Keines meiner Kinder wollte sich um mich kümmern, als ich ins Krankenhaus musste – zum Glück gibt es noch gute Menschen auf dieser Welt

Keiner meiner Kinder wollte sich um mich kümmern, als ich ins Krankenhaus kam. Zum Glück gibt es noch nette Menschen auf der Welt.

Als ich meine zwei Kinder zur Welt brachte, dachte ich eigentlich naiv, dass sie sich später mal im Alter um mich kümmern würden. Schließlich habe ich mein ganzes Leben meiner Tochter und meinem Sohn gewidmet. Tja, wie sehr kann man sich täuschen! Jetzt, wo ich krank geworden bin und wirklich Hilfe bräuchte, weil ich mich alleine nicht mehr versorgen kann, hat keiner den geringsten Wunsch, mich bei sich aufzunehmen und zu pflegen. Es ist schon hart, zu wissen, dass die eigenen Kinder für einen nicht da sind

Ich habe sie alleine großgezogen. Mein Mann ist gegangen, als unser Sohn geboren wurde, da hatten wir unsere Tochter schon. Ich hatte gleich zwei Jobs, nur damit es meinen Kindern an nichts fehlt. Ich habe beiden eine gute Ausbildung ermöglicht. Nicht irgendeinen Kram, nein meine Tochter, die Anna-Lena, ist Diplom-Designerin, und mein Sohn, der Matthias, wurde Ingenieur. Beide haben jetzt solide Jobs. Solange ich fit war, half ich natürlich mit meinen Enkeln, wann immer es ging. Zwei hab ich: Lukas, Annalenas Sohn, und Tim, das Kind von Matthias. Ich habe die beiden zu Sportvereinen und Musikstunden gefahren, von der Schule abgeholt naja, der Klassiker eben.

Die Jungs waren oft bei mir, die Eltern brachten sie gern vorbei. Bis mir eines Tages auf der Straße schlecht wurde und ich im Krankenhaus gelandet bin. Da zeigte sich plötzlich das wahre Gesicht meiner Kinder: Anna-Lena kam E I N Mal zu Besuch. Matthias rief nur kurz an, um nachzufragen, ob ich noch lebe. Nach einer Woche wurde ich entlassen mit der Anweisung, mich zu schonen und im nächsten Atemzug standen die Enkel schon wieder vor meiner Tür zum Babysitten. Sie wissen ja, wie das läuft: Kochen, spielen, auf den Spielplatz Omas Fulltime-Job. Nach zwei Monaten ging es mir dann so mies, dass ich Matthias bat, mich zum Arzt zu fahren. Aber der hatte viel zu tun wie immer, also habe ich selbst ein Taxi genommen. Kann ich jedem empfehlen: Für eine Rentnerin sind 30 Euro Taxi zum Arzt eine Kleinigkeit Ironie off.

Es kam, wie es kommen musste eines Morgens ging einfach gar nichts mehr. Liegen geblieben, wie man so schön sagt. Ich rief Anna-Lena an, aber die war leider auf der Arbeit und meinte, ich solle halt den Notarzt rufen. Gesagt, getan. Von da an war es vorbei mit alleine laufen. Die Ärztin hat meinen Kindern beim Entlassungsgespräch klar gesagt, dass ich nicht alleine bleiben und betreut werden sollte.

Und wie reagieren meine Kinder? Ach, herrlich: Im Wohnzimmer entstanden Grundsatzdiskussionen, übertrumpft nur von den Reden im Bundestag. Anna-Lena argumentierte, dass sie nur eine kleine Wohnung in München hat kein eigenes Zimmer für mich. Matthias wiederum lebt groß in Nürnberg, aber dessen Frau ist schwanger und hat keine Lust auf Schwiegermama im Haus. Ich dachte nur: Aha, so tickt also Familie! Mir war das alles dermaßen peinlich, dass ich irgendwann einfach sagte: Geht bitte beide, ich will euch nicht mehr sehen! Ich komm schon irgendwie klar ich will euch nicht zur Last fallen.

Gesagt, getan. Sie sind gegangen. Ich lag also da und heulte ins Kissen. Wie ist das nur passiert? Aus meinen Kindern wurden Egoisten vom Feinsten. Habe ich sie so falsch erzogen? Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen.

Am Morgen plötzlich Geräusche an der Tür ich erschreck mich zu Tode. Ich komm ja eh nicht auf die Beine, also hoffe ich aufs Schlimmste. Aber es war nur meine Nachbarin, Frau Schuster, die im Erdgeschoss wohnt eine nette junge Frau, die ihre Tochter allein großzieht. Sie wollte einfach sehen, ob bei mir alles in Ordnung ist. Irgendwie tat mir alles Leid, also erzählte ich ihr mein Herz aus. Sie bot sofort ihre Hilfe an. Ich lehnte erst ab: Wenn ich meinen eigenen Kindern egal bin, wie kann ich Hilfe von einer Nachbarin annehmen? Aber sie hatte einen Dickkopf typisch bayerisch, die Dame! Sie brachte mir Essen, kochte Tee, räumte ein bisschen auf.

Seitdem kümmert sie sich rührend um mich, und ich gebe ihr die Hälfte meiner Rente, damit sie für uns einkaufen geht und kocht. Der Rest geht für Strom, Heizung, Müll und dies und das drauf. Mein Leben hängt jetzt von einer Fremden ab. Von meinen Kindern höre ich nur noch ab und zu meistens rufen sie nur an, um sich zu vergewissern, dass jemand anderes die undankbaren Aufgaben übernommen hat.

Nie hätte ich gedacht, dass ich am Ende meines Lebens einen solchen Verrat erleben würde und das ausgerechnet von meinen eigenen Kindern. Ich habe echt undankbare Kinder großgezogen.

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Homy
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Die unbequeme Schwiegertochter