Mehr als nur ein Kindermädchen

Nicht nur ein Nebenjob

Anna saß in der Universitätsbibliothek in München, umgeben von dicken Lehrbüchern und sorgfältig geführten Notizheften. Ihre Finger rannten über die Seiten ihrer Zusammenfassungen, während ihre Augen aufmerksam Zeile für Zeile lasen. Sie versuchte, so viel wie möglich aufzuschnappen, denn am nächsten Tag stand eine wichtige Klausur an. Ihr Dozent war für seine Strenge bekannt: Wer durchfiel, musste zwangsläufig in die Nachprüfung, und das wollte Anna sich auf keinen Fall leisten das Semester war schon stressig genug.

In diesem Moment kam ihre Kommilitonin Katharina an ihren Tisch, setzte sich auf die Tischkante und beugte sich vertraulich zu Anna herüber:

Du brauchst doch noch einen Nebenjob, oder?

Anna schaute nur kurz über ihre Unterlagen hinweg und nickte, ohne den Mund zu öffnen, bevor sie sich wieder in den Berg an Stoff vertiefte. Die Zeit drängte, es gab noch viel zu lernen.

Hmm, murmelte sie schließlich, um den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen. Nur du weißt ja, wir haben jeden Tag bis zwei Vorlesungen. Schwänzen geht gar nicht.

Katharina lächelte verständnisvoll, sie wusste, wie ernst Anna ihr Studium nahm. Nach einem kurzen Blick ins Leere fuhr sie mit leiser Begeisterung fort:

Ich hätte da die perfekte Gelegenheit für dich. Mein Nachbar er heißt Paul , ist alleinerziehender Vater. Seine Frau ist leider früh verstorben, so wie ich gehört habe, aber genaueres weiß ich nicht. Jedenfalls ist er zurzeit mit der Arbeit völlig überlastet und sucht dringend eine Nachmittagsbetreuung für seine Kinder. Von vier bis ungefähr acht Uhr.

Jetzt blickte Anna mit echtem Interesse auf. Katharina merkte, dass sie ihre Aufmerksamkeit gewonnen hatte.

Du liebst Kinder, studierst auf Lehramt und hast Erfahrung immerhin hast du drei jüngere Brüder!

Anna lächelte leicht. Die Sorge um Kinder erfüllte sie stets mit Wärme. Sie hatte zu Hause immer mitgeholfen, ganz ohne dass man sie drängen musste es war nicht immer einfach, aber sie machte es gern.

Wie alt sind die Kinder?, fragte sie einfühlsam.

Anna spielte gedankenverloren mit ihrem Bleistift, während sie über Katharinas Worte nachdachte. Der Gedanke als Kindermädchen zu arbeiten reizte und verunsicherte sie gleichermaßen. Würde sie das wirklich schaffen? Schließlich hatten die Kinder einen schweren Verlust erlebt, das war etwas ganz anderes als mit den eigenen Brüdern umzugehen.

Zwillingsmädchen, etwa sechs Jahre alt, antwortete Katharina sofort. Es gibt noch einen Sohn, aber der ist schon 13 Jahre und braucht niemanden mehr, der ihn beaufsichtigt. Fast immer beim Training hilft zu Hause kaum.

Und meinst du, ich bekomme den Job?, hakte Anna vorsichtig nach und klopfte nervös mit dem Bleistift auf den Tisch. Ich habe noch keinen Abschluss, bin erst im vierten Semester…

Natürlich hatte sie viel Erfahrung, von den eigenen Brüdern über das Praktikum im Kindergarten bis zur echten Kinderliebe aber fremde Kinder, für die sie gegenüber einem Vater verantwortlich war, das war doch etwas ganz anderes.

Katharina winkte mit einer Geste alle Zweifel fort:

Natürlich! Paul hat mich erst gestern gefragt, ob ich jemanden kenne. Soll ich ihm deine Nummer geben?

So viel Zuversicht war ansteckend für einen kurzen Moment stockte Anna der Atem. Sie sah auf ihre Unterlagen, auf die Uhr (nur noch 30 Minuten bis zur nächsten Vorlesung)… Plötzlich wurde ihr klar: Das könnte wirklich die perfekte Lösung sein. Wenig Fahrerei, flexible Zeiten, und bestimmt sind die Kinder wunderbar.

