Die Chefin im eigenen Zuhause: Selbstbewusst und souverän im eigenen Heim

Hausherrin in den eigenen vier Wänden.

Johanna, du hast das Butter schon wieder nicht abgedeckt, seufzte Waltraud Schulze schwer und zog den Stuhl näher an den Tisch heran. Jetzt hat es die ganze Nacht die Gerüche aus dem Kühlschrank aufgesogen. Tobi, mein Sohn, nimm lieber den Frischkäse, den hab ich gestern neu gekauft.

Johanna spürte, wie sich ihre Finger um den Messergriff verkrampften. Wortlos schnitt sie das Brot weiter, bemühte sich um gleichmäßige Scheiben, obwohl ihre Hände leicht zitterten. Draußen nieselte der Oktober leise, das Regenwasser zog wirre Streifen auf der Fensterscheibe und die Küche schien eindeutig zu klein für drei erwachsene Menschen.

Mama, das mit dem Butter ist echt nicht so schlimm, murmelte Tobias, ohne den Blick vom Handy zu heben, während er in sein Brötchen biss.

Ach ja, klar. Ich sage ja nur was aus Sorge. Ihr seid noch jung, euch ist nicht klar, wie schnell Lebensmittel verderben, wenn man sie nicht richtig aufbewahrt. Und dann gibt’s Magengrummeln, und wer pflegt euch dann?

Johanna stellte den Brotteller auf den Tisch und setzte sich auf ihren Platz. Schon seit dem Aufstehen drehte sich ihr der Kopf; im Mund fühlte sie einen komischen Nachgeschmack. Sie goss sich Tee aus dem Guten-Morgen-Beutel ein und hoffte, dass das heiße Getränk die aufkommende Übelkeit milderte.

Hanna, du isst ja gar nichts, fuhr die Schwiegermutter fort, sie durch die Brillengläser musternd. Schau dich mal an, du bist schon ganz dünn geworden. Tobias, wie willst du denn mit so einer Frau Kinder bekommen? Das Kind braucht doch eine gesunde Mutter.

Etwas zog sich in Johannas Innerem schmerzhaft zusammen, sie nahm einen brennend heißen Schluck Tee und zwang sich zu einem Lächeln.

Frau Schulze, ich esse morgens einfach nicht groß. War schon immer so bei mir.

Immer, immer… In meinem Alter ist man selbst mit Fieber arbeiten gegangen, und kein Mensch hat geklagt. Heute hockt die Jugend bei jedem Nieser auf der Couch und nimmt sich krank. Ich hab in deinem Alter den Tobias schon allein großgezogen, bin arbeiten gegangen und hatte die Wohnung im Griff.

Tobias blickte endlich von seinem Bildschirm auf.

Mama, was hat das denn jetzt damit zu tun? Hanna hat gestern bis acht im Büro gesessen, weil Abschluss war.

Ich sag ja nichts, ich will ja nur helfen. Mache mir eben Sorgen um euch. Junge Familie, da wird’s Zeit, an Nachwuchs zu denken, und dann so eine Gesundheit…

Johanna stand auf und brachte ihre fast unberührte Tasse zum Spülbecken. Im Fensterspiegel sah sie, wie Waltraud ihrem Sohn Frischkäse nachschob und ihm dabei sanft auf die Schulter klopfte. Im Rücken klang der liebevolle, mütterliche Ton, der aber eindeutig für Tobias bestimmt war.

Tobi, du hast doch heute das wichtige Meeting. Ich hab das blaue Hemd gebügelt, das hängt überm Stuhl.

Johanna stand am Spülbecken, umklammerte die Tasse mit kaltem Tee und fühlte, wie sich schweres, dumpfes Etwas in ihr ausbreitete. Fast wie Erschöpfung, fast wie Gekränktsein nur tiefer und schlimmer.

Und dabei hatte sie sich eigentlich gefreut, als Waltraud vor drei Monaten anrief und um Asyl bat.

***

Waltraud Schulze war Ende Juli bei ihnen gelandet. Sie hatte abends spät angerufen, ihre Stimme klang aufgeregt, ziemlich mitgenommen. Die Nachbarn unter ihr in Magdeburg hatten einen Wasserschaden verursacht, Parkett und ein Teil der Möbel dahin. Es musste groß renoviert werden. Handwerker meinten, eine Woche, maximal zehn Tage.

Tobi, darf ich für eine Woche bei euch bleiben? Hotel ist mir zu teuer, und allein wär’s auch langweilig, hatte sie gebeten, und Tobias hatte natürlich sofort zugesagt.

Johanna hatte sich sogar gefreut. Die Schwiegermutter wohnte in Magdeburg, man sah sich selten, nur zu Feiertagen, und der Draht war bislang neutral-höflich. Waltraud erschien ihr immer noch fit und freundlich, ein wenig wortreich, aber nie böse. Nach dem Tod ihres Mannes vor fünf Jahren stand sie allein da, arbeitete im Stadtarchiv und hegte eine allerliebste Leidenschaft für Usambaraveilchen.

