Ich bat meinen Mann, sich um sie zu kümmern, doch seine so harte Antwort hat mich dazu gebracht, meine Koffer zu packen und zu gehen.

Damals, vor vielen Jahren, war mein Leben geprägt von ständigen Veränderungen und schweren Entscheidungen. Nach meiner ersten Ehe, aus der ich eine Tochter mit meinem damaligen Mann bekam, blieb ich allein verantwortlich. Er kümmerte sich weder um unser Kind noch zahlte er Unterhalt und doch trug ich ihm das nie nach. Ich sagte mir immer, ein echter Mann zeigt sich durch seine Taten, nicht durch leere Worte. Zum Glück stand ich finanziell gut da, hatte eine angesehene Stelle in einer großen Firma in München und verdiente nicht schlecht, so dass es uns nie an etwas fehlte.

Als ich mich das zweite Mal vermählte, hoffte ich auf einen Neuanfang. Mein neuer Mann, Johannes Becker, war jedoch eher zurückhaltend und leider auch seiner Stieftochter gegenüber ziemlich gleichgültig. Seine Mutter, Frau Becker, zeigte offen, dass sie weder mit mir noch mit meiner Tochter Katharina etwas zu tun haben wollte. Johannes hatte es nie eilig, eigene Kinder zu bekommen. Immer wieder sagte er, es sei noch zu früh für diese Verantwortung, er brauche noch Zeit.

Ich selbst bedrängte ihn damit selten. Mein Beruf forderte mich ohnehin sehr, da ich damals ein bedeutendes Projekt leitete. Es stand in Kürze ein wichtiges Treffen mit Geschäftspartnern an. Die Belastung wuchs, als Katharina eines Morgens fiebrig erwachte und ich nicht wusste, wohin mit ihr. Früh am Morgen übte ich meinen Eröffnungsbeitrag, wollte sie wie immer zur Kita bringen. Doch an diesem Tag blieb das keine Option.

Notgedrungen bat ich Johannes, für ein paar Stunden auf Katharina aufzupassen. Doch er lehnte ab, sagte nur trocken, meine Tochter sei eben mein Kind und ich solle sehen, wie ich zurechtkomme. Ich fühlte mich allein gelassen und wusste nicht weiter. In meiner Verzweiflung rief ich schließlich seine Mutter an und fragte, ob ich Katharina vorbeibringen könnte. Erst weigerte sie sich, murmelte, das Kind sei nicht von ihr. Tränen schossen mir in die Augen, aber ich bedankte mich und meinte, ich müsste sie dann wohl mit ins Büro nehmen. Daraufhin gab sie nach und erklärte, sie würde ausnahmsweise für eine Weile aufpassen.

Im Büro lief alles gut. Als ich Katharina wieder abholen wollte, empfing mich meine Schwiegermutter mit Beschwerden: Das Kind sei widerspenstig, würde nicht hören und mache ihr das Leben schwer. Ich versprach, so etwas nie wieder zu verlangen.

Als wir nach Hause kamen, packte ich stillschweigend unsere Sachen. Ich hatte genug. Meine Tochter und ich zogen zu meiner Mutter nach Hamburg. Ich beschloss, ich würde niemals mit einem Menschen unter einem Dach leben, der mein eigenes Kind nicht als Teil unserer Familie akzeptiert. All das liegt nun weit zurück, doch was geblieben ist, ist die Erkenntnis, dass die Liebe zu meinem Kind mich damals stärker machte als jeder gesellschaftliche Druck.

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Homy
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Ich bat meinen Mann, sich um sie zu kümmern, doch seine so harte Antwort hat mich dazu gebracht, meine Koffer zu packen und zu gehen.
Es war zwei Uhr morgens und Leah Andersons Küche wirkte trauriger denn je.