Nach 24 Jahren kehrt der Vater mit Süßigkeiten und Instantkaffee zurück

Ich hätte nie gedacht, dass solche Geschichten mehr sind als seltsame Märchen, die man im Internet liest. Aber ich fand mich selbst in einer unwirklich und doch vertraut.

Ich war sechs, als mein Vater eines Nachts spurlos verschwand. Zurück blieben meine Mutter, meine zwei jüngeren Zwillingsschwestern und ich verloren im Haus am Rande von Würzburg. Viele Jahre verteidigte meine Mutter ihn, flüsterte davon, dass er auf Geschäftsreise in Berlin sei. Doch ich spürte die Wahrheit in den Träumen, die mich nachts heimsuchten. Als sie begriff, dass das Spiel vorbei war, sagte sie eines Morgens mit einer Stimme wie Nebel: Papa gehört nicht mehr zu unserer Welt.

Mein Kinderkopf konnte diese Erwachsenenrätsel nicht fassen. Ich war wütend auf ihn, träumte von seiner Rückkehr, von Rädern auf Pflasterstein, von unbekannten Händen an der Gartentür. Aber das blieb Traum. Meine Mutter blieb bei uns, versuchte nie, ihr Herz neu zu vergeben. Es war hart für sie, das wusste ich. Wer möchte schon eine Frau mit drei Kindern, mit Schatten in ihren Augen? Die Zeit machte weiter. Jetzt bin ich selbst verheiratet, habe Kinder, lebe immer noch auf dem Land, in der Nähe von Bamberg. Unsere kleine Apfelplantage, die wir liebevoll pflegen, trägt langsam Früchte eine goldene Wiese, auf der alles unwirklich duftet.

Vor ein paar Monaten rief mich ein fremder Mann an; seine Stimme klang wie Regen auf Blech. Er sagte, wir müssten dringend sprechen. Er täuschte vor, Interesse an Äpfeln in großen Mengen zu haben. Ich stimmte zu und wir trafen uns zwischen den Apfelbäumen. Ein kahlköpfiger, schwer atmender Mann stand vor mir. Er grinste und streckte mir ein Paket entgegen. Ich öffnete es darin lagen billige Süßigkeiten aus einem Discounter in Nürnberg und eine Dose löslicher Kaffee von Aldi. Die Szenerie war surreal. Dann sagte er:

Ich bin dein Vater.

Meine Gedanken wirbelten wie Herbstlaub. Ich murmelte: Warst du je im Gefängnis? Nein. Willst du die Äpfel kaufen? Nein. Dann auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.

Er ließ seine Tasche achtlos auf der Bank zurück. Ich holte ihn ein, drückte ihm die billigen Süßigkeiten in die Hand, als würde ich die Vergangenheit zurückgeben. Was hatte er gehofft? Ich warnte meine Schwestern vielleicht würde er auch zu ihnen kommen, mit der gleichen Tasche. Er tat es. Wie kann man nach vierundzwanzig Jahren zurückkommen, nur mit einer Dose Kaffee und alten Bonbons? Wer versteht so etwas? Erkläre es mir, wenn du kannst.

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Homy
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Nach 24 Jahren kehrt der Vater mit Süßigkeiten und Instantkaffee zurück
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