Wird schon, eine Woche geht rum wie nix, sagte Johanna lachend zu Tobias und überlegte im Kopf schon, wie sie das Gästezimmer freibekam. Wir haben lange keinen richtigen Mädelsabend gemacht.

Tobias zog sie an sich und küsste ihre Stirn.

Du bist ein Schatz. Ist mir auch lieber, sie sitzt nicht allein mit den Handwerkern.

Waltraud kam mit zwei Riesenkoffern und einem mit Paketband umwickelten Karton am Bahnhof an. Johanna holte sie mit Tobias ab und half beim Tragen. Schwiegermama sah müde aus, rote Augen, Lippen schmal zusammengepresst.

Hanna, danke, dass ihr die alte Frau aufnehmt, sagte sie beim Betreten der Wohnung und umarmte Johanna am Flur. Ich bin wirklich nur kurz hier, sobald die durch sind, bin ich wieder weg, versprochen.

Die ersten Tage waren beinahe idyllisch. Waltraud kochte Mittag, räumte etwas auf, während Tobi und Johanna arbeiteten. Abends saßen sie zusammen beim Tee, zu dem Schwiegermama eine ganze Palette Leibniz”-Kekse aus Magdeburg mitgebracht hatte, und tauschten Neuigkeiten aus. Tobias blühte richtig auf, witzelte mehr als sonst es war nicht zu übersehen, wie froh er war, die Mutter um sich zu haben.

Doch gegen Ende der zweiten Woche veränderte sich etwas.

Zunächst waren es kleine Dinge. Waltraud ordnete die Gewürzgläser um, erklärte sachlich, so sei’s doch viel praktischer. Dann faltete sie sämtliche Wäsche im Schrank um nach ihrer eigenen Methode versteht sich. Johanna fand ihre Sachen an neuen Orten, fühlte sich verwirrt und wusste nicht recht, ob sie etwas sagen sollte. Es waren doch nur Kleinigkeiten, eigentlich.

Hanna, ich hab gesehen, ihr habt da oben auf der Gardinenstange richtig viel Staub, sagte Schwiegermutter beiläufig beim Suppe-Ausgießen. Staubest du eigentlich nie? Das ist schlecht, macht Allergie, weißt du? Ich bin heute mal drüber, jetzt glänzt wieder alles.

Danke, Waltraud, murmelte Johanna und spürte, wie die Hitze in ihre Wangen schoss. Tatsächlich fehlte ihr zum Staubwischen oben meist die Zeit und Kraft. Abends wollte sie einfach nur auf dem Sofa sitzen, Buch lesen oder einen Krimi schauen.

Soll kein Vorwurf sein, Liebes, sagte Waltraud lächelnd. Ich helf doch nur. Wird für dich ja leichter so.

Nach drei Wochen kam der Anruf aus Magdeburg: Der Umbau verzögert sich, marode Leitungen, neu verlegen, dauert mindestens zehn Tage. Waltraud war enttäuscht, aber ließ sich kaum etwas anmerken.

Ist schon in Ordnung, Tobi, störe ich zu sehr? Ich halt mich ja im Hintergrund.

Mama, natürlich nicht. Tobias zog sie in den Arm.

Johanna beobachtete die beiden stumm; ein Hauch Unsicherheit keimte in ihr, aber sie schob ihn zur Seite. Es ist nur eine Woche mehr, was soll’s.

Dann verging ein Monat. Dann anderthalb. Waltraud hatte sich heimlich still und leise in der Zweizimmerwohnung eingerichtet. Sie schlief nun in dem Zimmer, das vorher Johannas Arbeitszimmer war, mit Schlafsofa und Computer-Tisch. Johanna selbst hockte mit dem Laptop nun meist auf der Küchenbank oder im Schlafzimmer, unbequem, aber sie mochte nicht um ihr Zimmer bitten.

Jeden Abend gab es von Waltraud Abendessen. Sehr lecker, muss man sagen aber immer das, was Tobias gern aß: Bratkartoffeln, Sauerbraten, Frikadellen. Johanna bevorzugte eigentlich Salat und Fisch, wagte es aber nie, das anzusprechen.

Hanna, du isst ja schon wieder kaum was, tadelte Schwiegermutter kopfschüttelnd. Tobi, guck mal, wie dünn deine Frau ist. Da sollte aber mal ein Arzt draufschauen, vielleicht Magengeschwür?

Hanna, du isst wirklich weniger als sonst, Tobias sah sie leicht besorgt an.

