Der Vater erhält eine verschlüsselte Nachricht von seinem Sohn und erkennt, dass er sofort handeln muss

Stellt euch das Bild vor, wie es früher einmal war: Eure jugendliche Tochter oder euer Sohn ist mit Freunden in die Stadt gegangen. Natürlich, wie es besorgte Eltern tun, ruft ihr euer Kind an, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist. Ein wenig nervös wie sollte es auch anders sein versichern sie euch, dass es ihnen gut geht. Doch dieses Ja verändert nichts an der Tatsache, dass man später vielleicht erfährt, dass sie zum ersten Mal Alkohol probiert haben oder gar mit etwas Schlimmerem in Kontakt kamen.

Ein Pfarrer namens Bernd Fuchs kannte diese psychologische Besonderheit der Jugendlichen allzu gut und wollte solche Situationen bei seiner jüngsten Tochter, Greta, vermeiden. Als Sohn eines Pfarrers hatte er am eigenen Leib erfahren, wie schwierig der Gruppenzwang unter Gleichaltrigen sein konnte. Obwohl Fuchs großes Vertrauen zu Greta hatte, war es ihm wichtig, dass sie sich in schwierigen Momenten an ihn wenden konnte, ohne das Gesicht vor ihren Freunden zu verlieren. So entwickelte der Vater ein geheimes Zeichen, das als ein stilles Notsignal dienen sollte.

Die zündende Idee kam ihm, nachdem er Jugendhilfeeinrichtungen besucht und dort mehrere Jugendliche befragt hatte. Immer wieder stellte er ihnen dieselbe Frage: Wer von euch war schon einmal in einer Situation, in der ihr etwas getan habt, das euch unangenehm oder gar peinlich war, in der ihr nur mitgemacht habt, weil ihr Angst hattet, ausgelacht zu werden, und keinen Ausweg wusstet?

Wie aus einem Guss zeigten sich die erhobenen Hände. Später schrieb der Pfarrer darüber:

Eines Tages wollte Greta auf eine Feier gehen. Ich sagte zu ihr: Wenn irgendetwas nicht stimmt, wenn du dich unwohl fühlst oder einfach weg willst, schicke irgendeinem aus der Familie mir, deiner Mutter, deinem älteren Bruder oder deiner Schwester einfach ein X per SMS. Jeder, der dieses Zeichen erhält, ruft dich innerhalb weniger Minuten zurück. Wenn der Anruf kommt, läuft das ungefähr so ab:

Hallo, ja? Greta, es ist etwas passiert, ich muss dich sofort abholen. Was ist los? Ich erkläre es dir gleich, sei in fünf Minuten bereit, ich komme.

Dann kann Greta ihren Freunden ohne Probleme sagen, dass etwas Dringendes zu Hause geschehen ist und sie jetzt sofort gehen muss.

Das ist alles. Für ihre Freunde sieht es so aus, als würde Greta nicht flüchten, sondern sie muss wegen wichtiger Angelegenheiten los. So vertraut die Tochter ihren Eltern und fühlt sich beim nächsten Mal in der Gruppe weniger unter Druck gesetzt.

Das Wichtigste dabei ist, dass man sein Kind nie im Stich lässt. Es ist leicht, das Vertrauen eines Jugendlichen zu verlieren. Doch eine zuverlässige Beziehung, in der das Kind lernt, selbst zwischen richtig und falsch zu unterscheiden und sich für das Richtige zu entscheiden, ist von unschätzbarem Wert damals wie heute.

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Homy
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