Derwin kam wieder einmal spät von der Arbeit nach Hause. Er war müde, und sein Auto hatte unterwegs mehrmals gestreikt als ob es spürte, dass sein Besitzer bald seinen lang gehegten Traum erfüllen und sich den schon seit zehn Jahren ersehnten Neuwagen kaufen würde. Während er die Treppe hochstieg, lächelte er und stellte sich vor, wie er hinter dem Steuer dieses nagelneuen Autos sitzen und durch die Stadt fahren würde. Genau für diesen Traum hatte er sich so vieles verkneift, genau deswegen schuftete er wie ein Pferd und nahm jede Überstunde mit. Nur um seinem Ziel ein Stück näher zu kommen. Wann er zuletzt im Urlaub war? Keine Ahnung. Er zog es vor, das Geld zu nehmen und weiterzuarbeiten. Die Chefs schätzten seinen Fleiß natürlich, aber sie verwöhnten ihn auch nicht gerade. Sie wussten wohl, dass ein so treuer Mitarbeiter nirgendwohin verschwinden und weiterackern würde wie ein Brauereigaul. Boni gab es daher nur selten.
Derwin lebte am Stadtrand von Dortmund in einer kleinen Wohnung, die er von seinem Opa geerbt hatte. Seine Eltern wohnten in einer anderen Stadt, und sie sahen sich nur selten. Er mochte es nicht, wenn sie sich ständig in sein Leben einmischten, ihm predigten, er solle endlich zur Vernunft kommen und eine Familie gründen. Aber eine Frau und Kinder waren für ihn einfach nicht die oberste Priorität.
Als er im fünften Stock ankam der Aufzug war mal wieder kaputt , stolperte er im Dunkeln fast über einen vermeintlichen Obdachlosen, der vor seiner Tür döste. Erst als er die Taschenlampe seines Handys einschaltete und genauer hinsah, merkte er, dass es kein Obdachloser war, sondern ein Kind, ein Mädchen von etwa zwölf Jahren. Vom grellen Licht erschreckt, fuhr sie hoch und sprang auf. Sie zitterte leicht und warf ihm einen unsicheren Blick zu. Sein Blick fiel auf ein Foto, das ihr aus der Hand gefallen war. Darauf war er zu sehen. Er erinnerte sich sogar genau es war nach einer wilden Studentenparty entstanden. Das Mädchen hob das Foto schnell auf und drückte sich gegen die Wand. Woher hatte sie das? Hatte sie etwas mit seinen alten Freunden zu tun? Mit den meisten hatte er längst den Kontakt abgebrochen, weil ihre Wege sich getrennt hatten.
Hallo, ich bin wegen Ihnen hier!, piepste sie.
Derwin holte den Schlüssel aus der Tasche und tat so, als hätte er ihren hohen Stimmchen nicht gehört. Was wollte sie bei ihm? Wer war sie überhaupt? Warum stand sie vor seiner Tür? Sie war doch noch ein Kind! Plötzlich fielen ihm all die Geschichten ein, in denen Kinder für Abzocke oder Polizeifallen benutzt wurden. Schon die kleinste Berührung könnte ihn verdächtig machen. Wurde er etwa verdächtigt? Hatte jemand eine Falle gestellt? Er warf einen prüfenden Blick umher keine Kameras in Sicht. Aber wer weiß, vielleicht lauerte die Polizei hinter der Nachbarstür? Obwohl die ganze Etage war leer. Die Gegend hier war abgelegen, nicht einmal Busse fuhren hierher. Früher hatten hier alte Leute gewohnt, und als sie starben, ließen die Erben die Wohnungen verkommen, weil Verkauf oder Vermietung fast unmöglich waren. So blieben die Lampen monatelang kaputt, und der Aufzug konnte wochenlang defekt sein es sei denn, jemand steckte fest, dann wurde er bestenfalls nach ein paar Stunden repariert.
Ich weiß nicht, wer du bist, aber ich habe keine Gäste eingeladen!, sagte Derwin und öffnete die Tür.
Warten Sie! Ich habe nirgendwo sonst hin! Sie sind doch Derwin Meier, oder? Das Mädchen wirkte verängstigt, aber wer wusste schon, was in ihrem kleinen Kopf vorging? In dieser Welt konnte man niemandem trauen.
Ja. Und jetzt?
Dann stimmt es! Sie sind mein Vater! Nur Sie können mir helfen!
Derwin lachte laut auf und schüttelte den Kopf. Das ging wirklich zu weit. Was für ein Vater? Er hatte nie Kinder gehabt, und es war besser so. Oder? Eigentlich hatte er sich nie richtig Gedanken darüber gemacht, ob er welche wollte Aber dafür hatte er ja noch Zeit.