Ich bin einfach nicht hungrig, wiederholte Johanna und meinte es ehrlich. Ihr Appetit war weg, morgens war ihr schon übel, tagsüber wurde sie von einer seltsamen Schwäche übermannt. Aber zum Arzt wollte sie nicht; lieber nicht hören, dass es nur am Stress und der Überlastung lag. Denn Stress zuzugeben hieß, zu sagen: Die Schwiegermama erdrückt mich. Aber wie sagt man das, bitte schön?

***

Mitte September begann der ganz große Stress im Büro: Steuerprüfer verlangten dringend Korrekturen, die kleine Buchhaltungsabteilung darunter Johanna arbeitete Überstunden. Sie kam oft erst gegen neun, manchmal auch zehn nach Hause, völlig ausgelaugt.

Die Wohnung empfing sie im warmen Licht, mit dem Geruch von Abendessen und Waltrauds Stimme:

Hanna, endlich da. Tobi und ich haben schon gegessen, für dich ist im Topf was übrig. Nicht umstellen auf dem Herd, ich hab es extra so gerichtet.

Johanna nickte nur, machte sich das Essen warm, von dem sie kaum etwas runterbekam. Tobias tauchte auf, gab ihr einen Kuss auf die Wange, erzählte vom Tag. Waltraud saß strickend daneben oder blätterte in der Landlust, und war immer, immer präsent. Fast hatte man das Gefühl, die Luft in der Wohnung wäre zäher geworden.

Tobi, sag mal, glaubst du, deine Mama will jetzt ganz hier bleiben? fragte Johanna eines Nachts im Dunkeln.

Das Bad ist noch nicht fertig, murmelte er müde. Sei noch ein wenig geduldig. Sie kann ja nicht in die Baustelle ziehen.

Aber es ist jetzt schon zwei Monate her…

Hanna, sie ist meine Mutter. Sie ist allein. Kannst du nicht mal Mitgefühl zeigen?

Ein Stich in der Brust. Johanna schwieg, drehte sich zur Wand. Tobias schlief nach kurzer Zeit, sie lag wach, lauschte aufs Rascheln und Kramen von Waltraud hinter der dünnen Wand.

Am nächsten Tag kam Schwiegermutter ihr mit einem neuen Vorschlag entgegen.

Hanna, ich dachte, ich helfe dir einfach immer samstags beim Putzen? Dann bist du entlastet, okay?

Johanna wollte eigentlich verneinen, aber Waltraud stand schon mit Eimer, Mopp und Putzlappen parat. So schrubbten, wischten, wienerten sie gemeinsam und die Schwiegermutter kommentierte pausenlos.

Oh je, hinterm Heizkörper ist ja richtig Dreck, da sollte man mit dem Staubsauger durch. Die Vorhänge müssen auch mal gewaschen werden, guck mal wie grau die sind. Und der Kühlschrank, wie oft machst du den sauber? Mindestens alle zwei Wochen sollte man, sonst Bakterien.

Johanna hörte nur zu, nickte und reinigte pflichtbewusst, während in ihr mit jedem Kommentar dumpfer Unmut wuchs. Aber einfach zurückgeben, das ging nicht Waltraud wollte ja nur helfen.

Ende September kam Johanna sich in der eigenen Wohnung endgültig wie eine Fremde vor. Unbeholfen, unwissend, irgendwie nur zu Gast. Waltraud managte Küche, Bad und sogar die Wäsche. Tobias’ Sachen wusch und legte sie noch immer selbst, schön gebügelt, mit ordentlich gestärkten Kragen.

Tobi mochte das schon als Kind, dass die Hemden so knistern, seufzte sie vergnügt. Ich hab ihm Ordnung beigebracht.

Johanna wusch ihre eigene Wäsche in den seltenen Momenten, in denen die Maschine frei war. Manchmal hatte sie das Gefühl, durch die Wohnung zu schleichen immer bemüht, nicht zu stören, nicht aufzufallen, keinen Ärger zu machen.

In den Nächten träumte sie wirr. Sie irrte durch endlose Flure, suchte ihr Zimmer, doch alle Türen waren verschlossen. Oder sie stand in der Küche, wollte kochen aber jedes Mal, wenn sie nach einem Topf oder einer Zutat griff, war diese plötzlich verschwunden.

Sie wachte schweißgebadet auf, das Herz raste, und lauschte in die Stille. Manchmal wollte sie Tobias wecken und ihm alles erzählen, wie schwer ihr das alles fiel. Aber die Worte blieben ganz fest im Hals stecken. Was sollte man da auch sagen? Meine Schwiegermutter erdrückt mich mit ihrer Fürsorge? Lächerlich.

***

Am ersten Oktober fingen die richtig seltsamen Sachen an.

Johanna wurde morgens von plötzlicher Übelkeit geweckt. Sie schaffte es gerade noch rechtzeitig ins Bad. Während sie über das Waschbecken gebeugt stand, hörte sie Waltrauds besorgte Stimme vor der Tür.

Hanna, geht’s dir gut? Soll ich den Arzt rufen?

Nein, nein, nur ein bisschen empfindlicher Magen.

