Ich wurde Mutter, als mein Sohn gerade einmal zwei Wochen alt war.

Vor genau zwei Jahren begann ich, unsere Koffer zu packen: meinen eigenen und den meines Kindes. Ich montierte einen Kindersitz im Auto und nahm eine kleine Heizung mit. Dann fuhr ich zum Amtsgericht, um die Sorgerechtsanerkennung abzuholen.

Wenige Stunden später war ich auf dem Weg zu Florians Zimmer, meinem Sohn. Es war der Tag unseres Wiedersehens. Die gesamte Woche davor war ich jeden Tag jeweils 60 Kilometer gefahren, um ihn zu besuchen und dann wieder nach Hause zurückzukehren. Die Tage zogen sich endlos hin.

Damals war er noch sehr klein. Ich legte Florian oft auf den Bauch und stellte mir vor, wie er ein Teil von mir wäre. Als wäre er wirklich mein eigenes Kind. Vermutlich fühlte er genauso. In diesen Momenten war er ganz ruhig, gelassen.

Viele Adoptiveltern nennen diesen Tag den Storchentag. Wenn ein neues Familienmitglied einzieht und so sehnsüchtig erwartet wurde, ist die Freude bei allen groß. Für die Eltern bekommt das Leben einen neuen Sinn, und das Kind hat nun Eltern es schöpft Hoffnung auf ein normales Leben.

Mir fiel es anfangs schwer, meine Tochter aus tiefstem Herzen als mein Kind zu sehen und sie ganz anzunehmen. Bei meinem Sohn Florian jedoch ging das viel schneller. Es entstand sehr rasch eine tiefe Verbindung in meinem Herzen und ebenso in unserem Zuhause. Bis heute kann ich kaum begreifen, wie seine leibliche Mutter diese Entscheidung treffen und ihn aufgeben konnte. Nicht einmal ein Blick auf ihren Sohn vielleicht hätte sich alles anders entwickelt, wenn sie ihm nur einmal in die Augen geschaut hätte. Man konnte ihn einfach nicht nicht lieben. Vielleicht sollte alles so kommen, vielleicht war es unser gemeinsames Schicksal.

Für mich ist Florian ein echtes Wunderkind. Er hat eine besondere Ausstrahlung. Möge er glücklich aufwachsen. Mein Florian. Es ist ein großes Glück und eine große Ehre für mich, deine Mama zu sein.

Das Leben zeigt uns manchmal unerwartete Wege doch das Herz weiß oft schon viel früher, wo es hingehört.

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Homy
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Ich wurde Mutter, als mein Sohn gerade einmal zwei Wochen alt war.
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