Verschwinde lieber, bevor etwas passiert. Ich habe keine Kinder und hatte auch nie welche. Ich würde mein Geduld nicht auf die Probe stellen. Wenn du nicht gehst, rufe ich die Polizei!
Er trat ein und wollte die Tür schließen, als das Mädchen ihm noch hinterherrief:
Es ist schon zu spät! Ich habe kein Zuhause mehr! Sie sind mein Vater und können mich nicht einfach im Stich lassen!
Wieder schüttelte Derwin den Kopf, als wollte er den Nebel in seinen Gedanken vertreiben. Was war da gerade passiert? Er fand keine Antwort. Was wollte dieses seltsame Mädchen von ihm? Woher hatte sie das Foto? Und warum behauptete sie, seine Tochter zu sein?
Er ging in die Küche, warf die Wohnungsschlüssel auf den Tisch, holte sein Handy heraus und schaltete den Wasserkocher ein. Er würde sich einfach eine Tasse Brühe machen, etwas Brot dazu essen und schlafen gehen. Morgen musste er früh raus. Wieder. Obwohl eigentlich sein freier Tag war. Aber die Arbeit wartete nicht, und jeder zusätzliche Euro brachte ihn seinem Traum näher.
Die Brühe stand vor ihm, aber er hatte keinen Appetit. Wer war dieses Mädchen? Die Fragen kamen zurück, aber die Antworten blieben aus. Auf Zehenspitzen schlich er zur Tür war sie noch da? Durch das Guckloch sah er im Dunkeln nichts. Er legte das Ohr an die Tür und hörte leises Schluchzen. Sie war noch da. Sie hatte gesagt, sie hätte kein Zuhause. Aber was, wenn es doch eine Falle war? Hatte er jemandem etwas angetan? Er konnte sich an keinen Streit erinnern. Alles war normal. Oder war es vielleicht dieser Kollege, der neidisch auf ihn war? Ach Quatsch, der hatte nicht mal genug Grips für so einen Plan.
Und wenn dieses Mädchen so absurd es klang wirklich seine Tochter war? Wenn sie wirklich obdachlos war? Wohin sollte sie gehen? Wer würde sich um sie kümmern? Die Fragen wurden immer mehr. Mit einem Seufzer öffnete er die Tür und sah das Mädchen auf der Treppe sitzen. Sie drückte ihren Rucksack an sich und weinte nicht wie ein trotziges Kind, sondern wie ein Erwachsener, der schon zu viel erlebt hat.
Komm rein! Erzähl mir deine Geschichte, dann sehen wir weiter.
Hätte Derwin Ohren wie ein Hund gehabt, sie wären jetzt eingeklappt. Er verzog leicht das Gesicht, als das Mädchen aufsprang und eilig hereinkam. Er lauschte in die Dunkelheit keine Schritte, keine Stimmen. War das wirklich keine Falle? Wie erklärte sich dann das Foto? War sie wirklich seine Tochter?
Setz dich in die Küche! Möchtest du Tee?
Das Mädchen nickte. Während Derwin den Tee machte und ein paar trockene Zwiebacke herausholte (mehr hatte er nicht anzubieten Vorräte anzulegen war nicht sein Ding, er aß meist in der Werkskantine), erzählte sie, dass sie Luise hieß.
Sie haben sich mit meiner Mama auf einem Studentenfest kennengelernt. Sie war nur für die Feier in die Stadt gekommen. Laut ihrem Tagebuch, das ich gefunden habe, wurde es gleich ernst. Luise wurde rot. Da stehen keine Details! Denken Sie nicht falsch! Mama schrieb nur, es sei eine unvergessliche Nacht gewesen, Sie wären der Mann ihrer Träume gewesen, aber am nächsten Morgen hätten Sie sie weggeschickt. Sie kehrte nach Hause zurück und versuchte, Sie zu vergessen bis sie erfuhr, dass sie schwanger war. Sie entschied sich, mich allein großzuziehen. Sie gab mir alles, was sie konnte, aber Luise schluchzte. Mama ist krank. Die Strapazen haben sie wohl aufgerieben Sie braucht eine Herz-OP. Wir haben kein Geld. Sie müssen mir helfen, Mama zu retten. Wir haben sonst niemanden. Wenn ich das Geld irgendwo leihen könnte Wenn Sie mir helfen, zahle ich es zurück! Ich werde im Sommer jobben, Treppen putzen, Flyer verteilen ich finde einen Weg!
Derwin dachte nach.