Magen? Ich hab doch gestern extra frisches Hack für die Frikadellen genommen! Tobi hat alles gegessen, dem ist nichts.

Frau Schulze, das hat echt nichts mit Ihren Frikadellen zu tun. Mein Magen ist einfach empfindlich.

Den ganzen Tag quälte Johanna die Schwäche. Im Büro sah sie kaum etwas auf dem Bildschirm, die Zahlen verschwammen. Ihre Kollegin Martina wurde aufmerksam.

Hanna, du siehst aus wie ein Geist. Alles okay? Willst du nicht besser heimgehen?

Der Bericht muss raus.

Gesundheit geht vor. Geh wenigstens mal zum Arzt.

Aber Johanna blieb stur. Sie schleppte sich erst spät abends nach Hause, wo Waltraud sie prompt mit vorwurfsvoller Miene empfing.

Ich hab mir solche Sorgen gemacht. Tobi auch. Merkst du eigentlich, wie du uns mit deinem Verhalten beunruhigst?

Es ist einfach viel Arbeit.

Arbeit, Arbeit… Bei dir kommt die Familie immer zu kurz. Dein Mann sitzt die halben Tage allein hier rum, wenigstens hat er bei mir richtiges Abendessen bekommen.

Johanna flüchtete ins Schlafzimmer, schmiss sich aufs Bett. Der Schädel brummte. Durch die Wand hörte sie Waltraud und Tobias, unverständliche Worte, aber die Tonlage sprach Bände: Schwiegermutter klagte, Tobias beschwichtigte.

Johanna vergrub das Gesicht ins Kissen. Sie hätte jetzt am liebsten geschrien richtig laut. Aber sie schwieg. Wie immer.

Am nächsten Morgen beim Anziehen stellte sie fest, dass ihre Lieblingsbluse weiß, Seide plötzlich einen gelblichen Schimmer am Kragen hatte. Gestern war sie sauber gewesen, das wusste sie ganz genau.

Frau Schulze, wissen Sie, was mit meiner Bluse passiert ist? fragte sie beim Betreten der Küche.

Waltraud drehte sich stirnrunzelnd vom Herd um.

Mit welcher Bluse?

Mit meiner weißen. Da war vorher kein Fleck.

Hanna, ich rühre deine Klamotten nicht an. Vielleicht hast du etwas verschüttet und es vergessen?

Johanna blickte sie an, in dieses freundlich-unschuldige Muttersicht-Gesicht und wusste plötzlich ganz sicher, dass Waltraud log. Sie wusste es. Aber Beweise hatte sie keine also wieder Schweigen.

Die Merkwürdigkeiten wurden mehr. Johannas Lieblingsbecher groß, aus Porzellan, ein Geschenk von Tobias war plötzlich verschwunden und blieb weg. Niemand wusste etwas. Waltraud zuckte nur die Schultern.

Vielleicht kaputtgegangen und unbewusst entsorgt? Keine Ahnung.

Dann war eines Morgens Johannas Shampoo in der Dusche leer einfach aus dem Nichts. Gestern war die Flasche fast voll gewesen. Waltraud wiegte den Kopf.

Komisch. Vielleicht ausgelaufen? Diese neuen Verschlüsse sind ja nichts mehr wert.

Johanna stellte keine Fragen mehr. Mit jeder dieser kleinen Demütigungen glitt sie in einen benebelten Zustand. Tagsüber arbeitete sie nur noch mechanisch, abends saß sie stumm mit dem Laptop in der Küche herum, denn in ihr ehemaliges Arbeitszimmer wollte sie nicht mehr. Tobias wurde immer verschlossener, gereizter. Manchmal stritten sie fast.

Hanna, du bist so nervös in letzter Zeit. Ist wegen der Arbeit?

Nicht wirklich.

Sondern?

Johanna blickte ihn an. Sie wollte ihm endlich die bittere Wahrheit sagen, dass sie seine Mutter kaum noch ertragen konnte, dass sie sich in der eigenen Wohnung wie ein Eindringling fühlte. Aber Schweigen. Wie immer.

Ich bin einfach müde, entschuldige.

Er drückte sie, küsste sie sanft.

Halte noch ein bisschen durch. Mama fährt bald, sie hat es mir versprochen. Die Handwerker sind fast fertig.

Nur passierte nichts. Jede Woche rief Waltraud die Bauleute in Magdeburg an und kam mit zunehmend besorgtem Gesicht vom Hörer.

Sie haben jetzt die Tapeten dran, Fußleisten noch, eine Woche vielleicht, dann ists geschafft.

Aus Wochen wurden Monate.

***

Ende Oktober spürte Johanna, dass sie kaum noch schlafen konnte. Oder genauer: Sie schlief, aber nur unruhig, wachte morgens wie gerädert auf. Die Augen hatten Ringe, die Hände zitterten.