Ihr Herz begann schneller zu klopfen aus Aufregung und Neugier. Sie atmete durch und sagte dann entschlossen:

Mach das!

******************

Anna war nervös heute war ihr erster echter Arbeitstag als Kindermädchen. Zwar hatte sie schon oft auf ihre Brüder aufgepasst, aber das hier war anders: jetzt war es ein Job, Verantwortung für fremde Kinder, die sie kaum kannte. Sie kontrollierte dreimal ihre Tasche: Handy, Schlüssel, Notizbuch, ein kleiner Snack für die Zwillinge alles da.

Das Kennenlernen mit Paul und den Kindern war am Vortag überraschend angenehm verlaufen. Paul war ein freundlicher, ehrlicher Mann, der ihr ausführlich die wichtigsten Abläufe erklärte. Die Zwillinge, Lena und Greta, waren anfangs schüchtern, versteckten sich hinter ihrem Vater, aber schon nach zehn Minuten sprudelten sie drauflos und präsentierten Anna stolz ihre Zeichnungen. Anna fand die beiden auf Anhieb bezaubernd und war berührt von ihrer offenen Art.

Was sie jedoch am meisten überraschte, war Paul selbst. Katharina hatte mit keiner Silbe erwähnt, dass er so sympathisch war. Groß, braune Augen, ein herzliches Lächeln er verhielt sich offen, zugewandt, völlig natürlich. Anna nahm sich fest vor, bei der Arbeit professionell zu bleiben.

Nicht schwach werden, mahnte sie sich in Gedanken. Das ist ein Job!

Vor dem Eingang des Kindergartens atmete sie einmal tief durch, richtete ihre Haare und betrat das Gelände. Auf dem Spielplatz tobten die Kinder, lachten, bauten Sandburgen. Anna erkannte Lena und Greta sofort bei den Schaukeln. Die beiden hielten inne, als sie Anna sahen, dann lächelten sie vorsichtig.

Anna kniete sich nieder, sodass sie auf derselben Höhe war, und lächelte freundlich:

Na, kommt ihr mit nach Hause? Ich habe etwas Leckeres für euch vielleicht Pfannkuchen oder Schokokekse?

Schokokekse!, rief Greta begeistert.

Gut, dann machen wir Schokokekse, bestätigte Anna, reichte den beiden ihre Hände und spürte, wie sich ihre Unsicherheit in Zuversicht verwandelte. Vielleicht würde es ja wirklich klappen?

Die Mädchen blickten sich mit erstaunlich ernsten Gesichtern an, dann nickten sie synchron. Anna gefiel ihr gleichförmiges Verhalten ein Zeichen für ihre enge Verbundenheit. Doch die Ernsthaftigkeit in ihrem Blick ließ Anna an das denken, was ihr am Vorabend Sebastian, Lenas und Gretas großer Bruder, anvertraut hatte. In einem ruhigen Moment hatte er, fast ein wenig erwachsen wirkend, sie zur Seite genommen:

Sie waren früher ganz anders offen, fröhlich, sind jedem um den Hals gefallen. Nach Mamas Tod sie verstehen es nicht richtig, glauben, sie hätten vielleicht etwas falsch gemacht.

Er schwieg kurz, dann sagte er weiter:

Sie haben sich richtig verschlossen. Kaum noch gelacht, haben niemanden mehr an sich herangelassen. Früher hat Oma geholfen, aber jetzt ist sie selbst krank. Deshalb hat Papa eine Nanny gesucht.

Anna hatte damals nur nickend zugehört, im Inneren bedrückt. Heute wurde ihr erst richtig bewusst, wie viel Vertrauen ihr die Familie entgegenbrachte.

Aber zu mir sind sie erstaunlich schnell aufgetaut, erzählte sie Sebastian später mit einem kleinen Lächeln. Wir haben schon gelacht ich habe ihnen meinen Trick mit dem Tuch gezeigt.

