Zwei Ehefrauen

Zwei Ehefrauen

Dreimal kurz, dann zweimal lang klopfte ich gegen die Wohnungstür. So hatte meine Mutter mir noch in meiner Kindheit in Hannover beigebracht, uns zu erkennen: drei kurze, zwei lange. Dahinter blieb es still.

Frau Ludmila Andreevna, würden Sie bitte öffnen? Ich weiß, dass Sie da sind.

Hinter der Tür knackte etwas, dann noch einmal. Ich stand im Hausflur eines fremden Mietshauses in der Elbestraße in Hamburg und hatte das Gefühl, dass der Boden schwankte. Natürlich schwankte er nicht wirklich. Aber so fühlte es sich an.

Wer sind Sie?, fragte eine Stimme, trocken und beinahe völlig ohne Tonfall.

Mein Name ist Nina Vyacheslavovna Karpowa, geborene Vorontsova. Ich bin die Ehefrau von Andreas Karpow. Wir sollten sprechen.

Lange Stille folgte. Dann öffnete ein Schloss, ein zweites, ein drittes. Die Tür ging auf.

Die Frau, die mir die Tür öffnete, war ungefähr in meinem Alter vielleicht geringfügig jünger, etwa achtundvierzig, neunundvierzig. Hellblonde Haare, sauber im Nacken zusammengebunden. Ein Flanellmorgenmantel mit kleinen Blumen. Ihre Augen waren vollkommen ruhig, und dieses ruhige Schauen irritierte mich mehr als jedes Schreien.

Ich bin Ludmila, sagte sie. Treten Sie ein.

Ich trat ein.

Die Wohnung roch nach Kuchen und nach etwas anderem, nach etwas Vertrautem. Ich musste kurz nachdenken. Dann wusste ich es: Nordwind”das Eau de Cologne. Andreas benutzte es seit fünfzehn Jahren.

Im Flur standen Herrenschuhe. Größe zweiundvierzig. Andreas trug zweiundvierzig.

Ich blieb einen Moment vor den Schuhen stehen, betrachtete sie. Dann schaute ich auf.

Kommt er oft hierher?, fragte ich.

Nächsten Freitag ist unser zwanzigster Hochzeitstag, erwiderte Ludmila. Wohnungsgemeinschaft, so lange schon. Setzen Sie sich, ich mach uns Tee.

Das war etwas, was ich schlicht nicht konnte: In einer fremden Küche Tee trinken, in einer Wohnung, in der mein Mann zwanzig Jahre gelebt hatte. Aber meine Beine trugen mich automatisch zu einem Küchenstuhl, auf dessen Sitz ein blaues Kissen mit Bändeln befestigt war. Genau solche hatte ich zu Hause, nur in Grün.

Ludmila schaltete den Wasserkocher an, stellte zwei Tassen bereit. Ihre Bewegungen waren ruhig, präzise, routiniert. Ich starrte auf ihre Hände und dachte daran, dass diese Hände vermutlich tausendmal den Wasserkocher für Andreas angeschaltet hatten. Suppe gekocht. Hemden gebügelt.

Wie haben Sie das erfahren?, fragte Ludmila, ohne sich umzudrehen.

Sein Handy. Er hat es bei mir im Wagen vergessen. Ich brachte es zurück, und während er duschte, kam eine Nachricht. Von Ihnen. Lusi wartet. Kommst du morgen?

Sie blickte mich an. In ihrem Gesicht stand kaum ein Muskel.

Ich wusste nichts von Ihnen, sagte sie leise. Falls Ihnen das etwas bedeutet.

Ich von Ihnen auch nicht, erwiderte ich.

Wir schwiegen, während das Wasser kochte. Ludmila goss uns Tee ein. Ihre Hände zitterten nur ein wenig fast unmerklich. Aber ich bemerkte es, weil ich selbst wusste, was es heißt, ruhig zu wirken, während innerlich längst alles aus dem Tritt geraten ist.

Das war eine Geschichte von zwei Frauen und einem Mann, der glaubte, die Welt drehe sich um ihn. Dieses Verständnis kam mir jedoch erst später. In diesem Moment, in der Küche mit dem blauen Stuhlkissen, versuchte ich noch zu begreifen, was ich nun mit diesem Wissen anfangen sollte.

Andreas Karpow war ein stattlicher Mann. Nicht die Art von Schönheit, die einen beim ersten Blick umhaut; eher das Gegenteil: eine Schönheit, die erst mit der Zeit in den Bewegungen, im Ton, in kleinen Gesten wahrnehmbar wurde. Seine Nase war leicht gekrümmt, an den Schläfen dunkles Haar mit Silbersträhnen, und sein Blick lag meist leicht über den Augen seines Gegenübers, als denke er an Höheres und nähme sich doch die Zeit für uns. Ich verliebte mich vor zweiundzwanzig Jahren in ihn, auf einer Weihnachtsfeier der Baugesellschaft Horizonte, bei der ich als Buchhalterin arbeitete. Andreas war eingeladener Architekt und präsentierte den Umbau des Bürogebäudes. Wir tanzten Walzer, und er sagte: Sie tanzen, als würden Sie jeden Schritt schon kennen. Das sieht man selten. Ich dachte damals, er hätte Recht. Ich konnte gut vorhersagen. Nur das Wichtigste hatte ich übersehen.