Eines Nachts wachte sie auf: Geräusche. Ein Kratzen, wie Kritzeln. Es kam aus dem Zimmer, wo Waltraud schlief. Johanna setzte sich auf, lauschte. Wieder ein Scharren, dann Stille.

Am Morgen sprach sie Schwiegermutter darauf an.

Haben Sie nachts Geräusche gehört?

Nein, mein Kind, ich schlafe tief wie ein Stein. Vielleicht hast du geträumt. Du solltest wirklich mal zum Arzt.

Nach ein paar Tagen fiel Johanna ein seltsamer Geruch in der Wohnung auf. Wachsig und süßlich wie in einer Kirche. Das Aroma war vor allem vor der Zimmertür von Waltraud am stärksten.

Zünden Sie Kerzen an, Frau Schulze? fragte sie abends.

Kerzen? Nein, warum?

Es riecht so nach Wachs.

Keine Ahnung. Vielleicht kommt das von den Nachbarn durchs Lüftungsgitter.

Doch der Geruch kam immer wieder, nachts und immer genau dort.

Eines Tages, als Waltraud einkaufen war, schlich Johanna sich in das Zimmer. Es sah unauffällig aus: ordentliches Sofa, Zeitschriften, die Veilchentöpfe auf der Fensterbank, die sie aus Magdeburg mitgebracht hatte. Johanna öffnete den Schrank: Kleidung, akkurat aufgereiht. Unten zwei Koffer, dazu der ominöse Pappkarton mit Kordel.

Sie wollte gerade den Karton hervorziehen, als die Wohnungstür klapperte. Sie schreckte hoch, hastig hinaus, da kam Waltraud schon mit Einkaufstüten herein.

Hanna, schon daheim? Ich dachte, du bist noch im Büro.

Heute früher Schluss, war nicht fit.

Arme Maus. Ich mach gleich Tee.

Am Abend kam wieder dieser Wachser. Und als Johanna später im Flur am Regal vorbeiging, fiel ihr auf, dass das gerahmte Hochzeitsfoto, das sonst immer auf der Kommode stand, jetzt dort lag. Sie hob es auf: Das Glas war intakt, doch ihr Gesicht auf dem Foto war fein säuberlich mit Nadelstrichen zerkratzt.

Das Herz klopfte wild, in den Ohren rauschte es ihr. Sie starrte auf das verschandelte Bild.

Hanna, was stehst du da so rum? Tobias kam gähnend aus dem Schlafzimmer.

Schau mal.

Er nahm das Bild, runzelte die Stirn.

Was ist das?

Keine Ahnung. Eben lag es hier. Das war gestern noch nicht so.

Ist wohl beim Drucken was schiefgelaufen? Haben wir nie gesehen, oder?

Tobias! Das ist nicht von der Druckerei! Das ist absichtlich verkratzt! Mit einer Nadel…

Wer sollte sowas machen?

Johanna schwieg. Sie wussten beide, wer sonst noch in der Wohnung wohnte. Aber das konnte man doch nicht laut sagen! Eher glaubt einem noch jemand, dass in Bayern Karneval ist.

Hab mich wohl vertan, sagte sie leise. Vergiss es.

In dieser Nacht schlief sie nicht ein.

***

Im November wurde es bitterkalt. Johanna fror ständig, selbst zuhause trug sie dicke Strickjacken. Die morgendliche Übelkeit wurde heftiger, essen konnte sie kaum noch. Hin und wieder knabberte sie heimlich Zwieback, wenn Waltraud gerade nicht hinguckte.

Du bist ja richtig krank, sagte Schwiegermutter und mischte aber einen Anflug von Genugtuung in ihren Anteilnahmeblick, oder täuschte sich Johanna nur?

Im Büro bat die Chefin sie ins Zimmer.

Frau Schneider, Sie machen seit Tagen Fehler. Gestern waren die Zahlen im Monatsbericht verdreht, vorgestern das falsche Datum. Das ist sonst nicht Ihre Art.

Es tut mir leid, Frau Ott. Es kommt nicht wieder vor.

Geht es Ihnen gesundheitlich wirklich gut? Wollen Sie nicht mal Urlaub nehmen?

Urlaub. Johanna stellte sich einen Urlaub zuhause vor mit Waltraud hinter jeder Ecke und ihr bekam es eiskalt.

Nein, danke. Es geht schon.

Von geht konnte keine Rede sein. Sie vegetierte nur noch. Tagsüber Zahlen, abends leerer Blick auf die Tapete. Tobias versuchte Gespräche, aber Johanna antwortete nur einsilbig. Er ärgerte sich, zog sich zurück.

Ich versteh dich nicht mehr, Hanna. Bist du überhaupt noch da?

Tut mir leid. Ich bin einfach erledigt.

Du solltest mal zum Arzt. Mama meint, du isst fast gar nichts mehr.

Mama meint. Johanna sah Tobias fest an.