Sebastian musterte sie, überzeugte sich, dass er ihr vertrauen konnte, dann sagte er ernst:

Genau deswegen hat mein Vater dich ausgewählt. Du hast sofort einen Draht zu ihnen gefunden bitte, enttäusch uns nicht.

Der Ernst in seinem Blick ging Anna nah. Sie nickte fest:

Ich gebe mein Bestes. Die Mädchen sollen wieder lachen können.

Sebastian entspannte sich, lächelte kurz und setzte mit jugendlicher Selbstverständlichkeit hinzu:

Ich mache auch mit, wenn ich Zeit habe. Ich erzähle ziemlich gute Geschichten.

Das wird ihnen gefallen, erwiderte Anna herzlich.

*************

Mittlerweile arbeitete Anna schon zwei Monate bei Familie Fischer. Vieles hatte sich verändert: Lenas und Gretas Ängstlichkeit war Wärme und Zuneigung gewichen. Nun stürmten sie ihr entgegen, wenn sie kam, und wollten sie kaum noch gehen lassen.

An diesem Abend packte Anna wie immer die Spielsachen zusammen, summte das Kinderlied, das sie neu gelernt hatten, während Lena und Greta mit traurigen Augen von der Couch aus zusahen.

Bleib heute bei uns!, rief Lena plötzlich und umarmte Anna fest um die Taille. Zuhause ist doch langweilig!

Anna lachte leise, beugte sich zu ihr hinunter und hielt sie im Arm.

Ich muss noch für die Uni lernen. Aber morgen komme ich wieder und dann haben wir Zeit für alles, okay?

Doch da war Greta schon dazugekommen und schmiegte sich ebenfalls an Anna:

Uns ist jetzt schon langweilig ohne dich!

Anna betrachtete die beiden kleinen, bittenden Gesichter und spürte, wie ihr Herz überlief vor Zuneigung. Sie kniete sich zu ihnen und scherzte:

Na, wo soll ich denn schlafen? In euer Zimmer passe ich doch gar nicht mehr!

Lena überlegte eine Sekunde, dann rief sie:

Im Schlafzimmer von Papa! Das Bett ist riesig!

Greta pflichtete sofort bei:

Papa ist eh oft spät bei der Arbeit, der merkt das gar nicht!

Anna musste schmunzeln. Sie wusste, dass die Mädchen es nur gut meinten. Liebevoll strich sie ihnen übers Haar:

Danke euch beiden für das Angebot. Aber ihr wisst ja: zu Hause wartet die Uni auf mich. Morgen komme ich früh und dann backen wir wie versprochen Kekse zusammen!

Die Zwillinge seufzten, akzeptierten es aber. Sie versprachen sich gegenseitig, ganz brav zu sein und beim Aufräumen zu helfen.

In Wahrheit war Anna von dem Vorschlag, bei Paul im Schlafzimmer zu nächtigen, ziemlich verlegen. Natürlich wussten die Mädchen nicht, wie das auf sie wirkte für sie bedeutete es nur Geborgenheit und Nähe. Ganz unwillkürlich schlichen sich Anna aber Gedanken durch den Kopf: Ein gemütlicher Abend im Haus der Fischers, das warme Licht der Stehlampe, ein ruhiges Gespräch mit Paul… Natürlich, die Pflicht mahnt: Du bist hier als Nanny, nicht als Gast!

Schnell beeilte sich Anna, ihre Sachen zu sammeln, versprach den Mädchen frühzeitig da zu sein, und verließ fast fluchtartig die Wohnung.

Draußen atmete sie tief die frische Abendluft ein. Sie war ganz aufgewühlt errötet, fahrig die Haare richtend und am Taschenriemen fummelnd.

Völlig unbemerkt hatte Sebastian das alles beobachtet. Er stand in der Diele, lehnte an der Wand und grinste zufrieden. Ihm war schon lange klar, dass sich bei ihnen zu Hause alles veränderte, wenn Anna kam wie sein Vater auf sie blickte, wie sanft die Stimme wurde, wie sich Annas Verlegenheit in ein warmes Lächeln wandelte.