Ludmila hatte Andreas zwanzig Jahre vor mir kennengelernt. Das erfuhr ich bei unserem zweiten Treffen, eine Woche später.

Wir hatten nicht verabredet, uns wiederzusehen. Ich stand einfach wieder vor ihrer Tür, wieder mit drei kurzen, zwei langen Klingelzeichen, und sie öffnete abermals als wäre klar, dass einmal nicht genug war.

Erzählen Sie mir von ihm, bat ich, wieder auf dem blauen Kissen. Von ganz am Anfang.

Sie schaute mich forschend an.

Wozu?

Ich will ihn begreifen, so wie er früher war.

Sie dachte lange nach. Er war jemand, neben dem man einfach sein wollte. Nicht nur wegen Verliebtheit. Es fühlte sich bedeutend an, bei ihm zu sein. Als sei man mehr als nur eine beliebige Frau in Hamburg.

Ich nickte. Genau das meinte ich.

Wir haben geheiratet, ich war achtundzwanzig, er neunundzwanzig. Wir haben eine Tochter, Swetlana, sie ist jetzt neunzehn und studiert auf Lehramt. Sie glaubt, ihr Vater arbeitet im Ausland das hat sie immer geglaubt.

Ich fühlte einen Schmerz, nicht für mich, sondern für diese Frau mit dem ordentlichen Haar und den gelassenen Augen, die zwanzig Jahre mit einer halben Wahrheit lebte, ohne es zu wissen.

Wir haben keine Kinder, sagte ich leise. Er meinte, es sei noch zu früh. Dann, es sei zu spät. Jetzt bin ich einundfünfzig.

Wie lange sind Sie zusammen?, fragte sie.

Zweiundzwanzig Jahre, zwanzig davon verheiratet.

Ludmila stellte langsam ihre Tasse ab.

Dann hat er Sie zwei Jahre nach unserer Hochzeit kennengelernt.

So scheint es.

Es regnete draußen, schräger Regen lief am Fenster hinab. Ich überlegte, was ich früher geantwortet hätte, wenn jemand gefragt hätte, was ich bei einem Betrug machen würde. Sofort gehen, hätte ich gesagt. Ohne Zögern. Und jetzt saß ich hier bei Tee und konnte nicht mal erkennen, wohin ich überhaupt gehen sollte.

Das Wesen von Beziehungen ist: Die wichtigsten Erkenntnisse kommen nicht in Momenten der Wut, sondern wenn du aufhörst, die Wahrheit zu fürchten. Ich war wütend aber tief drinnen, eingerollt wie eine Sprungfeder. Noch hielt sie mich.

Wie erklärte er seine Abwesenheit?

Projekte, sagte Ludmila. Er war oft unterwegs. Ich war es gewohnt, dass er manchmal wochenlang fehlt. Ich habe gewartet.

Ich habe auch gewartet.

Ludmila sah mich an, ohne Mitleid. Eher leise, wie eine stille Frage.

Wissen Sie, sagte sie nachdenklich, ich frage mich: Wie hat er das geschafft? Immer zwei Leben parallel, zwei Kalender, zwei Frauen, zwei Routinen. Hat er sich nie vertan?

Offenbar nicht, murmelte ich.

Dann fiel es ihm leicht, schloss sie leise. Offenbar war das das Unbegreiflichste für sie.

Andreas Karpow kam an jenem Abend nach Hause, wie immer gegen acht. Er zog im Flur seine Schuhe aus, hängte die Jacke an den Haken, ging in die Küche. Ich stand am Fenster.

Ist etwas passiert?, fragte er.

Ich war heute in der Elbestraße, erwiderte ich.

Ich musterte ihn dabei lange. Oft kehrte ich später zu dieser Szene zurück, versuchte zu begreifen, was in seinem Gesicht aufblitzte. Da war etwas, ganz klar. Doch dann verschwand es, und er setzte sich ganz ruhig.

Und, wie ist es dort?, fragte er.

Dort lebt eine Frau namens Ludmila, sie hat blaue Kissen auf den Küchenstühlen, eine Tochter Swetlana, die studiert, und dort stehen Schuhe in deiner Größe.

Andreas schwieg. Aber anders als sonst. Er überlegte, was er sagen sollte.

Willst du mir das erklären?, fragte ich.

Nina, das ist Er stockte.