Deine Mutter meint überhaupt viel.

Was?

Nichts. Spielt keine Rolle.

Sie ging ins Bett, er folgte ihr nicht.

Ein paar Tage später passierte das, was alles zum Kippen brachte.

Johanna kam nachmittags eher heim als sonst gegen sechs. Normalerweise saß Waltraud da gerade in der Küche und telefonierte mit einer ihrer Freundinnen. Doch heute war es still. Zu still.

Johanna hängte Mantel und Schal auf und machte sich im Bad frisch. Sie trocknete sich gerade das Gesicht ab, da hörte sie einen leisen Ton. Eine Stimme. Monoton, wie ein Murmeln. Kam aus Waltrauds Zimmer.

Johanna hielt die Luft an. Die Stimme hörte nicht auf, Worte waren nicht zu verstehen, aber etwas daran war… verstörend. Fast wie Gebete. Aber keine normalen Gebete.

Sie schlich zur Tür, die leicht angelehnt war. Drinnen brannte Licht, der Tischrand war zu sehen. Darauf standen Kerzen. Zwei dicke Altarkerzen, brannten in gleichmäßigem, gelbem Licht.

Johannas Puls raste. Sie stieß die Tür auf.

Waltraud stand mit dem Rücken zu ihr, beugte sich über den Tisch. Vor ihr lagen Fotos: eins von Tobias, groß, das von der Uni-Abschlussfeier. Und daneben lag ein Foto von Johanna. Ihr Gesicht darauf mit schwarzem Filzstift durchgestrichen.

Johanna sah, wie Waltraud mit einer Nadel über das Bild fuhr und leise murmelte.

Frau Schulze kam es heiser aus Johannas Mund.

Waltraud drehte sich scharf um. Ihr Gesicht war blass, die Augen erschrocken weit.

Hanna… du… ich hab nicht mit dir gerechnet…

Was machen Sie da?

Waltraud versteckte hastig die Nadel, wurde fahrig.

Gar nichts. Das geht dich gar nichts an.

Die Kerzen. Die Fotos. Was soll das?

Sag ich dir! plötzlich war ihre Stimme schrill. Raus aus meinem Zimmer!

Da riss bei Johanna die letzte innere Bremse. Alles, was sich aufgestaut hatte die Erschöpfung, die Verletzungen, die Angst brach in einer Welle aus ihr heraus.

Aus IHREM Zimmer?! Sie ging auf Waltraud zu, zitternd. Das ist MEINE Wohnung! MEIN Zimmer, in dem Sie seit drei Monaten wohnen!

Johanna, nicht so laut…

Doch! Sie sitzen hier, kritzeln auf meine Fotos, ruinieren meine Sachen und vergiften mein Leben!

Ich hab nichts kaputt gemacht! fuhr Waltraud hoch, und im Gesicht stand nun pure, kalte Wut. Du zerstörst alles! Mein Sohn wäre mit einer anderen längst Vater, hätte eine richtige Familie. Du bist keine Frau, du bist eine Belastung!

Die Worte trafen wie ein Faustschlag. Johanna stand, schnappte nach Luft, Tränen brannten in den Augen.

Wie können Sie es wagen…

Weil ich seine Mutter bin! Ich hab mein ganzes Leben für ihn geopfert! Und du? Nimmst ihn mir weg!

Weggenommen? Johanna rang nach Luft. Wir lieben uns, wir sind eine Familie!

Familie! Waltraud lachte verächtlich. Du schaffst nicht mal ein Kind mit ihm. Schau dich doch an, klapprig, krank kein Vergleich zu dem, was mein Sohn verdient!

Irgendetwas hielt endlich nicht mehr. Johanna riss die Kerzen vom Tisch sie rollten auf den Boden, eine verlosch sofort, die andere qualmte noch nach. Sie griff ihre zerschmierte Fotografie, zerriss sie in zwei Hälften.

Raus. Johannas Stimme war leise, aber unerschütterlich. Sie verlassen jetzt meine Wohnung. Sofort.

Wie bitte?! Waltraud erbleichte. Das kannst du nicht…

Doch. Ich KANN. Ich BIN Hausherrin in meiner Wohnung, und Sie gehen jetzt!

Tobias wird dir das nie verzeihen!

Das kläre ich mit Tobias. Aber Sie bleiben keine Minute länger.

Da krachte die Wohnungstür Tobias kam vom Job heim, hörte das Geschrei, stürmte ins Zimmer.

Was ist denn hier los?!

Waltraud warf sich an seinen Arm.

Tobi, deine Frau schmeißt mich raus! Sie beschimpft mich, sie wirft mich raus!

Tobias blickte von seiner Mutter zu Johanna, die langsam zitternd mit den Resten des Fotos in der Hand stand, Tränen liefen ihr über die Wangen.

Schau mal, Tobi. Sieh her, was sie gemacht hat.