Na, dann gibt es ja doch noch Hoffnung für meinen alten Herrn, dachte Sebastian. Für ihn war Anna genau das, was die Familie Fischer gebraucht hatte: herzlich, zuverlässig, humorvoll und sie liebte seine kleine Schwestern ehrlich.

Nur… warum trauen sich die beiden nicht endlich Nägel mit Köpfen zu machen?, wunderte sich Sebastian. Erwachsene sind manchmal echt kompliziert.

Als Paul an diesem Abend von der Arbeit heimkam, beschloss Sebastian, aktiv zu werden. Kaum hatte sein Vater Mantel und Papiere abgelegt, setzte Sebastian sich demonstrativ vor ihn:

Papa, worauf wartest du noch?

Paul schaute überrascht auf:

Wie meinst du das?

Na, du weißt schon! Wenn du Anna magst, dann lad sie doch endlich mal ein… aufs Eis oder so! Alle sehen doch, dass ihr euch mögt. Was gibts da zu zögern?

Paul war kurz sprachlos, dann errötete er, fuhr sich unsicher durchs Gesicht und murmelte:

Ach, Sebastian das ist nicht so einfach. Ich will unserer Familie keine Unruhe bringen. Die Mädchen hängen an Anna, was, wenn sie wegen mir kündigt?

Sebastian blieb aber hartnäckig. Er beugte sich nach vorne, blickte seinen Vater entschlossen an:

Papa, Anna ist in dich verknallt. Sie will nur nicht den ersten Schritt machen, weil sie bei uns angestellt ist. Lade sie mal zusammen mit uns ins Café ein, nicht gleich allein. Dann seht ihr weiter!

Paul überlegte einen Moment und nickte dann tatsächlich.

Gut, wir probieren es. Aber wehe, du fängst dann an zu sticheln!

Die beiden lachten. Aus dem Kinderzimmer klang das Lachen der Zwillinge Anna spielte mit ihnen Verstecken. Paul spürte ein warmes Gefühl in der Brust. Vielleicht sollte er seinem Sohn wirklich zuhören?

***************

Paul musste in den nächsten Tagen oft an das Gespräch denken. Mehr und mehr fielen ihm all die Situationen ein, in denen Anna nervös wurde, wenn er mit ihr sprach, und wie warmherzig sie die Mädchen umsorgte.

Habe ich das wirklich nie bemerkt?, fragte er sich auf dem Heimweg. Oder wollte ich es nicht sehen?

Aus dem Haus drang schon Babys Lachen ein Geräusch, das er lange vermisst hatte. Leise steckte Paul seine Schlüssel weg und schlich in die Wohnung.

Anna, findest du nicht auch, dass Papa der beste Papa der Welt ist?, hörte er Lena, mutig unterstützt von Greta und Sebastian.

Auf jeden Fall!, erwiderte Anna, während sie Lena eine kunstvolle Zopffrisur flocht.

Sogar hübsch, oder?, stichelte Greta mit frechem Grinsen.

Sehr hübsch, antwortete Anna automatisch, wurde dann rot wie eine Tomate, versuchte die Situation mit einem Lächeln zu überspielen und sagte:

Euer Papa liebt euch sehr!

Und wir ihn! Und du?, ließ Greta nicht locker.

Und du?, wiederholte Lena fordernd.

Anna erstarrte, überspielte die Situation aber rasch.

Oh, es ist ja schon spät! Zeit fürs Abendessen. Wer hilft mir?, wechselte sie schnell das Thema, während die Mädchen begeistert aufsprangen und mitliefen.

Paul trat nun in den Raum, genau in dem Moment, als Anna ihn bemerkte ihre Augen strahlten auf.

Wie wäre es, wenn wir heute alle zusammen essen gehen?, schlug er vor. Etwas Abwechslung würde allen gut tun.

Die Kinder jubelten:

Essen gehen! Juhu! Darf ich Eis bestellen? Und zum Spielplatz?

Anna beobachtete das fröhliche Treiben und konnte ihr Lächeln kaum zurückhalten. Paul näherte sich ihr, sprach leise:

Wäre das in Ordnung? Für die Kinder und für uns?

