Die Großmutter hatte große Sehnsucht
Der Bus entfernte sich immer weiter vom Marktflecken. Jetzt, wo der Asphalt schon seit drei Kurven verschwunden war, schien jenes blassgraue, trübe Städtchen ein Leuchtfeuer der Zivilisation zu sein.
Also, das ist die Oma, die immer die Gurken macht?, fragte Frieda. Gertrud wie weiter
Gertrud Baumann, ja. Lukas nickte zustimmend. Unsere ganze Kindheit war voll von ihren Gurken. Zu Silvester, jedes Jahr hoppla! Er sprang bei einer Bodenwelle auf, die der Bus ungeniert durchpflügte. Immer stand da diese Schale mit eingelegten Gurken mitten auf dem Tisch. Als wäre es das krönende Gericht.
Lukas stocherte gedankenverloren mit dem Finger in der angeschlagenen Sitzpolsterung.
Sie hat uns natürlich auch anderes geschickt. Zucchini, mal Kürbisse
Sie saßen sich gegenüber auf den durchgesessenen Sitzen. Die Fahrt schüttelte sie ständig durch, manchmal wurden sie regelrecht angehoben, und die Luft schmeckte nach Benzindunst. Draußen zogen halb gemähte Wiesen, gelblich werdende kleine Wälder und behäbige Kühe vorbei, die träge im dunklen Gras grasten. Ein endloser, herbstlicher Schinkenschatten, weichgezeichnet durch die vollgespuckten Scheiben.
Wieder ein Stoß noch heftiger.
Mann!, murmelte Lukas schmerzverzerrt. Der Busfahrer denkt wohl, schlimmer kanns eh nicht mehr werden
Pah!, lachte Frieda trocken. Bei diesen Straßen wundert mich der Zustand vom Bus nicht mal.
Auch wieder wahr. Hör mal, tut mir leid Er strich ihr sanft über den Arm, als hätte er etwas gutzumachen. Ich dachte, die Busse hier sind vielleicht in besserem Zustand.
Kein Problem… Sie lächelte gequält. Ich hab ja keinen Komfort erwartet.
Sie fuhren über eine Brücke. Lukas blickte durch das gesprungene Fenster der schrumpfenden Flusslandschaft nach, bis sie verschwunden war. Aber seine Gedanken schweiften in eine andere Welt, in der Opa ihn mit zum Angeln nahm und Oma abends Geschichten von Waldgeistern und Moosweiblein erzählte, die mit Pflanzen befreundet waren und magische Tränke brauten.
Da drüben, sagte Lukas halblaut, haben Opa und ich manchmal geangelt an dem Bach.
Frieda betrachtete sein Gesicht aufmerksam.
Du hast gesagt, wir besuchen deine Oma. Vielleicht können wir sie überreden, mit in die Stadt zu kommen. Und dein Opa er ist nicht mehr da?, fragte sie vorsichtig, ihre Hand liebevoll auf seine verschränkten Hände legend.
Ja, antwortete Lukas kurz und blickte an die Decke. Oder, naja, verschwunden. Keine Leiche, keine Angel Er seufzte lang und stockend. Die Polizei meinte sie glaubten, er sei beim Angeln ertrunken. Niemand wollte das glauben, er schaute Frieda endlich an. Er und ich, wir sind oft geschwommen, wenn wir angeln gegangen sind.
Frieda holte behutsam Luft, als wollte sie etwas Wertvolles nicht fortpusten.
Wann warst du das letzte Mal hier?
Damals, zur Beerdigung von Opa.
Sie wollte gerade etwas sagen, aber Lukas sprach weiter.
Zu meinem vierzehnten Geburtstag haben meine Eltern mich nicht mehr zu Oma und Opa geschickt. Wollte ich hin sollte ich selbst entscheiden. Seitdem war ich nur noch dieses eine Mal da.
Du wolltest nicht?
