschwollen, taten ihr weh und sie war müde: daheim warteten Gemüsegarten, ihre Himbeersträucher, der schiefe Schuppen und eigentlich fehlte es an Kraft.

Alma, ich hab noch genug Nägel im Schreibtisch! Reicht für die nächsten Wochen. Lassen wir lieber den Bericht schnell fertig machen!

Zu wenig. Wir brauchen mehr. Komm mit!, sprang Alma auf, wollte schon zur Tür, da klingelte plötzlich das rote Chef-Telefon auf ihrem Schreibtisch. Sie griff hin, nickte immer schneller, verabschiedete sich, seufzte schwer. Vorstellung abgesagt. Konferenz ruft. Du musst alleine gehen, Edeltraud. Damit die wissen, dass wir uns nicht alles gefallen lassen! Und häng das Plakat auf, bis ich zurück bin!

Die Frauen schwappten wie ein rauschender Strom aus dem Büro zurück zu ihren Plätzen.

Edeltraud zuckte resigniert die Schultern, stapfte die steile Kellertreppe hinab. Noch bevor sie unten war, bog sie den Topf mit dem schiefen Gummibaum zurecht, schloss schnell ein Fenster sonst wurde im Flur zu kalt und musterte sich kurz im Spiegel, strich am Jackenkragen.

Edeltraud, so urteilte Nachbarin Frau Martha, ist auch nicht mehr taufrisch.

Ne, noch nicht verdorben, die Männer schwirren schon noch um sie herum , kicherte Frau Martha, aber eben auch keine Maiblume mehr, unsere Edeltraud ist halt spät dran. Jetzt muss sie nehmen was kommt die Guten sind schon alle vergeben!

Edeltraud hörte nie hin, träumte lieber bei Liebesfilmen, weinte über Romanheldinnen, und kuschelte, wenn sie traurig war, ihren treuen Kater Balduin, der es ihr mit schnurrendem Kreisen auf den Knien dankte. Aufgabe Aufatmen.

Irgendwie wirds schon, Balduin, findest du nicht? Noch ein bisschen, dann fahren wir in die Ferien zu Tante Liesel. Du schnurrst auf der Veranda und ich… ich pflücke Walderdbeeren!

Sie erinnerte sich, wie sie früher mit ihren Freundinnen in den Wald ging, kleine Eimer und Tücher um den Kopf Edeltraud sammelte Körbe voll, Gerda und Renate sparten nicht am Naschen. Sie teilten alles Beeren, Himmel, das Rascheln der Birken und das Fließen der Ahr, oben der Traumschleier aus Sonnenstrahlen, alles ihnen und niemandem.

Von Tante Liesel hatte Edeltraud damals Balduin mitgebracht, zerrupft und abgemagert, aufgepäppelt, und nun war er ihr bester Freund er sprang auf ihren Schoß, rollte sich zusammen… Viel Platz war da nicht, aber er bemühte sich, sich klein zu machen.

…Nach endlos vielen Stufen stand Edeltraud bibbernd im kalten Kellergewölbe. Die Wände mausgrau, tief unten mit roten Markierungen, überall neue Türrahmen und Fenster. Im Sommer wollte man renovieren, schon lag alles griffbereit.

Vorsichtig quetschte sich Edeltraud vorbei, blieb an einem Brett hängen, ein Wollfaden von ihrem Jackenärmel hing lose herab.

Missmutig meckerte sie: Hallo? Ist hier jemand? Ich bräuchte ein paar Reißzwecken!

Kein Mucks, dann irgendwo ein Türquietschen.

Hier rein! Vorsicht, wo sind Sie?

Ich hier kann nicht weiter, sonst reißt alles. Sie haben hier ja wahre Barrikaden gebaut!

Bleiben Sie, ich komme!

Es polterte im Hintergrund, ein dumpfer Fluch, dann eine Entschuldigung, und schließlich erschien ein Mann im blauen Arbeitskittel im fahlen Neonlicht. Er ging ein wenig schief, das Gesicht halb abgewandt, als wollte er Edeltraud nicht anschauen lassen.

Sie wurde neugierig. Was Hildegard alles über ihn erzählt hatte …

Ein kleiner pummeliger Mann, scheinbar mit einem Lichtkranz überm Kopf, wie ein zerrupfter Engel kam er Edeltraud vor.

Sie, selbst ein Dickerchen, räusperte sich. Fromm humpelte zu ihr, reichte ihr die Schachtel Nägel.

Hier. Für Ihren Bereich. Moment. Rasch zückte er das Lagerbuch. Bitte unterschreiben!

Edeltraud verdrehte die Augen: Für diese ranzige Schachtel, aus der gleich alles rausfällt? Ach, na gut. Aber ich habe keinen Stift dabei…

Da reichte er ihr einen blauen Bleistift, und sie sah beim Zugreifen seine handlose, entstellte Hand ohne Finger.

Sie starrte zu auffällig, Hans-Jürgen fuhr zusammen, steckte die Hand weg, riss das Buch an sich, drehte um und verschwand im Gang.