Bitte nicht. Keine Erklärungen. Ich will die Wahrheit. Das ist nicht dasselbe.

Woher hast du…

Ich habe dein altes Handy gefunden, das vor drei Jahren verschwand. Es lag in einem alten Mantel. Als ich aufräumte, entdeckte ich es und Fotos. Vieles. (Eine Lüge. Es gab kein altes Handy. Ich erfand das, um die SMS nicht zu erwähnen, und wusste nicht einmal, warum. Da sass ich nun, log selbst im ersten Moment.)

Andreas rieb sich das Gesicht.

Wie viel weißt du?

Genug.

Das läuft schon lange. Ich konnte nicht

Hör auf mit konntest nicht. Du konntest. Du hast gewählt. Das ist ein Unterschied.

Er musterte mich: kein Anzeichen von Ratlosigkeit, denn echte Ratlosigkeit hätte Ehrlichkeit verlangt. Eher suchte er einen Ausweg wie gewohnt.

Was willst du von mir?

Ich weiß es nicht. Noch nicht.

Ich schlief in einem anderen Zimmer. Am Morgen war er nicht mehr da.

Ich arbeitete als stellvertretende Leiterin im Rechnungswesen der Hamburger Schulbehörde. Mein Büro war klein, ein schmales Fenster zum Hinterhof. Ich mochte den Raum, da ich dort in Ruhe denken konnte. Zahlen verstanden sich sie stimmten oder stimmten nicht. Mit Menschen war es schwieriger.

Am nächsten Tag saß ich am Schreibtisch, starrte den Bildschirm an, sah aber keine Zahlen. Ich dachte daran, was es heißt, zwanzig Jahre neben einem Menschen zu leben und etwas Grundlegendes nicht zu wissen. Das ist mehr als bloßer Betrug; es ist eine lange, stabile Konstruktion, die du trägst, ohne es zu wissen.

Es klopfte. Tanja, eine junge Kollegin.

Frau Nina Vyacheslavovna, nicht das Meeting um drei vergessen.

Kommt schon, danke, sagte ich.

Tanja verschwand. Ich zog ein altes Notizbuch aus der Schublade, das mich seit zehn Jahren begleitete. Darin notierte ich Gedanken, für die sonst kein Platz war. Ich schrieb: Wer war ich all die Zeit? Dann darunter: Ehefrau. Aber wessen?

Ich klappte das Buch zu und ging zum Meeting.

Ludmila arbeitete in der Hamburger Stadtbibliothek. Achtzehn Jahre schon, vorher im Kindergarten, aber das war ihr zu laut geworden. Bücher mochte sie die Stille, den Duft. Andreas lachte manchmal über ihre Angewohnheit, schöne Zitate zu sammeln. Lusi, kleine Professorin, sagte er. Ich hielt das für Zuneigung. Jetzt war ich nicht mehr sicher.

Nach meinem ersten Besuch saß Ludmila lange am Tisch, starrte die beiden Tassen an, spülte sie dann, legte das Tuch weg. Sie nahm das Notizbuch mit Lieblingsstellen. Auf der letzten Seite stand: Wahrheit kann unbequem sein, aber Lügen wiegen schwerer. Sie wusste nicht mehr, aus welchem Buch. Sie strich es durch und betrachtete die Worte.

Swetlana rief an.

Mama, kommt Papa am Freitag?

Ich weiß es nicht.

Alles in Ordnung? Bist du krank?

Nein, Schatz. Wie gehts?

Gut, bestanden in Pädagogik. Mama, habt ihr Streit?

Nein.

Wirklich?

Ich bin nur etwas müde.

Nach dem Gespräch schaute Ludmila lange aus dem Fenster. Ihre Tochter liebte ihren Vater, wie er war: selten da, aber stets mit Geschenken. Ein Feiertagspapa. Und was sollte sie nun sagen?

Das war die schwerste Frage, nicht, wie es mit Andreas weitergeht. Damit war fast schon alles klar. Was sage ich meiner Tochter, die ihr Leben lang auf ihren Vater stolz war?

Ich rief Ludmila vier Tage nach unserem zweiten Treffen an.

Stört es Sie, wenn ich nochmal vorbeikomme? Ich muss darüber reden. Sie sind die Einzige, die mich versteht.

Ich auch, sagte sie.

Ich brachte Kekse vom Bäcker Heimathafen mit, knusprig, mit Mohn. Wir tranken Tee und redeten, bestimmt drei Stunden. Erst über Andreas, dann über uns selbst.

Erzählen Sie mal von sich, forderte Ludmila.

Ich war überrascht. Anders als Andreas ich hatte lange nicht mehr über mich nachgedacht, außer in seiner Relation. Über zwei Jahrzehnte verschwimmen Ich und Wir.

Ich komme aus Hannover. Bin vor zwanzig Jahren nach Hamburg gezogen. Ich habe eine jüngere Schwester, Vera sie wohnt noch in Hannover. Ich liebe…, ich verstummte.

