Ich bot Mascha und Natascha folgenden Handel an: Sie geben mir meine Wohnungen zurück, und dann gebe ich ihnen ihre Töchter zurück

Mein Name ist Andreas. Nachdem meine Mutter gestorben war, heiratete mein Vater eine Frau, die zwei Töchter hatte.

Viele Jahre vergingen. Wir wurden älter. Dann hatte mein Vater einen Unfall und starb.

Meine Stiefmutter entpuppte sich als äußerst ehrenhafte Frau. Sie überließ mir die Wohnung.

Diese Wohnung gehörte deiner Mutter. Und jetzt sollte sie dir gehören!

Das Einzige, was meine Stiefmutter von mir verlangte, war, ihre Töchter in meiner Wohnung wohnen zu lassen, bis sie ihr Studium beendet hätten. Sie wollte wieder zurück in ihr Dorf ziehen. Ich stimmte zu.

Helene und Gudrun, die beiden Schwestern, waren ziemlich verschieden. Doch beide hatten nur einen Wunsch: einen Ehemann mit eigener Wohnung finden.

Ein seltsames Leben begann für mich. Helene bereitete mir das Frühstück und Gudrun bügelte meine Hemden. Beide Schwestern gaben sich große Mühe, mir zu gefallen.

Dann, im Abstand von zwei Monaten, brachte Helene und anschließend Gudrun je eine Tochter zur Welt. Als meine Stiefmutter davon erfuhr, gab es einen furchtbaren Aufruhr. Helene und Gudrun weigerten sich, eine Abtreibung vorzunehmen. Sie wollten ihre Kinder behalten.

Ich überlegte und fand heraus, dass es sehr teuer wäre, achtzehn Jahre lang ein Drittel meines Gehalts als Unterhalt zu bezahlen. Also beschloss ich, eine Wohnung auf Kredit zu kaufen.

Ich tauschte die große Wohnung gegen zwei kleine Einzimmerwohnungen und nutzte das übrige Geld als Anzahlung für meine eigene Wohnung mit Hypothek.

Jede Schwester bekam eine Einzimmerwohnung, dafür unterschrieben Helene und Gudrun einen Verzicht auf Unterhaltszahlungen. So lebte ich jahrelang ruhig.

Vier Jahre später erhielt ich am Arbeitsplatz einen Vollstreckungsbescheid: mir wurde ein riesiger Rückstand beim Kindesunterhalt vorgeworfen.

Ich suchte meine Schwestern auf. Sie lachten mir ins Gesicht: Die Wohnungen hatte ich ihnen nur geschenkt, und den Vertrag hatten sie absichtlich falsch ausgefüllt.

Nun war ich ohne meine Elternwohnung, zahlte die Hypothek und zusätzlich Unterhalt. Alles war sehr schwer.

Meine Stiefmutter freute sich:

Das geschieht dir recht! Du hast es verdient!

Helene und Gudrun verboten mir, meine Töchter zu sehen. Ich lieh Geld, um die Unterhaltsschulden auszugleichen und klagte vor Gericht auf das Recht, meine Töchter zu sehen. Ich gewann das Verfahren.

Bei der Arbeit sprach ich mit dem Chef und ließ mir einen Großteil meines Gehaltes in bar geben. So zahlte ich sehr wenig Unterhalt.

Ich holte meine Töchter freitags ab und brachte sie sonntags zurück. Ich kaufte ihnen alles, was sie wollten, nahm sie mit zu vielerlei Vergnügungen. Helene und Gudrun schimpften stets mit mir und schrien, ich solle ihre Töchter nicht verwöhnen.

Zusätzlich bezahlte ich zwei Jungs, die auf meine Schwestern aufpassten und ihnen sagten, dass fremde Kinder eine Heirat erschweren würden.

Einmal, als eine Frau vom Jugendamt zugegen war, holte ich meine Töchter aus dem Haus meiner Stiefmutter ab. Ich behauptete, ihre Mütter hätten sie ganz verlassen. Nun stellte ich selbst einen Antrag auf Kindesunterhalt, und meine Töchter lebten bei mir. Ich wurde ein sehr guter Vater. Wenn meine Töchter ihre Mütter sahen, liefen sie zu mir und umarmten mich: sie fürchten, ihre Mütter könnten sie mitnehmen. Kein Wunder, dass ich ihnen Märchen von bösen Müttern vorlas.

Als Helene und Gudrun alles begriffen, war ich bereits wieder verheiratet und zwar sehr glücklich.

Ich bot Helene und Gudrun einen Handel an: Sie sollten mir meine Wohnungen zurückgeben, und dann würden sie ihre Töchter zurückbekommen. Natürlich willigten sie ein.

Jetzt geht es mir sehr gut. Ich vermiete die zwei Wohnungen und habe die Hypothek für meine Wohnung längst abbezahlt.

Ich ließ mich nicht austricksen und habe mich sehr elegant an meinen frechen Schwestern gerächtAb und zu treffe ich meine Töchter in einem Café. Sie erzählen mir von ihren kleinen Abenteuern, lachen viel und fragen mich nach neuen Märchen. Ich sehe ihnen zu, wie sie aufwachsen klug, herzlich und selbstbewusst. Manchmal denke ich zurück an all die Schwierigkeiten; dann bin ich dankbar, dass ich niemals aufgegeben habe.

Helene und Gudrun haben inzwischen ihre eigenen Wege gefunden. Mit der Zeit haben wir Frieden geschlossen. Wir können miteinander reden, ohne alte Wunden aufzureißen.

Meine Stiefmutter kommt manchmal zu Besuch. Dann sitzt sie auf dem Balkon in der Sonne, schaut auf die Stadt und sagt: Andreas, du hast alles richtig gemacht.

So endet mein ungewöhnliches Familienabenteuer. Ich habe gelernt, dass das Leben voller Überraschungen ist und dass Liebe und ein bisschen Durchhaltevermögen die besten Märchen schreiben.

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Homy
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Ich bot Mascha und Natascha folgenden Handel an: Sie geben mir meine Wohnungen zurück, und dann gebe ich ihnen ihre Töchter zurück
Ich bin noch nicht erwachsen