Doch. Lukas wurde rot. Ich hab Oma und Opa, als ich abreiste, gesagt: Ich komm nächstes Jahr ganz bestimmt! Aber das nächste Jahr ich wollte es, echt meine Eltern haben mir sogar Geld für die Fahrkarte gegeben, aber ich habs immer wieder verschoben dann war es Sommer, und ich bin nicht hingefahren. Aber ich hab telefoniert, alle klangen heiter und sagten: Mach dir keine Sorgen, genieß deine Jugend.
Lukas wandte sich mit leerem Blick dem Fenster zu.
Und das nächste Jahr war dann der Abiball, sagte er immer noch zum Wald hinaus. Dann das Abi, ich musste mich ganz auf die Uni konzentrieren Den ganzen Sommer habe ich gebangt, ob ich genommen werde und wieder bin ich nicht zu ihnen gefahren. Und so ging es noch zwei Jahre weiter, bis
Er verstummte, senkte den Kopf, presste die Ärmel gegen die feuchten Augen und biss sich auf die Lippe. Als er die Hand senkte, erkannte Frieda dunkle Flecken am Ärmel.
Opa war weg. Diesmal kamen alle. Beerdigung, Gottesdienst, Leichenschmaus. Ich habe mir geschworen, Oma jetzt jedes Jahr zu besuchen. Und bis zum nächsten Sommer war ich sicher, dass ich es tue. Doch dann
Frieda rückte neben ihn und umarmte ihn sanft.
Es war nicht deine Schuld, murmelte sie und drückte die Stirn gegen seine Schulter.
***
Das Erste, was Oma tat, war sie an den Tisch zu setzen. Einfach, aus Holz. Fast unverändert seit Opas Beerdigung, nur noch mehr abgeschabt am Rand, wo Oma immer sitzt. Auf der anderen Seite stand ein Korb mit schwer duftenden gelbgrünen Äpfeln.
Gertrud Baumann stellte Bratkartoffeln mit Pfifferlingen auf, goß Malzbier in Becher und holte natürlich ein angebrochenes Glas Salzgurken aus dem Kühlschrank. Ihre Bewegungen waren sicher, aber langsam und vorsichtig, als hätte sie Angst, unsichtbar zu stolpern.
Frieda spürte einen Stich Mitleid und verbarg ihn, indem sie entschlossen in eine Gurke biss.
Mmmh, seufzte sie fast mit geschlossenen Augen. Genau wie damals.
Ja!, antwortete Lukas eifrig.
Habt ihr das gut, ihr beiden, sagte Oma liebevoll.
Ja, Frau Baumann, Lukas hat mir schon öfter welche gegeben. Damals und heute einfach wunderbar!
Esst nur, Goldstücke. Und du auch, Lukaschen, nimm ruhig Nachschlag. Sie setzte sich gegenüber, stützte das Gesicht auf die Hand und sah ihnen beim Essen zu.
Eine Weile hörte man nur ihr Kauen und das fröhliche Gezeter von Spatzen vor dem Fenster.
Schließlich schluckte Lukas und räusperte sich.
Oma. Entschuldige, dass ich so lange nicht gekommen bin. Ich
Ach was, winkte sie ab. Jetzt bist du ja da! Und hast die Frieda mitgebracht Warm lächelte sie Frieda an, die ein schüchternes Lächeln erwiderte. Ich freu mich so. Ihr helft mir, gießt die Gurken, streut etwas Dünger Jetzt seht ihr mich öfter!
Lukas sah Frieda kurz glücklich an, sagte aber nichts weiter.
Bleibt ihr über Nacht?
Geht leider nicht, Oma, wurde Lukas ein wenig rot. Wir haben den Hund. Fritzchen. Wir müssen füttern und Gassi gehen.
Er sah sie entschuldigend an, aber die Großmutter seufzte nur und wandte sich ab.
Ihr Städter habt immer so viel vor nie Ruhe, immer der nächste Plan.
Sie wandte sich dem alten Gasherd mit den zwei Flammenstellen zu. Lukas warf Frieda einen fragenden Blick zu.