Was lieben Sie?, fragte Ludmila freundlich.

Den frühen Morgen, wenn noch niemand wach ist. Lange Spaziergänge, zu denen ich nie komme. Borschtsch kochen, obwohl Andreas immer meinte, ich nehme zu wenig Kohl. Ich finde, es reicht. Er mochte einfach keinen Kohl.

Und ich liebe Gewitter, gestand Ludmila. Komisch, oder? Die meisten mögen das nicht. Ich mag das Donnergrollen und den Regen, wenn draußen alles untergeht und drinnen nur Stille ist.

Kein bisschen komisch, sagte ich. Jeder hat seins.

Andreas hatte Angst vor Gewitter. Sagte es nie, aber ich merkte es. Er wurde unruhig.

Ich schwieg. Ich wusste nicht, ob Andreas Angst vor Gewitter hatte. Mir war das nie aufgefallen. Oder er war bei mir einfach anders.

Wissen Sie, sagte ich endlich, manchmal frage ich mich, ob je an unserer Ehe etwas echt war. Nicht nur… aufgebaut fürs bequeme Leben.

Was ist echt?, fragte Ludmila. Kein Philosophieren, nur Müdigkeit.

Wenn dir der andere als Mensch wichtig ist. Nicht als Teil des eigenen Bildes.

Dann nein, sagte Ludmila. Wir waren nur Teile von seinem Bild. Ihm brauchte Familie, Stabilität. Vielleicht auch zwei Familien, um sich besonders zu fühlen. Ich habe Bücher gelesen über solche Menschen. Sie brauchen immer mehr, um lebendig zu sein.

Haben Sie ihn je darauf angesprochen?

Nie. Ich habe geschwiegen dachte, das gehört sich so als Ehefrau. Er würde schon kommen, wenn es ihm gut tut. Zwanzig Jahre lang.

Ich auch, flüsterte ich.

Dieses gemeinsame auch erleichterte uns nicht gut, aber leichter.

Eine Sache konnte Andreas besonders gut ich nannte es immer Weite. Er konnte in jedem Kreis sofort das Zentrum werden, unaufdringlich. Er lobte das, wonach sich jeder sehnte in mir das Unverwechselbare, in Ludmila wohl etwas anderes.

Jetzt begriff ich: Es war ihm nie um Menschen gegangen, sondern um Nutzen. Kein Böswill. Er sah die Welt aufgeteilt in alle, die ihm nützlich waren, und jene, die noch keinen Dienst erwiesen. Das ist kein Gutherzigsein eher Begabung.

Das sagte ich Ludmila beim dritten Treffen, diesmal in einem kleinen Café Herbstblatt an der Parkstraße, mit Apfelkuchen.

Das ist Narzissmus, sagte Ludmila sachlich. Ich las darüber für meine Arbeit jetzt aus anderem Grund.

Ist mir zu hochtrabend, sagte ich. Ich finde: Für ihn waren wir nur dazu da, sein Selbstbild warmzuhalten.

Ja, genau. Als ich einmal sagte, dass ich es allein nicht mehr schaffte, sagte er: Lusi, du bist stark. Du schaffst das. Damals hielt ich das für ein Kompliment. Jetzt sehe ich: Er wollte einfach das Thema beenden.

Mir sagte er: Nina, du bist klug, du regelst das. Genauso, nur mit anderem Namen.

Wir schauten uns an.

Er sagte uns beiden das Gleiche.

Nur andere Worte, aber identisch.

Das war ein unangenehmes Geständnis. Nicht, weil es neu war, sondern weil wir plötzlich wie Spiegelbilder der gleichen Rolle wirkten. Wichtig, aber schmerzhaft.

Andreas ließ sich derweil nicht blicken. Er rief mich alle paar Tage an, als hätten wir uns nur etwas gestritten und bräuchten Bedenkzeit. Einmal kam er spontan vorbei.

Nina, wir müssen reden.

Tun wir schon.

Ich meine, richtig.

Was hast du zu sagen?

Er saß auf dem Sofa, ich stand am Fenster. Er sah müde aus. Zum ersten Mal fiel mir auf, dass er sich oft an die Nase fasste, während er überlegte das hatte ich früher nie bemerkt oder es ist neu.

Ich möchte das erklären. Es ist nicht so, wie du denkst.

Wie denke ich denn?

Du glaubst, ich hätte das geplant. Von Beginn an.

Stimmt das nicht?

Nein! Ludmila gab es vor dir. Ich war schon mit ihr, als wir uns kennenlernten. Ich wollte Schluss machen, schaffte es nicht. Dann kamst du und dann

Hast du entschieden, beides parallel zu führen.

Ich habe nie entschieden. Es ergab sich so.

Andreas. Zwanzig Jahre. Das ergibt sich nicht. Das ist tägliche Entscheidung.