Sie zeigte auf die Kerzen, das Chaos, die verstümmelten Fotos, die Nadel. Tobias betrachtete die Szene. Erst war da Unsicherheit in seinem Gesicht, dann Erschrecken, schließlich blankes Entsetzen.

Mama… was ist das?

Gar nichts, ich hab für dich gebetet…

Mit Nadeln? Durchgestrichenen Fotos? Seine Stimme klang plötzlich hart. Mama, was soll das?

Ich wollte doch nur helfen! Sie ist nicht gut für dich, ich seh das doch!

Hör auf! blaffte Tobias, so laut, dass beide Frauen erschraken. Schluss jetzt!

Er packte ihren Koffer, warf ihn auf das Sofa.

Pack deine Sachen. Ich bringe dich zum Bahnhof. Sofort.

Tobias…

Sofort!

***

Eine Stunde später fuhr Waltraud ab. Stumm packte sie ihre Koffer, auch Tobias half, wortlos. Johanna stand am Flur, lehnte an der Wand, fühlte, wie die Kraft sie endgültig verließ.

An der Wohnungstür hielt Waltraud noch einmal inne, schleuderte Johanna einen kalten Blick zu.

Du wirst das bereuen.

Johanna schwieg. Tobias trug den Koffer raus, Waltraud folgte. Tür zu.

Stille. Ohrenbetäubende Stille. Johanna betrat ihr Zimmer, sah sich um. Reste von Wachs auf dem Tisch, die kaputten Fotos, abgeworfene Kerzen. Sie sammelte alles zusammen, brachte es auf den Balkon und warf es in den Mülleimer.

Dann riss sie die Fenster auf, ließ kalte Novemberluft herein. Stand da, blickte zum dunklen Himmel und spürte zum ersten Mal seit Monaten wieder, dass sie frei atmete.

Tobias kam spät nachts zurück, völlig erschöpft. Er fiel auf die Bettkante.

Ich hab sie zum Zug nach Magdeburg gebracht.

Johanna setzte sich neben ihn, nahm seine Hand.

Entschuldige…

Wofür?

Für alles. Dass es so kam.

Du musst dich nicht entschuldigen, Hanna. Ich… ich wollte es nicht sehen, hab es nicht gesehen. Hab immer geglaubt, du hast einfach nur Stress im Büro. Dabei…

Er brach ab, rieb sich müde übers Gesicht.

Sie war… durchgedreht. Ich hab nicht gewusst, was sie… dazu fähig ist.

Tobias, sie ist halt einsam. Nach Papas Tod hat sie nur noch dich. Du bist alles für sie.

Aber das erklärt nicht, was sie gemacht hat. Das war krank.

Sie schwiegen dann zog Tobias Johanna an sich, fest. Sie spürte, dass er zitterte.

Ich hatte Angst, dich zu verlieren. In den letzten Wochen warst du so weit weg. Ich dachte schon, du liebst mich nicht mehr.

Doch. Aber ich habe mich nur noch erdrückt, eingeengt gefühlt.

Ab jetzt passiert das nicht mehr. Versprochen.

Am nächsten Morgen war es seltsam. Johanna wurde vom Licht geweckt, das durch die Vorhänge strich. Sie setzte sich auf, atmete: Stille. Kein Getrappel in der Küche, kein Klimpern, keine Waltraud-Stimme.

Sie ging durch die Wohnung. Das ehemalige Gästezimmer war leer: Sofa, Tisch, leere Regale. Ihr Zimmer. Wieder ihres.

In der Küche stand Tobias, kochte Kaffee. Er drehte sich um.

Guten Morgen.

Morgen.

Sie frühstückten zu zweit, es war seltsam ruhig aber irgendwie angenehm. Johanna aß sogar ein Butterbrot, ganz ohne Übelkeit das erste Mal seit Wochen.

Hanna, du solltest aber wirklich zum Arzt gehen du siehst immer noch nicht fit aus. Ich mache dir einen Termin?

Gerne.

Er meldete sie am nächsten Tag bei der Hausärztin an. Johanna ging ins Büro und zum ersten Mal seit Monaten war der Arbeitsweg nicht von Stress, sondern von einer Art vorsichtiger Erleichterung begleitet. Als ob eine schwere Last abgefallen sei.

Abends, Zuhause, nahm Tobias sie in den Arm.

Weißt du… ich mach mir Gedanken. Wegen Mama. Sie hat seitdem nicht angerufen.

Denkst du, sie ist sauer?

Bestimmt. Trotzdem Hanna, ich kann sie nicht komplett aus meinem Leben streichen. Sie ist meine Mutter. Aber dich verliere ich auch nicht. Niemals.

Das verstehe ich.

Vielleicht, wenn sich alles gelegt hat, kann sie ja mal vorbeikommen. Als Gast. Einen Sonntag lang. Mehr aber nicht.

