Eines Tages traf ich Alina zufällig auf der Straße, sie stand vor meiner Haustür und hatte Tränen im Gesicht. Ich bat sie sofort herein, und als wir uns zusammensetzten, erzählte sie mir, dass etwas Schreckliches geschehen war – und dass meine eigene Mutter alles organisiert hatte.

Verbotene Liebe kann wie ein rätselhafter Schmerz durch das Herz ziehen und in meinem Fall war alles noch viel verworrener: Es war wie ein Traum während meines zweiten Semesters in München, als ich mich in eine außergewöhnliche junge Frau namens Adelheid verliebte. Sie war schön wie ein Märchenmorgen, klug wie der alte Goethe und so freundlich, dass selbst die Bäume in Englischer Garten ihr zulächelten. Doch meine Mutter, eine Frau mit einem Auge für Herkunft und alte Namen, sah Adelheids einfache Familie als unpassend für unseren Stand in der Welt der Euro und Steuermänner.

Unbeeindruckt davon traf ich Adelheid weiterhin heimlich, meine Schritte hallten wie Musik durch die Kopfsteinpflaster der Stadt. Eines Morgens wanderte ein Brief zu mir herüber, mit Worten so schwer wie Novembernebel: Adelheid hieß darin das Ende willkommen. Sie konnte den Druck meiner Mutter nicht länger ertragen und entschied sich, das Unsichtbare zwischen uns sichtbar zu machen sie ging.

Diese Nachricht warf einen Schatten auf die sonnigen Straßencafés meiner Welt. Ein donnerndes Wortgefecht mit meiner Mutter endete damit, dass ich in eine kleine Dachgeschosswohnung zog, zwischen die Dächer voller Geschichte und Sehnsucht nach Unabhängigkeit und doch blieb mein Herz wie festgetackert in der Erinnerung an Adelheid.

Dann, eines düsteren Abends, als ich den Müll hinausbrachte die Tonne stand wie eine skurrile Statue im Treppenhaus wartete Adelheid an der Tür, ihre Tränen glitzerten wie Tautropfen auf einem Berliner Mauerstein. Ich öffnete die Tür zu meinem seltsamen Reich, bat sie herein, um der Kälte und den Schatten zu entfliehen. Wie Figuren aus einem expressionistischen Gemälde gestanden wir uns gegenseitig unsere Ängste. Die Wahrheit war ein Scherbenmeer: Meine Mutter hatte das Drama gelenkt, hatte selbst den Brief geschrieben, ließ es aussehen, als hätte Adelheid mich verlassen sogar behauptet, ich hätte eine andere gefunden und sei fortgezogen.

Mit dieser surrealen Wahrheit webten wir unser Leben neu: Wir fanden zueinander zurück, trotz aller seltsamen Traumlogik von Stand und Herkunft, und ließen Euro und Gerede hinter uns. Arm in Arm liefen wir fortan durch die Tage, Tanzschritte zwischen Wirklichkeit und Fantasie, wissend, dass unsere Liebe stärker war als jede Mauer aus Vorurteilen. Fortan lenkten wir unser Glück selbst, als wären wir in einem Traum, in dem nur wir die Farben wählen durften.

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Homy
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Eines Tages traf ich Alina zufällig auf der Straße, sie stand vor meiner Haustür und hatte Tränen im Gesicht. Ich bat sie sofort herein, und als wir uns zusammensetzten, erzählte sie mir, dass etwas Schreckliches geschehen war – und dass meine eigene Mutter alles organisiert hatte.
Auf der Hochzeit meiner Schwester setzte sie mich ganz hinten an den Katzentisch, doch plötzlich beugte sich ein Fremder zu mir und flüsterte: „Tu so, als wären wir ein Paar – dann wird deine Schwester das noch richtig bereuen“