Hey, hör mal, ich muss dir was erzählen, was echt wie aus einem Roman klingt. Stell dir vor: Raus mit dir, du undankbares Mädchen!, hat ihr Vater geschrien, und so musste Johanna das Haus verlassen. Es waren acht Jahre vergangen, seit sie ihre Mutter verloren hatte. Jetzt, mit achtzehn Jahren, hatte sie ihr letztes Jahr an der medizinischen Schule mit einer goldenen Auszeichnung abgeschlossen. Ihr großer Wunsch war, einmal wie ihre Mutter als Ärztin zu arbeiten, aber ihr Vater hatte ganz andere Pläne und die hat er ihr als Überraschung präsentiert. Er verkündete die Verlobung mit dem Sohn seines Freundes.
Johanna war hin- und hergerissen, aber sie wollte ihren eigenen Weg gehen. Also hat sie sich ein Zimmer im Studentenwohnheim in München gesucht und nebenbei im Café gearbeitet immer ein bisschen, um sich über Wasser zu halten. An einem Abend am Ende ihrer Schicht ist ihr ein Mann aufgefallen, dunkelhaarig, sehr schick fast zu elegant für das kleine Café. Johanna konnte gar nicht anders, als sich zu fragen, was er hier wohl wollte.
Auf dem Weg zurück ins Wohnheim stand plötzlich dieser Dunkelhaarige neben seinem Auto und hat sie angesprochen: Johanna, ich muss mit dir sprechen. Sie war natürlich total überrascht, hat aber angehalten. Er hat ihr gesagt, dass er der Überraschungs-Verlobte sei, den ihr Vater zu ihrem achtzehnten Geburtstag ausgesucht hatte aber er hatte es damals nicht rechtzeitig geschafft, sie zu treffen.
Mein Name ist Robert, hat er sich vorgestellt. Lass uns beim Du bleiben. Ich habe einen Vorschlag für dich hör erst zu, und entscheide danach, ob du ihn annimmst oder ablehnst. Johanna hat zugestimmt, ihm zuzuhören.
Robert hat ihr von seiner Lage erzählt er wollte eigentlich sein eigenes Unternehmen aufbauen, aber sein Vater wollte ihn zwingen, zu heiraten, sonst würde er ihm die Firma wegnehmen. Er hat ihr eine Scheinehe vorgeschlagen, mit finanzieller Unterstützung, einem eigenen Zimmer und völliger Freiheit ohne irgendeine Einmischung in ihr Leben.
Johanna war zunächst völlig perplex und brauchte Zeit, um das alles zu überdenken. Robert hat ihr seine Visitenkarte gegeben und sie gebeten, ihn anzurufen, wenn sie bereit war, eine Entscheidung zu treffen. Nach einiger Zeit hat Johanna darüber nachgedacht und ihn schließlich kontaktiert.
Die Hochzeit fand ganz intim statt, nur die Eltern waren dabei. Und als sie sich geküsst haben, hat es zwischen ihnen richtig gefunkt. Johanna hat Robert leise gesagt, dass sie ihn mag und er hat es ihr überglücklich erwidert. In den Monaten danach wurde aus dem kleinen Funken ein richtiges Feuer, und schließlich haben die beiden ihre Gefühle füreinander so richtig erkannt.