Er fuhr sich wieder über die Nase, stand auf, lief umher. Ich schaute ihn an und dachte: Es ist immer noch derselbe Mann, wie ich ihn kenne nur ist alles anders.

Ich liebe dich, sagte er. Das ist wahr.

Das erklärt nichts.

Aber es ist die Wahrheit.

Vielleicht. Du liebst aber auch Ludmila. Und wenn das an beides zutrifft, dann ist es nicht Liebe, wie ich sie verstehe.

Er schwieg. Ich sah zum Fenster: Oktober, Bäume verloren Blätter, grauer Himmel. Eine alte Dame schleppte eine Einkaufstasche über den Hof. Ganz normal, ganz außen.

Geh, sagte ich nur. Ich bin noch nicht bereit zum Reden.

Er ging ohne Drama, ohne Türenschlagen. Auch das konnte er: so gehen, dass man glaubt, eine Rückkehr sei möglich.

Swetlana rief Ludmila drei Wochen nachdem ich das erste Mal an die Elbestraße kam an. Andreas war aus beiden Häusern verschwunden. Niemand wusste, wo er war. Ich suchte nicht.

Mama, Papa hat komisch gesprochen. Rief gestern an und sagte, er brauche Zeit. Was meint er mit schwierige Phase? Was ist los?

Swetlana, ich muss dir etwas erzählen, was ich lange überlegt habe.

Mit Papa?

Ja.

Pause.

Ist er krank?

Nein. Aber er lebte nicht nur mit uns. Schon lange. Es gibt eine andere Frau. Eine andere Familie.

Lange Stille. Dann:

Wusstest du das?

Nein. Erst vor Kurzem erfahren.

Und drei Wochen hast du nichts gesagt?!

Ich habe nach Worten gesucht.

Mama! Wie kann das sein? Ich mein ganzes Leben lang?

Ich wusste es nicht.

Wie kann man das nicht wissen? Du bist doch seine Frau!

Deshalb fiel es ihm leicht, zu lügen. Ich habe vertraut.

Swetlana weinte. Ludmila hörte es am anderen Ende und konnte nichts tun.

Wer ist sie?

Sie heißt Nina Vyacheslavovna. Sie wusste es auch nicht.

Du hast sie getroffen?

Ja.

Und? Habt ihr Tee getrunken, oder was?

Genau so, sagte Ludmila. Genau so.

Swetlana schwieg lange. Dann: Ich begreife dich nicht, Mama.

Ich mich auch nicht immer.

Ich rief Vera, meine Schwester, sie wohnte mit Mann und erwachsenen Kindern in Hannover. Wir hatten uns zwei Jahre nicht gesehen, aber sprachen jede zweite Woche.

Nina, was ist? Man hörts an deiner Stimme.

Vera, Andreas hat eine andere Familie. Seit zwanzig Jahren.

Stille.

Mein Gott.

Ja.

Gibts Kinder?

Eine Tochter. Neunzehn.

Nina wie gehts dir?

Weiß nicht. Ich versuche es zu begreifen.

Gehst du zu ihm zurück?

Ich weiß es noch nicht.

Nina, du musst

Vera, bitte nicht. Kein Du musst. Das hilft mir nie, weißt du doch.

Sie schwieg. Sie wusste es. Ich hatte schon als Kind mein eigenes Tempo.

Bist du allein?

Ja.

Soll ich kommen?

Ich dachte kurz nach. Vera wäre sofort losgefahren, das wusste ich. Sie kam immer, wenn sie gebraucht wurde. Aber gerade jetzt musste ich allein sein, damit das, was in mir arbeitete, sich zusammensetzen konnte.

Nicht jetzt. Später, ja? Ich ruf an.

Jederzeit.

Danke.

Als ich aufgelegt hatte, begann draußen Regen. Ich saß lange und sah hinaus, machte kein Licht. Es wurde dunkel. Der Regen trommelte auf das Blech. Und ich dachte, dass die nächsten zwanzig Jahre anders verlaufen würden. Wie, das wusste ich nicht.

Ich hatte eine heimliche Angewohnheit, von der keiner wusste: Sonntags, wenn Andreas auf Dienstreise war, kochte ich Borschtsch. Einen großen Topf, der für drei Tage reichte. Für mich war Borschtsch so etwas wie ein Ritual, ein Stück Selbstzusammensammeln. Beim Kleinschneiden, beim Köcheln, beim Würzen war Nachdenken möglich, ganz ruhig. So bin ich eben.

An besagtem Sonntag, nach dem Gespräch mit Vera, kochte ich wieder. Schnitt Kohl, wie immer, dachte dabei an meine Ehe. Nicht Nina Karpowa, nicht die Beamtin sondern Ehefrau. Die Wartende. Die Haushüterin. Hatte ich die Rolle selbst gewählt oder war ich da einfach hineingerutscht?