Ich koch euch noch einen Tee schön mit Kräutern
Wir kommen aber nächste Woche bestimmt wieder, versprach Frieda aufmunternd.
Der ist gut, beruhigt, gegen den Krach der Stadt Oma schien das Versprechen gar nicht zu hören. Ihr seid so flink, immer auf dem Sprung
Sie drehte sich mit zwei dampfenden Tassen um. Lukas fragte sich noch immer, ob sie womöglich beleidigt war, doch Omas Gesicht blieb genauso fürsorglich wie immer.
Sie tranken den Tee. Sein weicher Geschmack machte wach, obwohl kein Hauch von Minze zu spüren war.
Sehr lecker. Lukas trank einen weiteren Schluck. Was ist da drin?
Oma drehte sich zum Glas und kratzte sich am Kopf.
Hab vergessen vielleicht Thymian, Erdbeerblätter Apfelschalen, noch was Aber trinkt nur, Hauptsache es schmeckt.
Sie nippten.
Oma, möchtest du nicht doch zu uns in die Stadt ziehen?
Ohne meine Gurken?, rief sie fast scharf, doch dann wurde die Stimme weich. Und was is mit meinem Garten? Ich bins doch gewohnt hier, mit Apfelbäumen und allem. Die Gurken brauchen mich, sonst kracht alles zusammen Was soll ich denn in eurer Stadt?
Man kann auch einen Balkon bepflanzen, schlug Frieda überraschend vor. Bei uns wachsen Blumen. Und du könntest Fritzchen kennenlernen und Gassi gehen
Dann kommt ihr halt, bringt euren Hund mit Dem gefällts auch hier. Nein, nein, ich bleib. Trinkt, Kinder, trinkt den Tee. Nicht dass ich ihn umsonst gemacht habe
Während sie tranken, wurde noch etwas darüber gestritten, doch Oma blieb fest. Als der Tee fast aus war, seufzte Lukas und reckte die Arme.
Also Kann ich dir irgendwie helfen? Spülen vielleicht?
Ach, das mach ich schon, sagte sie, stand auf und räumte das Geschirr in die alte, abgeschabte Spüle. Dass ihr gekommen seid, tut mir schon gut. Den Rest schaffe ich. Aber: Gießt die Gurken!
Lukas merkte voller Erstaunen, wie ihre Bewegungen plötzlich viel sicherer und schneller wurden.
Schau, es geht ihr wirklich besser, raunte Frieda ihm zu. Schaffen wir das noch? Es ist fast vier aber ja, der Bus fährt erst um fünf nach Hause.
Sie drehte sich zu Oma: Wo kriegen wir Wasser und Dünger?
Kommt, ich zeigs euch, und schon ging Oma voraus, das Handtuch in der Hand, trocknend beim Gehen. Erst gießen, dann Dünger. Wenn ihrs schafft
***
Mit zwei vollen Gießkannen trat Lukas in das Gewächshaus und schnupperte suchend. Frieda schlich hinterdrein, schlang von hinten die Arme um ihn. Wärme schlug ihnen entgegen, schwerer, erdiger Duft.
Die Glasscheiben waren auf Augenhöhe beinahe sauber draußen sah man Haus und Apfeläste ganz klar. Weiter unten bedeckte sie ein moosgrüner Belag.
Der Weg bog nach zehn Schritten links ab. Ungleichmäßige Beete hüllten ihn ein, begrenzt von kleinen Holzleisten. Überall krochen Gurkenranken über dem Boden, an den Stützen, entlang der Wände, selbst über der eben durchschrittenen Tür.
Die Pflanzen trugen Früchte von kaum sichtbaren grünen Stängelchen mit gelben Blüten bis hin zu richtigen Salatgurken.
Lukas nickte beeindruckt. Dann stellte er eine Kanne ab und begann zu gießen.
Total verwachsen, als würden sie hier schon Jahre gedeihen und nicht nur einen Sommer, sagte Frieda verträumt.
Ja echt, antwortete Lukas. Mach bitte die Tür zu, Liebling, sonst ziehts.
