Kürzlich traf ich eine Frau, die mit ihrer anderthalbjährigen Tochter durch die Berliner Innenstadt spazierte, dabei völlig in ihre Gedanken versunken und ohne auf ihre Umgebung zu achten.

Guten Tag, mein Freund. Vor kurzem begegne ich einer Frau, die mit ihrer eineinhalbjährigen Tochter durch die Straßen von München spaziert. Sie wirkte völlig abwesend und nahm ihre Umgebung kaum wahr. Hätte ich sie nicht angesprochen, wäre sie einfach an mir vorbeigelaufen. Als sie mich erkannte, freute sie sich zuerst kurz, doch ihr Gesichtsausdruck wechselte schnell wieder zu einer merkwürdigen Gleichgültigkeit. Ich frage sie, was los ist, und so erzählte sie mir offen von den familiären Schwierigkeiten.

Sie und ihr Mann hatten aus Liebe geheiratet. Die Verlobungszeit war wunderschön, voller Zweisamkeit und liebevoller Gesten. Nach der Hochzeit trug ihr Ehemann sie sogar über die Schwelle. Zusammen suchten sie Harmonie und Verständnis, auch wenn es gelegentlich Missverständnisse gab.

Mit der Geburt ihrer Tochter veränderte sich plötzlich alles. Ihr Mann, ein gebürtiger Berliner, spürte, was es wirklich heißt, Vater zu sein und es gefiel ihm nicht wirklich. Er arbeitete von zu Hause aus und der laute, oft weinende Säugling war für ihn eine riesige Störung. Natürlich blieb die Hauptverantwortung für das Kind an ihr hängen, doch auch er beschwerte sich immer wieder.

Ihm wurde bewusst, dass sie sich in Elternzeit befand und das Familieneinkommen damit erheblich gesunken war. Dies nutzte er aus, schob sämtliche Aufgaben rund ums Kind ihr zu und zog sich aus der Verantwortung zurück. Nach einiger Zeit drängte er sie, wieder arbeiten zu gehen und schlug vor, dass einer der Großeltern aushelfen solle.

Seine Argumente, die Großeltern könnten das Kind sehr wohl betreuen, wollte sie nicht gelten lassen, doch ihr Mann war davon überzeugt, dass es finanziell nötig wäre. Er prüfte sogar verschiedene Kitas und Ganztagsbetreuung, nur damit er selbst keine Verpflichtungen übernehmen musste. Von da an hörte er zudem auf, ihr noch Geld fürs Einkaufen zu geben das übernahm er jetzt lieber selbst, weil er fand, dass sie zu leichtfertig Geld für unnütze Dinge ausgab.

Die Frau fing an, häufiger mit ihrer Tochter das Haus zu verlassen, sie durch die Grünanlagen und auf Münchens Spielplätze zu führen, nur um so wenig wie möglich zu Hause mit ihrem Mann zu sein.

Völlig verzweifelt fragte mich meine Freundin Anna, was sie denn tun solle. Ein guter Ratschlag fiel mir nicht ein. Scheidung? Das kam für sie absolut nicht in Frage, denn trotz all seiner Fehler liebt sie ihn noch immer und ist viel zu sehr an ihn gebunden. Und außerdem wollte sie ihrer Tochter zuliebe die Familie erhalten, damit das Kind mit beiden Elternteilen aufwächst. Sie hatte es auch satt, immer für die schlechte finanzielle Lage verantwortlich gemacht zu werden, obwohl sie nichts dafürkonnte.

Als ich mich von ihr verabschiedete, konnte ich ihr nur allgemeine Worte wie Bleib stark, Alles wird gut und Irgendwann regelt sich alles mit auf den Weg geben. Und ich hoffe von Herzen, dass es tatsächlich so kommt.

Rate article
Homy
Add a comment

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!:

Kürzlich traf ich eine Frau, die mit ihrer anderthalbjährigen Tochter durch die Berliner Innenstadt spazierte, dabei völlig in ihre Gedanken versunken und ohne auf ihre Umgebung zu achten.
Zunächst waren die Eltern begeistert, dass ihr Sohn seine Schwiegertochter mitbrachte, doch als sie sie kennenlernten, forderten sie ihren Sohn auf, alle ihre Geschenke abzulehnen!