Das war eine schmerzhafte Frage, ehrlich beantwortet kaum auszuhalten. Ich hatte es nicht verhindert. Es war angenehm, gebraucht zu werden, Teil von etwas zu sein. Andreas hatte mich gebraucht fühlen lassen. Ohne dich würde ich es nicht schaffen, hatte er gesagt. Du bist meine Stütze. Ich hatte geglaubt, eine Stütze zu sein bis ich merkte, dass ich wie ein Tragpfeiler benutzt wurde.

Der Borschtsch war gelungen. Ich aß, dann rief ich Ludmila an.

Sie kochen Borschtsch?, fragte ich.

Nein, Erbsensuppe. Warum?

Nur so. Ich wollte mal anrufen.

Darf ich Sie Nina nennen?, fragte sie zum ersten Mal.

Natürlich.

Nina, ich habe heute mit Swetlana gesprochen. Sie weiß es jetzt.

Wie geht es ihr?

Schlecht. Sie ist wütend. Will Erklärungen, die ich nicht habe.

Was sagt sie?

Dass sie mit ihm reden will. Dass ich hätte etwas merken müssen. Dass ich unaufmerksam war.

Das ist ungerecht.

Vielleicht. Aber ich verstehe sie. Sie braucht einen Schuldigen. Andreas hat offenbar keine Zeit für sie. Er kann verschwinden, wenn es unbequem wird.

Ich erinnerte mich, dass Andreas einmal erzählte, wie er als Kind die Tür hinter sich schloss, wenn die Eltern stritten. Damals hielt ich das für Reife. Jetzt sehe ich: Es war Wegducken.

Wo ist er jetzt?, fragte ich.

Keine Ahnung. Kein Anruf seit Tagen.

Mir auch nicht.

Wahrscheinlich den dritten Unterschlupf gefunden, sagte Ludmila. Ihre Stimme klang bitter, aber nicht hart, nur erschöpft.

Oder wartet nur ab, wer zuerst anruft, entgegnete ich.

Vergeblich, diesmal.

Ja, bestätigte ich. Vergeblich.

Das war der erste Moment, in dem wir nicht mehr zwei Betrogene waren, sondern zwei Frauen mit Entscheidung. Noch leise, noch unausgesprochen aber etwas war anders.

Familiendramen, die leise passieren, ohne Zeugen, sind schwerer zu ertragen als jedes laute Schrei-Spektakel. Nicht weil Schweigen schlimmer wäre, sondern weil Aufgestautes keinen Ausgang findet. Ich wusste das ich arbeitete mit Zahlen, hinter denen sich immer Menschen und ihre stillen Beschlüsse verbergen. Die wichtigsten Verträge werden ohne Laut unterzeichnet.

Andreas tauchte eine Woche später auf. Er klingelte bei mir. Ich öffnete.

Ich muss ein paar Sachen holen, sagte er.

Mach nur, entgegnete ich.

Er suchte im Schlafzimmer, kam mit einer kleinen Tasche wieder.

Hast du dich entschieden, Nina?

Ich bin noch dabei.

Ich muss es wissen.

Musst du? Andreas, zwanzig Jahre lang brauchtest du meine Ruhe, mein Warten, mein Vertrauen; jetzt mein Entschluss. Immer musst du etwas von mir. Und was mit mir?

Er sah mich an.

Was brauchst du?

Ich versuche das zu verstehen. Zum ersten Mal seit Langem.

Das klingt nach Entscheidung.

Vielleicht.

Dann fragte er leise: Triffst du Ludmila?

Ja.

Er wirkte überrascht. Vielleicht dachte er, wir wären Rivalinnen. Oder dass ich ihren Namen nicht kenne, weiß ich nicht. Ich sah seinen Irrtum.

Und, wie ist das…?

Wir reden, sagte ich. Zwei erwachsene Menschen, die sortieren müssen.

Worüber redet ihr?

Über das, was du nicht verstehst, sagte ich kühl. Geh, Andreas. Wenn ich was zu sagen habe, melde ich mich.

Er ging. Die Tür fiel diesmal einen kurzen Moment später leise ins Schloss.

Ich stellte Wasser auf, kochte Tee. Ich bemerkte, dass ich dasselbe tat wie Ludmila an unserem ersten Tag: Irgendwas tun, um beschäftigt zu sein. Es beruhigt.

Wir trafen uns wieder in Herbstblatt. Nicht um über Andreas zu sprechen. Fast gar nicht mehr.

Ich habe mich zu einem Kurs angemeldet, sagte Ludmila. Sie wirkte verändert nicht fröhlicher, aber irgendwie angekommen.

Welcher Kurs?

Projektarbeit für Bibliotheken. Ich will bei uns einen Lesezirkel für Frauen aufbauen. Jeden Monat ein Buch, kleine Runde. Ich schob es ewig auf, wartete, bis alles stabil ist. Aber das wird nie von allein. Im Gegenteil.