Johanna nickte. Die Angst war noch da, kalt. Sie forderte nicht den vollständigen Bruch. Es ist seine Mutter.

***

Am nächsten Tag hatte sie den Arzttermin. Die ältere Hausärztin, resolut und freundlich, hörte sich ihre Symptome an: Übelkeit, Erschöpfung, Appetitlosigkeit. Fragte dann sachlich:

Wann war denn die letzte Periode?

Johanna überlegte. Sie wusste es nicht mehr. Zu viele Baustellen in letzter Zeit.

Schon ein Weilchen her. Vielleicht sechs, sieben Wochen…

Dann machen wir mal einen Schwangerschaftstest.

Johanna war wie erstarrt. Schwanger? Sie hatte gar nicht mehr daran gedacht, bei allem drumherum. Aber: Sie hatten nicht verhütet, irgendwie gehofft, es käme mal, irgendwann.

Der Test: positiv.

Herzlichen Glückwunsch, sagte die Ärztin lächelnd. In etwa der sechsten Woche. Die Übelkeit und Müdigkeit sind ganz normal. Ich überweise Sie zum Gynäkologen.

Johanna verließ die Praxis wie unter Watte. Schwanger. Ein Baby. Ihr und Tobias’ Kind.

Sie setzte sich auf eine Bank vor dem Neubau und begann zu weinen. Vor Erleichterung, Glück, Angst, allem zugleich.

Abends erzählte sie Tobias davon. Der konnte es erst nicht glauben, dann packte er sie, knutschte und tanzte sie durch die Wohnung.

Echt jetzt? Wirklich?

Ja. Sechs Wochen!

Wahnsinn! Hanna, ich… ich liebe dich!

Sie saßen in der Küche, Hände fest ineinander verschränkt, und Tobias stammelte immer wieder, wie sehr er sie liebte, wie schön alles wird. Alles wird gut.

***

Drei Wochen später. Waltraud Schulze hatte sich noch nicht gemeldet. Tobias rief zwei Mal an keine Antwort. Es kam nur eine knappe SMS: Mir geht’s gut. Mach dir keinen Kopf. Sonst nichts.

Johanna erholte sich langsam: Die morgendliche Übelkeit blieb, aber sie aß besser. Sie und Tobias richteten das Arbeitszimmer neu ein, fegten die letzten Spuren von Schwiegermutter aus der Wohnung, neue Gardinen, neue Deko.

Die Wohnung wurde wieder leicht, hell, freundlich. Johanna kochte wieder selbst, was sie gerne mochte. Tobias stand ihr helfend zur Seite, sie lachten zusammen, ein bisschen wie früher, als Waltraud noch in Magdeburg war.

Abends, beim Kuscheln auf dem Sofa, sagte Tobias irgendwann:

Hanna, wenn das Baby erst da ist, wird Mama bestimmt vorbei wollen.

Vermutlich.

Würdest du das ablehnen wollen?

Johanna schwieg. Dann drehte sie sich zu ihm.

Sie darf gerne kommen. Als Tagesgast. Übernachten niemals mehr. Das ist mein Kompromiss.

Einverstanden.

Und unser Kind bleibt nicht allein bei ihr, vorerst. Vielleicht später, wenn sich das Verhältnis entspannt… aber jetzt nicht.

Vollstes Verständnis. Nichts geschieht gegen dich.

Tobias, ich will nicht hart oder böse sein aber ich lasse nicht noch einmal zu, dass sie unser Leben ruiniert. Unser Kind soll nicht in einer Atmosphäre aus ewiger Spannung aufwachsen.

Wird auch nicht. Es gibt klare Grenzen. Sie muss sie akzeptieren oder eben nicht. Aber unsere Familie steht an erster Stelle.

Johanna schmiegte sich an ihn, schloss die Augen. Es regnete draußen, auf dem Fensterbrett trommelte der November, doch drinnen war es warm.

Denkst du, wir schaffen das? fragte sie leise.

Was genau?

Alles: Kind, Familie, deine Mutter…

Wir schaffen das. Gemeinsam. Jetzt wissen wir, was wir nicht mehr wollen und achtsam sein müssen.

Johanna nickte. Die Sorge kroch noch wie ein kleiner Restnebel ums Herz. Sicher wusste sie nicht, wie das alles mit Waltraud weitergehen würde. Ob Schwiegermutter Grenzen akzeptieren konnte, oder wieder ihre alten Muster präsentieren würde.

Aber jetzt, in diesem Augenblick, fühlte sie sich stark. Wirklich stark. Sie hatte nein gesagt. Ihr Zuhause verteidigt, ihr Recht zu leben eingefordert.

Tobias, sagte sie, die Hand schützend auf ihren Bauch legend, wo ihr und sein Kind heranwuchs, versprich mir, wenn es wieder schlimm wird, dann hörst du mir wirklich zu. So richtig.

Versprochen. Immer.

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Homy
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