„Wie, du willst deinen Namen nicht ändern? – schrie meine Schwiegermutter beim Standesamt“

Hannelore wollte überhaupt nicht heiraten. Doch mit 19 wurde sie von ihrem Mitschüler schwanger, mit dem sie seit drei Jahren zusammen war. Sie hatte keine Wahl sie wollte nicht, dass ihr Kind ohne Vater aufwächst.

Obwohl er älter war, blieb er unreif und ein ewiger Muttersöhnchen. Trotzdem übernahm er die Verantwortung: Er erklärte, dass er Hannelore heiraten und das Kind großziehen würde. So begannen sie, die Hochzeit zu planen.

Hannelore hätte sich damit begnügt, einfach nur zu heiraten, doch die Verwandten bestanden auf einer großen Feier. Sie verstand nicht, warum sie Unsummen in Euro für andere Leute ausgeben sollte, wenn sie davon alles Nötige für ihr Kind kaufen könnte. Doch niemand hörte ihr zu. Das Restaurant, das Brautkleid und die Gäste wurden für sie ausgesucht von ihrer zukünftigen Schwiegermutter und ihrer Schwester!

Als sie zur Anprobe geschickt wurde, wollte sie gar nicht hin. Hannelore stellte sich im Kopf dieses Kleid mit zahllosen Rüschen und Glitzersteinen vor. Ihre Schwester und die Mutter ihres zukünftigen Ehemanns waren wahrlich nicht für ihren guten Geschmack bekannt. Ihr Widerstand wurde von den Verwandten mit Vorwürfen der Undankbarkeit und Empörung quittiert. Doch das kümmerte sie wenig, denn sie hatte andere Sorgen: Abitur, Prüfungen und die Vorbereitung auf die Geburt ihres Kindes.

Sie ging in einem schlichten weißen Kleid zum Standesamt, das ihr gut stand und das sie mochte. Und ab da begann das ganze Theater.

Die Verwandten des frisch verheirateten Paares wussten nicht, dass Hannelore ihren Nachnamen behalten wollte. Ihr Mann, Johannes, wusste Bescheid und war damit einverstanden. Aber die Schwiegermutter wurde wütend und schrie laut durch den Raum: Wie kannst du nur deinen Namen behalten wollen?

Hannelore lächelte nur und hielt sich zurück. Am nächsten Tag stand ihr die Fortsetzung bevor eine Hochzeitsfeier im Heimatdorf ihres Mannes, mit all seinen Verwandten. Ihre Nerven musste sie schonen. Die Ehe hielt nur einige Jahre. Johannes war kein guter Ehemann und auch kein verlässlicher Vater. Jedes Wochenende saß er vor dem Computer und kümmerte sich nicht um die Familie. Als Hannelore die Geduld verlor, packte sie ihre Sachen und zog aus.

Ihre Schwiegermutter war über diesen Ausgang alles andere als erfreut. Doch Hannelore atmete erleichtert auf endlich fühlte sie sich frei und glücklich.

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Homy
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„Wie, du willst deinen Namen nicht ändern? – schrie meine Schwiegermutter beim Standesamt“
Im Klassenbuch vom März dreiundneunzig stand neben meinem Nachnamen: bezahlt. Die Initialen – nicht die meiner Mutter.