Sehr gern, antwortete sie schüchtern.

Paul spürte, wie sich eine Hoffnung in ihm regte. Vielleicht war jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, einfach gemeinsam Zeit zu verbringen offen, ehrlich und ohne Hast.

***********************

Die Monate vergingen und Annas Stellenwert in der Familie Fischer wurde immer größer. Aus den gemeinsamen Ausflügen wurden regelmäßige Unternehmungen, oft saßen Paul und Anna noch nach dem Einschlafen der Kinder in gemütlicher Runde zusammen, tranken Tee, sprachen stundenlang über Gott und die Welt. Immer offener zeigte sich, dass sich aus der anfänglichen Aufgabe längst wirkliche Zuneigung entwickelt hatte.

Sebastian erkannte bald zufrieden, dass seine Idee funktioniert hatte: sein Vater blühte wieder auf, und Anna begegnete Paul mit hellen, starken Blicken.

Eines Abends, die Kinder schliefen bereits, saßen Paul und Anna ruhig auf dem Sofa, in der Küche zwei Tassen kalten Tees. Über Annas Gesicht glitt ein erwartungsvolles Lächeln.

Weißt du, begann Paul, während er auf das flackernde Licht der kleinen Girlanden am Fenster sah, ich kann mir mein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. Deine Herzlichkeit, deine Geduld, wie du mit allen hier umgehst ich liebe dich. Und ich wünsche mir, dass du nicht nur als Kindermädchen ein Teil dieser Familie bist, sondern als meine Frau.

Anna schloss für einen Sekundenbruchteil die Augen und antwortete dann leise, aber entschlossen:

Ich liebe dich auch. Mit dir und den Kindern das ist mein größtes Glück.

*************************

Die Hochzeitsvorbereitungen verliefen schlicht, ohne großes Tamtam. Im kleinen Rahmen Familie, ein paar Freunde. Für Anna und Paul zählte nur die Familie und die enge Verbundenheit.

Der große Tag erstrahlte in goldenem Sonnenschein. Das kleine Landgasthaus nahe des Ammersees war mit Blumen und bunten Luftballons geschmückt. Im Mittelpunkt standen natürlich Lena, Greta und Sebastian.

Die Zwillinge in zarten Rosatönen, mit großen Schleifen, verteilten feierlich Rosenblätter. Bei der Trauung hielten sie gemeinsam das Ringkissen.

Papa, du bist so schön heute!, flüsterte Lena und schmiegte sich an Paul.

Und Anna sieht aus wie eine Prinzessin!, ergänzte Greta bewundernd.

Sebastian stand stolz und aufrecht neben dem Vater, seine Augen funkelten vor Freude.

Und, Papa? Habe ich dir nicht gesagt, dass alles gut wird?

Paul drückte ihm die Schulter, dann blickte er Anna an. Sie sah ihn mit so viel Liebe und Glück an, dass ihm die Worte fehlten.

Jetzt sind wir alle eine Familie, sagte Anna leise und verschränkte ihre Hand mit seiner.

Nach der Zeremonie saßen sie beisammen viele herzliche Umarmungen, Lachen, Tanzen. Die Kinder wollten Annas ganze Aufmerksamkeit, und als der Kuchen hereinkam, bestanden Lena und Greta darauf, das erste Stück zu bekommen.

Gegen Abend, als die Gäste gingen, standen Anna und Paul zusammen auf der Terrasse. Über ihnen leuchteten die Sterne, in der Luft der Duft von Lindenblüten.

Ich glaube, das war der schönste Tag meines Lebens, murmelte Anna und schmiegte sich an Paul.

Und es werden noch viele folgen, antwortete er und hielt sie fest.

In diesem Moment spürte Anna, dass alle Zweifel und Unsicherheiten der letzten Monate vorbei waren. Sie hatte eine neue Familie gefunden und das Glück, das sie suchte.

Lebensweisheit: Manchmal öffnet sich das Glück, wenn man es wagt, anzunehmen, was das Leben einem schenkt, und mit Mut und Offenheit den eigenen Weg geht.

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Homy
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