Gute Idee.

Und Sie? Wissen Sie schon, was Sie tun?

Ich werde die Scheidung einreichen. Nicht heute, nicht morgen. Aber es ist entschieden.

Wie fühlen Sie sich?

Ruhig, merkwürdigerweise. Ich dachte, es wird schlimmer. Aber ich sitze mit Ihnen hier, esse Apfelkuchen, und es geht.

Ludmila lächelte. Zum ersten Mal.

Ich möchte Sie nicht verlieren, sagte sie. Klingt komisch.

Nein.

Wir haben uns unter seltsamen Bedingungen kennengelernt.

Dafür ehrlich, sagte ich. Ehrlicher als in fast jeder anderen Begegnung.

Wir schauten auf die Straße, Regenschirme zogen vorbei, Oktoberregen fiel unentwegt.

Sagen Sie mir ehrlich: Denken Sie mehr daran, was Sie verloren, oder an das, was Sie gewinnen könnten?

Sie schwieg lange. Am Letzteren. Es ist schwer zuzugeben. Aber ja.

Mir auch.

Das war die Wahrheit. Die Lücke, die der Betrug hinterließ, war kein Nichts. Sie wartete nur darauf, gefüllt zu werden.

Andreas erschien noch bei Ludmila, mit Blumen Nelken, die sie nie mochte, und er wusste das. Doch immer Nelken.

Darf ich reinkommen?

Nein.

Er sah sie an.

Lusi

Andreas. Zwanzig Jahre machte ich dir die Tür auf, dachte, ich kenne, wem. Jetzt weiß ich es nicht mehr.

Erklär es mir.

Erklärungen braucht Swetlana. Ruf sie an. Sie wartet.

Können wir sprechen?

Nicht jetzt. Vielleicht nie. Ich weiß es noch nicht.

Sie schloss. Lauschte seinen Schritten. Dann ging sie in die Küche, trank ein Glas Wasser.

Draußen zog ein Gewitter auf. Sie ließ die Jalousien offen sie liebte Gewitter und sah, wie der Himmel sein eigenes Ding machte.

Swetlana besuchte sie zwei Wochen später. Sie kam mit Kuchen, was rührend und komisch war.

Mama, ich bin wütend. Auf Papa, ein wenig auf dich. Und, weil ich nichts merkte. Aber ich will reden, nicht streiten.

Komm rein, Kuchen auf den Tisch.

Sie saßen lange. Swetlana fragte, Ludmila antwortete. Nicht alles wusste sie. Manches musste sie zugeben.

Und diese Nina du redest wirklich mit ihr?

Ja.

Wie kannst du das? Sie ist doch schuld!

Nein, Swetlana. Sie wusste nichts. Sie ist wie ich betrogen worden.

Aber sie lebte mit ihm.

Ich auch. Wir beide. Uns beide hat er nie richtig gesehen.

Lange Pause. Komisch, dass ihr keine Feindinnen seid.

Brauchen wir nicht. Den eigentlichen Feind gabs und der brachte Blumen.

Swetlana schaute anders, schmollte nicht mehr.

Du machst Witze.

Ein bisschen. Weißt du es wird leichter, sich selber zu sein, wenn nichts mehr übrig bleibt, hinter dem man sich versteckt.

Ich sprach mit einer Anwältin, Frau Ina Borisovna, eine ältere Dame mit geradem Rücken und direktem Blick. Sie mochte mich auf Anhieb.

Juristisch nicht besonders schwierig. Offizielle Ehe, gemeinsames Eigentum, zwanzig Jahre Ehe. Wenn Scheidung, dann: erledigt.

Ich will wissen, was ich verliere. Menschlich, nicht auf dem Papier.

Das ist Ihre Aufgabe, meinte sie. Kommen oft Frauen, die fragen: Was verliere ich? Und später: Was hatte ich denn überhaupt?

Ich nickte.

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Antwort ist unangenehm.

Aber ehrlich. Und das ist selten.

Im November trafen wir uns schon bei mir zu Hause. Ludmila kam mit dem Bus, brachte Johannisbeermarmelade mit, von der Nachbarin. Ich hatte morgens Piroggen gebacken. Wir saßen in meiner Küche, und es wirkte fast wie Familie. Nicht drei Monate, sondern wie dreißig Jahre Vertrautheit.

Ich habe Scheidung eingereicht, sagte ich beim Tee.

Wann?

Letzte Woche. Andreas hat unterschrieben, keine Diskussion. Er weiß selbst nicht mehr, was er will.

Hat er sich nochmal gemeldet?

Ein-, zweimal. Was von ,Retten geredet. Ich fragte: ,Was genau? Er wusste keine Antwort.

Bei mir das gleiche. Er sagte, er liebt mich, möchte erklären. Ich sagte: Erzähl es Swetlana.