Entschuldigung…, nuschelte Edeltraud. Fromm schwieg.

Oben, als Edeltraud die Schachtel auf die lackierte Tischplatte knallen ließ, umringten sie sofort die anderen, bohrten mit Fragen, kamen aber nicht zu Wort, denn alle redeten durcheinander wie zuvor Alma.

Natürlich grässlich! Edeltraud sieht aus, als hätte sie einen Geist gesehen! Warum bist du bloß da runter?!, riefen sie durcheinander.

Ja, entsetzlich, murmelte sie, nahm dankend Magdas kalten Tee entgegen und ließ sich erschöpft auf den Stuhl sinken. Das Gesicht wollte ich mir nicht anschauen, aber die Hand Mir wurde ganz anders im Magen, das Herz raste, bin kaum zur Tür raus … Wie ein Teufel, der gleich Flammen nachwirft! Haltet euch fern von dem! Und der Geruch schwitzig, wie ein alter Höhlenmensch, borstig behaarte Hände und Nägel, da waren selbst Opa Hermanns sauberer!

Sie machte noch ein bisschen mehr Grusel, dann zogen alle zu ihren Schreibtischen und raschelten mit Bonbonpapier, Schubladen und knallten Schränke zu. Der Arbeitstag rauschte dahin…

Um sechs war dann Feierabend. Alma kam gar nicht zurück sie rief aus der Straßenbahn an: Heimweg, das Maiplakat bitte nicht vergessen.

Edeltraud mühte sich alleine ab. Jeden Moment sprang das Plakat wieder von der Wand, die Reißzwecken fielen, sie hüpfte herum, versuchte es erneut… Es klappte und klappte nicht.

Da stand plötzlich jemand hinter ihr, beugte sich über sie, eine Stirn berührte kurz ihren Scheitel, dann trat die Gestalt nach vorne und fasste entschlossen das weiße Plakat.

So halten Sie! Nägel sind Quatsch, das muss geklebt werden. Hans-Jürgen schnupperte, wie es Edeltraud schien, gefährlich. Lassen Sie das Bild los. Hole Klebeband!

Er rauschte davon, roch nach Äpfeln und Zigaretten. Im Mantel sah Edeltraud ein angebissenes Apfelgrün. Sie mochte diese knackigen deutschen Äpfel auch…

Hier. Dranpappen!, riss er mit den Zähnen das Klebeband ab. Sie folgte brav.

Bald war das Plakat fixiert, im Lichtschein der Straßenlaternen. Hans-Jürgen löschte die Lichter im Flur, klimperte bedeutungsvoll mit dem Schlüsselbund.

Edeltraud schulterte ihre Tasche…

Auf Wiedersehen, danke!, rief sie noch, und Hans-Jürgen drehte sich um, lächelte schief.

Keller-Quasimodo so nannte man ihn. Es wurde getuschelt, Geschichten erfunden, man beobachtete ihn wie ein seltenes Tier, heimlich, wie neugierige Dorfkinder am Bahnhof den alten, lauten Schmied ausspionierten.

Hans-Jürgen ließ das Gerede an sich abperlen. Er ging selbst durch die Abteilungen, tadelte, wo Geräte fehlten. Streng war er, aber er konnte so ulkig schimpfen, dass die Frauen, eben noch lachend und mit Süßkram beschäftigt, irritiert zusammenzuckten.

Was hockt ihr alle wieder mit euren Tassen wie Mäuse im Winterschlaf? Das ist hier nicht Aachen, und ihr seid keine Deko! Teekanne weg, bevor uns der ganze Laden abfackelt!

Sie runzelten die Stirn, tuschelten, dass Fromm sicher Knastbruder war, schrecklich, jähzornig, und davor fürchteten sich alle. Wer weiß, was der als Nächstes macht? Männer gibts ja eh keine mehr, für wen soll man sich schick machen? Bleibt wohl nur das alte Jungferndasein.

Und doch, unter Almas Kommando nörgelten sie Tag für Tag über ihn. Streitereien, Beschwerden, viel Lachen so vertrieben sie sich den Alltag. Und trotzdem überlegte jede abends beim Tee: Wie hatte er heute zu ihr geschaut? Vielleicht ganz besonders?

Das Leben plätscherte vor sich hin, bis dann die Neuigkeit einschlug: Else-Marie kam atemlos gelaufen Hans-Jürgen war plötzlich weg! Gekündigt, sang- und klanglos, mit einem gewaltigen Grinsen im Gesicht, wie Alma sagte. Hat sicher gestohlen und ward dann nie mehr gesehen!, kicherte Magda, kramte hektisch im Geldbeutel.

Ich hab ihn mit einer Topfpflanze rausgehen sehen, ehrlich!, berichtete Else-Marie, rückte ihren Ausschnitt zurecht. Warum klaut man Blumen?!

So ist der halt. Gut, dass er geht! Sollen sie mal einen freundlichen älteren Herren einstellen, einen galanten… Der Fromm war eine Katastrophe. Seid ihr nicht meiner Meinung?!