Frieda schloss die Tür und fasste den Riegel an.
Abschließen?
Nö, wozu.
Er bog um die Ecke, folgte dem Weg. Dort, wo alles noch verworrener wuchs, stand Werkzeug: Spaten, Hacke, ein Eimer im Dickicht gerade noch sichtbar.
Seine Gießkanne war schon leer. Frieda reichte ihm die zweite.
Je weiter sie kamen, umso wilder sah alles aus scheinbar war Oma selten bis ganz ans Ende. Schließlich umrundeten sie das ganze Gewächshaus, standen schließlich wieder an der Tür mit leeren Kannen und blickten verwirrt.
Ist das eine andere Tür?, fragte Lukas unsicher.
Müsste die gleiche sein, entgegnete Frieda ebenso ratlos.
Die Tür war nun völlig eingewachsen Ranken oben, unten, Riegel und Griff von hellgrünen Trieben umklammert. Kein Zeichen, dass sie vorhin hindurchgegangen waren.
Lukas stellte die Kannen ab und stieß gegen die Tür. Sie blieb fest.
Hier sind zwei Türen, bestimmt, murmelte Lukas ungläubig. Eigentlich war alles identisch zu dem, was sie betreten hatten. Komm, wir gehen nochmal zurück.
Machen wir.
Beide stapften im Zickzack zurück, wieder an die Tür, die immer unglaubwürdiger wie ihre Eintrittstür aussah. Lukas drückte jetzt kräftiger. Nichts wie eingeklebt.
Verdammt!, rief er, warf eine Kanne auf den Boden. Der Bus Er schaute auf die Uhr und fuhr erschrocken zusammen. Was!? Wir haben den Bus verpasst…
Das kann nicht sein!, Frieda schaute ebenfalls. Fünf durch Bus in acht Minuten…
Sie blickte ihn mitleidig an, tätschelte seine Schulter.
Nicht so schlimm. Wir schlafen bei Frau Baumann. Ist doch schön, das wollte sie sowieso. Ich ruf zuhause an, damit Mama mit Fritzchen Gassi geht.
Aber wie kann man sich im Gewächshaus verlaufen?, rief Lukas verzweifelt. Es hat vier Wände!
Kann nicht sein, Frieda schüttelte langsam den Kopf. Vielleicht klemmt nur die Tür?
Lukas warf sich mit der Schulter dagegen keine Regung.
Der Riegel?, fragte Frieda sicherheitshalber.
War offen. Er untersuchte alles genau. Gurkenranken zwischen Tür und Rahmen, um den Griff, um den Riegel. Manche Enden bewegten sich ein wenig, aber blockierten nichts wirklich.
Mist, schimpfte er.
Hinter ihm kniete Frieda am Boden, fummelte an ihren Schuhen.
Was los?
Ich hänge im grünen Netz fest.
Lukas bückte sich ihr Schuh steckte mitten in den Gurkenranken. Er wollte sie abziehen. Zweig um Zweig, aber es war überraschend stabil.
Sollen wir Frau Baumann rufen?, schlug Frieda vor.
Warum? Will sie die Tür aufmachen, die klemmt? Die Schnüre auflösen?
Frieda zuckte mit den Schultern. Er arbeitete weiter, schaffte aber kaum etwas, die Ranken wurden immer dichter. Schließlich sprang er auf.
Mann, wie hast du das nur geschafft?, knurrte er, ganz rot im Gesicht.
Keine Ahnung! Hab gar nichts gemacht! Frieda fuhr gereizt hoch; kurze Blicke voller Ärger. Hol lieber die Hacke. Die stand doch vorne. Zerschneiden bringt vielleicht was. Sie atmete nun etwas ruhiger.
Lukas seufzte, beugte sich zu ihr, küsste sie kurz auf die Stirn. Natürlich bist du nicht schuld. Es ist nur diese blöde Tür, der Bus, jetzt noch der Schuh
Wieder auf dem Weg, suchte er dieses Mal jedes Beet und jede Ecke. Doch kein Werkzeug. Am hintersten Beet, an der Wand, blinkte überraschend eine Angel im Zwielicht. Er blieb stehen, die Stirn in Falten.