Hat er?

Sie haben gesprochen. Sie sagt wenig darüber. Aber immerhin.

Ich schob ihr Piroggen rüber.

Und sie? Was machen Sie jetzt?

Ich lebe wie vorher. Bibliothek, Swetlana, Bücher. Lesezirkel ab Dezember: acht Frauen schon. Ich dachte, es kommen drei.

Wie heißt der Zirkel?

Die Seite. Einfach Seite. Ein Buch besteht aus Seiten, jede Seite ist beendet und trotzdem Teil von mehr.

Schön, sagte ich.

Und Sie?

Ich will umziehen. Nicht weg aus Hamburg, aber neuer Ort. Zu groß hier. Ich brauch was Eigenes.

Angst?

Nein. Komischerweise nicht. Ich dachte, ich hätte Angst. Aber ich bin ruhig.

Vielleicht, weil das Warten vorbei ist. Warten kostet Kraft.

Worauf gewartet?

Auf Besserung. Dass er sich ändert, dass das echte Leben anfängt. Dabei war es längst da, nur anders.

Ich schaute sie an.

Sie sind eine kluge Frau, Ludmila.

Eine belesene, schmunzelte sie. Ein Unterschied.

Wir lachten.

Andreas kam noch einmal im November vorbei, kündigte seinen Besuch an. Ich ließ ihn herein nicht, weil ich es wollte, sondern weil ich alles sauber beenden wollte.

Er setzte sich, ich blieb am Fenster wie damals, doch inzwischen eine andere Frau.

Nina, bist du sicher?

Wobei?

Scheidung. Ist das wirklich nötig?

Ja. Das ist es.

Vielleicht könnten wir…

Nein, Andreas. Das ist kein Defekt. Es ist eine Serie von Entscheidungen. Deine, und jetzt meine.

Bist du böse?

Ich dachte kurz nach.

Nein. Nicht einmal das. Das wäre einfacher. Ich empfinde Entfernung. Du bist sehr weit weg obwohl du hier sitzt.

Er verstand nicht, was ich meinte.

Du triffst dich mit Ludmila.

Ja.

Weshalb? Ihr habt doch nichts gemeinsam.

Durch dich. Ohne Absicht, aber durch dich.

Er rieb sich die Nase.

Sprecht ihr über mich?

Ab und zu. Aber nicht nur. Wir haben mehr Themen. Das Leben zum Beispiel. Bücher, Pläne.

Und? Was plant ihr?

Unser Leben.

Er ging wie immer, etwas verloren. Ich dachte, ich würde Mitleid empfinden. Aber es kam keins. Nur ruhige Akzeptanz: Er war, wie er war; und das Leben passte sich bis heute.

Das ist weder ein Sieg noch eine Niederlage. Es ist einfach das Ende einer Geschichte und eine offene Frage ans Leben.

Dezember kam mit viel Schnee. Ich mochte den Winter kaum, aber ersten Schnee doch immer. Irgendetwas, das alles wieder auf null stellt.

Ich rief Ludmila am ersten verschneiten Tag an.

Haben Sie es gesehen?

Ja. Alles weiß bei uns im Hof.

Ich habe heute den Kaufvertrag für die neue Wohnung unterschrieben. Klein, dritter Stock, Fenster zum Garten. Jetzt ist alles verschneit, aber im Frühling gibts Apfelbäume, wurde mir gesagt.

Apfelbäume sind gut.

Luda ich sagte ihren Namen zum ersten Mal so kurz , bedauern Sie, dass ich damals geklingelt habe?

Lange Pause.

Nein. Nicht mehr. Am Anfang wollte ich nur, dass Sie gehen.

Das weiß ich.

Und Sie?

Ich sah aus dem Fenster. Draußen schneite es ruhig.

Nein. Nicht einen Tag. Das war das ehrlichste Gespräch, das ich hatte seit Jahren.

Geht mir genauso.

Stille. Aber eine gute.

Freitag ist Premiere vom Lesezirkel. Wir lesen Briefe einer Unbekannten Frau. Wenn Sie wollen, mache ich Sie zur Zehnten.

Ich überlegte eine Sekunde.

Tun Sie das, sagte ich.

Bis Freitag!

Bis Freitag.

Ich legte auf. In der Küche stand noch ein Topf Borschtsch vom Morgen. Draußen fiel ohne Eile der Schnee. Ich schöpfte mir eine Portion, rührte Sauerrahm hinein und aß am Tisch, einfach, und schaute aus dem Fenster. An nichts Besonderes denkend.

Am Ende habe ich verstanden: Man kann nicht immer steuern, wie das Leben einen entwirft. Aber man kann entscheiden, wie man weitergeht. Ehrlichkeit zu sich selbst das ist das Einzige, was zählt.

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Homy
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Zwei Ehefrauen
— Wer seid ihr?!