Alle nickten: Ja, jemand Netteres wäre tatsächlich wünschenswert.

Ende Februar kündigte dann auch Edeltraud wie beiläufig, mit strahlendem Gesicht.

Was ist denn los, Edeltraud? Warum denn? Wenn was nicht passt, hätte ich mich für dich eingesetzt!, schimpfte Alma.

Das ist privat. Da könnt ihr nichts machen, grinste Edeltraud mild.

Und dann sah man sie neulich vor dem Buchladen Hildegard, Magda, Else-Marie und Co, wie jeden Donnerstag, auf ihrem Weg zu den Werken von Goethe und Heine. Und siehe da: Edeltraud lachte, den Arm in dem eines Mannes eingehakt. Der, eher klein, aber mit einer Art Offizierswürde Kommandeursstatur, flachsköpfig, gebügeltes Hemd, neue Schuhe, blitzblank rasiert. Hans-Jürgen.

Schaut, rief Else-Marie, und stieß fast die anderen um, schaut, mit wem die ist! Schicker Mann klein, na ja, aber eben korrekt! Vielleicht Panzerfahrer! Und sie so nah bei ihm, kaum zu glauben! Wo bleibt denn da die Scham?

Das ist doch… das ist unser Quasimodo! Edeltraud! Was hast du getan?! Du warst doch eine von uns! Du hast doch auch immer gesagt, wie furchtbar…

Hans-Jürgen blätterte seelenruhig am Stand mit Rätselheften, hob den Kopf.

Guten Tag, die Damen. Eine Freude, Sie zu sehen!

Die rümpften die Nasen, schwiegen.

Edeltraud schob sich durch, strahlend: Verzeiht, ihr Lieben. Ich war nie bei euch und nie bei denen, sondern für mein Glück. Irgendwann muss man doch mal nehmen, was das Leben hergibt! Jeden Quasimodo kann man umhegen man muss nur pflegen, lieben, Mensch sein zu ihm… Hans-Jürgen ist ein toller Kerl, kann anpacken, hat Humor, und zu Hause ists richtig gemütlich. Er sitzt mit Kreuzworträtseln da, ich bei ihm und wenn er Gitarre spielt also auf unserer Hochzeit, hat jeder geklatscht, trotz Fingerverlust! Ein besserer Mann als alle! Ich bin wirklich glücklich Nicht böse sein! Ihr seid alle so wundervoll, ihr braucht Prinzen mein Prinz ist eben Hans-Jürgen. Ach, entschuldigt, wir müssen weiter, fahren noch zu seiner Mutter sie liebt Abenteuerromane. Hans-Jürgen fährt, hervorragender Fahrer. Machts gut!

Edeltraud hakte sich ein, beide verschwanden, warfen sich liebevolle Blicke zu unter dem Regentag…

Wie passierte das?! Ganz einfach: Schon nach einer Woche hatte Edeltraud erkannt, dass Hans-Jürgen, hinter all den rauen Ecken, ein mitfühlender Mensch war, wie Kater Balduin einst ein verstoßenes, zartes Wesen. Und wenn sie einen Kater retten konnte, schaffte sie es auch bei einem Mann selbst, wenn die Lebensuhr tickte. Hans-Jürgen hatte nichts dagegen, gerettet und umsorgt zu werden Edeltraud gefiel ihm einfach. Sie fütterte ihn heimlich mit Streuselkuchen, traf ihn zufällig an der Bushaltestelle, entdeckten ihre gemeinsame Schwäche für halbgeschmolzenes Eis und Malzbier. Dann der erste Kuss, zögerndes Geflüster, Herzklopfen, ein Reha-Kurs für seine Hand, Ferien bei Tante Liesel, Hochzeit. Still, heimlich, aus Angst, jemand könnte ihn ihr abspenstig machen denn er gefiel ihr wirklich. Diesmal wollte sie ihrem Glück nicht aus der Hand geben

Was für eine Gemeinheit! Was für eine Schande! Der schönste Mann, den der Himmel uns schickte, und sie, die hat ihn geraubt! Hat ihn verzaubert! Sie war lautlos, heimlich!, stöhnte Magda. Glück liebt die Stille Pah! So rechtfertigt sie ihre Tricksereien!

Kopf hoch, Magda! Auch für uns wird noch die Sonne scheinen. Der Hausmeisterposten ist frei Grund zur Freude. Eine Konkurrentin weniger um den Rest Männer!, kicherte Alma, hakte sich bei ihr unter.

Zustimmend nickten die Damen, wandten sich den Bücherregalen zu. Viellicht wartete doch noch irgendwo ein netter Kerl, ein Bücherfreund, ein Lebensgefährte, mit dem man in der Frühlingssonne durchs Städtchen schlendern und strahlen kann?

Edeltraud jedenfalls hat nun zwei Männer Balduin und Hans-Jürgen, beide aufgelesen, gepflegt, geliebt. Ihr Glück hat sie gefunden.

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Homy
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Die Familie trifft gemeinsam Entscheidungen