Er verließ sie, als sie im neunten Monat schwanger war, und bat drei Jahre später darum, zurückzukehren.

Es ist tatsächlich wahr, was man so oft sagt: Je länger Paare miteinander gehen, desto schwieriger gestalten sich später ihre Ehen…

Vor vielen Jahren war da ein Paar, das sieben Jahre lang ein stilles Glück miteinander geteilt hatte, als sie schlussendlich beschlossen, zu heiraten. In all diesen Jahren hatten sie nicht einen einzigen ganzen Tag wirklich zusammengelebt; es genügte ihnen stets, ihre eigenen Freiräume und Zeiten zu wahren. Erst eine ungeplante Schwangerschaft zwang sie dazu, eine richtige Familie zu gründen.

Anfangs war das Zusammenleben für beide aufregend und neu. Zuerst stand die Renovierung der kleinen Wohnung an Großmutter Hildegard zog zu den Eltern der jungen Frau, sodass für das frisch verheiratete Paar endlich Raum entstand. Ebenso wurde gemeinsam in den Möbelhäusern Münchens eingekauft, Töpfe in die Küche gestellt und Vorhänge ausgesucht. Doch als schließlich alles nahe der Isar eingerichtet war und sie sich abends oft gegenüber am Tisch wiederfanden, kehrte eine seltsame Rastlosigkeit bei beiden ein.

Der Ehemann flehte seine Frau bald an, abends mit seinen Freunden in den Biergarten zu gehen. Sie war erleichtert, dass er Gesellschaft fand und ließ ihn freimütig ziehen. Diese Gewohnheit wurde nach und nach zur Norm genau wie in den sieben Jahren zuvor begegneten sie einander zu Hause meist erst spät am Abend.

Und je näher der Geburtstermin rückte, desto nachdenklicher und schweigsamer wirkte der junge Mann. Seine Frau ihr Name war Anneliese achtete nicht weiter darauf, bis eines Tages das Unerwartete geschah: Eine fremde Frau rief sie an und teilte mit, ihr Mann würde nun bei ihr einziehen. Tatsächlich war er während Annelieses Besuch beim Frauenarzt heimlich ausgezogen und hatte sein Hab und Gut mitgenommen.

Was am meisten schmerzte, war, dass ihr Ehemann keinerlei Erklärung hinterließ. Auch zum Gerichtstermin wegen der Scheidung erschien er nie. Anneliese sorgte mit Hilfe ihrer Bekannten sogar dafür, dass im Geburtsregister kein Vater eingetragen wurde so konnte sie das leere Feld bei Vater selbst bestimmen. Sie regelte das schnell und diskret, wie es in München oft möglich ist, wenn man die richtigen Leute kennt.

Anneliese brachte einen kräftigen, gesunden Jungen zur Welt, Benedikt. Seine Grübchen schmückten sein rundes Gesichtchen. Beim Anblick ihres Sohnes empfand sie tiefen Frieden der Schmerz über das, was ihr einst so vertrauter Partner ihr angetan hatte, war wie weggeblasen. Unterstützt von ihren Eltern wurde Benedikt behütet großgezogen. Anneliese hatte keine Gedanken mehr für einen neuen Mann. Die Wunde in ihrer Seele war tief, und es schien, als könnte sie nie heilen.

Drei Jahre später, Benedikt spielte im Wohnzimmer, ertönte die Klingel. Anneliese rechnete mit ihrer Mutter, also öffnete sie die Tür, ohne zu zögern. Vor dem Eingang stand ihr ehemaliger Ehemann ein übergroßer Strauß roter Rosen in der Hand, dazu ein großes Rennwagen-Modell, das erste Geschenk an seinen Sohn seit all den Jahren.

Anneliese sah ihn lange an, während er leise sagte:

Es tut mir leid… Ich mache alles, was du willst…

Glaubst du wirklich, ich kann dir jetzt noch vergeben? Es sind so viele Jahre vergangen…

Da kam Benedikt aus dem Zimmer gelaufen.

Nein. Und komm bitte nie wieder. All die Jahre haben wir dich nicht gebraucht, wir haben gelernt, ohne dich zu leben…

Anneliese spürte keinen Kummer mehr. Über die Jahre waren alle Bitternis und Enttäuschung gewichen zurück blieb einzig Mitleid für den Mann, der seinen Sohn verloren hatte.

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Homy
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Er verließ sie, als sie im neunten Monat schwanger war, und bat drei Jahre später darum, zurückzukehren.
Warum du dein Essen selbst mitbringen solltest? Fünf Jahre lang haben die Schwester und der Bruder meines Mannes mit ihren Familien jedes Weihnachten bei uns gefeiert. Ich habe alles allein gekocht, den Tisch gedeckt, mich um alles gekümmert und danach sauber gemacht. Sie haben einfach nur gefeiert. Letztes Jahr jedoch ist mir die Geduld ausgegangen und ich bin völlig ausgerastet – es war einfach zu anstrengend, körperlich, mental und finanziell. Deshalb habe ich dieses Mal vorgeschlagen, die Verantwortung auf alle zu verteilen. Doch neulich meinte meine Schwiegermutter, sie seien alle nicht mehr die Jüngsten, es sei eine schwere Zeit, und sie wünsche sich wieder ein gemeinsames Fest bei mir. Also habe ich den Bruder und die Schwester meines Mannes angerufen und ihnen erzählt, dass Mama sich ein gemeinsames Fest wünscht. Anfangs waren sie begeistert und meinten, wir sollten auf Mama hören und haben zugestimmt. Als ich ihnen dann mitteilte, dass wir die Gerichte aufteilen, wer was kocht und mitbringt, war die Begeisterung schnell verflogen. Ich bin bereit, die Hauptspeisen und eine Torte zu übernehmen. Sie sollten Salate, Fisch, Fleisch, Käse, Obst und Getränke mitbringen – jeder bringt etwas mit. Sobald ich alles aufgezählt habe, war die Stimmung dahin. Sie sagten, sie hätten keine Zeit zum Kochen, müssten einkaufen gehen und sehen nicht ein, warum sie etwas mitbringen sollten. Lieber würden sie zu Hause feiern. Ich fragte: Und was ist mit Mama? Ihre Antwort: Wir rufen sie einfach an und wünschen ihr alles Gute. Sie wollen weder Arbeit noch Einkäufe teilen. Meiner Schwiegermutter habe ich noch nichts gesagt und weiß nicht, wie ich es ihr erklären soll. Sie wird sehr enttäuscht sein. Was soll ich in dieser Situation tun? Soll ich am Ende doch wieder allein Weihnachten für alle ausrichten?