Da gellte plötzlich ein Schrei. Lukas rannte zurück. Frieda lag am Boden und rieb sich den Hinterkopf.
Diese tentakeligen Dinger! Bin hingefallen und voll gegen das Brett geknallt
Du Ärmste, meinte Lukas, und strich ihr über den Kopf. Kalt hier.
Geht schon die Erde ist kühl genug.
Und, Hacke gefunden?
Nein. Aber eine Angel! Genau wie
Mit der fischen wir uns sicher nicht raus, meinte Frieda trocken.
Aber mit Opa damals
Du solltest Werkzeuge suchen!
Lukas schüttelte die Angel aus dem Kopf. Ich geh noch mal. Liegenbleiben okay?
Hilf mir lieber, aufzustehen. Es ist zu kalt.
Lukas fasste sie an den Händen und zog, aber sie stöhnte auf.
Was ist?
Sie zeigte aufs Bein. Zwei grüne Ranken schlangen sich darum. Die Enden bewegten sich, umwoben sie fest.
Irre, murmelte Lukas. Hat dich echt eingewickelt.
Was jetzt?
Er zog und zerrte nichts. Schließlich beugte er sich vor und biss in die Ranken.
Lass, Lukas!
Ich muss!
Mit einem Ruck riss er eine Ranke durch, hielt sie stolz in die Luft. Dein Sammelstück!
Frieda lachte gequält. Doch bevor Lukas sich freuen konnte, schlang schon die nächste Ranke ums Bein.
So geht das nicht. Hol was Scharfes. Da standen doch Werkzeuge!
Wie soll ich dich hier
HOL DIE HACKEN!, schrie sie.
Die Ranken wuchsen weiter. Frieda schrie noch, als Lukas losrannte. Während draußen in bläulicher Dämmerung ein spitzer Wind heulte, tastete Lukas blind durch die Pflanzen. Beim zweiten Versuch fand er die Hacke, griff sie und rannte zurück.
Doch den letzten Meter stolperte er selbst über die Gurkenranken. Er fiel auf die Erde, die Hacke rollte weg. Frieda keuchte, rang nach Luft: Die Gurkenranken umschlangen Hals, Mund, Augenlider.
Frieda!
Er streckte sich nach ihr, berührte kaum ihre Haare. Sie knetete ihr Gesicht, würgte, schlug wild mit dem Fuß.
Frieda!!! Lukas Stimme zerbrach.
Mit letzter Kraft schob sie ihre Hand an den Hals. Dann noch ein Zucken. Der Kopf fiel seitlich in seinen Acker, die Augen glasig, eine Hand tief im Grün vergraben.
Friedaaa!
Lukas riss und zerrte, kam nur bis an ihre Stirn. Die Ranken wanden sich um seine Beine, schmerzten, ließen kein Entkommen.
Mit einem Sprung versuchte er, sich loszureißen. Schaffte es nicht. Sein Kopf und Arm krachten gegen die Glaswand, splitterten ins Freie.
Er lag auf dem Rücken und sah den hellblauen Himmel. Glasscherben bohrten sich in die Haut. Die rote Sonne rollte aus dem Horizont. Meisen und Spatzen schossen wie Pfeile durch die Apfelbäume.
Die Großmutter huschte aus dem Haus, so schnell, dass er sie nur wie einen Streifschatten wahrnahm. Dann hielt sie an, schaute liebevoll auf ihn herab und küsste seine Stirn sanft.
Nun gut, meine Liebsten, sagte sie. Jetzt müsst ihr nie wieder in die Stadt zurück. Ihr seid immer bei mir.
Sie klopfte sich Schürze und Haare glatt und verschwand, so schnell, dass nur ein verschwommener Streifen blieb. Die Sonne kletterte hoch. Lukas spürte, wie die Ranken über sein Gesicht kletterten.