Vor dreizehn Jahren hatte er tatsächlich eine kurze, stürmische Affäre mit einer Frau namens Johanna. Wenn sie nach dieser einen Nacht schwanger geworden war dann könnte Luise wirklich seine Tochter sein. Aber sie sah ihm nicht ähnlich. Oder hatte er nur nicht genau hingesehen? Sein Blick fiel auf ein Muttermal unter ihrem Ohr ein rotes Fleckchen in Form eines vierzackigen Sterns. Er hatte genau dasselbe. Etwas zuckte in seiner Brust. Doch selbst wenn sie seine Tochter war er schuldete ihr und ihrer Mutter, die ihm das Kind verheimlicht hatte, nichts. Wütend über die ganze Situation, fauchte er:
Ich schulde dir nichts und gebe dir auch nichts! Du bleibst heute Nacht hier, morgen fährst du zurück! Wie konnte deine Mutter dich überhaupt so weit wegschicken?
Sie weiß nicht, dass ich Sie suche! Ich habe gesagt, ich würde bei einer Freundin übernachten! Bitte! Helfen Sie uns! Retten Sie meine Mama! Wenn sie stirbt, komme ich ins Heim! Ihr eigenes Kind im Heim!
Erstens: Dass du mein Kind bist, muss erst bewiesen werden! Zweitens: Ich habe all die Jahre ohne dich gelebt und werde auch so weiterleben. Du schläfst auf der Couch. Morgen gebe ich dir zwanzig Euro für die Rückfahrt. Und dann will ich dich hier nie wieder sehen.
Mama hatte recht, als sie mir nichts von Ihnen erzählen wollte! Sie sind einfach erbärmlich!, zischte Luise. Ich gehe jetzt! Ich will nicht unter einem Dach mit jemandem wie Ihnen sein! Sie sind ein armseliger Mensch, wenn Sie nicht mal helfen können!
Du gehst nirgendwohin, sonst rufe ich die Polizei, und dann landest du im Revier. Was, wenn deine Mutter wirklich krank ist? Wie würde ihr Herz das verkraften, wenn sie erfährt, dass ihre Tochter im Polizeirevier sitzt?
Luise biss sich auf die Lippe, widersprach aber nicht. Sie trank ein paar Schluck Tee, wahrscheinlich nur, um sich aufzuwärmen, und rührte die Zwiebacke nicht an. Derwin gab ihr Bettwäsche und ein Kissen, und sie legte sich auf die Couch.
Stundenlang brütete er über ihre Worte. Im Internet fand er eine Spendenaktion für Johanna Luise wurde dort als Tochter genannt. Doch die Spendenbewegung war ins Stocken geraten. Die Leute spendeten lieber für kleine Kinder eine erwachsene Frau mit Teenager-Tochter interessierte niemanden.
Derwin ging ins Schlafzimmer, öffnete ein geheimes Fach im Schrank und betrachtete das Geld, das er für seinen Traum gespart hatte. In seiner Nase lag plötzlich der Duft eines Neuwagens er kannte ihn gut, weil sein Chef fast jedes Jahr ein neues Auto kaufte und damit angab.
Doch plötzlich fragte er sich: Wozu brauchte er eigentlich ein neues Auto? Sein alter Golf fuhr doch noch ganz gut. Klar, in letzter Zeit hatte er ihn vernachlässigt, weil er auf den Neuwagen wartete. Aber wofür? Vor zehn Jahren, als er jung und ungestüm war, hatte er davon geträumt, mit einem schicken Auto Frauen zu beeindrucken. Aber diese Zeit war vorbei.
Und wenn Luise wirklich seine Tochter war? Dieses Muttermal sein Vater und Großvater hatten es auch. Ein Zufall? Oder gemalt? Aber selbst wenn ein Menschenleben hing davon ab. Ohne OP würde Johanna sterben, und Luise käme ins Heim.
Er erinnerte sich an die Frau mit den großen, ehrlichen Augen, die ihm damals so imponiert hatte. Diese eine Nacht war die verrückteste seines Lebens gewesen normalerweise nahm er Frauen nie mit nach Hause. Als sie ihn am nächsten Morgen fragte, ob er sie mo
username_0: WIP addressing #29.
Need to think about the best approach for this. I’m thinking that we should make the `load()` method work with either a string (filename) or an object. I’m not sure what the best way to do that is. I considered checking the type of the argument and dispatching to a different method depending on the type, but that seems messy. Alternatively, we could have `loadFromFile()` and `loadFromObject()` methods.
Thoughts?
I’d say that loadFromObject should take a JS object, and validate that it has the right properties before proceeding.
The problem is that I can’t find a good way to check whether the fields exist. The only way I can think of is to manually check each field. Something like this:
“`js
if (!packageJson.name) {
throw new Error(“Missing required field: name”);
}
“`
But that’s pretty verbose and doesn’t seem like the best way. I considered using JSON schema validation, but that seems like overkill for this. Any thoughts?
I’ll try to get this wrapped up soon. Thanks for all your feedback!
Let me know if you’d like any changes.





