Meine Enkelin sagte etwas beim Familienabendessen, das alle am Tisch verstummen ließ.

Heute schreibe ich in mein Tagebuch, weil mich das, was gestern bei unserem Familienessen passiert ist, tief berührt hat.

Es war ein typischer Sonntagabend, wie wir ihn in München oft verbringen. Meine Tochter Miriam, ihr Mann Sebastian, unsere beiden Enkelkinder und ich saßen gemeinsam am Tisch, aßen Kartoffelsalat mit Würstchen und sprachen über Schule, Arbeit und die Sommerferien. Alles schien wie immer.

Doch plötzlich sagte Miriam etwas, das mich aus dem Gleichgewicht brachte. Sie meinte, sie überlege, ob wir uns nicht weniger häufig sehen sollten. Ihre Worte waren nicht schroff, aber durchaus deutlich: Die Kinder würden größer und sollten lernen, selbstständig zu werden. Außerdem, fügte sie hinzu, verlassen sich die Kinder zu sehr auf mich, wenn ich ständig da bin.

Ich hörte einfach zu und nickte nur. Diskutieren wollte ich nicht, auch wenn es mich verletzt hat.

Gerade in diesem Moment blickte meine jüngere Enkelin, die achtjährige Lieselotte, von ihrem Teller auf und stellte eine Frage, die niemand erwartet hatte: Mama, warum willst du, dass Oma nicht so oft kommt? Plötzlich wurde es ganz still am Tisch.

Miriam versuchte, ruhig zu bleiben und sagte: Lieselotte, so ist das doch nicht. Aber Lieselotte ließ nicht locker. Sie erklärte, dass alle entspannter seien, wenn ich da bin. Dass ihre Mutter sich weniger aufregt, ihr Vater mehr lacht und unser Zuhause irgendwie schöner wirkt.

Niemand sagte etwas. Miriam schaute nur traurig auf den Tisch.

Da wurde mir bewusst: Erwachsene finden oft tausend Erklärungen für ihre Entscheidungen. Aber Kinder sehen die Wahrheit viel klarer.

Nach dem Abendessen kam Miriam zu mir und sagte, sie sei vielleicht zu streng gewesen. Sie gab zu, dass man manchmal vergisst, wie wichtig die Anwesenheit eines Menschen ist.

Ich war nicht böse auf sie. Ich sagte ihr nur, was das Leben mich gelehrt hat: Liebe stört kein Zuhause sie macht es erst zu einem Zuhause.

Und trotzdem frage ich mich heute, wie andere in meiner Situation reagieren würden.

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Homy
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Meine Enkelin sagte etwas beim Familienabendessen, das alle am Tisch verstummen ließ.
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