Als die Liebe vorbeiging: Mein Leben mit einer Frau, die mich täglich zerstört hat

Als die Liebe an mir vorbeiging: Mein Leben mit einer Frau, die mich täglich zerstörte
Mein Schweigen hat zu lange gedauert. Ich schwieg, weil meine Leiden mir klein erschienen neben anderen Tragödien. Ich schwieg, weil ich dachte, ein Mann müsse aushalten. Doch jetzt bin ich 58. Dreißig Jahre Ehe hinter mir, und in meiner Seele nur Müdigkeit, Schmerz und Leere. Das Leben ist vergangen, das Glück ist nie gekommen. Kein Zuhause nur Wände. Keine Familie nur ein endloser Krieg. Unter einem Dach, aber Fremde. Zusammen, doch jeden Tag ein Kampf um das Recht zu existieren. Und vielleicht ist es schon zu spät, etwas zu ändern.
Ich habe aus Berechnung geheiratet. Und mit meinem ganzen Leben bezahlt.
Ich war 28, als meine Eltern mich überredeten, Gisela zu heiraten. Sie sagten: *Es reicht mit dem Junggesellendasein, sie ist ein anständiges Mädchen, aus gutem Hause.* Ich liebte Gisela nicht. Aber damals dachte ich, Liebe sei Romantik für Dummeln, im Leben zähle Sicherheit. Wir heirateten. Und dann begann die Hölle.
Gisela machte schnell klar, wer das Sagen hatte. Sie demütigte mich vor Freunden, spottete über mich vor der Familie. Lieb und süß in der Öffentlichkeit zu Hause wurde sie zum eisigen Sturm. Sie konnte vor allen sagen: *Was für ein fürsorglicher Mann!*, und mir dann zu Hause die Tasse nachwerfen und zwischen den Zähnen zischen: *Du bist ein Nichts! Ein Versager!*
Alles ärgerte sie: wie ich saß, aß, sprach, atmete. Doch ich schwieg. Ich ertrug es. Für die Kinder. Damit sie eine Familie hatten. Ich hoffte, es würde besser werden. Es wurde nicht besser. Es wurde schlimmer. Ich lebte nicht ich überlebte. Nicht einmal Nachbarn gehen so miteinander um, wie sie mit mir umging.
Als die Kinder auszogen begann der Albtraum erst richtig
Unsere Söhne wurden erwachsen, gründeten Familien, und da fielen die Masken endgültig. Gisela spielte keine Ehefrau mehr. Ich baute mir ein kleines Zimmer neben dem Haus und zog dort ein. Keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr, keine Gespräche, kein Lachen. Wir teilten uns Küche, Geschirr, Kühlschrank. Sie beschriftete die Tupperdosen, damit ich sie nicht anrührte. Komisch, oder? Ein Dach, aber als wären es zwei fremde Häuser.
Ich aß allein. Schlief allein. Wachte auf mit demselben Gewicht auf der Seele. Und wenn jemand sagte: *Ihr und Gisela, so ein starkes Paar!*, wollte ich schreien. Wenn das Stärke ist, dann ist es nur ein Käfig.
Jeder ihrer Tage begann mit Vorwürfen und endete mit Beleidigungen
War Gisela zu Hause, wurde alles zur Hölle. Es konnte mit *Schon wieder hast du den Müll nicht rausgebracht, du Versager!* beginnen und damit enden, dass ich ihr Leben ruiniert hätte. *Du bist ein Loser! Immer standest du mir im Weg!* das sagte sie am liebsten. Ich versuchte zu schweigen. Dachte: Wenn ich nicht reagiere, wird sie müde. Tat sie nicht. Ihr Hass kannte keine Pause. Sie brauchte jemanden, den sie zerbrechen konnte und ich war zur Hand.
Einmal hörte ich sie am Telefon mit einer Freundin: *Er ist wie ein Möbelstück. Er steht in der Ecke und stört nicht.* Da verstand ich: Ich existierte nicht mehr. Ich war zermalmt. Und das Schlimmste ich hatte nirgendwo hin. Ich hatte das Haus selbst gebaut. Schwer gearbeitet, die Söhne großgezogen, jeden Euro gespart jetzt musste ich ertragen, bloß nicht obdachlos zu werden.
Warum ich noch hier bin ich verstehe es selbst nicht
Weggehen? Wohin? Die Kinder haben ihre eigenen Sorgen. Sie leben ihr Leben. Sie kommen selten, und wenn tun sie so, als sei bei uns alles in Ordnung. So ist es leichter für sie. Und mir ist es egal. Ich warte. Ich warte, dass alles ein Ende hat. Dass ich nicht mehr vor Wut die Zähne zusammenbeißen muss. Dass der Hass verschwindet, dass ich mich nicht mehr jeden Tag verteidigen muss gegen eine, die zur Fremden wurde.
Vielleicht schreibe ich das nicht für mich. Sondern für die, die noch etwas ändern können. Für die, die am Scheideweg stehen. Bitte heiratet nicht ohne Liebe. Lebt nicht neben jemandem, der euch auslöscht. Opfert euch nicht für den Schein. Die Kinder werden groß. Und ihr bleibt zurück. Auge in Auge mit jemandem, der euch nicht liebt. Und eines Tages werdet ihr verstehen das ganze Leben ist an euch vorbeigegangen. Genau wie bei mir.

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Homy
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